Faulbaum - Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) Man findet den Faulbaum oftmals im feucht-kühlen Unterholz von Laubwäldern und in in Gebüschen auf moorigem Untergrund. Der mit dem Kreuzdorn verwandte Faulbaum lässt sich anhand der fehlenden Dornen und der wechselständig angeordneten Blätter unterscheiden.
Die kleinen, in unreifem Zustand roten und zur Reifezeit sich schwarz färbenden Steinfrüchte werden in der Naturheilkunde nicht verwendet. Kinder sollten wegen der Gefahr einer Vergiftung vor dem Verzehr dieser Früchte gewarnt werden.
Die in der Heilpflanzenkunde verwendete Rinde des Faulbaumes besitzt eine stark abführende Wirkung. Vor dem gebrauch der Rinde ist es wichtig, diese mindestens ein Jahr lang ablagern zu lassen. Bei Anwendungen mit frischer oder nicht genügend gelagerter Rinde kann es zu Übelkeit, Erbrechen, blutigen Durchfällen und Koliken kommen.
Erst während der Trocknung und Lagerung der Faulbaumrinde gehen die Glucofrangularoside unter Abspaltung von Zucker und gleichzeitiger Oxidation in die abführend wirkenden Antrachinon- und Dianthronderivate über. Diese neu entstehenden Verbindungen wirken abführend, da sie die Magen-Darm-Passage beschleunigen und gleichzeitig eine Zunahme des Wassergehalts des Stuhls bewirken.
Der Faulbaum ist ein kräftig wachsender Strauch mit einer Wuchshöhe von bis zu 6 m. Aus den aufrecht stehenden Stämmen dieser Pflanze bilden sich wechselständig angeordnete, horizontal wachsende, dornenfreie Zweige. Die Rinde frischer Triebe ist braun-rot gefärbt, später verändert sich die Rinde, sie wird weißrissig und die Farbe geht dann in schwarz-grau über. Die wechselständig angeordneten, länglich-eiförmig geformten Blätter des Faulbaum sind frisch grün gefärbt und auf der Unterseite schwach glänzend. Die sich vom April bis in den Juli bildende, unscheinbaren, kleinen Blüten eines Faulbaumes sind grün gefärbt. Die etwa erbsengroßen Steinfrüchte sind im unreifen zustand rot und als reife Früchte schwarz gefärbt.
Hier findet man den Faulbaum Der Faulbaum wächst in ganz Europa mit Ausnahme der mediterranen Gebiete. Man findet diese Pflanze bis in Höhenlagen von etwa 1100 m. Bevorzugte Standorte dieser Heilpflanzen sind feucht-kühle Laubwälder mit kalkarmen, moorigen Böden.
Eigenschaften der Heilpflanze Der Faulbaum wirkt abführend, gallentreibend und narbenbildend
Wirksame Pflanzenteile des Faulbaum In der Naturheilkunde benutzt man von dem Faulbaum die von den Zweigen geschälte Rinde. Diese wird in schmale Streifen geschnitten und zügig getrocknet.
Inhaltsstoffe des Faulbaum Emodinglykoside, Gerbstoffe, Saponin
Faulbaum / Frangula alnus Foto: J.F. Gaffard Lizenz: GFDL
Anwendung der Heilpflanze Der Faulbaum wird in der Heilpflanzenkunde innerlich und äußerlich angewendet.
Anwendungen mit Faulbaum in der Naturheilkunde finden Sie unter folgenden Stichworten: Fettleibigkeit, Gallenblase, Hautflechte, Krätze
Obwohl die Anwendung mit Heilkräutern und Heilpflanzen oft eine positive Wirkung auf Beschwerden haben, sollte man vor der Heilpflanzenanwendung immer Rücksprache mit einem Arzt halten. Disclaimer
Wichtige Hinweise
Die Blätter, die frisch geschälte Rinde und die Früchte des Faulbaum sind giftig. Bei einer Vergiftung kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, kolikartigen Bauchschmerzen und zu blutigem Durchfall.
Verhalten bei Vergiftungen Verzeichnis der giftigen und stark giftigen Pflanzen
Verwendung und Verarbeitung der Heilpflanzen |