Pflanzenkunde: Winterharte Palmen - Erfolgreiche Pflege der Palmen im Winter

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Winterharte Palmen im Garten kultivieren

Palmen gelten als Sinnbild für warme Sommer, viel Sonne, weißen Strand und erholsamen Urlaub. Die Wohnungen sind schon lange von Palmen erobert worden. Jetzt gilt es noch den Garten mit Palmen zu bestücken.

Im Handel sind zahlreiche winterharte Palmen erhältlich, die Frostverträglichkeit und die Pflegeansprüche sind jedoch recht unterschiedlich. Wir haben eine Übersicht von winterharten Palmen für Sie zusammengestellt, so können Sie sich bereits vor dem Kauf informieren und die für Sie richtigen Palmen auswählen.

Winterharte, frostharte Palmen

Die Toleranz vieler Palmen gegenüber Schnee und Frost, zumindest aber gegenüber niedrigen Temperaturen ist oftmals sehr viel größer als man glaubt. Generell sollte man die im Sommer im Freien stehenden Palmen möglichst lange in die kalte Jahreszeit hinein stehen lassen.

Wenn Sie gerne eine Palme direkt in den Garten pflanzen möchten, so achten Sie bereits beim Kauf darauf, das größere Palmen frostunempfindlicher als kleine und junge Palmen sind. Palmen, die man zum einpflanzen in den Garten kauft, sollten ein Alter von mindestens 4 bis 5 Jahren haben und nach Möglichkeit nicht kleiner als 50 bis 60 cm sein.

Wann muss ich eine Palme vor Frost schützen und wieviel Frost verträgt eine Palme?

Wer eine Palme in seinen Garten pflanzt, sollte sich vorab über die Frosthärte der ausgewählten Palme informieren. Die unter den einzelnen Palmen angegeben Frosthärte wird in der Regel nur bei größeren Palmen erreicht. Geeignete Schutzmaßnahmen für jede Situation sind weiter unten auf dieser Seite aufgeführt. In unserer Übersicht über winterharte Palmen ist die Frostbeständigkeit der jeweiligen Gattung angegeben:

Übersicht über winterharte Palmen, Frostbeständigkeit und Kulturanforderungen

Generell gelten die dort angegebenen Werte für größere und ausgewachsene Exemplare ihrer jeweiligen Art und beziehen sich auf kurze Frostperioden. Kleinere und jüngere Palmen müssen stärker geschützt werden, auch dann, wenn die Palmen als winterhart gelten.

Vorsicht:
Bei länger anhaltendem, intensivem Dauerfrost sind unbedingt Vorbeugemaßnahmen zum Schutz der Palmen zu treffen. Die notwendigen Schutzmaßnahmen sind weiter unten auf dieser Seite erläutert.

Die Beständigkeit winterharter Palmen vor Frost ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig

Für jede winterharte Palme, auch innerhalb einer Gattung, gibt es keinen exakten Standartwert. Die in den Beschreibungen angegeben Werte zur Frostbeständigkeit können bei jeder Palme individuell um einige Grade abweichen.

Kurze Fröste die nur eine Nacht andauern, vertragen die winterharten Palmen sehr viel besser, als langanhaltende Dauerfröste.

Junge und kleine Palmen sind meist empfindlicher gegenüber Frost, dies gilt insbesondere für länger anhaltende starke Fröste, der das Substrat in den meist kleineren Pflanzkübeln vollständig durchfrieren lässt. Die Frostbeständigkeit einer Palme wächst mit ihrem Alter und ihrer Größe. Auch direkt in den Garten gepflanzte Palmen können bei anhaltendem, starken Frost unter dem einfrieren ihrer Wurzeln leiden.

Da der Wurzelballen bei frei im Garten gepflanzten Palmen nicht so schnell durchfriert, sind diese Palmen beständiger gegenüber Frost als Palmen in Pflanzkübeln. Man kann diesen Nachteil jedoch ausgleichen indem man die Kübel isoliert oder in frostsichere Räume stellt.

Am frostempfindlichsten sind bei einer im freien stehenden Palme die Wurzeln, etwas mehr verträgt der Stamm und am meisten Frost vertragen die Blätter. Es kommt durchaus immer wieder vor, dass einige Blätter im Winter absterben. Da sie aber jedes Jahr nachwachsen spielt das für das Überleben der Palme keine Rolle.

Wenn man die weiter unten beschriebenen Schutzmaßnahmen für die Überwinterung von Palmen beachtet, so können einige Arten der winterharten Palmen aber auch niedrigere Temperaturen als die hier angegebenen aushalten.

Einige winterharte Palmen müssen bei Frost unbedingt vor Nässe geschützt werden, ansonsten überleben sie die angegebenen Temperaturen nicht.

Vor dem Auspflanzen der Palmen in den Garten

Für das erfolgreiche Auspflanzen einer Palme in den Garten sollte man sich etwas Zeit nehmen. Die im Handel erwerblichen Palmen sind meist in Gewächshäusern kultiviert worden, und haben dann oftmals noch einige Zeit in lichtärmeren Geschäften oder Baumärkten gestanden.

Wenn man eine solche Palme nun direkt nach dem Kauf an ihre vorgesehenen, möglichst sonnigen Platz in den Garten stellt oder gar pflanzt, so kann auch eine ansonsten recht robuste Palme einen Sonnenbrand bekommen. Obwohl eine Palme einen solchen Sonnenbrand überlebt, ist er nicht schön anzusehen und er beeinträchtigt zusätzlich den gesunden Wuchs der Palme in den nächsten Monaten.

Die frisch gekaufte Palme wird also erst mal einige Tage akklimatisiert, dafür wählt man einen windgeschützten und nur leicht sonnigen Ort. Ein wenig direkte Sonnenbestrahlung am Morgen oder Abend ist in dieser Zeit ausreichend. Nach etwa einer Woche kann man die Palme dann an ihren endgültigen Platz stellen oder pflanzen.

In den kommenden 2 bis 3 Wochen sollte man die Palme aber in der Mittagszeit immer noch etwas beschatten und vor der prallen Sonne beschützen. Ein Pflanzvlies aus dem Baumarkt oder Gartencenter oder aber auch ein gewöhnlicher Sonnenschirm können dabei gute Dienste leisten.

Winterharte Palmen in Kübeln und Pflanzgefäßen

Nadelpalmen, Washingtonia und auch Hanfpalmen kann man in großen Kübeln auch bei leichtem Frost im Garten oder auf der Terrasse lassen, wenn man die Kübel gegen das Einfrieren schützt. Einen wirksamen Schutz, sofern die Kälteperiode nicht zu lange andauert, bietet das umwickeln des Kübels / Pflanzgefäßes mit einer dicken Schicht Luftpolsterfolie. Alternativ kann man den Kübel auch in einen größeren Haufen Stroh einbetten, eine 5 cm starke Styroporplatte unter dem Pflanzgefäß bietet zusätzlichen Schutz vor dem einfrieren.

Pflanzenfreunde, die ihre Palmen in der warmen Jahreszeit gerne im Freien stehen haben, sollte diese Palmen im Winter nicht plötzlich zu Zimmerpalmen machen. Die im freien kultivierten Palmen sind an den Temperaturwechsel von Tag und Nacht gewöhnt und der Übergang zu einer permanent geheizten Wohnung kann eine solche Palme dann durchaus in Schwierigkeiten bringen.

Schutz vor starkem Frost bei winterharten Palmen in Pflanzgefäßen.
Wenn eine längere strenge Frostperiode bevorsteht, sollte man die nicht ganz so winterharten Palmen in einen leicht wärmeren Raum stellen. Zu vermeiden ist dabei ein plötzlicher Temperatursprung, eine Palme bei leichten Minusgraden direkt in die Wohnung zu stellen bedeutet ein schwer zu verkraftender Temperaturschock für die Pflanze.

Besser ist es eine leicht temperierte Zwischenstation zu wählen, eine unbeheizte Garage, ein nicht geheizter Kellerraum, ein kühler Wintergarten, ein Gewächshaus oder ein nicht ausgebauter und durch Dachfenster beleuchteter Dachboden kann dann ein geeigneter Ort für eine nicht ganz so winterharte Palme sein. Diesen Winterschutz für Palmen kann man natürlich nur bei Palmen in Pflanzgefäßen und Pflanzkübeln anwenden.

Wie uns berichtet wurde, gab es schon einige Fälle in denen ein Pflanzenfreund seine (nicht allzu große) Palme vor dem Winter wieder ausgegraben hat. Dies ist nicht notwendig, besonders wenn man bereits beim einpflanzen im Garten einige Regeln berücksichtigt.

Winterharte Palmen im Garten eingepflanzt

Aber auch in kälteren Regionen ist das auspflanzen von winterharten Palmen durchaus möglich, vorausgesetzt man beachtet einige Regeln zum Frostschutz.

Das einpflanzen einer Palme im Garten sollte generell nur im Frühjahr geschehen. Wenn die Nächte nicht mehr allzu kühl sind, ist der richtige Zeitpunkt für das einpflanzen gekommen. Die Palme hat nun das ganze Jahr über Zeit, Wurzeln auszubilden und sich an das Klima zu gewöhnen.

Junge und kleine Palmen sind empfindlicher gegenüber Frost und sollten besser in Kübeln kultiviert werden. Im Winter stellt man die Kübel an leicht temperierte (Garage, Wintergarten, etc.), nicht zu warme Plätze. Wenn die Palme nach einigen Jahren eine akzeptable Größe erreicht hat, pflanzt man sie direkt in den Garten.

Winterharte Palmen bei leichtem Frost schützen

Die Standortauswahl ist beim kultivieren von Palmen im Garten durchaus wichtig und nicht zu unterschätzen. Besonders für nicht ganz so winterharte Palmen sollte man eine möglichst windgeschützte, sonnige Südseite wählen.

Die im Winter einfallenden Sonnenstrahlen heizen den Boden und die Pflanze etwas auf. Dies hilft der Palme den Winter gesund zu überstehen. Falls nicht bereits ein Windschutz besteht, so kann man durch Schilfmatten oder vor Winden schützende Bepflanzungen (Thuja, etc.) Abhilfe schaffen.

Winterharte Palmen bei mittlerem Frost schützen

Empfindlichere, nur bedingt winterharte Palmen sollte man bereits beim einpflanzen auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. Der Aushub für die Palme wird quadratisch und etwa 30 cm breiter als der Wurzelballen der Palme gemacht.

An die senkrechten Wände stellt man in der ganzen Höhe mindestens 5 cm starke Hartschaumplatten. Achtung, der Boden unterhalb des Wurzelballens darf dabei nicht mit Hartschaumplatten ausgelegt werden. Nun befestigt man spiralförmig ein Heizkabel für Dachrinnen innerhalb des entstanden Würfels und pflanzt die bedingt winterharte Palme in das Pflanzloch.

Es ist wichtig, ein gut wasserdurchlässiges Substrat zu verwenden, hilfreich ist hierbei der Zusatz von etwas scharfem Sand und Rindenmulch. Im Winter deckt man die Oberfläche dieses eingelassenen Isolierkübels, rund um den Stamm der Palme, mit einer etwa 20 cm starken, isolierenden Schicht aus Rindenmulch, Stroh oder Tannenzweigen ab.

Das Heizkabel ist nur für den Notfall gedacht und wird erst dann eingeschaltet, wenn die Gefahr besteht, das der Wurzelballen einfriert. Der Rindenmulch rund um den Stamm der Palme sollte nach spätestens einigen Wochen, auf jeden Fall aber an wärmeren Tagen entfernt werden. Das ist wichtig, so können die Wurzeln der Palme wieder ausreichend Luft bekommen und es bildet sich keine Fäulnis.

Winterharte Palmen bei starkem Frost schützen

Die winterharte Palme wird, wie beim mittleren Schutz beschrieben, in den isolierenden und beheizbaren Isolierkübel in den Garten eingepflanzt. Zu Beginn der sehr kühlen Nächte bindet man die Wedel der Palme vorsichtig zusammen, und wickelt den Stamm und die zusammengebundenen Blätter in ein Jutetuch oder eine Decke. Auch eine große Luftpolsterfolie leistet gute Dienste. Man sollte diesen Schutz aber entfernen, sobald die Tage wieder etwas wärmer werden.

Alternativ zum einfachen einwickeln der Palme kann man auch ein Gestell aus Dachlatten um die Palme bauen und mit geeigneten Materialien wie z.B. Hartfaserplatten verkleiden. Bei diesem gesteigerten Schutz der Palmen vor starken Frösten sollte man aber immer auch auf eine ausreichende Belüftungsmöglichkeit der Schutzvorrichtung achten.

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Lexikon winterharter Palmen

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