Waldlilie pflegen

Waldlilie Veltheimia bracteata

Deutscher Name: Waldlilie / Walzenlilie
Wissenschaftl. Name: Veltheimia
Familie: Hyacinthaceae
Wuchshöhe: ca.60 cm
Verwendung: Blütenschmuckpflanze
Schwierigkeit: mittelschwer

Steckbrief / Beschreibung

Die Veltheimia (Waldlilie) gehört zu den zwiebelbildenden Pflanzen mit einem interessant aussehenden Blütenstand. Die großen Zwiebeln dieser Pflanzen werden im späten Sommer gelegt, der Wachstumszyklus einer Waldlilie beginnt im späten Herbst. Anfangs bildet die Zwiebel Blätter aus. Darauf folgt der Blütenschaft mit dicht Reihen, kleiner, zylindrisch geformter Blüten. Im späten Frühjahr beginnt die für die Pflanzen die Ruhezeit, die Blätter beginnen zu vergilben, und im Frühsommer fallen sie dann von der Pflanze ab. Nach einigen Monaten setzt das Wachstum wieder ein.

Veltheimia bracteata wächst mit bis zu 45 cm langen und etwa 10 cm breiten, glänzend, hellgrünen Blättern. Die Blattränder sind leicht gewellt. Der Blütenschaft dieser Waldlilie erreicht eine Länge von bis zu 60 cm. Die Blüten sind purpurrosa gefärbt.

Veltheimia capensis wächst mit bis zu 35 cm langen und etwa 10 cm breiten, kräftig grün gefärbten Blättern Die Blattränder sind stärker gewellt als bei der Veltheimia bracteata. Der rötlich gefleckte Blütenschaft wird etwa 40 cm lang. Die Blüten dieser Waldlilie sind hellrot gepunktet.

Standort / Licht

Waldlilien brauchen ganzjährlich einen hellen Standort und einige Stunden tägliche direkte Sonnenbestrahlung. In der freien Natur in Südafrika sind die Pflanzen während der sommerlichen Ruhezeit der sengenden Sonne ausgesetzt.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses wichtige Hilfsmittel finden Sie hier:

Luxmeter - Lichtmessung, ab ca. 15 Euro hier über Amazon erhältlich »

Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
Einkaufstipp: Pflanzlampen u. Beleuchtungssysteme für dunkle Standorte, denn lichtarme Ecken in der Wohnung kann man mit einer modernen Beleuchtung und attraktiven Zimmerpflanzen zu einem Blickfang aufwerten.

Gießen / Wässern

Die frisch gelegten Zwiebeln wässert man anfangs sparsam, die Erde wird nur leicht angefeuchtet. Sobald der erste Austrieb zu erkennen ist beginnt man die Wassergaben langsam zu steigern. Vor der jeweils nächsten Wassergabe wartet man aber bis die obere Erdschicht abgetrocknet ist.

Wenn die Blätter sich gelb zu färben beginnen, schränkt man die Wassergaben wieder ein. Sobald alle Blätter abgestorben sind, stellt man das Gießen vollständig ein. Bis zum neuerlichen Austrieb werden die Zwiebeln vollkommen trocken gehalten.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

Messgeräte und Bodentester

Für große Pflanzgefäße und Kübel unverzichtbar, der

Bodentester & Feuchtigkeitsmesser, ab ca. 5 Euro hier über Amazon erhältlich

Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
Einkaufstipp: Automatische (Urlaubs) - Bewässerung für Pflanzen & Feuchtigkeitsmesser

Temperatur

Obwohl die Waldlilie viel Sonnenlicht benötigt, vertragen die Pflanzen während der winterlichen Wachstumszeit keine Wärme. Eine Waldlilie wird nicht blühen, wenn die Temperatur während der Wachstumszeit auch nur 16 °C erreicht. In der Zeit des winterlichen Hauptwachstums stellt man die Pflanzen an einen gut belüfteten, sonnigen Standort mit einer Temperatur von höchstens 13 °C.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
Einkaufstipp: Hygrometer, Thermometer, Feuchtigkeitsmesser & Wetterstationen

Waldlilie vermehren

Im Grund der reifen Zwiebel einer Waldlilie entwickeln sich Brutzwiebeln in großer Anzahl. Nach 2 bis 3 Jahren füllen sie mit ihren Blättern das gesamte Pflanzgefäß aus. Zur Vermehrung nimmt man Brutzwiebeln mit mindestens einem Paar Blätter. Im späten Sommer schneidet man eine oder mehrere Brutzwiebeln vorsichtig von der Mutterzwiebel ab und topft gleichzeitig die Mutterzwiebel in nährstoffhaltige Erde um. Die kleinen Brutzwiebeln legt man einzeln in Pflanzgefäße. Als Substrat nimmt man direkt die für erwachsene Pflanzen empfohlene Erdmischung. Nach etwa 3 Jahren erreichen die Zwiebeln ihre blühfähige Größe.

Wer die Waldlilien generativ vermehren möchte, kann die nach der Blüte entstandenen reifen Samen benutzen. Diese keimen recht leicht wenn man sie an einen hellen, etwas sonnigen Platz stellt. Bis zur ersten Blüte benötigen generativ vermehrte Waldlilien 3 bis 4 Jahre.

Erde / Substrat

Zur Pflege der Waldlilie mischt man 2/3 Komposterde mit 1/3 scharfem Sand. Um für einen guten Wasserabzug zu sorgen, legt man als Drainage eine Schicht Tonscherben auf den Topfboden.

Blumenerde, Spezialerden & Substrate
für Palmen, Orchideen, Sukkulenten bestellen

Waldlilie umtopfen

Die Zwiebeln einer Waldlilie werden späten Sommer in ihre Pflanzgefäße gelegt, die Zwiebeln werden etwa zur Hälfte mit Erde abgedeckt. Umzutopfen braucht man die Pflanzen nur alle 2 bis 3 Jahre. Man topft im allgemeinen nur um, wenn man die Pflanze vermehren will und dafür Brutzwiebeln benötigt.

Hier können Sie Pflanzgefäße bestellen

Düngen / Nährstoffbedarf

Sobald sich die ersten Blätter ausbilden beginnt man einmal pro Monat mit einer kalireichen Volldüngung in schwacher Konzentration. Wenn die Blätter zu vergilben beginnen stellt man die Düngung bis zur nächsten Wachstumsperiode vollständig ein.

Hier können Sie Dünger für Ihre Topfpflanzen bestellen

Waldlilie kaufen oder online bestellen

Pflanzen in guter Qualität können Sie nicht nur in zahlreichen Gärtnereien kaufen. Hier finden Sie interessante Angebote und Pflanzen.

Die große Auswahl an Zimmerpflanzen bei eBay

Finden Sie hier ihre neue Zimmerpflanze bei Amazon

Buchempfehlungen der Pflanzenfreunde

> Bei Amazon.de Bücher über Zimmerpflanzen und Garten bestellen

Waldlilie Bilder 

Klicken Sie zum Vergrößern auf die Vorschaubilder

Waldlilie Veltheimia capensis

Waldlilie

Veltheimia capensis
Foto: Frank Vincentz
Lizenz: GFDL