Sauerdorn - Heilkräuter & Heilpflanzen

   
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Sauerdorn - Berberitzengewächse (Berberidaceae)

Sauerdorn Sauerdorn, Foto: H. Zell, Lizenz: GFDL

Der Sauerdorn, im allgemeinen besser unter dem Namen Berberitze bekannt, ist als Zierpflanze in den Gärten Europas und Asiens weit verbreitet. Die Blätter und Beeren dieses an sonnigen, trockenen Standorten wachsenden Strauches haben einen säuerlichen Geschmack. Die Sauerdornbeeren können mit Zucker zu Marmelade eingekocht werden, und aus dem an Fruchtsäuren und Vitaminen reichen Saft der reifen Beeren lässt sich eine schmackhafte Limonade zubereiten.

Das Holz und die Rinde des Sauerdorn, im Besonderen aber die Wurzeln, enthalten das gelbliche, bereits in mittleren Mengen giftig wirkende Alkaloid Berberin. Nur die roten Beeren des Sauerdorn sind frei von Berberin und ihr Verzehr ist ungefährlich.

Aus dem Sauerdorn wurde früher ein gelber Farbstoff zum Färben von Wolle und Leder gewonnen. Bedauerlicherweise dient diese hübsche, oft als Zierstrauch in Gärten zu findende Pflanze auch als Zwischenwirt für den Schwarzrost. Dieser ist eine gefährliche Pilzkrankheit des Getreides. Der Schwarzrost sondert auf den Blättern des Sauerdorns süßlich schmeckenden Nektar ab. Die durch diesen Nektar angelockten Insekten verschleppen dann die Pilzsporen auf weitere Sauerdornblätter oder andere Wirtspflanzen.

Die gelben, unangenehm riechenden Blüten des Sauerdorn enthalten Staubblätter, die sich bei Berührung durch ein die Blüten besuchendes Insekt einwärts krümmen und dadurch den Blütenstaub auf das Insekt übertragen. Beim Besuch weiterer Blüten werden diese dann fremdbestäubt.

Hier findet man den Sauerdorn
Die Pflanze findet man in Süd- West und Mitteleuropa bis in Höhenlagen von etwa 2500 m. Der Sauerdorn wächst an Waldrändern und zusammen mit anderen strauchartigen Pflanzen in Gebüschen auf trockenen, sonnigen Standorten mit kalkreichen Untergründen.

Eigenschaften der Heilpflanze
Der Sauerdorn wirkt abführend, appetitanregend, gallentreibend, harntreibend, magenwirksam und tonisch. Der Geschmack der reifen Beeren ist leicht säuerlich, die Rinde des Sauerdorn hat einen kräftig bitteren Geschmack.

Wirksame Pflanzenteile
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Sauerdorn im Herbst gesammelten Beeren, die vom Mai bis in den Juni gesammelten Blätter und die frisch gesammelte Rinde der Wurzeln.

Inhaltsstoffe des Sauerdorn
Alkaloide (Berberin, Berbamin), Vitamin C

Sauerdorn Sauerdorn, Foto: J.F. Gaffard, Lizenz: GFDL

Anwendung der Heilpflanze
Der Sauerdorn wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Sauerampfer in der Naturheilkunde finden Sie unter folgenden Stichworten: Asthenie, Blutkreislauf, Gallensteine, Gicht, Krampfadern, Leber, Menstruation, Nierensteine, Schwangerschaft, Skorbut, Steinerkrankungen, Übelkeit, Verstopfung, Vitamin C Mangel, Wechseljahre

Hinweise zum Sauerdorn
Die roten, vitaminreichen und leicht säuerlich schmeckenden Beeren des Sauerdorn sind essbar und enthalten kein giftiges Berberin. Die getrockneten Beeren können als fruchtige Zugabe im Müsli verwendet werden, in einigen Kulturen verwendet man die Früchte zum Würzen von süß-sauren Gerichten.

Die Blätter, die Rinde und die Wurzeln enthalten Berberin. Dieses kann bei mittleren Mengen (etwa 4 g Wurzeln) zu Vergiftungen führen. Typische Anzeichen für eine Vergiftung durch Berberin sind Nasenbluten, Atembeschwerden und Benommenheit. Sehr hohe Dosierungen können zu Atemstillstand und zum Tod führen.

Obwohl die Anwendung mit Heilkräutern oft eine positive Wirkung auf Beschwerden haben, sollte man vor der Heilpflanzenanwendung immer Rücksprache mit einem Arzt halten. Disclaimer

Verwendung und Verarbeitung der Heilpflanzen