Bromelien erfolgreich pflegen

Vriesea splendens

Vriesea splendens, von Tequila CC BY-SA 3.0

Bromelien sind tropische oder subtropische Pflanzen. Zu den bekanntesten bei uns zählt die Ananas. Nach der Blüte sterben die meisten Pflanzen langsam ab. Auf dem Foto rechts ist eine Aechmea zu sehen.

Bromelien blühen erst wenn sie blühreif sind. Dies kann je nach Art bis zu 20 Jahre dauern. Einige Bromelien blühen aber bereits nach zwei bis drei Jahren. Bis auf ganz wenige Ausnahmen blüht eine Bromelie nur einmal in Ihrem Leben. Nach der Blüte vermehrt sie sich mit Ablegern oder Kindeln. Die Mutterpflanze bildet nach der Blüte hübsche Beeren, die einige Monate lang halten können. Danach stirbt die Bromelie langsam ab.

Bromelien

Bromelien nehmen ihre Nährstoffe und die benötigte Feuchtigkeit durch ihre Wurzeln und durch ihre Blätter auf. In Zimmerkultur überwiegen epiphytische  Arten, welche in der Natur auf Ästen und Stämmen von Bäumen oder auf Felsen wurzeln. Einige Bromelien wachsen jedoch terrestrisch, wurzeln also in der Erde.

Andere  Bromelien kommen wiederum mit den epiphytischen und auch mit den terrestrischen Lebensbedingungen gleich gut zurecht.  Die in der Zimmerkultur gehaltenen Bromelienarten sind in der Regel ohne Stamm und haben ledrige, schwertförmige und gebogene Blätter welche eine Rosette bilden. Diese Rosette kann röhrenförmig sein oder auch lockeren und offenen Blattkreis bestehen. Bei den meisten Bromelien überlappen sich diese Blätter und bilden einen wasserdichten, trichterförmigen Kessel in dem sich Regen und Tauwasser sammelt. Dies ist für die Bromelie der Wasser- und Nährstoffvorrat in trockenen Zeiten. (siehe Vriesea)

Insbesondere die epiphytisch lebenden Bromelien sind nicht nur auf die Nahrungszufuhr durch ihre Wurzeln angewiesen; sie können auch Nahrung über Ihre Blätter aufnehmen. In den Blatttrichter fallende Insekten zersetzen sich langsam und die dabei frei werdende Nährstoffe werden von den Bromelien als Nahrung aufgenommen. Einige Arten der Bromelien haben sich von der Nahrungszufuhr über die Wurzeln vollkommen unabhängig gemacht. Sie sind in der Lage, ihren gesamten Nahrungsbedarf  über die Rosette aufzunehmen, ihre Wurzeln besitzen sie dann nur noch zur Verankerung. Einige Bromelien verzichten sogar vollkommen auf die Ausbildung von Wurzeln.

Bromelien und das Licht

Epiphytische Bromelien mit weichen, dünnen Blättern benötigen einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Epiphytische Bromelien mit harten, ledrigen Blättern siedeln im Freien meist an offenen und sonnigen Standplätzen, auf Felsen oder weiter oben in den Kronen der Bäume. Dementsprechend ist auch der Lichtbedarf der hartblättrigen Bromelien größer. Werden diese Bromelien regelmäßig von der Morgen- oder Abendsonne  beschienen, so bekommen die Blätter eine sehr schöne, kräftige Färbung und die Pflanze setzt Blüten an.

Erdbromelien benötigen für ein gesundes Wachstum und eine Blütenbildung einen sehr hellen Standort. Diese Bromelien vertragen sehr gut direktes, kräftiges Sonnenlicht.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses wichtige Hilfsmittel finden Sie hier:

Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
Einkaufstipp: Pflanzlampen u. Beleuchtungssysteme für dunkle Standorte, denn lichtarme Ecken in der Wohnung kann man mit einer modernen Beleuchtung und attraktiven Zimmerpflanzen zu einem Blickfang aufwerten.

Bromelien / Temperaturverträglichkeit

Für alle Arten von Bromelien sind die in Wohnräumen herrschenden Temperaturen ganzjährig geeignet. Bromelien reagieren allgemein empfindlich auf Kälte. Temperaturen unter 14 °C schädigen bereits nach einigen Tagen die Blätter der Bromelien. Steigen die Temperaturen über 18 °C an, so sollte man die Bromelie täglich mit lauwarmem weichen Wasser, am besten Regenwasser, besprühen.

Gießen der Bromelien

Bromelien gießt man gleichmäßig mit weichem Wasser. Zwischen den einzelnen Wassergaben lässt man die Oberfläche der Erde leicht antrocknen. Bei Bromelien die über eine Zisterne verfügen, achtet man darauf das diese stets mit Wasser gefüllt ist. Um zu verhindern das dieses Wasser faulig wird, ersetzt man es ca. alle 3 bis 4 Wochen durch Frischwasser.

Hartes, kalkhaltiges Wasser hinterlässt unschöne Flecken auf den attraktiven Blätter der Pflanzen. Auch der Wuchs und die gesunde Entwicklung einer Bromelie wird von kalkhaltigem Wasser negativ beeinflusst. Das beste Gießwasser für die Bromelien ist sauberes Regenwasser. Regenwasser wird von den Bromelien besonders gut vertragen. Dies bekommen sie auch in der Natur und darauf ist die Bromelien biologisch eingestellt. Wer keine Möglichkeit hat Regenwasser in sauberer Qualität zu sammeln, kann Leitungswasser mit einem Wasserfilter enthärten. Diese Filter werden meist zur Enthärtung von Leitungswasser für Tee angeboten, sie sind mittlerweile überall erhältlich.

Auf Substrat aufgebundene epiphytische Bromelien werden regelmäßig vollständig mit weichem Wasser besprüht. Insbesondere das die Wurzeln umgebende Torfmoos sollte gut angefeuchtet werden. Auf keinen Fall darf man kalkhaltiges Wasser verwenden.

Erde & Substrate

Bromelien benötigen eine kalkfreie Erde. Diese sollte außerdem locker und etwas krümelig sein. Eine für Bromelien gute Mischung besteht aus jeweils gleichen Teilen Torf und Lauberde. Der Torf kann auch durch kalkfreie mineralische Erde auf Kompostbasis ersetzt werden.

Epiphytische Bromelien bekommen ein Gemisch aus zwei Teilen Rinde oder Osmunda Fasern (dies sind die getrockneten Wurzeln des Königsfarnes) und einem Teil Sphagnum. Diesem Gemisch sollte man zur Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen Horn- oder Knochenmehl hinzumischen. Grobe Rinde und Osmunda Fasern findet man im Handel auch in großen Stücken. Diese eignen sich gut um epiphytische Bromelien als Aufsitzerpflanzen zu kultivieren.

Vermehrung einer Bromelie

Vermehrung durch Kindel

Die Vermehrung durch Kindel ist bei den Bromelien die einfachste Art der Vermehrung. An der Basis der Mutterpflanze treten kleine Jungpflanzen auf, die man vorsichtig abtrennt und direkt in einen neuen Topf mit der geeigneten Erdmischung einsetzt.

Bei den meisten Bromelien findet die Bildung dieser Kindel vor der Blüte jedoch eher selten statt. Während und nach der Blüte bilden aber fast alle Gattungen der Bromelien Kindel und Ausläufer mit Trieben. Diese sollte man aber erst dann abschneiden, wenn sie bereits die für Bromelien übliche Rosettenform aufweisen und eine Größe von 8 bis 10 cm erreicht haben.

Einige Bromelien bilden keine Seitensprosse und man muss sie aus Samen aufziehen. Andere Arten wiederum bilden einen einzigen Spross innerhalb der Pflanze während oder kurz nach der Blüte. Diesen Trieb lässt man wachsen ohne ihn zu entfernen, die Mutterpflanze stirbt nach der Blüte langsam ab.

Vermehrung mit Samen

Zur Vermehrung der Bromelien mit Samen füllt man im Frühling ein Gemisch aus 2/3 Torf und 1/3 scharfem Sand in einen Topf. Die Samen der Bromelien werden gleichmäßig auf der Oberfläche verteilt. Die Samen werden nur leicht angedrückt und nicht mit Erde bedeckt. Abgedeckte Samen keimen nicht, Bromeliensamen sind Lichtkeimer.

Nun wird die Erde mit weichem Wasser und feinem Sprühnebel gut angenäßt und der Topf mit einer klaren Plastiktüte (Gefrierbeutel) überstülpt. Man stellt den Topf an einen warmen, hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung. Die Keimtemperatur sollte zwischen 23-27°C liegen. Das Abdecken mit Folie ist wichtig, ansonsten trocknen die Samen oder die kleinen Keimlinge aus.

Die Keimung erfolgt bei frischem Saatgut innerhalb von ein bis zwei Wochen. Nachdem die junge Bromelie einige Blätter gebildet hat, entfernt man den Plastikbeutel täglich ein wenig mehr. So kann sich die Bromelie langsam an die Umgebungsluft - Temperatur und Luftfeuchtigkeit - gewöhnen.

Umtopfen der Bromelien

Bromelien können in Kunststoff - oder Tontöpfen eingepflanzt werden. Töpfe aus Plastik halten die Feuchtigkeit länger und es muss seltener gegossen werden. Tontöpfe sind aber wegen des höheren Eigengewichts und der damit verbundenen besseren Standfestigkeit besonders bei größeren Bromelien zu empfehlen. Wie bei fast allen Pflanzen sollte man Kiesel oder Tonscherben auf den Topfboden legen und dann die Erdmischung einfüllen. So verhindert man Staunässe und Wurzelschäden.

Terrestrisch wachsende Bromelien sollte man erst umtopfen, nachdem die Wurzeln der Pflanzen den Topf vollständig ausfüllen.

Epiphytische Bromelien topft man um, wenn das Verhältnis zwischen Pflanze und Topfgröße nicht mehr harmonisch ist oder der Pflanztopf zum umkippen neigt.

Einige der epiphytischen Bromelien wachsen überhaupt nicht in Erdgemischen. Eine der bekannten Bromelien hierfür ist die kleine Tillandsia. Diese Gattungen wachsen direkt auf einem Substrat aus Holz, Baumfasern oder Korkeiche. Die Basis der Pflanze und vorhandene Wurzeln werden mit  Sphagnum (Torfmoos) umwickelt und mit einem kunststoffummantelten Draht direkt auf dem Substrat festgebunden. Nachdem die Bromelie ausreichend Wurzeln gebildet hat, kann man die Drahtbefestigung wieder entfernen.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen der Bromelien

In den warmen Monaten, während der Wachstumszeit der Bromelien, verabreicht man regelmäßig leichte Düngergaben mit handelsüblichem Flüssigdünger in schwacher Konzentration. Der Dünger kann beim normalen Gießen  über die Erde oder auch direkt in die Blattzisterne verabreicht werden. Das Düngen erfolgt bei gut wachsenden Bromelien im Abstand von etwa 3 Wochen.

Einige Bromelien benötigen eine Ruhepause im Herbst oder Winter. In den tropischen und subtropischen Gebieten, der Heimat zahlreicher von Hobbygärtner kultivierter Bromelien, fällt die Ruhezeit mit einer Trockenzeit zusammen. Aus diesem Grund hält man während der meist kurzen, wenige Wochen dauernden Ruhezeit das Substrat nur leicht feucht, jedoch nicht vollkommen trocken. Während der Ruhezeit in den kühleren Monaten sollte auf ein Düngen der Bromelie gänzlich verzichtet werden.

Auf Substrat wachsende epiphytische Bromelien werden regelmäßig vollständig mit weichem Wasser besprüht. Eine schwache Konzentration an Flüssigdünger wird dem Wasser beigemischt. Die Pflanzen nehmen diese Nährstoffe auch über ihre Blätter auf.

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