Carex

Carex (Seggen) sind eine etwa 2000 Arten umfassende Gattung aus der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Alle Carex Arten sind rhizombildend, die natürlichen Habitate liegen in den kalten und klimatisch gemäßigten Zonen. Carex sind besonders für Anfänger eine gute Wahl, denn die Pflanzen sind tolerant gegenüber kleineren Pflegefehlern.

Die als Zimmerpflanzen gepflegten Carex sind elegante Zimmergräser, mit schmalen, überhängenden Blättern in den Färbungen grün, grün-weiß, grün-gelb oder grün-weiß-braun.

Carex morrowii

Deutscher Name: Segge, Ziersegge
Wissenschaftl. Name: Carex
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Wuchshöhe: 10 bis 40 cm
Schwierigkeit:
pflegeleicht
Verwendung: Blattschmuckpflanze

Steckbrief / Beschreibung

Aus der großen Gattung Carex werden nur wenige Arten und Sorten in Wohnungen gepflegt. Die buntblättrige Zuchtform der Carex morrowii, die Sorte Carex morrowii "Variegata" auch japanische Segge genannt und die Carex brunnea sind verbreitet. Diese steifwüchsige, grasartige Segge bildet in größeren Pflanzgefäßen einen hübschen Kontrast zu breitblättrigen Pflanzen. Die zugespitzten Blatter der japanischen Segge werden nur etwa 1 cm breit, und erreichen eine Länge von 30 cm. Die Blätter entwachsen einem rhizomartigen Wurzelstock. Um ihre Wirkung gut zu entfalten, sollte man die Carex nicht zwischen anderen Pflanzen einengen. Ein freistehender, heller bis halbschattiger Standort ist genau richtig. Im Handel findet man zahlreiche Carex Sorten, aber außer den oben genannten sind diese für das Auspflanzen im Zier-Garten bestimmt.

Standort / Licht

Die Carex pflegt man an einem hellen, aber nicht vollsonnigem Standort. Bei dauerhaft schwachen Lichtverhältnissen geht der Kontrast der Blattfärbung verloren und die Pflanze bringt nur einen geringen Zuwachs an neuen Blättern hervor. Ein freier, luftiger Platz ohne direkte Zugluft ist ideal.

Die minimale Beleuchtungsstärke für die Carex Arten beträgt etwa 1000 Lux, buntblättrige Zuchformen sollten wenigstens 1200 Lux bekommen.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses wichtige Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Gießen / Wässern

Obwohl die Carex in der Natur meist als Uferpflanze anzutreffen ist, sollte man die Pflanze in der Wohnung nicht zu kräftig gießen. Während des ganzen Jahres wird die Carex nur mäßig gegossen, gerade genug um den Topfballen der Pflanze leicht feucht zu halten. Zwischen den einzelnen Wassergaben lässt man die obere Erdschicht etwas abtrocknen. Vernässte Erde, Staunässe und Ballentrockenheit, auch während der Wintermonate, wird von der Carex nicht vertragen.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Temperatur

Die Carex verträgt Temperaturen von 18 bis 21 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte leicht erhöht sein. In warmen Räumen sollte die Carex deshalb in wassergefüllte Untersetzer auf Kieseisteine gestellt und ab und zu mit kalkfreiem Wasser besprüht werden. Wer die Möglichkeit hat, senkt die Temperatur im Winter auf 10 bis 16°C.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
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Vermehren der Pflanze

Man vermehrt die Carex im Frühjahr durch Teilung des rhizomartigen Wurzelstocks.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

Ideal für die Pflege einer Carex ist ein Boden pH-Wert von 5,8 bis 6,8. Die Pflanzen gedeihen auch in handelsüblicher Blumenerde auf Kompostbasis. Der pH-Wert ist auf der Verpackung angegeben und sollte innerhalb der tolerierten Werte von 5,8 bis 6,8 liegen. Bei falschem pH-Wert wird sich eine Carex nicht gesund entwickeln können.

Die einfachen Blumenerden aus dem Baumarkt, Gartencenter oder der Gärtnerei sind jedoch nur bedingt empfehlenswert, da einige Anforderungen an Pufferkraft, Wasser- und Nährstoffregulierung, etc. nicht gewährleistet sind.

Eine Carex pflanzt man mit einem Zusatz von Landerde in ein Torf- oder Humussubstrat. Zusätzlich verwendet man Quarzsand für einen guten Wasserabzug nach dem Gießen.

Ein gutes Substrat

Das richtige Substrat-Gemisch gewährleistet einen guten Halt der Pflanze und eine gute Belüftung des Wurzelbereiches. Landerde stellt den pH-Wert ein und verbessert die Aufnahme- und Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe. Ein gutes Substrat verfügt über eine gute Puffereigenschaft und darf über einen längeren Zeitraum seine vorteilhaften Eigenschaften nicht verlieren.

Durch die Fremdstoffe Quarzsand, Bims-Kies, Lavalit, Lavagranulat und andere geeignete Zuschlagstoffe verändert man nicht nur die physikalischen sondern auch die chemischen Eigenschaften des Substrats. Kleine Kiesel, Styromull, Splitt und ähnliches verbessern den Wasserabzug nach dem Gießen. Dies hilft Staunässe und damit Wurzelfäulnis vorzubeugen.

Andere wichtige Eigenschaften für eine gute Topfpflanzenerde werden von den Herstellern aus finanziellen und Transportgründen unzureichend berücksichtigt. Dies betrifft die Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe, die Luftführung innerhalb des Substrats und die Standfestigkeit um ein zusammensacken und verdichten zu verhindern.

Pufferkraft des Substrats

Auch die Pufferkraft eines Substrats ist sehr wichtig, die Pufferkraft verhindert:

  • schnelles Austrocknen der Blumenerde
  • Versalzungen an den Wurzeln
  • Schwankungen im Nährstoffvorrat
  • schnelle Veränderungen des pH-Werts

Ausführliche Informationen, Substratrezepte und Bezugsquellen finden Sie hier: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Wenn man die Carex in gut abgestimmtes Substrat pflanzen möchte, mischt man sich dieses selber. Die Herstellung ist nicht schwierig. Als Belohnung erhält man eine dauerhaft gesunde und wüchsige, gegenüber Krankheiten und Schädlingen gut resistente Pflanze, vorausgesetzt die restlichen Pflegeanforderungen an Licht, Wasser, Temperatur und Nährstoffe werden ebenfalls erfüllt. Da das eigene Substrat, im Gegensatz zu einfacher Blumenerde, über einen langen Zeitraum nicht zusammensackt und verdichtet, kann man auf ein jährliches Umtopfen verzichten.

Substratmischung für Carex

Carex pflanzt man mit einem Zusatz von Landerde in ein Torf- oder Humussubstrat mit Zumischung verschiedener Fremdstoffe.

  • 3 Anteile Torfsubstrat (Humussubstrat) = herkömmliche Blumenerde
  • 2 Anteile Ackererde mit Tonanteil
  • 1 Anteil Quarzsand

Der Boden pH-Wert von 5,8 bis 6,8 wird mit der Zugabe von mehr oder weniger Landerde eingestellt. Wichtig dafür ist das Mischungsverhältnis von Landerde zu saurem Torf oder Humussubstrat (Verpackungsaufdruck pH-Wert beachten). Alles muss gut miteinander vermischt werden. Mit einem pH-Meter oder mit Indikatorstreifen kann man den pH-Wert der fertigen Mischung ermitteln und gegebenenfalls korrigieren.

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Lesetipp: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Hinweise

Oft werden Carex in normaler Torf- oder Blumenerde, vermischt mit einigen Styroporperlen zum Verkauf angeboten. Diese einfache Blumenerde sollte man gegen ein für den Carex besser geeignetes Substrat austauschen.

Umtopfen

Sobald die Blätter der Carex die Erdoberfläche vollständig bedecken, setzt man die Pflanzen im Frühjahr in größere Pflanzgefäße um.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Der Bedarf an Nährstoffen einer Carex ist gering bis sehr gering. Lediglich zweimal im Jahr, im zeitigen Frühjahr und Frühsommer wird ein Flüssigdünger verabreicht.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
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Bilder der Carex

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Kurt Stueber
Lizenz: GFDL

Carex humilis

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Carex humilis
Foto: Tigerente
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