Yucca / Palmlilie pflegen
Yucca – Auf einen Blick
- Licht: Hell; einige Stunden tägliche Sonne, vollsonnig im Sommer möglich
- Gießen: Reichlich in der Wachstumsphase; im Winter nur mäßig
- Temperatur: 10–27 °C; Überwinterung bei 12–14 °C
- Luftfeuchtigkeit: Normal bis trocken; toleriert auch trockene Heizungsluft
- Schwierigkeit: Pflegeleicht
Yucca gloriosa
Foto: Kurt Stueber, GFDL
Die Gattung der Yucca zählt rund 30 verschiedene Arten stammbildender oder stammloser Pflanzen mit schwertförmigen Blättern, die in einer losen Rosette angeordnet sind. Die in Zimmerkultur gehaltenen Arten haben Stämme mit brauner, rauer Oberfläche und buschigen Schöpfen langer, ledriger Blätter. Die Yucca gehört zu den langsam wachsenden Pflanzen, ist jedoch unkompliziert und auch für Anfänger bestens geeignet. Sie ist eng mit dem Flaschenbaum (Beaucarnea) verwandt.
| Deutscher Name | Palmlilie, Yucca |
|---|---|
| Wissenschaftl. Name | Yucca (aloifolia, elephantipes, gloriosa) |
| Familie | Agavengewächse (Agavaceae / Asparagaceae) |
| Herkunft | Mittel- und Nordamerika, Karibik |
| Wuchshöhe | 3 m und höher |
| Blüte | Weiße, glockenförmige Rispen; selten in Zimmerkultur |
| Toxizität | Giftig für Hunde, Katzen und Pferde (Saponine) |
Beschreibung & Arten
Yucca aloifolia wächst mit einem einzelnen, meist unverzweigten Stamm, der in einem ausreichend großen Kübel weit über 1 m hoch werden kann. Im oberen Bereich des Stammes bilden sich schopfartig die starren, sehr spitzen dunkelblaugrünen Blätter von bis zu 40 cm Länge. Die Blattränder sind fein gezahnt. Standorte, an denen die scharfen Blattspitzen anstoßen, sollte man vermeiden — das Blattende stirbt sonst braun ab.
Yucca aloifolia var. draconis ist eine sich reichlich verzweigende Sorte mit nach außen gebogenen und elastischen Blättern.
Yucca aloifolia „Marginata“ bildet dunkelgrüne Blätter mit gelben Rändern. „Quadricolor“ hat Blätter mit grünen, weißen, gelben und rötlichen Längsstreifen. „Tricolor“ zeigt grüne Blätter mit weißen und gelben Streifen sowie einen rötlichen Schimmer an jungen Blättern. „Variegata“ bildet Blätter mit weißen Längsstreifen.
Yucca elephantipes (Synonym: guatemalensis) wächst mit einem an der Basis deutlich verdickten, knolligen Stamm. Die dünnen, kürzeren Zweige an der Spitze bilden nach unten gebogene Rosetten mit elastischen, glänzend dunkelgrünen, etwa 1 m langen Blättern. Im Gegensatz zu anderen Yucca-Arten sind die Blätter weich und geschmeidig. „Variegata“ besitzt cremeweiße Blattränder.
Yucca gloriosa bildet nur einen kurzen Stamm mit graugrün gefärbten, schwertförmigen Blättern. Die angenehm duftenden Blüten sind weiß mit roten Linien.
Yucca aloifolia
Foto: Stan Shebs, GFDL
Standort / Licht
Man sollte die Yucca an einen hellen Standort mit einigen Stunden täglicher Sonneneinstrahlung stellen. Bei ungenügenden Lichtverhältnissen wachsen Yuccas sehr langsam oder fast gar nicht — lange, blasse und instabile Triebe sind ein sicheres Zeichen für Lichtmangel. Im Sommer kann die Yucca vollsonnig im Freien aufgestellt werden; im Winter bevorzugt sie einen möglichst hellen, kühlen Platz.
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Yucca gießen
Während der Hauptwachstumsphase gießt man die Yucca reichlich — die Erde sollte gleichmäßig feucht sein und nicht vollständig eintrocknen. Dennoch darf nach dem Gießen kein überflüssiges Wasser im Untersetzer stehenbleiben. Überschüssiges Wasser nach spätestens 5 Minuten abgießen, um Wurzelfäulnis zu vermeiden.
Als Gießwasser eignet sich zimmerwarmes, abgestandenes Leitungswasser. Im Winter die Wassergaben deutlich reduzieren.
Expertentipp: So erkennt man den richtigen Gießzeitpunkt
Mit dem Finger 2 cm tief in die Erde drücken: fühlt sie sich feucht an, warten. Wer unsicher ist, hebt den Topf kurz an — ein leichtes Gewicht zeigt an, dass gegossen werden sollte. Eine Yucca verträgt kurzzeitige Trockenheit weit besser als dauerhafte Nässe.
Yucca überwintern
Während der Ruhezeit von November bis Anfang März hält man die Yucca bei Temperaturen um 12 bis 14 °C. In dieser Zeit wird nur mäßig gegossen — die Erde sollte nicht ganz austrocknen. Gедüngt wird in den Ruhemonaten nicht.
Temperatur & Luftfeuchtigkeit
Die Yucca verträgt normale Zimmertemperaturen. Der ertragbare Temperaturbereich liegt zwischen 10 und 27 °C. Die Luftfeuchtigkeit muss nicht besonders hoch sein — auch trockene Heizungsluft stört diese Pflanze nicht nennenswert. Das macht die Yucca zu einer idealen Pflanze für beheizte Wohnräume im Winter.
Yucca vermehren
In der Zimmerkultur vermehrt man die Yucca am besten durch Kindel. Diese sich gelegentlich bildenden Nebensprosse kann man im Frühjahr mit einem scharfen Messer abtrennen, sobald sie mindestens 5 Blätter haben. Den Spross zum Bewurzeln in ein feuchtes Gemisch aus gleichen Teilen Komposterde und scharfem Sand stecken und an einen hellen, aber nicht sonnigen Platz stellen. Die Erde für die nächsten Wochen mäßig feucht halten. Nach einigen Wochen kündigt der Austrieb neuer Blätter die erfolgreiche Bewurzelung an. Die junge Yucca kann nun langsam auch etwas direkte Sonne vertragen und wie eine ausgewachsene Pflanze behandelt werden.
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Substrat / Erde
Ideal für die Yucca ist ein Substrat mit einem pH-Wert von 6,0 bis 7,0. Man pflanzt sie in ein Torf- oder Humussubstrat mit einem Zusatz von Landerde sowie Quarzsand und Perlite für gute Drainage.
Substratmischung für Yucca / Palmlilien
- 5 Anteile handelsübliche Blumenerde
- 4 Anteile Ackererde mit Tonanteil
- 1 Anteil Quarzsand
- 1 Anteil Bims-Kies, Lavalit oder Lavagranulat
Den pH-Wert von 6,0 bis 7,0 stellt man durch das Mischungsverhältnis von Landerde zu saurem Humussubstrat ein. Die Landerde muss vor der Verwendung durch Erhitzen sterilisiert werden. Ein gut abgestimmtes Substrat verhindert Staunässe, hält den pH-Wert stabil und ermöglicht ein jährliches Umtopfen zu überspringen.
Yucca elephantipes
Foto: Derek Ramsey, GFDL
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Yucca umtopfen
Man topft die Yucca bei Bedarf zu Beginn der Hauptwachstumsphase im März / April um. Ein Umtopfen ist aber nur dann nötig, wenn die Wurzeln der Pflanze bereits aus der Erde heraustreten oder der schwere Blattschopf das Pflanzgefäß nicht mehr stabil stehen lässt. Man kann je einen Stamm oder auch mehrere pro Pflanzgefäß einsetzen. Für Palmen-ähnliche Arten möglichst hohe Gefäße verwenden.
Düngen / Nährstoffbedarf
Der Nährstoffbedarf der Yucca ist mäßig. Vom Frühjahr bis zum Herbst düngt man alle 14 Tage mit einem Volldünger. Ab dem Spätherbst, zu Beginn der Ruheperiode, stellt man die Düngergaben vollständig ein.
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Yucca schneiden / kürzen
Nach einigen Jahren erfolgreicher Pflege erreichen Yuccas stattliche Höhen, gelegentlich bis zur Zimmerdecke. In diesem Fall muss man den Stamm mit einer feinzähnigen Säge über einem Ansatz abschneiden. In der Regel treiben die Pflanzen danach aus schlafenden Knospen an der Schnittstelle wieder willig aus. Das Stammstück lässt sich als Steckling verwenden: leicht eintrocknen lassen, dann senkrecht in frische Erde stecken — oft bewurzelt es sich problemlos.
Expertentipp: Saubere Schutzmaßnahme beim Schneiden
Die Schnittwunde mit Baumwachs oder Zimmerpflanzen-Wundverschlussmittel abdichten, um das Eindringen von Fäulniskeimen zu verhindern. Nur vollständig eingetrocknete braune Blätter entfernen — abgestorbene Blattstiele immer mit einem kleinen Rest von ca. 3 cm am Stamm belassen.
Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise
⚠ Giftig für Haustiere
Yucca-Arten enthalten Saponine, die für Hunde, Katzen und Pferde giftig sind. Der Verzehr kann Erbrechen, Durchfall und Koordinationsstörungen verursachen. Die Pflanze unzugänglich für Haustiere aufstellen. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort tierärztliche Hilfe aufsuchen.
Schildläuse erkennt man bei genauem Hinsehen an den hochgewölbten, festen Rückenschildern. Da sie aufgrund ihrer Färbung gut getarnt sind, werden sie schnell übersehen. Die Yucca sollte regelmäßig und sorgfältig untersucht werden, da diese Pflanzen für Schildläuse anfällig sind.
Der Befall mit Schmier- und Wollläusen wird bei der Yucca öfter beobachtet. Das kleine, weiße, an Wattebäusche erinnernde Gespinst ist gut auf den Blättern der befallenen Pflanze zu erkennen. Regelmäßiges Abbrausen mit lauwarmen Wasser hilft vorbeugend.
Quellen
Das Große Buch der Zimmerpflanzen. VEMAG Verlags- und Medien Aktiengesellschaft, Köln 1995, ISBN 3-625-10680-9. RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A–Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298. Botanica, Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5.
Häufige Fragen zur Yucca-Pflege
Wie viel Licht braucht eine Yucca?
Die Yucca benötigt einen hellen Standort mit einigen Stunden täglicher Sonneneinstrahlung. Bei zu wenig Licht wächst die Pflanze sehr langsam oder fast gar nicht und entwickelt lange, blasse Triebe.
Wie gießt man eine Yucca richtig?
In der Hauptwachstumsphase (Frühjahr bis Herbst) reichlich gießen, sodass die Erde gleichmäßig feucht, aber nie staunass ist. Überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer nach spätestens 5 Minuten entfernen. Im Winter nur mäßig gießen.
Wie überwintert man eine Yucca?
Die Yucca überwintert man von November bis Anfang März bei Temperaturen um 12–14 °C. In dieser Zeit nur mäßig gießen und nicht düngen. Die Erde sollte nicht völlig austrocknen.
Ist die Yucca giftig für Haustiere?
Ja — Yucca-Arten enthalten Saponine, die für Hunde, Katzen und Pferde giftig sind. Der Verzehr kann Erbrechen, Durchfall und Koordinationsstörungen verursachen. Die Pflanze sollte für Haustiere unzugänglich aufgestellt werden.
Wie vermehrt man eine Yucca?
Am einfachsten durch Kindel (Nebensprosse), die sich gelegentlich am Stamm bilden. Diese trennt man im Frühjahr mit einem scharfen Messer ab, sobald sie mindestens 5 Blätter haben, und bewurzelt sie in einem Gemisch aus Komposterde und scharfem Sand.