Zimmerpflanzen dienen der Innenraumbegrünung und werten das Ambiente in Wohnräumen auf. Anders als noch vor einigen Jahren werden Zimmerpflanzen heute bewusst zur Steigerung der Wohnqualität verwendet. Früher war der Stammplatz von Zimmerpflanzen zumeist beengt auf der Fensterbank.

Heute baut man großzügiger, großflächige Fenster und lichtdurchflutete Räume bieten bessere Möglichkeiten für die Pflege von Zimmerpflanzen. Diese neue Art der Raumgestaltung ermöglicht es auch große Pflanzen in Wohnungen zu kultivieren. Palmen eignen sich besonders gut als Solitärpflanzen. Eine vitale und gesunde Palme steigert das Wohlbefinden in einem Wohnraum, Palmen erzeugen ein bezauberndes Ambiente in großen, lichtdurchfluteten Räumen.

Anhand der Wedel unterscheidet man Palmen zwischen Fächerpalmen und Fiederpalmen. Größere und ältere Palmen können im Sommer Blütenstände mit verzweigten, runden gelben und grünen Blüten ausbilden. Die Blüten befinden sich an kurzen Stielen in der Mitte des Blattschopfes.

Palmen in Wohnung und Garten

Nur einige der vielen Palmenarten werden als Zimmerpflanzen gehalten. Als Solitärpflanzen sind die Zimmerpalmen ein graziler und attraktiver Zimmerschmuck. Die meisten Palmenarten zeichnen sich durch hohe, unverzweigte Stämme und endständige Blattkronen mit gefiederten oder fächerförmigen Kronen aus.

Episcia

Zimmerpalmen wachsen sehr langsam, oftmals bilden sich nicht mehr als 2-4 neue Wedel pro Jahr. Man unterscheidet zwischen den buschigen, niedrigwachsenden Palmen und solchen Palmen, die einen langen und unverzweigten Stamm bilden. Einige Gattungen von Palmen bilden aber auch mehrere dünne Stämme mit endständigen Kronen. Ein Beispiel hierfür ist die Goldfruchtpalme (Chrysalidocarpus)

Licht / Lichtbedarf

Palmen lieben das Licht, in der Natur gedeihen sie meist in sonnenintensiven Gebieten. Ein heller Platz mit einigen Stunden Sonneneinstrahlung pro Tag ist ein idealer Standort für die meisten Gattungen. Einige Ausnahmen bevorzugen einen hellen aber nicht sonnigen Standort, in unseren Beschreibungen der einzelnen Palmgattungen ist dies jeweils angegeben.

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In den deutlich lichtärmeren Wintermonaten legen auch unsere Zimmerpalmen eine Ruheperiode ein, es bilden sich keine neuen Wedel und das Gießen sollte eingeschränkt werden. Während der warmen Sommermonate freuen sich die Zimmerpalmen über einen sonnigen und geschützten Platz im Freien.

Zimmerpalmen, die an lichtarmen Standorten überwintert werden, dürfen im Frühling nicht direkt in das pralle Sonnenlicht gestellt werden. Die harte UV Strahlung kann in den ersten Tagen die Blätter der Zimmerpalmen verbrennen. Eine solche Verbrennung ist an braunen, unregelmäßigen Flecken der Blätter zu erkennen.

Um die Palme an das Sonnenlicht zu gewöhnen, stellt man sie 1 bis 2 Wochen an einen halbschattigen Platz. Etwas Sonne in den Morgen- oder Abendstunden ist in dieser Zeit ausreichend. Nach dieser Eingewöhnungsphase kann man die Zimmerpalme an ihren endgültigen Standort stellen.

Geeignete Temperaturen

Alle bei uns gepflegten Zimmerpalmen gedeihen bei normalen Wohnungstemperaturen recht gut. Generell sollten die aus den Tropen und Subtropen stammenden Palmen aber keinen Temperaturen unter 14 °C ausgesetzt werden.

Einige Palmen vertragen auch niedrige Temperaturen

Einige Arten wie Trachycarpus, Rhapis, Livistona, Washingtonia, Chamaerops und viele andere kommen jedoch während der Ruheperiode im Winter auch mit wesentlich niedrigeren Temperaturen, bzw. auch strengem Frost zurecht.

Wenn man die besonderen Kulturansprüche dieser Palmen berücksichtigt, so kann man eine Vielzahl von ihnen auch ganzjährig im direkt im Garten oder in Kübeln kultivieren. Bei strengen Frösten müssen die Palmen jedoch geschützt werden. Besonders empfindlich sind junge Palmen im Garten oder in Palmen die in Kübeln gepflegt werden. Wer bereits winterharte Palmen im Freien gepflegt oder sich eine winterharte Palme zulegen möchte, sollte sich in unserer Übersicht über die für europäische Breiten geeigneten winterharten Palmen ansehen.

Eine Übersicht der winterharten Palmen finden Sie hier: Lexikon winterharter Palmen

Gießen der Palmen

In der Wachstumszeit, während der lichtintensiven und warmen Monate, sollten Palmen generell kräftig und durchdringend gegossen werden. Das aus dem Abflussloch austretende, überflüssige Wasser sollte spätestens nach 20 Minuten aus dem Untersetzer entfernt werden, da die Wurzeln der Palmen ansonsten Schaden nehmen können.

Vor dem nächsten Wässern sollte die oberste Schicht der Erde bei fast allen Palmen etwas abtrocknen. Das kann in sehr heißen Sommerwochen bereits 2 bis 3 Tage später, in den milderen Jahreszeiten erst nach einer Woche oder noch später der Fall sein. Auch die Menge des Gießwassers und der Gießrhythmus schwanken sehr stark, abhängig von der Topfgröße und der Größe der Palme.

Während der Ruheperiode muss das Gießen der Palmen deutlich eingeschränkt werden. Die Erde wird nur mäßig feucht gehalten, sinken die Temperaturen zusätzlich noch ab, so sollte man das Gießen der Palmen noch weiter reduzieren.

 Die Gießhäufigkeit von Palmen ist auch im Winter stark von den Temperaturen abhängig. Zwischen den Wassergaben lässt man das Substrat der Palmen erheblich stärker als während der Wachstumsphase abtrocknen. Die Wassergaben sind während des Winters zu reduzieren, die Erde sollte nur mäßig angefeuchtet werden.

Palme richtig gießen

Die richtige Luftfeuchtigkeit

Palmen kommen durchweg mit geringer Luftfeuchtigkeit aus. Sollte die Luft jedoch über einen längeren Zeitraum sehr trocken sein, so vertrocknen bei den meisten Palmen die Blattspitzen. Diesen Effekt kann man besonders im Winter bei trockener Heizungsluft beobachten. Die geringe Luftfeuchtigkeit fördert auch den Befall mit Schädlingen, insbesondere Schmierläuse / Wollläuse, rote Spinne und Schildläuse entwickeln sich besonders gut.

Um das Vertrocknen der Spitzen zu verhindern, erhöht man am besten die Luftfeuchtigkeit in der gesamten Wohnung. Falls diese Möglichkeit nicht besteht, bietet sich auch das regelmäßige Einsprühen der Palmwedel mit zimmerwarmem, kalkfreiem Wasser an. Kalkhaltiges Wasser sollte deshalb nicht verwendet werden, weil es beim Trocknen unschöne Flecken auf den Blättern der Palmen hinterlässt. Die Wedel der Palmen entwickeln sich insgesamt sehr viel schöner, wenn die Luftfeuchtigkeit höhere Werte hat.

Palmen Düngen

Während der warmen Monate in der Hauptwachstumszeit werden die Palmen regelmäßig gedüngt, in den Ruheperioden stellt man die Düngung der Palmen vollständig ein.

Schnell wachsende Palmen bekommen eine etwas höhere Düngerkonzentration, bei langsam wachsenden Zimmerpalmen verwendet man höchstens 50 % der vom Hersteller angegebenen Konzentration. Auf keinen Fall darf die vom Hersteller angegebene Düngerkonzentration überschritten werden, die Wurzeln können dann Verbrennungen erleiden und die Palme verkümmert oder stirbt gänzlich ab.

Genauere Angaben zur Düngung der Palmen finden Sie unter den einzelnen Palmenarten in unserer Übersicht für Palmen: Zimmerpalmen A - Z

Substrat für Palmen

Fast alle Palmen wachsen recht gut in Komposterde, angereichert mit etwas Laub- oder Torferde sowie einem Zusatz von etwas scharfem Sand, Kies, Blähtonbruch oder Lavagranulat. Um die empfindlichen Wurzeln vor Staunässe zu schützen, sollte man eine Schicht Kieselsteine in den Topfboden legen. Torf- oder Humuserde ohne Zusätze eignen sich für unsere Palmen nicht, da ein solches Substrat zusammensackt. Ein guter, vor Staunässe schützender Wasserabzug und eine ausreichende Belüftung der Wurzeln ist bei einem verdichtetem Substrat nicht mehr gewährleistet.

Ideal für die Pflege der meisten Palmen ist ein Substrat mit einem schwach saurem bis neutralem Boden pH-Wert von etwa 5,8 bis 7,0. Genauere Werte finden Sie in den Pflegeanleitungen für Zimmerpalmen: Palmen A - Z

Eine Substratmischung für Palmen

Wenn man die Palme in gut abgestimmtes Substrat pflanzen möchte, mischt man sich dieses selber. Die Herstellung ist nicht schwierig. Als Belohnung erhält man eine dauerhaft gesunde und wüchsige, gegenüber Krankheiten und Schädlingen gut resistente Pflanze, vorausgesetzt die restlichen Pflegeanforderungen an Licht, Wasser, Temperatur und Nährstoffe werden ebenfalls erfüllt. Da das eigene Substrat, im Gegensatz zu einfacher Blumenerde, über einen langen Zeitraum nicht zusammensackt und verdichtet, kann man auf ein jährliches Umtopfen verzichten.

Palmen pflanzt man in ein Torfsubstrat mit einem Zusatz von Landerde und etwas Quarzsand, Bims, Lavalit oder Lavagranulat.

  • 5 Anteile Torfsubstrat
  • 2,5 bis 4 Anteile Ackererde mit Tonanteil
  • 1 Anteil Quarzsand
  • 1,5 Anteile Bims-Kies, Lavalit, oder Lavagranulat

Alles muss gut miteinander vermischt werden.

Der Boden pH-Wert wird mit der Zugabe von mehr oder weniger Landerde eingestellt. Wichtig dafür ist das Mischungsverhältnis von Landerde zu saurem Torf oder Humussubstrat (Verpackungsaufdruck pH-Wert beachten). Alles muss gut miteinander vermischt werden. Mit einem pH-Meter oder mit Indikatorstreifen kann man den pH-Wert der fertigen Mischung ermitteln und gegebenenfalls korrigieren.

Torfsubstrat dient als Basis für die Mischung.
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Quarzsand zur Auflockerung und für einen guten Wasserabzug
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Bims als Zuschlagstoff, verbessert den Luftgehalt, die Wasserspeicherfähigkeit und die Durchwurzelbarkeit, fördert die Wurzelentwicklung, Körnung 0-4 mm.
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Lesetipp: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Vermehren der Palmen

Vermehrung durch Samen

Die Vermehrung durch Samen ist bei Palmen recht langwierig. Einige Palmsamen benötigen bis zu 24 Monaten bis sie keimen. Nun dauert es nochmals bis zu einigen Jahren, bis die junge Pflanze herangewachsen ist und wie eine richtige Palme aussieht. In den Gartencentern bekommt man bereits sehr schöne junge Palmen zu moderaten Preisen. (Palmen hier über Amazon)

Schösslinge und Seitensprossen

Einige Arten unserer Zimmerpalmen bilden Schösslinge und Seitensprossen. Diese kann man im Frühjahr vorsichtig mit einem scharfen Messer abtrennen und in einen kleinen Topf einpflanzen. Zur erfolgreichen Vermehrung sollte man aber darauf achten, dass der Schössling oder Spross bereits mindestens vier Wedel besitzt.

Die junge Palme wird in ein Gemisch aus Sand und Torferde gesetzt und mit einem Plastikbeutel großzügig abgedeckt. Der Standort für die junge Palme sollte hell, nicht sonnig und warm sein. Die geeignete Temperatur für die Schösslinge liegt zwischen 20-23 °C. Man gießt die jungen Palmen sehr vorsichtig mit lauwarmen Wasser, die Erde darf nicht zu nass werden. Das Ausbilden der Wurzeln benötigt einen Zeitraum von bis zu 3 Monaten. Durch das austreiben eines neuen Wedels erkennt man die erfolgreiche Bewurzelung. Nun kann man den Plastikbeutel entfernen. Im ersten Jahr wird die Palme nur mäßig gegossen, die Erde sollte leicht feucht sein, nicht zu nass aber auch nicht zu trocken. Nach ca. 6 Monaten kann man mit einer leichten Düngung der jungen Palmen beginnen.

Umtopfen der Zimmerpalmen

Eine Palme braucht, vorausgesetzt es wurde ein gutes Substrat verwendet, nur alle paar Jahre umgetopft zu werden.

Ein Umtopfen ist erst notwendig, wenn der Erdballen völlig von den Palmwurzeln durchwurzelt oder das Substrat zusammengesackt ist. Letzteres verhindert man, indem man ein stabiles Substrat selber mischt.

Die Palme wird beim Umtopfen vorsichtig aus ihrem alten Topf befreit und in einen größeren Topf mit der geeigneten Erdmischung umgesetzt. Man sollte dabei sehr vorsichtig sein und die fleischigen und dicken Wurzeln der Palmen nicht beschädigen oder gar abbrechen. Eine genaue Anleitung finden Sie hier: Umtopfen - Der Grüne Daumen

Da Palmen meist recht kopflastig sind sind größere und schwerere Tontöpfe für die meisten Gattungen gut geeignet. Zum Schutz vor zu großer Nässe unbedingt eine Schicht kleinerer Kiesel auf den Topfboden legen!

Füllen Sie den Topf nicht zu voll. Lassen Sie vom Topfrand bis zur Oberfläche der Erde einige Zentimeter Platz. Dies erleichtert das Gießen der Palmen und lässt den aus der Oberfläche heraustretenden Wurzelansätzen Platz zur Entfaltung.

Generell sollte man für Palmen möglichst hohe Pflanzgefäße, Töpfe oder Kübel verwenden. Die Pfahlwurzeln der Palmen wachsen senkrecht nach unten, dafür benötigen sie ausreichend Platz. Wenn sich die oberen Wurzeln der Palmen aus dem Pflanzgefäß herausdrücken, wird es für die Wurzelstruktur zu eng. Spätesten zu diesem Zeitpunkt sollte man seine Palme in ein größeres, höheres Gefäß umtopfen.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
Einkaufstipp: Düngemittel für alle Topfpflanzen, Zierpflanzen und Zimmerpflanzen

Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Die Stämme der Palmen haben einen einzigen Vegetationspunkt. Dieser sitzt in der Mitte der Krone, ihm entspringen die Blätter der Palme. Palmen gedeihen auch bei etwas nachlässiger Pflege, sie können dabei jedoch Ihre Schönheit einbüßen und abgetrocknete Blattspitzen bekommen. Wird der Stamm einer Palme abgeschnitten, so wachsen die meisten Palmen nicht mehr weiter. Nur in seltenen Fällen kann man mit einem seitlichen Austrieb rechnen. Die meisten Arten sind dazu jedoch nicht in der Lage.

Plötzliche Änderungen der Temperatur und der Lichtverhältnisse mögen Palmen nicht gerne und müssen vermieden werden.

Palmen können ab und zu mit einer lauwarmen Dusche oder besser in einem milden Sommerregen von Staub befreit werden.

Man kann eine Zimmerpalme bei warmem Wetter ins Freie stellen, achten Sie aber auf einen geschützten Platz ohne Zugluft. Gewöhnen Sie die Palme langsam an die direkte Sonnenbestrahlung. In den ersten Tagen ist ein halbschattiger Platz ohne Sonnenbestrahlung während der Mittagsstunden genau richtig. Vor dem Einbruch des Herbstes, bevor die Nächte zu kalt werden, sollte die Palme wieder zurück an ihren Platz in der Wohnung gebracht werden.

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