Coleus pflegen

Die mehrjährig wachsende Coleus bildet weiche, samtartige, dünne Blätter, die je nach Art in Formen und Farben variieren. Die Schattierungen reichen von grün, orange, braun, rot und Mischvariationen dieser Farben.

Coleus

Coleus blumeii CC BY-SA 4.0, I. Fähnrich

Deutscher Name: Buntnessel, Koleus
Name: Solenostemon scutellarioides, Syn. Plectranthus scutellarioides, ehem. Coleus blumeii
Familie: Rubiaceae
Wuchshöhe: 30 - 60 cm
Verwendung: Blattschmuckpflanze
Schwierigkeit:
pflegeleicht

Im Handel findet man zahlreiche Zuchtformen der Coleus, aber auch Wildformen aus Asien bis Afrika. Mit einer Wuchshöhe von etwa 60 bis 100 cm sind sie kleine, buschige Sträucher mit holzigen Zweigen und kleinen dunkelgrün gefärbten Blättern.

Die Coleus Pflege ist einfach, die Pflanze ist ausgesprochen pflegeleicht.

Arten & Pflege der Coleus

Coleus blumeii "Brilliancy", hat attraktive karminrote, an den Rändern goldgelb gezeichnete Blätter.

Coleus blumeii

Coleus blumeii "Brilliancy"

Coleus blumeii "Candidus", diese Coleus zeichnet sich durch einen weißen Fleck in der Mitte der leicht gewellten, hellgrünen Blätter aus.

Coleus blumeii "Golden Bedder" hat golden gelbe Blätter.

Coleus blumeii "Pink Rainbow" bildet leicht gewellte, kupferrot gefärbte Blätter mit grünen Bändern und einer karminroten Äderung.

Coleus blumeii "Sunset" wächst mit einem rosaroten Fleck in der Mitte der hellgrünen Blätter.

Standort / Licht

Coleus benötigen einen sehr hellen Standort, jedoch ohne volle Sonnenbestrahlung. Bei Pflege mit nicht ausreichenden Lichtverhältnissen verliert die Coleus die kräftige Färbung des bunten Laubes, die Pflanze wächst sparrig und vergeilt. Pralle, heiße Mittagssonne führt schnell zu Schäden an den zarten Blättern.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses wichtige Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Gießen / Wässern

Die Coleus wird reichlich gegossen, der Topfballen muss durchgehend feucht bleiben. Steht die Coleus auch nur für kurze Zeit zu trocken, so beginnen die Blätter zu verwelken und die unteren Blätter werden nach einiger Zeit abgeworfen.

Pflanzen reichlich gießen
  1. Vor dem Gießen lässt man die oberste Schicht des Substrats leicht antrocknen. Dann wird gegossen. Im Inneren des Topfballens sollte während der Wachstumszeit immer eine durchgehend gute Feuchtigkeit bestehen. Selbst kurze Trockenphasen sind zu vermeiden.
  2. Beim Gießen verabreicht man der Pflanze soviel Wasser, bis dieses kräftig aus dem Abzugsloch wieder herausläuft und sich im Untersetzer ansammelt.
  3. Dieses überschüssige Wasser wird nach ca. 20 Minuten abgeschüttet.

Auch Pflanzen mit einem hohen Wasserbedarf leiden wenn die Wurzeln längere Zeit im Wasser stehenbleiben.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

Messgeräte und Bodentester

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Temperatur

Coleus werden bei normalen Wohnungstemperaturen gepflegt. Wärme wird von diesen Pflanzen gut vertragen. Die untere Temperaturgrenze liegt bei 12 bis 14 °C. Fallen die Temperaturen unter diesen Bereich, so verwelken die Blätter und fallen von der Pflanze ab.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
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Vermehren der Pflanze

Im späten Sommer kann man die Coleus sortenrein mit Kopfstecklingen vermehren. Man stellt die Stecklinge in ein mit Wasser gefülltes Glas. Nach kurzer Zeit bilden sich die ersten Wurzeln und die Stecklinge können eingepflanzt werden. Da die jungen Pflanzen den Winter besser überstehen als ausgewachsene Exemplare, sollte man diese schnell wachsenden Pflanzen jeden Herbst erneuern. Die alten Coleus können nach der Vermehrung entsorgt werden.

Die Pflanzen können auch leicht durch Aussaat vermehrt werden. Dabei erhält man oftmals neue Formen und Farben.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

Ideal für die Pflege der Coleus ist ein Boden ph-Wert von 5,8 bis 6,5.

Blumenerde kaufen: Die Coleus gedeihen auch in handelsüblicher Blumenerde auf Kompostbasis. Der pH-Wert ist auf der Verpackung angegeben und sollte innerhalb der tolerierten Werte von 5,8 bis 6,5 liegen. Bei falschem pH-Wert des Substrats wird sich die Coleus nicht gesund entwickeln können. Die einfachen Blumenerden aus dem Baumarkt, Gartencenter oder der Gärtnerei sind jedoch nur bedingt empfehlenswert, da einige Anforderungen an Pufferkraft, Wasser- und Nährstoffregulierung, etc. nicht gewährleistet sind.

Substrat selber mischen: Eine Coleus pflanzt man idealerweise in ein humoses Substrat, vermischt mit etwas lehmhaltiger Ackererde und einigen Perlit oder Quarzsandanteilen. Die Herstellung ist nicht schwierig. Als Belohnung erhält man eine dauerhaft gesunde und wüchsige, gegenüber Krankheiten und Schädlingen gut resistente Pflanze, vorausgesetzt die restlichen Pflegeanforderungen an Licht, Wasser, Temperatur und Nährstoffe werden ebenfalls erfüllt.

Ein gutes Substrat

Das richtige Substrat-Gemisch gewährleistet einen guten Halt der Pflanze und eine gute Belüftung des Wurzelbereiches. Landerde stellt den pH-Wert ein und verbessert die Aufnahme- und Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe. Ein gutes Substrat verfügt über eine gute Puffereigenschaft und darf über einen längeren Zeitraum seine vorteilhaften Eigenschaften nicht verlieren.

Durch die Fremdstoffe Quarzsand, Bims-Kies, Lavalit, Lavagranulat und andere geeignete Zuschlagstoffe verändert man nicht nur die physikalischen sondern auch die chemischen Eigenschaften des Substrats. Kleine Kiesel, Styromull, Splitt und ähnliches verbessern den Wasserabzug nach dem Gießen. Dies hilft Staunässe und damit Wurzelfäulnis vorzubeugen.

Andere wichtige Eigenschaften für eine gute Topfpflanzenerde werden von den Herstellern aus finanziellen und Transportgründen unzureichend berücksichtigt. Dies betrifft die Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe, die Luftführung innerhalb des Substrats und die Standfestigkeit um ein zusammensacken und verdichten zu verhindern.

Pufferkraft des Substrats

Auch die Pufferkraft eines Substrats ist sehr wichtig, die Pufferkraft verhindert:

  • schnelles Austrocknen der Blumenerde
  • Versalzungen an den Wurzeln
  • Schwankungen im Nährstoffvorrat
  • schnelle Veränderungen des pH-Werts

Ausführliche Informationen, Substratrezepte und Bezugsquellen finden Sie hier: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Substratmischung für Coleus

  • 3 Teile Blumenerde auf Kompostbasis
  • 2 Teile Ackererde mit Tonanteil
  • 1 Teil Quarzsand oder
  • 1 Teil 6 mm Grus oder Lavagranulat

Alles muss gut miteinander vermischt werden. Die Landerde (Ackererde mit Tonanteil) kann vor der Verwendung durch Erhitzen sterilisiert werden.

Qualitäts-Blumenerde dient als Basis für die Mischung.
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Quarzsand zur Auflockerung und für einen guten Wasserabzug
Quarzsand, Körnung 1 bis 4 mm, über Amazon

Bims als Zuschlagstoff, verbessert den Luftgehalt, die Wasserspeicherfähigkeit und die Durchwurzelbarkeit, fördert die Wurzelentwicklung, Körnung 0-4 mm.
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oder

Lavagranulat: Eifel-Lava, rein mineralisches Material mit optimalem Wasser- und Luftgehalt. Körnung ca. 0-12 mm.
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Lesetipp: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Umtopfen

Junge Coleus topft man bei größerem Platzbedarf um. Da die Coleus ausreichend Platz für die Entwicklung der Wurzeln benötigt, sollte man ruhig zu etwas größeren Pflanzgefäßen greifen.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

In der Hauptwachstumszeit verabreicht man alle zwei Wochen einen handelsüblichen Flüssigdünger. Vom Herbst bis zum zeitigen Frühling stellt man das Düngen vollständig ein.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
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Coleus schneiden

Ein Coleus verträgt problemlos einen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr. Zu lange Triebe kürzt man maximal um 2/3 ihrer Länge. Das Schneiden der Triebe einer Pflanze die nicht verholzt sind macht man mit einem scharfen Messer. Verholzte Triebe beschneidet man immer mit einer Gartenschere.

Da ältere Exemplare jedoch nicht mehr so schön sind, empfiehlt es sich, neue Pflanzen aus Samen heranzuziehen.

Lesetipp: Der richtige Rückschnitt von Pflanzen
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Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Um die Coleus dicht und buschig wachsen zu lassen, bricht man regelmäßig die Triebspitzen heraus.

Die Coleus neigt zum Befall durch die rote Spinne, insbesondere wenn die Pflanzen sehr warm und mit geringer Luftfeuchtigkeit gepflegt werden. Zur Vorbeugung stellt man die Töpfe der Coleus auf mit Wasser und Kieseln gefüllte Untersetzter. Alle 2 bis 3 Tage sprüht man die Pflanzen mit weichem Wasser ein. Sollten die Coleus trotzdem unter einem Befall durch die rote Spinne leiden, so braust man die Pflanzen täglich mit lauwarmem Wasser ab. Bei einem Befall mit der roten Spinne sind die befallenen Blätter der Pflanze mit einem feinen Gespinst überzogen. Bei einer  genaueren Untersuchung sieht man kleine helle bis gelblich weiße Flecken. Bei stärkerem Befall mit der roten Spinne ändert sich die Farbe der Blätter von grün zu gelb und graugün bis kupferbraun. > Rote Spinne bekämpfen / Symptome erkennen

Der Befall mit Schmierläusen / Wollläusen wird auch öfter beobachtet. Das kleine, weiße, an Wattebäusche erinnernde Gespinst der Schmierläuse ist gut auf den Blättern der befallenen Coleus zu erkennen. > Schmierläuse bekämpfen / Symptome erkennen

Bei trockener Luft, besonders während des Winters, neigen die Coleus zum Befall mit Spinnmilben

Die Coleus werden manchmal von Blattläusen befallen. Hin und wieder sollte man die Pflanzen sorgfältig auf einen Befall mit diesen Pflanzenschädlingen kontrollieren.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

 

Coleus kaufen oder online bestellen

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Bilder der Coleus

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Green maroon Solenostemon

Coleus

Foto: Lekkere Kwal
Lizenz: Public Domain

Solenostemon

Coleus

Foto: Kurt Stueber
Lizenz: GFDL

Solenostemon-exotic

Coleus

Foto: Josell
Bestimmte Rechte vorbehalten

Solenostemon sp.

Coleus

Foto: KENPEI
Lizenz: GFDL