Rechsteineria

Rechsteineria, (syn. Sinningia) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Gesneriengewächse (Gesneriaceae).

Zu Pflanzen der Gattung Rechsteineria gehören etwa 60 Arten, die ursprünglich aus Brasilien, Nord-Argentinien, Peru, Venezuela und dem südlichen Mexiko stammen. Rechsteineria sind knollenbildende Pflanzen mit beblätterten Stengeln und roten oder rötlich  gesprenkelten, röhrenförmigen Blüten, die in endständigen Dolden oder Trauben stehen. Manchmal werden die Blüten einer Rechsteineria auch einzeln oder zu wenigen in den Blattachseln der Pflanzen ausgebildet.

Aus den unterirdischen, braun gefärbten Knollen entwickeln sich die samtig behaarte Pflanzen mit runden Stängeln. Die Triebe der Rechsteineria werden etwa 25 bis 40 cm hoch und wachsen meist mehr oder weniger niederliegend. Die Blätter wachsen gegenständig an den Stängeln, sind am Grunde herzförmig, stumpf die mittleren eiförmig mit gekerbten Rändern. Die Blätter erreichen eine Länge von etwa 15 cm lang und 10 cm Breite.

Sinningia leucotricha Rechsteineria leucotricha

Rechsteineria

Rechsteineria leucotricha
Foto: Carstor
Lizenz: GFDL

Name: Rechsteineria
Wissenschaftl. Name: Rechsteineria, syn. Sinningia
Familie: Gesneriengewächse (Gesneriaceae)
Wuchshöhe: ca. 40 cm
Blütezeit: Februar bis Oktober
Verwendung: Blatt- und Blütenschmuckpflanze
Hilfreiche Seiten: Gesnerien pflegen
Lexikon / Übersicht:  Gesnerien
Schwierigkeit: mittelschwer

Beschreibung & Pflege der Rechsteineria

Die Rechsteineria Pflege ist mittelschwer, einige Ansprüche der Pflanze sollten möglichst erfüllt werden. Rechsteineria sind mit ihren hübschen, kräftig gefärbten Blüten ein prächtiger Blickfang im Wintergarten oder auf der Fensterbank.

Standort / Licht

Man pflegt die Rechsteineria an einem hellen, jedoch nicht vollsonnigen Standort. Ein wenig leichte Sonnenbestrahlung in den Morgen oder Abendstunden werden von der Rechsteineria vertragen, besser ist es jedoch auch diese leicht abzuschatten. Zu kräftige Sonnenbestrahlung ruft Verbrennungen an den Blätter der Pflanze vor. Während der kurzen winterlichen Ruheperiode spielt das Licht keine Rolle.

Ideal sind nach Osten- oder Westen ausgerichtete Blumenfenster. Auch Südfenster kommen als Standort in Frage, die kräftige Sonne muss hier aber durch Gardinen, vorgestellte Pflanzen oder ähnliches deutlich abgeschwächt werden. Dicht vor einem Südfenster wachsende Bäume oder Büsche erfüllen meist die gleiche Funktion, sofern sie nicht die kräftige Mittagssonne direkt durch das Fenster scheinen lassen.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Rechsteineria Gießen / Wässern

Während der Wachstumsperiode wird die Rechsteineria reichlich gewässert, überschüssiges Gießwasser darf aber nicht im Untersetzer stehenbleiben. Falls die Temperaturen unter 18 °C fallen, verringert man die Wassergaben bis zum erneuten Temperaturanstieg. Im Herbst beginnen die oberirdischen Pflanzenteile abzusterben.

Diesen natürlichen Rhythmus kann man unterstützen, indem man die Wassergaben so lange einschränkt, bis die oberirdischen Pflanzenteile völlig abgestorben sind. Die nach dem Absterben der Pflanzenteile ruhenden Knollen halt man vollkommen trocken. Da die Rechsteineria einen sauren Boden liebt, sollte man immer mit kalkfreiem Wasser gießen. Gut geeignet ist sauberes Regenwasser, doch auch mit einem Wasserfilter enthärtetes Leitungswasser kann verwendet werden.

Die Rechsteineria vertragen keine Staunässe. Überschüssiges Wasser muss frei ablaufen können oder spätestens 5 Minuten nach dem Gießen aus dem Übertopf abgeschüttet werden, denn Staunässe führt schnell zur Wurzelfäule.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Rechsteineria überwintern / Ruheperiode

Während der kühlen Jahreszeit wässert man die Rechsteineria nur mäßig und lässt die obere Schicht der Erde zwischen den Wassergaben etwas abtrocknen. Sobald nach dem Abblühen die Blätter verblassen, schränkt man die Wassergaben allmählich ein bis die oberirdischen Organe der Rechsteineria abgestorben sind. Die ruhenden Knollen werden vollständig trocken gehalten.

Während Ruhezeit lagert man die Knollen der Rechsteineria bei Temperaturen um die 10 bis 15 °C. Im Frühjahr werden die Knollen neu getopft und dann bei Temperaturen von 16 bis 19 °C angetrieben.

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Lesetipp: Ruhe- und Vegetationsperiode der Pflanzen

Aufenthalt im Sommer

Die Rechsteineria kann während der warmen Jahreszeit an einem geschützten, hellen bis halbschattigem Standort im Freien gepflegt werden. Etwas Morgen- oder Nachmittagssonne ist für ein gesundes Wachstum dieser Pflanze von Vorteil. Die Rechsteineria sollte nicht direkt von der prallen Mittagssonne beschienen werden.

Temperatur

Während der Wachstumsperiode eignen sich Temperaturen zwischen 19 und 24 °C. Die Rechsteineria wächst am besten bei einer leicht erhöhten Luftfeuchtigkeit, es ist also vorteilhaft die Pflanzgefäße auf mit Steinen und Wasser gefüllte Unterschalen zu stellen. Bei Temperaturen über 24 °C sollte die Luftfeuchtigkeit möglichst hoch sein. Während der winterlichen Ruheperiode lagert man die Knollen trocken bei 8 bis 15 °C.

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Rechsteineria vermehren

Normalerweise werden die Knollen der Rechsteineria alljährlich wieder angetrieben, so dass man auf diese Weise immer wieder verjüngte Pflanzen nachziehen kann.

Die Vermehrung der Rechsteineria ist durch Aussaat von Samen möglich. Ausgesät wird die Rechsteineria ab Ende Dezember bis Mitte Januar in eine humose, sandige, und mit etwas Torf vermischte Blumenerde. Die Samen benötigen zum Keimen eine Temperatur von etwa 22 °C. Nach der Keimung sollten die jungen Pflanzen unter hellem Licht großgezogen, später pikiert und eingetopft werden. Nach 7 bis 8 Monaten kann man mit der Bildung von Blüten rechnen.

Alternativ ist auch eine vegetative Vermehrung der Rechsteineria durch Blattstecklinge möglich. Die geeignetste Vermehrungszeit ist vom Juli bis August. Entweder werden die Blätter der Pflanze einzeln, ähnlich wie bei Usambaraveilchen, in reinen Sand gesteckt oder die Blätter von ausgereiften Pflanzen auf feuchtem Sand ausgelegt. Vorher wird an der Unterseite der Mittelnerv dort eingeschnitten, wo ein Seitennerv abzweigt. An dieser Schnittstelle bilden sich kleine Knollen mit Wurzeln und Augen, aus denen sich wiederum eine Pflanze entwickelt. Die kleinen Pflänzchen werden später in eine humose Erde pikiert (vereinzelt).

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Erde / Substrat

Zur Pflege der Rechsteineria verwendet man eine Komposterde der man etwas Sand und Lehm hinzu mischt. Die Erde darf keinen Kalk enthalten.

Zur Verbesserung des Wasserabzugs gibt man vor dem Einfüllen des Substrats eine etwa 4 cm hohe Schicht Tonscherben oder grobe Kiesel in das Pflanzgefäß.

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Rechsteineria umtopfen

Normalerweise benötigt man für die Kultur der Rechsteineria kleine Pflanzgefäße mit einem Durchmesser von 10 bis 12 cm.  Die überwinternden Knollen werden im Frühjahr direkt in die passende Topfgröße eingesetzt. Es ist wichtig, das die nach der Ruhezeit frisch austreibenden Pflänzchen bis zur Ausbildung größer Blätter vorsichtig gegossen werden, die Pflanze benötigt anfangs nicht so viel Wasser.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Während der Wachstumsperiode düngt man etwa alle 14 Tage. Die Düngerkonzentration sollte nicht zu hoch sein, 50 bis 70% der Herstellerangaben sind ausreichend. Eine zu hohe Düngerkonzentration führt zu Schäden an der Rechsteineria. Nach dem Düngen sollte man die Erde einige Tage lang gleichmäßig feucht zu halten, damit die Nährstoffe möglichst rasch von der Pflanze aufgenommen werden können.

Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Die fein behaarten Blätter der Rechsteineria dürfen nicht mit Wasser besprüht werden, da die zurückbleibenden Wassertropfen unschöne Flecken auf den Blättern und an den Blüten der Rechsteineria hervorrufen.

Zu kaltes Gießwasser und zu nasse Erde führen schnell zur Stängelfäule.

Eine  Rechsteineria wird manchmal von Blattläusen befallen. Hin und wieder sollte man die Pflanzen sorgfältig auf einen Befall mit diesen Pflanzenschädlingen kontrollieren.

Hin und wieder kann die Pflanze von Thripsen heimgesucht werden. Die von Thripsen befallenen Rechsteineria verlieren ihre Vitalität und zeigt Wachstumsstörungen. Stark befallenen Blätter sterben ab.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Eine Rechsteineria ist vermutlich nicht giftig, da in der Literatur keine Hinweise auf eine potentielle Toxizität gefunden wurden.

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Rechsteineria Bilder

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