Streptocarpus
Drehfrucht, Kapprimel

Die Pflanzen aus der Gattung Streptocarpus (Drehfrucht, Kapprimel) teilt man in Gruppen mit und ohne Stängel ein. Die Wildformen stammen aus Afrika. In Wohnungen pflegt man meist die stängellosen Arten und Sorten, sie sind die Urform vieler hübscher, reichlich blühender Hybriden.

Streptocarpus saxorum

Streptocarpus saxorum
Foto: Nzfauna, CC BY-SA 3.0

Deutscher Name: Drehfrucht, Kapprimel
Wissenschaftl. Name: Streptocarpus
Familie: Gesneriaceae
Wuchshöhe: 15 bis 25 cm
Blütezeit: April bis September
Verwendung: Blüten- und Fruchtschmuckpflanze
Schwierigkeit: mittelschwer

Arten / Sorten - Steckbrief

Einige der Streptocarpus Sorten haben eine Besonderheit, die Pflanzen bilden nur ein einzeln stehendes großes Blatt, nach der Blüte sterben diese Pflanzen dann ab.

Andere Sorten bilden kleinere Blätter, die der Basis eines größeren Blatts entwachsen. Es gibt aber auch Streptocarpus die mehrere gleich große Blätter in Form einer Rosette bilden.

Die weit verbreiteten Hybriden gehören zu dieser Gruppe. Die Blütenstiele dieser Hybriden wachsen aus der Basis der Mittelrippe eines jeden Blatts und sie tragen meist mehrere Blüten.

Streptocarpus mit Stielen bilden wechselständig stehende Blätter an sich stark verzweigenden Stängeln. Die Blütenstiele dieser Arten wachsen dann aus den Blattachseln. Einige Arten tragen mehrere Blüten an einem Stiel, andere nur eine einzelne Blüte.

Alle Streptocarpus Blüten bestehen aus einem fünfzähligem Kelch, der die verlängerte, zylindrisch geformte, zu einem ebenfalls fünfzähligen Saum ausgebreitete Blumenkrone umgibt. Nach der Blüte bilden sich in Spiralen gedrehte hübsche Samenkapseln. Um die anhaltende Blüte einer Streptocarpus zu fördern, entfernt man die Samenkapseln nachdem sie sich gebildet haben.

Streptocarpus 'Constant Nymph'

Streptocarpus 'Constant Nymph'

Streptocarpus 'Constant Nymph'
Foto: von Leonora (Ellie) Enking, flickr

Streptocarpus "Constant Nymph" ist sehr beliebt und wird gerne gepflegt. Sie bildet rosettenförmig angeordnete, kräftig grün gefärbte, länglich ovale, bis zu 30 cm lange Blätter.
Der Basis einer Mittelrippe entwachsen vom Frühjahr bis in den Herbst mehrere Blütenstiele mit jeweils 2 bis 6 blau gefärbten und dunkelblau gestreiften Blüten.
Die Blüten treten von Frühjahr bis Herbst auf. Aus Streptocarpus "Constant Nymph" sind viele weitere Sorten mit unterschiedlichsten Blütenfarben gezüchtet worden.

Streptocarpus rexii

Streptocarpus rexii

Streptocarpus rexii
Foto: Kenraiz;, CC BY-SA 4.0

Streptocarpus rexii wächst mit rosettenförmig angeordneten, länglich oval geformten, behaarten, runzeligen, leicht gekerbten, kräftig grüne, 20 cm langen und 5 cm breiten Blättern.
Streptocarpus rexii bildet vier lange Blütenstiele mit bis zu jeweils drei Blüten aus.
Die Blütenfarbe reicht von hellblau bis lila mit feinen dunklen Streifen im Blütenschlund. Bei guter Pflege bildet Streptocarpus rexii permanent neue Blüten aus.

Streptocarpus saxorum

Streptocarpus saxorum

Streptocarpus saxorum
Foto: Avi1111, CC BY-SA 3.0

Streptocarpus saxorum wächst mit sich verzweigenden, flach ausbreitenden Stengeln.

Die sich samtig anfühlenden, elliptisch geformten, auf der Oberseite dunkelgrün gefärbten, auf der Unterseite blassgrünen Blätter wachsen in gegenständigen Paaren oder Quirlen zu dritt an den Stengeln.

Die Blätter der Streptocarpus saxorum sind am Rand nach unten eingeschlagen und von kräftigen Adern durchzogen.

An den 8 bis 15 cm langen Blütenstielen bilden sich einzelne behaarte, weißliche Blüten mit einem in zartem lila gefärbten Schlund.

Wiesmoor Hybriden

Wiesmoor Hybriden sind eine bereits seit langem gezüchtete Sorte. Sie haben große Ähnlichkeit mit den anderen Streptocarpus Hybriden, werden aber generell auf generativem Wege, also durch Aussaat der Samen, vermehrt.

Standort / Licht

Alle Streptocarpus pflegt man an einem hellen, aber nicht vollsonnigem Standort. Im Sommer dürfen die Pflanzen keiner vollen Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden, ansonsten kommt es zu Verbrennungen an Blüten und Blättern. Streptocarpus wachsen besser an einem möglichst gleichmäßig beleuchteten Standort, möglichst nahe an einem Fenster, damit das Licht für die Fotosynthese ausreicht.

Streptocarpus benötigt ganzjährig eine Beleuchtungsstärke von mindestens 1000 Lux.

Streptocarpus 'DS Hawaiian Party'

Streptocarpus 'DS Hawaiian Party' Hybrid
Foto: HQ;, CC BY-SA 2.0

Gut geeignet sind nach Osten- oder Westen ausgerichtete Blumenfenster. Auch Südfenster kommen als Standort in Frage, die kräftige Sonne muss hier aber durch Gardinen, vorgestellte sonnenliebende Pflanzen oder ähnliches deutlich abgeschwächt werden. Dicht vor einem Südfenster wachsende Bäume oder Büsche erfüllen meist die gleiche Funktion, sofern sie nicht die kräftige Mittagssonne direkt durch das Fenster scheinen lassen.

Während des Sommers ist eine ausreichende Beleuchtung kein Problem, vorausgesetzt man stellt die Pflanze nicht in eine dunkle Ecke des Zimmers. Während des Winters sollte man die Lichtwerte überprüfen, denn Streptocarpus stagnieren an lichtarmen Standorten in ihrem Wachstum.

Man kann über den Pflanzen eine Beleuchtung aufhängen. Zwölf Stunden am Tag lässt man die Pflanzlampen eingeschaltet.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort

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Streptocarpus Gießen / Wässern

Eine Streptocarpus gießt man gleichmäßig, der Topfballen wird beim Wässern gut angefeuchtet.

Pflanzen mäßig gießen

Mäßiges Gießen der Streptocarpus

  1. Vor dem Gießen lässt man die oberste Schicht des Substrats, bis in eine Tiefe von ca. 1 cm antrocknen. Die Fingerprobe funktioniert gut. Wenn sich die oberste Schicht des Substrats gut trocken anfühlt, wird gegossen. Im Inneren des Topfballens bleibt eine leichte, gleichmäßige Feuchtigkeit bestehen, das Substrat darf nicht durchtrocknen.
  2. Beim Gießen gibt man soviel Wasser, dass der Ballen gleichmäßig feucht aber nicht mit Wasser gesättigt ist.
  3. Sobald die ersten Tropfen Wasser aus dem Abzugsloch laufen gießt man nicht mehr weiter. Überschüssiges Wasser wird nach ca. 20 Minuten abgeschüttet.

Da Herzen oder Blätter einer Streptocarpus nicht übergossen oder besprüht werden sollten, kann es einfacher sein die Pflanze über den Untersetzer zu bewässern. Dafür gibt man ein wenig Wasser in den Untersetzer und wartet bis alles aufgesogen wurde. Dies widerholt man je nach Topfgröße mehrmals. Es sollte kein Wasser in dem Untertopf stehenbleiben.

Es ist ratsam nur zimmerwarmes, enthärtetes Leitungswasser oder Regenwasser zum Gießen zu verwenden. Streptocarpus sind Humuswurzler. Kalk oder zu kaltes Gießwasser schädigt die Pflanzen. Wenn man mit Leitungswasser gießt passiert dies schnell, der Grund dafür ist für gewöhnlich ein zu hoher pH-Wert (> 6,5 ) und / oder eine zu hohe Wasser-Härte).

Falls man keine Möglichkeit hat Regenwasser zu sammeln, sollte man zur Enthärtung des Gießwassers einen Ionenaustauscher (hier z.B. bei Amazon) verwenden.

Fallen die Zimmertemperaturen mehrere Tage lang unter 16 °C, schränkt man die Wassergaben etwas ein und lässt die Oberfläche des Substrats vor dem nächsten Gießen ca. 2 bis 3 cm des abtrocknen.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Streptocarpus überwintern / Ruheperiode

Streptocarpus pflegt man im Winter bei Temperaturen zwischen 12 und 15 °C. Aufgrund des geringeren Lichtangebotes während der Wintermonate und den kürzeren Tagen, verlangsamt sich das Wachstum der Pflanzen.

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Lesetipp: Ruhe- und Vegetationsperiode der Pflanzen

Temperatur

Streptocarpus pflegt man vom Frühling bis in den späten Herbst in einem Temperaturbereich von 17 bis 20 °C. Bei größeren Abweichungen kann das Wachstum zum Stillstand kommen.

Im Winter sollte die Temperatur zwischen 12 und 15 °C liegen.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
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Streptocarpus vermehren

Streptocarpus vermehren

Gesnerien richtig vermehren

Streptocarpus lassen sich einfach durch Blattstreifen oder Blattteilstecklinge vermehren. Dazu wird ein reifes und gesundes Blatt abgenommen. Mit einer Rasierklinge wird der Blattstiel auf 2 cm eingekürzt und 12 bis 15 mm tief in einen Topf in ein feuchtes Substrat gesteckt. Am besten eignet sich ein Torf-Sand-Gemisch oder eine torfhaltige Kulturerde.

Um während der Wurzelbildung eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, stülpt man einen Plastikbeutel über den Topf. Alternativ verwendet man direkt einen Vermehrungskasten mit transparenter Haube.

Streptocarpus vermehren

Gesnerien mit Blattstecklingen vermehren

Zur Ausbildung der neuen Pflänzchen wird ein heller, aber nicht sonniger Platz, und eine Temperatur zwischen 18 bis 24 °C benötigt. Es wird nur wenig oder überhaupt nicht gegossen, das Substrat darf aber nicht austrocken und sollte immer etwas feucht sein.

Nach acht bis zehn Wochen hat sich eine kleine Pflanze an der Basis des Blattstiels entwickelt und tritt nun an der Erdoberfläche aus. Während der nächsten 2 Monate deckt man die kleinen Pflänzchen allmählich auf, bis sie sich vollständig an die normale Umgebung gewöhnt haben. Während dieser Zeit gießt man leicht an, damit die Erde nicht austrocknet. Einmal pro Woche verabreicht man einen handelsüblichen Flüssigdünger in schwacher Konzentration.

Streptocarpus vermehren

Blattsteckling einer Gesnerie

Sobald die Pflänzchen 3 bis 5 cm hoch sind, trennt man sie vorsichtig vom alten Blatt ab, setzt sie einzeln in 5 bis 6 cm durchmessende Töpfe. Die Pflänzchen können nun wie erwachsene Exemplare gepflegt werden.

Blattstecklinge einer Streptocarpus kann man auch im Wasser bewurzeln lassen. Sobald die Wurzeln eine Länge von 2 bis 3 cm haben, werden die Pflänzchen in das empfohlene Substrat eingetopft.

Mehrtriebige Streptocarpus Arten lassen sich recht einfach durch Teilung vermehren.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

Ideal für die Pflege der Streptocarpus ist ein Substrat mit einem schwach saurem Boden pH-Wert von 5,0 bis 6,0. Bei falschem pH-Wert wird sich die Pflanze nicht gesund entwickeln können.

Eine Streptocarpus pflanzt man in einem humosen Substrat mit einem Zusatz von Landerde. Zusätzlich verwendet man etwas Quarzsand und Perlite.

Ein gutes Substrat

Das richtige Substrat-Gemisch gewährleistet einen guten Halt der Pflanze und eine gute Belüftung des Wurzelbereiches. Landerde stellt den pH-Wert ein und verbessert die Aufnahme- und Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe. Ein gutes Substrat verfügt über eine gute Puffereigenschaft und darf über einen längeren Zeitraum seine vorteilhaften Eigenschaften nicht verlieren.

Durch die Fremdstoffe Quarzsand, Bims-Kies, Lavalit, Lavagranulat und andere geeignete Zuschlagstoffe verändert man nicht nur die physikalischen sondern auch die chemischen Eigenschaften des Substrats. Kleine Kiesel, Styromull, Splitt und ähnliches verbessern den Wasserabzug nach dem Gießen. Dies hilft Staunässe und damit Wurzelfäulnis vorzubeugen.

Andere wichtige Eigenschaften für eine gute Topfpflanzenerde werden von den Herstellern aus finanziellen und Transportgründen unzureichend berücksichtigt. Dies betrifft die Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe, die Luftführung innerhalb des Substrats und die Standfestigkeit um ein zusammensacken und verdichten zu verhindern.

Pufferkraft des Substrats

Auch die Pufferkraft eines Substrats ist sehr wichtig, die Pufferkraft verhindert:

  • schnelles Austrocknen der Blumenerde
  • Versalzungen an den Wurzeln
  • Schwankungen im Nährstoffvorrat
  • schnelle Veränderungen des pH-Werts

Ausführliche Informationen, Substratrezepte und Bezugsquellen finden Sie hier: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Streptocarpus rexii

Blüte einer Streptocarpus saxorum
Foto: Avi1111, CC BY-SA 3.0

Wenn man die Streptocarpus in gut abgestimmtes Substrat pflanzen möchte, mischt man sich dieses selber. Die Herstellung ist nicht schwierig. Als Belohnung erhält man eine dauerhaft gesunde und wüchsige, gegenüber Krankheiten und Schädlingen gut resistente Pflanze, vorausgesetzt die restlichen Pflegeanforderungen an Licht, Wasser, Temperatur und Nährstoffe werden ebenfalls erfüllt. Da das eigene Substrat, im Gegensatz zu einfacher Blumenerde, über einen langen Zeitraum nicht zusammensackt und verdichtet, kann man auf ein jährliches Umtopfen verzichten.

Substratmischung für Streptocarpus

Streptocarpus pflanzt man mit einem Zusatz von Landerde in ein Humussubstrat. Zusätzlich verwendet man etwas groben Sand und Perlite.

  • 5 Anteile Humussubstrat
  • 2 Anteile Ackererde mit Tonanteil
  • 1 Anteil Bims-Kies, Lavalit, gober Sand oder Lavagranulat

Alles muss gut miteinander vermischt werden.

torffreie Spezialerde

Der Boden pH-Wert von 5,0 bis 6,0 wird mit der Zugabe von mehr oder weniger Landerde eingestellt. Wichtig dafür ist das Mischungsverhältnis von Landerde zu  Humussubstrat (Verpackungsaufdruck pH-Wert beachten). Alles muss gut miteinander vermischt werden. Mitteinem pH-Meter oder mit Indikatorstreifen kann man den pH-Werteinem pH-Meter oder mit Indikatorstreifen kann man den pH-Wert der fertigen Mischung ermitteln und gegebenenfalls korrigieren.

Als umweltverträgliche Substratgrundlage mit niedrigem ph-Wert bietet sich torffreie Spezialerde an, z.B:

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Quarzsand zur Auflockerung und für einen guten Wasserabzug
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Bims als Zuschlagstoff, verbessert den Luftgehalt, die Wasserspeicherfähigkeit und die Durchwurzelbarkeit, fördert die Wurzelentwicklung, Körnung 0-4 mm.
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oder

Lavagranulat: Eifel-Lava, rein mineralisches Material. Körnung ca. 0-12 mm.
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Vermiculite: aufgeblähtes Tonmineral zur Substratverbesserung: Lockerung, großes Anlagerungsvermögen für Nährstoffe und Wasser. Körnung 1-3mm
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Lesetipp: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Streptocarpus umtopfen

Streptocarpus sind flachwurzelnde Pflanzen, sie gedeihen am besten in flachen Pflanzgefäßen oder Schalen. Wenn der Topf gut durchwurzelt ist, kann man die Pflanze zum Ende der Blühzeit oder im Frühjahr umtopfen.

Man topft die Streptocarpus um, wenn

  • der Topf im Verhältnis zur Pflanze zu klein geworden ist
  • das Substrat zusammengesackt ist
  • der Topf vollständig durchwurzelt ist
  • wenn reichlich Wurzeln an die Oberfläche treten

Zum Umtopfen der Streptocarpus wird die alte Erde aus den Wurzeln geschüttelt, und sämtliche abgestorbenen toten Wurzeln der Pflanze werden abgeschnitten. Auch lebende Wurzeln können bei Bedarf etwas gestutzt werden. Nach dem Umtopfen schützt man die Pflanzen 2 bis 3 Wochen vor direkter Sonnenbestrahlung. Eine gut umgetopfte Pflanze erholt sich schnell und wird bald weiterwachsen.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Vom Frühjahr bis zum Herbst düngt man eine Streptocarpus alle 14 Tage mit einem Volldünger in schwacher Konzentration. Während des Winters stellt man das Düngen ein.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
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Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

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Streptocarpus sind bei ungünstigen Pflegebedingungen anfällig für einen Befall mit Blattläusen, Spinnmilben und Wollläusen.

Flecken auf den Blättern

Zu kaltes Gießwasser oder ein übergießen der Blätter kann als Grund in Frage kommen. Man sollte daher konsequent darauf achten, nur mit temperiertem Wasser zu gießen und die Blätter nicht zu benässen. Zimmerwarmes Wasser ist am günstigsten. Zu warmes Gießwasser ist meist ebenso nachteilig wie zu kaltes.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

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Quellen

Das Grosse Buch der Zimmerpflanzen. VEMAG Verlags- und Medien Aktiengesellschaft, Köln 1995, ISBN 3-625-10680-9, 1001 Zimmerpflanzen von A - Z. ISBN-10: 1405492090, RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298, Usambaraveilchen - Gesneriengewächse, Wikipedia - Gloxinie, Zimmerpflanzen von Editha Thomas, ISBN-10: 3730401033, Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5

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