Chamaerops pflegen

Chamaerops humilis / Zwergpalme

Chamaerops

Foto: Raimund M. 

Deutscher Name: Zwergpalme
Wissenschaftl. Name: Chamaerops
Wuchshöhe: 1 bis 2 m
Schwierigkeit: pflegeleicht

In die Gattung Chamaerops gehört nur die Chamaerops humilis, die einzige ursprünglich in Europa heimische Palme. Die Palmen haben das Aussehen eines buschigen Strauches mit bis zu 1,4 m hohen verholzten  Stämmen und fächerförmigen Wedeln an steifen, etwa 45 cm langen und mit scharfen Dornen besetzten Blattstielen. Die Wedel der Palme haben einen Durchmesser von etwa 55 cm, sind dunkelgraugrün gefärbt und bis zum Stiel in zahlreiche steife, schwertförmige, an der Spitze gespaltene, Segmente geschlitzt. Jungen Wedel dieser Palmenart sind meist mit feinen, grauen Haaren bedeckt. Diese Haare fallen jedoch nach dem Öffnen der Wedel ab. In Wohnungskultur bilden die Palmen weder Blüten noch Früchte.

Steckbrief / Beschreibung

Weitere bekannte und kultivierte Formen sind Chamaerops humilis var. arborescens, die nur einen sehr kurzen, bis zu 15 cm hohen Stamm hat.

Die Wedel von Chamaerops humilis var. argentea sind silbergrau gefärbt.

Chamaerops humilis var. elegans hat keinen so dichten und buschigen Wuchs wie die Ursprungsform.

Chamaerops humilis var. canariensis und Chamaerops humilis var. robusta haben größere Wedel als alle anderen Formen.

Standort / Licht

Chamaerops benötigen täglich mindestens drei bis vier Stunden direktes Sonnenlicht. Die Palmen vertragen zwar auch helle Standorte ohne direkte Sonnenbestrahlung, wachsen dann aber wesentlich langsamer, und die Abstände zwischen den einzelnen Wedeln werden größer.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses wichtige Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Gießen / Wässern

Vom Frühling bis zum Herbst wird die Palme gleichmäßig gegossen, so dass der Wurzelballen vollständig feucht ist. Zwischen den Wassergaben sollte die oberste Schicht der Erde jedoch etwas abtrocknen.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Überwintern / Ruheperiode

Während der winterlichen Ruhezeit schränkt man das Gießen je nach Temperatur ein. Steht eine Chamaerops sehr kühl bei Temperaturen unter 4 °C, wird im Winter sehr wenig gegossen. In wärmeren Räumlichkeiten braucht die Palme immer so viel Wasser, dass die Erde nicht vollständig austrocknet. Auf keinen Fall sollte die Palme in den lichtarmen Monaten mit kurzen Tagen durch einen zu warmen Standort und zu kräftiges Gießen zum Wachsen angeregt werden. Während der Ruheperiode werden die Palmen nicht gedüngt.

Temperatur

Die Chamaerops wachsen gut bei normalen Wohnungstemperaturen. Die Mindesttemperatur während der Wachstumsphase  beträgt 10 °C. Eine in der Wohnung kultivierte Zwergpalme sollte ihre Winterruhe bei Temperaturen um die 8 bis 12 °C verbringen. Eine im Freien kultivierte, an raues Klima gewöhnte Chamaerops, gilt als frostbeständig bis -10 °C.

siehe auch:
Frostschutz für Palmen
Lexikon winterharter Palmen

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
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Vermehren der Pflanze

Für die Vermehrung von Chamaerops wählt man einen Bodentrieb, der bereits einige eigene Wurzeln ausgebildet hat. Diesen Trieb entfernt man vorsichtig und pflanzt ihn in ein eigenes Pflanzgefäß mit leicht angefeuchteter Erde auf Kompostbasis. Die junge Palme bekommt bis zum ersten Austrieb einen hellen, nicht sonnigen Standort. Man gießt wenig und hält die Erde nur ein wenig feucht. Sobald sich der erste Austrieb neuer Wedel zeigt wird die junge Palme wie ein ausgewachsenes Exemplar weiterkultiviert.

Alternativ kann man die Chamaerops auch durch die Aussaat frischer Samen im zeitigen Frühjahr vermehren. Die Aussaat erfolgt bei einer Temperatur von mindestens 18 °C.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

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Zur Pflege von Chamaerops verwendet man ein Erdgemisch auf Kompostbasis mit einem Zusatz von etwas scharfem Sand und etwas Kies, Blähtonbruch oder Lavagranulat. Torf- oder Humuserde ohne Zusätze eignen sich nicht, da ein solches Substrat zusammensackt und eine Drainage und Belüftung der Wurzeln nicht mehr gewährleistet ist.

Umtopfen

Je nach Wachstum setzt man die Chamaerops im Frühjahr in ein etwas größeres Pflanzgefäß um. Dabei kann man auch die alte Erde vorsichtig entfernen und durch neues Substrat ersetzen. Generell sollte man für Palmen möglichst hohe Pflanzgefäße, Töpfe oder Kübel verwenden. Die Pfahlwurzeln der Chamaerops wachsen senkrecht nach unten, dafür benötigen sie ausreichend Platz.

Wenn sich die oberen Wurzeln der Palmen aus dem Pflanzgefäß herausdrücken, wird es für die Wurzelstruktur zu eng. Spätesten zu diesem Zeitpunkt sollte man seine Chamaerops in ein größeres, höheres Gefäß umtopfen.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Heranwachsenden Chamaerops gibt man alle zwei Wochen einen handelsüblichen Flüssigdünger. Während der winterlichen Ruheperiode stellt man das Düngen vollständig ein.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
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Kürzen / Schneiden der Chamaerops

Da die Spitze der Chamaerops der einzige Vegetationspunkt ist, darf man die Spitzen nicht beschneiden. Die braun werdenden Blätter der Palme dürfen erst nach dem vollständigen eintrocknen von der Palme entfernt werden. Hierfür schneidet man den Blattstiel vorsichtig an der Basis ab. Dabei achtet man darauf, das ein kleines Stück des Stiels, etwa 3 cm, am Stamm bleibt.

Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Palmen, die an lichtarmen Standorten überwintert werden, dürfen im Frühling nicht direkt in das pralle Sonnenlicht gestellt werden. Die harte UV Strahlung kann die Blätter der Palmen verbrennen. Eine solche Verbrennung ist an braunen, unregelmäßigen Flecken der Blätter zu erkennen. Um die Chamaerops an das Sonnenlicht zu gewöhnen, stellt man sie 1 bis 2 Wochen an einen halbschattigen Platz. Etwas Sonne in den Morgen- oder Abendstunden ist in dieser Zeit ausreichend. Nach dieser Eingewöhnungsphase kann man die Chamaerops an ihren endgültigen Standort stellen.

Wenn das Substrat der Palme im Sommer zu lange austrocknet und auch im Winter, besonders bei zu trockener Heizungsluft, neigt die Chamaerops zu einem Befall durch Spinnmilben, Schildläusen oder Wollläusen. Ein regelmäßiges abbrausen oder besprühen mit lauwarmem Wasser hilft einem Schädlingsbefall vorzubeugen.

Schildläuse erkennt man bei genauem Hinsehen leicht an den hoch gewölbten, festen Rückenschildern. Palmen sind anfällig für den Befall mit Schildläusen. Da die Schildläuse aufgrund ihrer Färbung jedoch gut getarnt sind, werden sie schnell übersehen. Man sollte seine Pflanzen deshalb regelmäßig und sorgfältig untersuchen. > Schildläuse bekämpfen / Symptome erkennen

Falls die Blätter der Palme gelb werden und an ihrer Unterseite seidige Gespinste auftreten, kann die Rote Spinne die Ursache für dieses Krankheitsbild sein. Bei einem Befall mit der roten Spinne sind die befallenen Blätter der Pflanze mit einem feinen Gespinst überzogen. Bei einer  genaueren Untersuchung sieht man kleine helle bis gelblich weiße Flecken. Bei stärkerem Befall mit der roten Spinne ändert sich die Farbe der Blätter von grün zu gelb und graugün bis kupferbraun. Bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit ist ein solcher Schädlingsbefall fast ausgeschlossen. > Rote Spinne bekämpfen / Symptome erkennen

Der Befall mit Schmierläusen / Wollläusen wird öfter beobachtet. Das kleine, weiße, an Wattebäusche erinnernde Gespinst der Schmierläuse ist gut auf den Blättern der befallenen Pflanzen zu erkennen. > Schmierläuse bekämpfen

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

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Bilder der Chamaerops

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Chamaerops humilis / Zwergpalme / Früchte

Chamaerops

Chamaerops humilis / Zwergpalme
Foto: Claude G.
Lizenz: GFDL

Chamaerops humilis

Chamaerops

Chamaerops humilis
Foto: Raimund M