Grünlilie

Von den zahlreichen Grünlilien Arten ist nur Chlorophytum comosum (Grünlilie) mit recht einer großen Zahl von Sorten als Zimmerpflanze verbreitet. Alle Grünlilie bilden zahlreiche weiche, leicht gebogene und linealisch-lanzettliche Blätter, die eine Breite von bis zu 2,5 cm erreichen.

Während der Wachstumsphase wachsen zwischen den Blättern hellgelbe, bis zu 70 cm lange und leicht gebogene Blütenschäfte hervor. An diesen peitschenartigen Schäften bilden sich kleine, unscheinbare, sechsblättrige, weiße Blüten. Später folgen den Blüten Ausläufer mit kleinen Pflänzchen. Unter ihrem Gewicht biegen sich die Blütenschäfte nach unten und die Ausläufer können sich mit ihren Wurzeln in der Erde verankern. Grünlilien sind sehr hübsche, grazile Zierpflanzen, insbesondere wenn man mehrere Jungpflanzen zusammen in eine Ampel pflanzt.

Chlorophytum

Chlorophytum

Foto: Michael Häckel
Lizenz: GFD 

Deutscher Name: Grünlilie
Wissenschaftl. Name: Chlorophytum
Familie: Agavaceae
Wuchshöhe: 30 bis 40 cm
Verwendung: Blattschmuckpflanze, Ampelpflanze
Schwierigkeit:
pflegeleicht

Steckbrief / Beschreibung

Chlorophytum comosum "Mandaianum" bildet nur 10 bis 15 cm lange, dunkelgrüne Blätter mit einem gelbem Mittelstreifen aus.

Chlorophytum comosum "Picturatum" bildet bis zu 30 cm lange, mittelgrüne Blätter mit einem gelbem Mittelstreifen aus.

Chlorophytum  comosum "Variegatum" bildet bis zu 40 cm lange, lebhaft grün gefärbte Blätter mit weißem Rand aus.

Chlorophytum  comosum "Vittatum" hat 15 bis 30 cm lange, mittelgrüne Blätter mit einem meist breiten, weißen oder cremefarbenen Mittelstreifen.

Standort / Licht

Damit sich die Grünlilien in Wohnungskultur gesund entwickeln und die Blätter ihren Farbkontrast deutlich ausbilden, muss man die Pflanzen an einen hellen Ort und - vor allem während der kurzen lichtärmeren Wintertage - in direktes Sonnenlicht stellen. Im Sommer sollte man die Pflanzen vor der heißen Mittagssonne schützen, ansonsten können die Blätter der Grünlilie verbrennen.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses wichtige Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Gießen / Wässern

In der Hauptwachstumszeit vom Frühjahr bis zum Herbst gießt man die Grünlilie reichlich und so oft, dass der Topfballen durchgehend etwas feucht bleibt. Zwischen November und März gießt man etwas seltener und sparsamer.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Grünlilien überwintern / Ruheperiode

Von November bis März gießt man nur mäßig, die Erde sollte nur hin und wieder etwas angefeuchtet werden. Zwischen den einzelnen Wassergaben lässt man die oberste Schicht der Erde antrocknen. Bei Ballentrockenheit können die Blätter der Grünlilien ausbleichen oder die Blattspitzen braun werden und dauerhaft vertrocknen.

Temperatur

Zur Pflege der Grünlilien eignen sich normale Raumtemperaturen. Bei Temperaturen unter 10 °C stellt die Grünlilie das Wachstum ein.

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Grünlilien vermehren

Zur Vermehrung einer Grünlilie schneidet man die Ausläuferpflänzchen von den langen Blütenschäften ab, sobald die Blätter der Ableger eine Länge von 5 bis 7 cm erreicht haben. Um Fäulnis zu vermeiden, sollte man die untersten Blättchen der Ableger vorsichtig entfernen. Haben die Pflänzchen noch keine Wurzelansätze ausgebildet, stellt man die Ableger so lange in ein Gefäß mit Wasser, bis die sich bildenden Wurzeln etwa 3 cm lang sind. Dann pflanzt man die jungen Grünlilien in ein Erdgemisch auf Kompostbasis um.

Ableger mit kräftigeren Wurzeln können sofort nach dem Abtrennen von den Ausläufern eingepflanzt werden.

Alternativ kann man auch die Ausläuferpflänzchen, ohne sie vorher von der Mutterpflanze abzutrennen, mit der Basis in kleine Topfe mit Kompost- oder Blumenerde setzten. Nach fünf bis sechs Wochen haben sie sich die Ableger gut bewurzelt und der Ausläufer der Mutterpflanze kann durchtrennt werden.

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Erde / Substrat

Ideal für die Pflege der Grünlilie ist ein schwach saurer Boden pH-Wert von 5,8 bis 6,5. Die Pflanzen gedeihen auch in einfacher, handelsüblicher Blumenerde auf Kompostbasis. Der pH-Wert ist auf der Verpackung angegeben und sollte innerhalb der tolerierten Werte von 5,8 bis 6,5 liegen. Bei falschem pH-Wert wird sich eine Grünlilie nicht gesund entwickeln können.

Normale Erdmischungen in einer guten Qualität aus dem Baumarkt, Gartencenter oder der Gärtnerei sind jedoch nur bedingt empfehlenswert, da einige Anforderungen an Pufferkraft, Wasser- und Nährstoffregulierung, etc. nicht dauerhaft gewährleistet sind.

Ein gutes Substrat

Das richtige Substrat-Gemisch gewährleistet einen guten Halt der Pflanze und eine gute Belüftung des Wurzelbereiches. Landerde stellt den pH-Wert ein und verbessert die Aufnahme- und Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe. Ein gutes Substrat verfügt über eine gute Puffereigenschaft und darf über einen längeren Zeitraum seine vorteilhaften Eigenschaften nicht verlieren.

Durch die Fremdstoffe Quarzsand, Bims-Kies, Lavalit, Lavagranulat und andere geeignete Zuschlagstoffe verändert man nicht nur die physikalischen sondern auch die chemischen Eigenschaften des Substrats. Kleine Kiesel, Styromull, Splitt und ähnliches verbessern den Wasserabzug nach dem Gießen. Dies hilft Staunässe und damit Wurzelfäulnis vorzubeugen.

Andere wichtige Eigenschaften für eine gute Topfpflanzenerde werden von den Herstellern aus finanziellen und Transportgründen unzureichend berücksichtigt. Dies betrifft die Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe, die Luftführung innerhalb des Substrats und die Standfestigkeit um ein zusammensacken und verdichten zu verhindern.

Pufferkraft des Substrats

Auch die Pufferkraft eines Substrats ist sehr wichtig, die Pufferkraft verhindert:

  • schnelles Austrocknen der Blumenerde
  • Versalzungen an den Wurzeln
  • Schwankungen im Nährstoffvorrat
  • schnelle Veränderungen des pH-Werts

Ausführliche Informationen, Substratrezepte und Bezugsquellen finden Sie hier: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Wenn man seine Grünlilie in perfekt abgestimmtes Substrat pflanzen möchte, mischt man sich dieses selber. Die Herstellung ist nicht schwierig. Als Belohnung erhält man eine dauerhaft gesunde und wüchsige, gegenüber Krankheiten und Schädlingen gut resistente Pflanze, vorausgesetzt die restlichen Pflegeanforderungen an Licht, Wasser, Temperatur und Nährstoffe werden ebenfalls erfüllt. Da das eigene Substrat, im Gegensatz zu einfacher Blumenerde, über einen langen Zeitraum nicht zusammensackt und verdichtet, kann man auf ein jährliches Umtopfen verzichten.

Substratmischung für eine Grünlilie

Eine Grünlilie pflanzt man mit einem Zusatz von Landerde in ein Torf- oder Humussubstrat mit Zumischung verschiedener Fremdstoffe.

  • 3 bis 5 Anteile Torfsubstrat (Humussubstrat) = herkömmliche Blumenerde
  • 1,5 bis 3 Anteile Ackererde mit Tonanteil
  • 1 Anteil Quarzsand

Der Boden pH-Wert von 5,8 bis 6,5 wird mit der Zugabe von mehr oder weniger Landerde eingestellt. Wichtig dafür ist das Mischungsverhältnis von Landerde zu saurem Torfsubstrat (Verpackungsaufdruck pH-Wert beachten). Alles muss gut miteinander vermischt werden. Mit einem pH-Meter oder mit Indikatorstreifen kann man den pH-Wert der fertigen Mischung ermitteln und gegebenenfalls korrigieren.

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Lesetipp: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Hinweise

Oft werden Grünlilien in normaler Torf- oder Blumenerde, vermischt mit einigen Styroporperlen zum Verkauf angeboten. Diese einfache Blumenerde sollte man gegen ein für die Grünlilie besser geeignetes Substrat austauschen.

Grünlilien umtopfen

Beim Einpflanzen oder Umtopfen muss man den Grünlilien genügend Platz für die Ausbildung der zahlreichen hellen, knollenförmigen Wurzeln lassen, in denen die Pflanze auch Wasser speichert. Der obere Rand des Wurzelballens sollte 2 bis 3 cm unterhalb des Topfrands liegen.

Man topft eine Grünlilie nur dann um, wenn die fleischigen Wurzeln der Pflanze die Erde bis zum Topfrand angehoben haben und das Gießen aufgrund des Platzmangels Schwierigkeiten bereitet. Grünlilien kann man jederzeit in größere Töpfe umpflanzen, man ist nicht an die Jahreszeiten gebunden.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Sobald die Grünlilien gut angewachsen sind, gibt man ihnen während des ganzen Jahres über alle 14 Tage einen Flüssigdünger.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
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Grünlilie - Giftig oder nicht?

Die Grünlilie, als ursprüngliche Wildform oder in den zahlreichen Zuchtformen, ist in allen Teilen ungiftig. Dies gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Haustiere wie Katzen und Vögel (Wellensittiche, Kanarienvögel oder Papageien.) Der Verzehr größerer Mengen dieser Pflanze kann jedoch zu Übelkeit und Brechreiz führen.

Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Ein Befall mit Schmier- und Wollläusen wird an der Grünlilie öfter beobachtet. Das kleine, weiße, an Wattebäusche erinnernde Gespinst der Schmierläuse ist gut auf den Blättern der befallenen Pflanzen zu erkennen.
> Schmierläuse bekämpfen / Symptome erkennen

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Grünlilien kaufen oder online bestellen

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Bilder der Grünlilie

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Chlorophytum

Grünlilie

Foto: Stan Shebs
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Chamaerops humilis

Grünlilie

Chlorophytum comosum
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Chlorophytum / Grünlilie

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Chlorophytum tuberosum
Foto: Viren Vaz
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