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Umtopfen - Der Grüne Daumen

Eine in der Wohnung kultivierte Pflanze kann recht lange im selben Pflanzgefäß und auch in derselben Erde bleiben, wenn man die Pflanze regelmäßig düngt. Nach einiger Zeit wird sich das Wachstum der Pflanze jedoch verlangsamen, und die Zimmerpflanze verliert ihr gesundes, vitales Aussehen. Das liegt daran, dass die Wurzeln immer mehr Platz beanspruchen, und die Topferde verbraucht wird. Aus diesem Grund müssen die Pflanzen in regelmäßigem Abstand in größere Pflanzgefäße in frische Erde umgetopft werden.

Einjährige Pflanzen mehrmals umtopfen
Schnellwachsende, nur einjährig kultivierte Pflanzen sollten von der Anzucht aus den Samen bis zu ihrer blühfähigen Größe im Laufe mehrerer Monate mehrmals in jeweils größere Töpfe umgetopft werden.

Große Pflanzen seltener umtopfen
Pflanzen die über viele Jahre hinweg kultiviert werden, topft man bis zu der gewünschten Größe meist einmal im Jahr um. Nachdem die Pflanze ihrer für die Wohnungskultur maximale Größe erreicht hat, kann man sie in größeren Abständen umtopfen.

Wann topfe ich eine Pflanze um?

Eine gute Methode um festzustellen, ob eine Pflanze umgetopft werden muss, ist das Kontrollieren der Wurzeln. Bei einigen Gattungen wie z. B. der Grünlilie- treten die dicken, fleischigen Wurzeln aus der Erdoberfläche aus und zeigen uns damit an, dass die Pflanze ein größeres Pflanzgefäß benötigt.

Wurzeln im Abzugsloch sind kein sicheres Zeichen
Bei zahlreichen anderen Pflanzen wachsen die feinen Wurzeln aus dem Abzugsloch des Pflanzgefäßes. Dies muss aber nicht unbedingt ein Zeichen dafür sein, dass die Pflanze umgetopft werden muss, denn oftmals wachsen einige Wurzeln durch das Abzugsloch, auch wenn die restlichen Wurzeln der Pflanze das Pflanzgefäß noch nicht ganz ausfüllen. Sicherheit gewinnt man nur, wenn man die Pflanze aus ihrem Topf herausnimmt und sich das Wurzelwerk genauer anschaut.

Schlechte Erde erkennen
Wenn die Erde mit einer weißen Kruste bedeckt ist, so kann dies ein Zeichen für sehr hartes Gießwasser oder eine Versalzung durch eine Überdüngung der Pflanze sein. Weiße, krustige Ablagerungen an der Außenwand von Tongefäßen deuten auf die gleichen Missstände hin. In einem solchen Fall ist es sinnvoll die Pflanzen bei nächster Gelegenheit umzutopfen und in frisches Substrat zu setzten. Siehe auch: Reinigen der Zimmerpflanzen

Nach dem Austopfen hat man Sicherheit
In der Regel kann man erst nach dem Austopfen einer Pflanze am Wurzelballen erkennen ob ein größerer Topf notwendig ist: Sieht man an der ausgetopften Pflanze dass die Wurzeln noch reichlich Platz haben, so tauscht man nur die alte Erde gegen frisches Substrat aus.

Wurzelspitzen im Randbereich
Wenn an der seitlichen Begrenzung, dort wo das Pflanzgefäß die Erde umschloss, zahlreiche junge Wurzelspitzen in Erscheinung treten, wird in ein größeres Gefäß umgetopft.

Verfilzte, dichte Wurzeln im Randbereich
Falls die Wurzeln an der seitlichen Begrenzungsschicht bereits dicht verfilzt sind oder eine dicke Spirale am Boden des Topfes bilden, ist es höchste Zeit die Pflanze in ein größeres Gefäß zu setzen. Das hätte in einem solchen Fall eigentlich schon vor längerer Zeit geschehen sollen.

Ausnahmen: Einige wenige Pflanzen bilden eine Ausnahme von dieser Regel, solche Pflanzen wachsen besser oder blühen bereitwilliger wenn das Wurzelwerk unter einem gewissen Platzmangel leidet. Besonders Zwiebel- und Knollengewächse, aber auch einige Sträucher gehören in diese Kategorie. In unseren Kulturanleitungen der einzelnen Pflanzen wird auf eine solche Besonderheit jeweils hingewiesen.

Austopfen kleiner Pflanzen

Um kleinere bis mittlere Pflanzen auszutopfen, legt man am besten eine Hand mit der Fläche nach unten so über das Substrat, dass ein oder mehrere dicke Stängel der Pflanze zwischen den Fingern liegen.
Bei kleineren, rosettenbildenden Pflanzen, einem Usambaraveilchen beispielsweise, schiebt man unter den ausgebreiteten Blättern die Hand vorsichtig auf die Topferde. Nun dreht man das Pflanzgefäß um und schlägt mit dem Rand des Pflanzgefäßes leicht gegen eine Tisch- oder Stuhlkante. Nach einigen leichten Schlägen sollte sich der Wurzelballen leicht aus dem Topf herauslösen lassen.

Festsitzende Wurzelballen mit dem Messer lösen
Falls sich der Wurzelballen nicht vom Pflanzgefäß löst, schneidet man mit einem langen, möglichst dünnen Messer zwischen Topfrand und Erde entlang.

Brüchige Pflanzen und Kakteen erfordern Umsicht
Die hier beschriebene Methode ist aber nicht für alle Pflanzen geeignet. Pflanzen mit leicht brüchigen Blattstielen müssen besonders vorsichtig angefasst werden. Bei dornigen Kakteen muss man sich schützen, man kann für das Austopfen solcher Gewächse die Hand mit mehreren Lagen Zeitungspapier vor Einstichen bewahren.

Austopfen großer Pflanzen

Bei bereits großen Pflanzen legt man das Pflanzgefäß zur Seite, schlägt mit einem hölzernen Kochlöffel leicht auf den Rand und schneidet  dann mit einer dünnen, langen Messerklinge an der Innenseite des Topfrandes entlang. Besser geht es wenn man einen Helfer hat der das Pflanzgefäß vom Wurzelballen wegzieht.

Besser den Topf zerstören als die Wurzeln zu beschädigen
Im schlechtesten Fall kann man ein Pflanzgefäß aus Ton vorsichtig zerschlagen oder falls es Sich um einen Plastiktopf handelt, diesen mit einer Garten- oder Blechschere zerschneiden. Besonders wenn bereits zahlreiche Wurzeln durch das Abzugsloch gewachsen sind, zerbricht oder zerschneidet man den Topf besser, um die Wurzeln der Pflanze beim Herausnehmen des Wurzelballens nicht zu beschädigen oder gar abzureißen.

Pflanzen während der Wachstumsphase umtopfen

Für fast alle Pflanzen ist es am besten, wenn man sie am Anfang der Wachstumsperiode umgetopft, unabhängig davon in welche Jahreszeit dieser Wachstumsbeginn fällt. ( s.a. Ruhezeit ). Während der Ruheperiode darf man Pflanzen nicht umtopfen, da die Wurzeln nicht schnell genug in die frische Erde hineinwachsen können. Die Erde würde in einem solchen Fall die Nässe stauen und die Wurzeln der Pflanze beginnen zu faulen.

Schlecht wachsende Pflanzen nicht umtopfen
Eine siechende, schlecht wachsende Pflanze mit genügend Platz für die Wurzeln darf nicht umgetopft werden. Das Umtopfen ist ein harter Eingriff für eine Zimmerpflanze und führt bei einer bereits schwächelnden Pflanze zu einem Schock. In einem solchen Fall sollte man versuchen zuerst die Ursache für das schlechte Erscheinungsbild der Pflanze zu finden und dann dafür sorgen das sich die Pflanze wieder gut erholt. Ist die Pflanze wieder vital und gesund, kann man sie umtopfen. Eine Ausnahme von dieser Regel bilden nur Pflanzen deren Erde versalzen und überdüngt ist. Hier muss dass Substrat gewechselt werden.