Zimmerpflanzen richtig gießen

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Zimmerpflanzen | «Wässern und Gießen»
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Basis der Pflanzenpflege



Gießen von Zimmerpflanzen

Der grüne Daumen, Teil 4Wie viel und wann sollte man eine Pflanze in Zimmerkultur gießen? In erster Linie richtet sich der Wasserbedarf unserer Zimmerpflanzen nach der Art und der Lebensgewohnheit in ihrer natürlichen Umgebung. Auch richtet sich der Wasserbedarf unserer Zimmerpflanzen nach den gerade aktuellen Bedingungen - in gut beheizten Räumlichkeiten oder bei trockenem und warmem Wetter verdunsten die Pflanzen meist größere Mengen an Feuchtigkeit über die Erde und über die Blätter der Pflanzen.

Wenig Wasser während der Ruheperiode
Bei niedrigen Temperaturen oder in der Ruhezeit ist der Wasserverlust durch Verdunstung wesentlich niedriger. Die Pflanzen kommen während der Ruhephase mit weniger Wasser zurecht, das wässern wird deutlich reduziert.

Mehr Wasser während der Wachstumsphase
Während der Hauptwachstumsperiode benötigen unsere Zimmerpflanzen jedoch mehr Feuchtigkeit als in der Ruheperiode. Während dieser Zeit müssen die Wassergaben deutlich erhöht werden.

Auch das Pflanzgefäß entscheidet über den Wasserbedarf
Auch das Gefäß in dem wir die Pflanze halten, groß oder klein, poröser unglasierter Ton oder Plastiktopf wirken sich auf den Wasserverlust und somit auf die Abstände des Gießens aus. Unterschiedliche Erdmischungen können auch unterschiedliche Wassermengen speichern - poröse Erde speichert weniger, Komposterde speichert mehr Wasser.

Kein fester Zeitplan für das Gießen
Aufgrund dieser zahlreichen voneinander unabhängigen und verschieden Faktoren gibt es keinen festen Zeitplan für das Gießen unserer Pflanzen. Zimmerpflanzen sollten alle paar Tage kontrolliert werden um den Feuchtigkeitszustand der Erde und das Befinden der Pflanze festzustellen.

Im Laufe der Zeit entwickelt man jedoch ein Gefühl für den Wasserbedarf der einzelnen Pflanzen während der unterschiedlichen Jahreszeiten

Wann wird gegossen ?

Es gibt keinen festen Zeitabstände in denen Zimmerpflanzen gegossen werden müssen. Einmal pro Woche, zweimal pro Woche gießen....etc kann nicht funktionieren.

Flexibel Gießen
Den richtigen Zeitpunkt zum Gießen kann man nur der Topferde entnehmen. Wurde eine Pflanze für ihre Bedürfnisse über einen Zeitraum zu nass oder zu trocken gehalten so sind oft unwiderrufliche Schäden die Folge. Stauende Nässe beschädigt oder zerstört die Wurzeln, ein verwelken durch zu wenig Wassergaben stört das Wachstum und die Blütenbildung der Pflanzen. Die Pflanze bekommt braune Blätter und wirft diese dann ab.

Den Feuchtigkeitsgehalt der Erde feststellen
Um den Feuchtigkeitszustand der Erde richtig beurteilen zu können ist ein Feuchtigkeitsmesser sehr hilfreich. Mit etwas Erfahrung lässt sich der Zustand der Erde auch über ein Anheben des Topfes feststellen. Der Gewichtsunterschied zwischen nasser, feuchter und trockener Erde ist recht erheblich.

Die Fingermethode funktioniert nur bei kleinen Pflanzgefäßen
Das prüfen der Feuchtigkeit mittels eines Fingers ist sehr ungenau. Je nach Zustand der Erde kann man sich bei der Einschätzung leicht täuschen. Insbesondere bei größeren und höheren Töpfen ist diese Methode unzulänglich, die ersten Zentimeter der Erde können sich absolut ausgetrocknet anfühlen, aber im unteren Teil des Topfes ist noch ausreichend Feuchtigkeit vorhanden.

Eine lohnende Anschaffung: Der Feuchtigkeitsmesser für Zimmerpflanzen
Der oben schon erwähnte Feuchtigkeitsmesser mit bis zu 40 cm langen Messstäben leistet bei den hohen Töpfen sehr gute Arbeit und kann die uns lieb gewordenen Zimmerpflanzen vor Schaden durch Überwässerung bewahren. Ein solches Messgerät ist einfach zu bedienen und man kann ein Feuchtigkeitsmesser für Zimmerpflanzen im Gartencenter oder Baumarkt für wenige Euro kaufen.

Diese Faktoren steigern den Wasserbedarf

Man gießt Pflanzen häufiger, wenn:

- sich die Pflanze in der Zeit der Wachstumsperiode oder in der Blüte befindet
- das Pflanzgefäß bereits stark durchwurzelt ist
- die Temperaturen hoch sind
- die Pflanze im Verhältnis zum Topf sehr groß ist
- der Pflanztopf aus unglasiertem Ton besteht
- die Luftfeuchtigkeit deutlich zu niedrig ist
- die Pflanze dünne, große Blätter hat

Diese Faktoren mindern den Wasserbedarf

Man gießt Pflanzen seltener, wenn:

- die Pflanze sich in der Ruheperiode befindet
- die Pflanze den Topf nur leicht durchwurzelt hat
- die Temperaturen niedrig sind
- die Pflanze im Verhältnis zum Topf sehr klein ist
- das Pflanzgefäß aus Kunststoff oder glasiertem Ton besteht
- die Luftfeuchtigkeit relativ hoch ist
- die Pflanze dicke, kleine oder sukkulente Blätter und Triebe hat

Das bedeuten die Angaben in unseren Kulturanleitungen

Reichlich gießen - Die Topferde muss ständig feucht gehalten werden, sie darf auch an der Oberfläche nicht abtrocknen. Man verabreicht der Pflanze soviel Wasser, bis dieses aus dem Abzugsloch wieder herausläuft. Das sich in dem Untersetzter ansammelnde Wasser wird bis auf wenige Ausnahmen nach ca. 20 Minuten abgeschüttet. Auch Pflanzen mit einem hohen Wasserbedarf leiden wenn die Wurzeln längere Zeit im Wasser stehenbleiben. Werden die Pflanzen über den Untersetzer und nicht direkt über die Erde gegossen, so gibt man solange Wasser in den Untersetzer bis sich die Erdoberfläche leicht feucht anfühlt und die Erde kein Wasser mehr aufnimmt. Auch hier wird dann das restliche überschüssige Wasser aus dem Übertopf oder Untersetzer nach ca. 20 Minuten abgegossen.

Mäßiges Gießen: Bei Pflanzen die mäßig gegossen werden sollten lässt man die Erde zwischen den einzelnen Wassergaben in der obersten Schicht leicht abtrocknen. Wenn die Pflanze dann gegossen wird, feuchtet man die Erde gut an. Sobald die ersten Tropfen Wasser aus dem Abzugsloch laufen gießt man nicht mehr weiter. Wer die Pflanze von unten bewässern möchte, gibt ein wenig Wasser in den Untersetzer und wartet bis alles aufgesogen wurde. Dies widerholt man je nach Topfgröße mehrmals. Es sollte kein Wasser in dem Untertopf stehenbleiben. 

Sparsames Gießen: Bei Pflanzen die sparsam gegossen werden sollten, lässt man die Topferde zu ca. 2/3 abtrocknen und feuchtet sie danach nur leicht an. Für die Wassergabe schüttet man etwas Wasser auf die Oberfläche des Topfballens und wartet bis dieses aufgesogen wurde. Mit einem Feuchtigkeitsmesser oder einem Holzstab prüft man wie weit das Wasser eingedrungen ist. Findet man noch trockene Stellen in der Erde, so widerholt man den Vorgang nochmals. Beim sparsamen Gießen darf die Erde nicht zu feucht werden. Wenn Wasser aus dem Abzugsloch fließt, so hat man bereits zu viel gegossen.