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Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit kann man auch spezielle Luftbefeuchter verwenden; sie haben den Vorteil, dass die Luftfeuchtigkeit im ganzen Raum erhöht wird. Manche Bauformen sind jedoch umstritten, da sie angeblich Schimmelpilzsporen oder Legionellen verbreiten können.
Für einige sehr empfindlicher Pflanzen sind diese einfacheren Methoden zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit nicht ausreichend. Man sollte diese Pflanzen in einem geschlossenen gläsernen Raum oder Behälter, beispielsweise in einer Pflanzenvitrine kultivieren. In dieser geschlossenen Atmosphäre sorgt das aus der Erde verdunstende Wasser für eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit.
Ein wichtiger Faktor für einen gesunder Wuchs und ein frisches, vitales Aussehen unserer Zimmerpflanzen ist die Luftfeuchtigkeit. Glücklicherweise lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit einfach messen, die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit bei Bedarf ist jedoch schon etwas schwieriger. Die Luftfeuchtigkeit ergibt sich aus dem relativen Wasserdampfgehalt der in Luft. Diese ist unabhängig von dem Feuchtigkeitsgehalt der Erde in den Pflanzgefäßen.
Alle Blätter einer Pflanze besitzen zahlreiche, winzige Spaltöffnungen, Stomata genannt. Durch diese Stomata kann die Pflanze lebenswichtige Gase aus der Luft aufnehmen. Wenn sich die Stomata ausweiten, um Kohlendioxid aufzunehmen, verlieren die Blätter gleichzeitig durch Verdunstung Wasser. Je höher die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung der Pflanze ist, desto geringer ist der Wasserverlust der Pflanze durch Verdunstung. Je niedriger die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung der Pflanze ist, um so größer ist die Gefahr, dass die Blätter der Pflanze durch eine zu starke Verdunstung austrocknen und einzuschrumpfen beginnen.
Die Luftfeuchtigkeit wird als relative Feuchte gemessen:
0% relative Luftfeuchtigkeit ist absolut trockene Luft. 100% relative Luftfeuchtigkeit entspricht einer mit Wasserdampf gesättigten Luft. Dichte Nebelschwaden können 100% relative Luftfeuchtigkeit enthalten, die Luft ist dann so mit Wasserdampf gesättigt, dass man kleine Wassertröpfchen erkennen kann.
Um die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung messen zu können, sollte jeder Pflanzenfreund ein Hygrometer zur Hand haben. Im Gartenhandel und in Baumärkten findet man gute Modelle, oft in Kombination mit einem Thermometer.
Die meisten unserer Zimmerpflanzen, auch Kakteen, benötigen eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 40%. Fast alle Gattungen und Arten, die aus dem tropischen oder subtropischen Regenwald stammen, benötigen jedoch wesentlich feuchtere Luft. Ein mittlerer, von fast allen Pflanzen gut vertragener Richtwert liegt bei etwa 60% relative Luftfeuchtigkeit. Kultiviert man eine Zimmerpflanze bei zu geringer Luftfeuchtigkeit, welken die Blätter der Pflanze schnell und sie muss öfter gegossen werden. Den erhöhten Verdunstungsverlust bei zu trockener Luft versucht die Pflanze durch eine stärkere Wasseraufnahme auszugleichen. Besonders bei Pflanzen mit langen, schmalen Blättern, z. B. Beaucarnea, Grünlilien oder Palmen sind vertrocknete Blattspitzen meist ein Zeichen von zu geringer Luftfeuchtigkeit.
Als Faustregel kann man folgendes beachten: Je zarter und dünner das Blatt einer Pflanze ist, um so höher muss die relative Luftfeuchtigkeit in der Umgebung sein. Dickfleischige, ledrige Blätter vertragen meist auch trockene Luft ohne das die Pflanze Schaden nimmt.
Wichtig ist besonders während der Heizperiode und bei Pflanzen die in stark sonnenbestrahlten Fenstern stehen für eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen.
Die Wasserdampfmenge, die in der Luft enthalten sein muss, damit diese eine bestimmte relative Luftfeuchtigkeit aufweist, steigt zusammen mit der Temperatur. Bei gleicher relativer Luftfeuchtigkeit muss Luft von 20 °C etwa doppelt soviel Wasserdampf enthalten wie Luft mit einer Temperatur von bei 10 °C.
In Gewächshäusern spritzt man an heißen Tagen den Boden mit Wasser ab, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Da dies in unseren Wohnungen jedoch nicht möglich ist, verwenden wir andere Methoden, die den gleichen Zweck erfüllen. In der Umgebung unserer Zimmerpflanzen kann man Wasser fein zerstäuben; das sollte man wenigstens einmal am Tag und möglichst am Vormittag machen, spätestens wenn die Heizkörper oder Sonnenstrahlen beginnen, das Zimmer aufzuwärmen. Diese Methode hat leider den Nachteil, dass sie nur recht kurzfristig wirkt.
Günstiger ist es durch eine geeignete Vorrichtung für ständige Wasserverdunstung im näheren Bereich der Pflanze zu sorgen. Eine Möglichkeit ist, kleine Kieselsteine oder Splitt in eine flache, wasserdichte Schale oder einem Untersetzer etwa 10 cm hoch aufzuschichten. Die Schale wird regelmäßig mit Wasser gefüllt, der Topf der Zimmerpflanze steht auf diesem Kiesbett ohne direkt mit dem Wasser in Kontakt zu kommen. Die Kieselsteine sollten einen Durchmesser von etwa 1 cm haben, in den Behälter kommt nur so viel Wasser, dass die Steine nicht bedeckt sind. Diese Einrichtung dient nur zur Wasserverdampfung und zur Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit in der direkten Umgebung der Pflanze, Für die Bewässerung der Erde in den Töpfen von unten durch das Wasserabzugsloch ist diese Methode nicht geeignet. Eine gute Wirkung erreicht man, wenn der Durchmesser der Schale in etwa der Ausladung der Pflanzen entspricht. Auf diese Weise werden alle Blätter der Pflanze durch den aufsteigenden Wasserdampf mit Feuchtigkeit versorgt.
Auch bei in Blumenampeln und Hängekörben kultivierten Pflanzen lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit auf ähnliche Weise erhöhen. Man befestigt man einen Untersetzer mit Wasser oder mit stets feucht gehaltenen Kieselsteinen etwa 10 cm unter der Blumenampel. Am besten bohrt man einige kleine Löcher in den Rand einer Plastikschale, fädelt Draht oder eine Kordel hindurch und bindet die Schale unter den Korb. Es gibt zwar Blumenampeln mit eingebauten Abtropfschalen. In diese sollte man jedoch kein Wasser zum Verdunsten füllen, denn es schadet fast allen Pflanzen, wenn die Töpfe mit dem Wasserabzugsloch im Wasser stehen. Die Erde vernässt und die Pflanze leidet unter Staunässe.