Pflanzenkunde: Schneiden, ausbrechen und kürzen von Zimmerpflanzen

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Grundlagen für Zimmerpflanzen

Warum Pflanzen beschneiden?

Normalerweise brauchen in Wohnungen kultivierte Pflanzen nicht wie  Freilandpflanzen, z. B. Rosen oder Obstbäume, geschnitten werden. Es kann jedoch passieren, das auch eine Zimmerpflanze zu groß für die Wohnung wird oder das die Pflanze unregelmäßig wächst.

Durch das richtige Schneiden kann man solche Pflanzen wieder auf eine passable Größe bringen oder in die gewünschte Form trimmen. Zudem fördert das beschneiden der Pflanzen den neuen Austrieb aus schlafenden Augen direkt unterhalb der Schnittstelle. Bei in Wohnungen kultivierten Pflanzen unterscheidet man zwischen zwei Schnittmaßnahmen: Ausbrechen der Triebe und den Rückschnitt der Pflanze.

Rückschnitt der Pflanze

Das Schneiden der Triebe einer Pflanze die nicht verholzt sind macht man mit einem scharfen Messer. Verholzte Triebe beschneidet man immer mit einer Gartenschere.

Bei einem kräftigen Rückschnitt der Pflanze wird der jeweilige Trieb bis knapp über dem obersten schlafenden Auge eingekürzt. Diese Schnittwunden heilen bei den meisten Pflanzen meist schnell, während bei einem drastischeren Schnitt am Stengel zwischen zwei Augen der jeweilige Trieb oftmals bis an das untere Auge und manchmal noch weiter zurück absterben kann.

Ausbrechen der Triebe einer Pflanze

Beim Ausbrechen der Triebe einer Pflanze entfernt man nur die kurze Spitze eines Triebs, längere Stücke als 1 bis 3 cm sollten nicht ausgebrochen werden. Ausgebrochen wird möglichst unmittelbar über einem Auge, das bedeutet dem Vegetationspunkt, dem ein Blatt oder Blattpaar entspringt. Wachsen die Augen sehr dicht beieinander, sollte man die Triebspitze bis zum zweiten Auge, von oben gerechnet, entfernen.

Das Ausbrechen der Triebe ist eigentlich ein behutsamer Rückschnitt, man nennt diese Art der Einkürzung einer Pflanze auch   Entspitzen oder Pinzieren.

Beim Ausbrechen wird der Trieb zwischen Daumen- und Zeigefingernagel ausgebrochen. Alternativ, und besonders bei zäheren, härteren oder leicht holzigen Pflanzentrieben zu empfehlen, benutzt man ein scharfes Messer oder eine spitze Schere. Das Ausbrechen der Triebe ist meist sinnvoll, wenn sich frisch bewurzelte Stecklinge kräftig und schnell entwickeln. Man erreicht durch das Ausbrechen einen dichten, buschigen Wuchs der Pflanze.

Besonders schnell wachsenden Pflanzen mit weichen Trieben, wie Zimmerhopfen, Buntnessel oder Wasserranke, deren Triebe nach einiger Zeit sehr lang und sparrig werden. Durch das Ausbrechen der Triebspitzen an solchen Pflanzen werden meist auch ein oder zwei schlafende Augen im unteren Ansatz des Triebs zu neuem Austrieb angeregt. Die sich dann ausbildenden Seitentriebe sollten später ebenfalls ausgebrochen werden, um den buschigen Wuchs der Pflanze noch weiter voranzutreiben.

Der richtige Zeitpunkt des Pflanzenschnitts

Die Spitzen der Triebe schnell wachsender Pflanzen kann man können ab dem Beginn der Hauptwachstumszeit den ganzen Sommer über ausbrechen. Das Ausbrechen und andere nicht so drastische  Schnittmaßnahmen, mit denen man einen buschigen Wuchs der Pflanze erzielt, kann man während der Wachstumszeit also immer bei Bedarf durchführen.

Drastische Schnittmaßnahmen mit einem kräftigen Rückschnitt der Haupt- und Nebentriebe einer Pflanze, sollten nur am Anfang der Hauptwachstumszeit vorgenommen werden. Nur dann ist der frische Austrieb an den schlafenden Augen der Pflanze gesichert.

Hinweise zum beschneiden & ausbrechen

Zum Ende der Wachstumsperiode können bei krautigen, buschig wachsenden Pflanzen trotz dem regelmäßigem Ausbrechen der Triebspitzen einige lange unansehnliche Triebe auftreten. Man schneidet solche Triebe bis dicht über den Boden zurück und lässt die kurzen Stummel stehen. Aus diesen entwickeln sich während der nächsten Wachstumsperiode neue Triebe.

Auch blühende oder früchtetragende Pflanzen, wie beispielsweise Pelargonien und Solanum werden auf diese Weise zurückgeschnitten. Bei einigen Sträuchern, Zitrusgewächse und Myrten beispielsweise, schneidet man überlange, holzige Triebe auf die Länge der übrigen zurück, so kann man ein hübsches Wuchsbild zu erhalten.

In der Regel sollte der Rückschnitt bei den meisten strauchartigen Pflanzen aber nur vorgenommen werden um einen neuen, und kompakt buschigen Wuchs fordern. Fuchsien, Oleander und Hibiscus beispielsweise treiben frisch aus, wenn man die holzigen Triebe verhältnismäßig weit zurückschneidet. Sobald die alten verholzten Triebe dieser Pflanzen ihre Blätter verloren haben, fördert ein Rückschnitt ins alte Holz den Austrieb junger Triebe an der Basis der Pflanze.

Wenn man aufgrund von Platzmangel die Höhe oder die seitliche Ausladung einer Pflanze durch den Rückschnitt der Triebspitzen beeinflussen möchte, hält der der Erfolg meist nicht lang an, da die Schnittmaßnahme meist auch ein kräftigeres Wachstum der Pflanze fördert.

Wenn die Spitze eines Gummibaums beispielsweise die Zimmerdecke erreicht, nützt ein Rückschnitt der Spitze nur wenig. Die Pflanze bildet schnell neue Seitentriebe die wieder bis zur Decke nachwachsen. Möchte man eine zu groß gewordene Pflanze weiterkultivieren, muss man kräftig einen halben Meter oder mehr zurückschneiden.

Besonders kletternde Zimmerpflanzen wie Bougainvillea und Passionsblumen wachsen so schnell, dass man sie zum Ende jeden Jahres stark zurückschneiden sollte. Dabei kürzt man die Seitentriebe und den Haupttrieb der Pflanzen ein. Man kann jedoch auch alle Seitentriebe am Haupttrieb bündig abschneiden und zusätzlich den Haupttrieb einkürzen.

Wenn man durch den Schnitt eine sich verzweigende Kletterpflanze heranziehen möchte, kürzt man den Haupttrieb um mehrere Zentimeter ein. Möchte man jedoch eine lange, eintriebig wachsende Pflanze, müssen alle schwächlichen Seitentriebe regelmäßig entfernt werden.

Besonderheiten bei Blüten & buntblättrigen Pflanzen

Wenn sich an eigentlich buntblättrigen Pflanzen einfarbig grüne Sprosse bilden, sollte man diese umgehend an der Ansatzstelle entfernen. Die grüne Sprosse an den Pflanzen entwickeln sich schneller und kräftiger als die buntblättrigen Triebe.

Werden die grünen Triebe nicht entfernt, so sind die buntblättrigen Teile der Pflanze bald verdrängt. Bei Blütenpflanzen bricht man immer die verwelkten Blüten ab. Die Pflanze sieht dann nicht nur besser aus, sondern bildet oftmals auch neue weitere Blüten aus und spart Kraft, die sie für die Bildung der Samen verwenden würde.

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Zimmerpflanzen reinigen und säubern

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