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Foto: Martin Fischer
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Zur Vermehrung durch Stammstecklinge schneidet man im zeitigen Frühjahr Stecklinge mit mindestens drei oder vier Blättern. Meist wählt man bei diesen Stecklingen einen langen Trieb, den man in mehrere Einzelstücke zerteilen kann. Die Stecklinge werden unmittelbar unterhalb eines Knotens abgetrennt. Zur besseren Bewurzelung taucht man die Stecklinge bei einigen Pflanzenarten in ein Bewurzelungshormon und steckt sie in ein Gemisch aus Torf und Sand. Dann stülpt man einen Plastikbeutel über die Pflanzgefäße und stellt diese an einen warmen Platz. Die noch nicht bewurzelten Stecklinge müssen, um zu großer Verdunstung vorzubeugen, vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt werden. Die Bewurzelung zeigt sich durch erste neue Austriebe an. Nun kann man den Plastikbeutel entfernen, die Pflanzen in das empfohlene Erdgemisch umtopfen und den Nachwuchs wie ausgewachsene Exemplare weiterkultivieren.
Bei der Verwendung eines nicht geeigneten Anzuchtsubstrates sind Stecklinge anfällig für Pilzerkrankungen. Die Schwarzbeinigkeit und Stecklingsfäule bildet sich bei Stecklingen meist dann, wenn man zu stark gießt und die Erde permanent zu feucht ist. Wichtig ist es, für alle Stecklinge ein grob strukturiertes, gut wasserdurchlässiges Vermehrungssubstrat zu verwenden. Bewährt hat sich eine Mischung aus grober Komposterde mit einer Beimischung von etwa 1/3 Sand. Den Sand sollte man vor der Verwendung sterilisieren, dies kann man durch erhitzen des Sandes im Backofen erreichen.
Beispiele für Vermehrung durch Stammstecklinge: Ixora
Bei einigen Pflanzen kann man die Stecklinge einfach in ein Wasserglas stellen. Bekannte Beispiele für die Bewurzelung der Stecklinge im Wasserglas ist der Hedera oder die Tradescantia. Man benutzt dafür etwa 10 cm lange Stecklinge. Das Glas mit den Stecklingen stellt man an hellen Standort mit normaler Wohnungstemperatur. Sobald die Stecklinge 2 bis 3 cm lange Wurzeln gebildet haben, pflanzt man jeweils einige Stecklinge in eine kleines Pflanzgefäß mit dem für ausgewachsene Pflanzen empfohlenen Substrat.
Diese Vermehrung funktioniert in der Regel wie die Vermehrung durch Stammstecklinge. Im Unterschied zu der vorgenannten Vermehrungsart kann man bei einigen Pflanzen jedoch nur die Triebspitzen zur Vermehrung benutzen. Üblicherweise schneidet man etwa 7 bis 10 cm lange Kopfstecklinge. Die unteren Blätter der Stecklinge werden entfernt und die Schnittfläche wird (nur bei einigen Arten) in ein Bewurzelungshormon getaucht. Meist setzt man mehrere Stecklinge zusammen in einen Topf mit einem Gemisch aus leicht angefeuchtetem Torf und scharfem Sand. Dann stülpt man einen Plastikbeutel über die Pflanzgefäße und stellt diese an einen warmen Platz. Die Stecklinge müssen bis zur Bewurzelung vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt werden, denn der Feuchtigkeitsverlust bei direkter Sonneneinstrahlung ist zu hoch und kann von dem unbewurzelten Steckling nicht ausgeglichen werden - er würde verwelken und abtrocknen.
Wenn nach einigen Wochen ein neuer Austrieb die erfolgreiche Bewurzelung der Stecklinge anzeigt, entfernt man den Plastikbeutel und gießt die jungen Pflanzen sehr mäßig, der Topfballen sollte immer nur leicht feucht sein. Erscheinen einem die jungen Pflanzen kräftig genug, setzt man sie in die endgültigen Töpfe mit dem für die jeweilige Art empfohlenen Substrat um und kultiviert sie wie ausgewachsene Exemplare.
Beispiele für Vermehrung durch Kopfstecklinge: Coleus | Bertolonia | Iresine | Laurus | Pittosporum
Manche Pflanzen kann man durch Blattstecklinge vermehren. Dazu wird ein reifes und gesundes Blatt abgenommen und mit einer Rasierklinge ein Streifen vom Außenrand weggeschnitten, um das innere Gewebe freizulegen. Das Blatt verankert man mit einem Drahthaken auf einer Unterlage aus feuchtem Sand oder beschwert es mit kleinen Steinen. Es entstehen dann kleine Pflänzchen an den beschnittenen Rändern. Man kann solche Pflänzchen aber auch heranziehen, solange sich das Blatt noch an der Mutterpflanze befindet, indem man ein Stück vom Außenrand wegschneidet und drei bis vier Einschnitte vom Rand zur Blattmitte macht. Sobald die nach einer der beiden Methoden herangezogenen Pflänzchen 2 cm oder größer sind, löst man sie vorsichtig vom Blatt ab und drückt sie zur weiteren Bewurzelung behutsam in ein angefeuchtetes Gemisch aus Torf und Sand; anschließend können sie umgetopft und wie ausgewachsene Pflanzen weiterbehandelt werden