Microcoelum

Die Microcoelum (Lytocaryum) ist eine Palme aus der Familie der Palmengewächse (Arecaceae). Die Gattung umfasst 4 Arten, von denen eine, die Microcoelum weddelianum als Zierpflanze gepflegt wird. Diese langsam wachsende Fiederpalme stammt aus dem brasilianischen Regenwald. Microcoelum weddelianum benötigen eine sehr hohe Luftfeuchte, Sonne wird von diesen Palmen nicht vertragen. M. weddelianum ist trotz der ähnlichen Trivialnamen (Kokospälmchen, kleine Kokospalme) nicht mit einer echten Kokospalme verwandt.

Microcoelum

Microcoelum weddelianum

Foto: Daderot

Name: Kokospälmchen, kleine Kokospalme
Wissenschaftl. Name: Microcoelum, syn. Lytocaryum
Microcoelum weddelianum, Microcoelum hoehnei, Microcoelum insigne, Microcoelum itapebiense
Familie: Palmengewächse (Arecaceae)
Wuchshöhe: 80 bis 150 cm
Verwendung: Blattschmuckpflanze, Solitärpflanze
Hilfreiche Seiten: Palmen pflegen
Lexikon / Übersicht:   Palmen
Schwierigkeit: anspruchsvoll

Beschreibung & Pflege der Microcoelum

Die Microcoelum weddelianum Pflege ist anspruchsvoll, da die Ansprüche der Palme gut erfüllt werden müssen.

Palmen der Gattung Microcoelum sind langsam wachsende Palmen mit Fiederblättern. In Zimmerkultur werden diese Palmen selten höher als 1,5 m und bis zu etwa 70 cm breit. Im Handel werden meist junge, 20 bis 30 cm hohe Pflanzen mit drei oder vier Wedeln angeboten. Bei älteren Palmen können die Wedel im Laufe der Zeit eine Länge von etwa 90 cm erreichen. Einen sichtbaren Stamm bildet die Microcoelum weddelianum selten aus.

Standort / Licht

Microcoelum benötigt einen hellen Standort ohne direkte Sonnenbestrahlung. Der Standort sollte möglichst warm sein und eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen. Bei ausreichend guten Lichtverhältnissen, jedoch ohne direkte Sonne, bilden sich sehr schön gefärbte, kräftige neue Wedel. Unzureichende Lichtverhältnisse lässt die Palme ihre unteren Wedel verlieren, mangelnde Wärme und Luftfeuchtigkeit lässt die Palme über kurz oder lang absterben. Deshalb sollte man die Palmen das ganze Jahr über regelmäßig besprühen, in wassergefüllte Schalen auf Steine stellen oder in feuchten Torf einfüttern. Unter gleichmäßigen Bedingungen entwickelt sich das Microcoelum besonders gut im Wintergarten, in warmen Gewächshäusern oder in geschlossenen Blumenfenstern.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses wichtige Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Microcoelum Gießen / Wässern

Während der Hauptwachstumsphase wird die Microcoelum häufig und kräftig gegossen. Das Substrat sollte gleichmäßig dauerfeucht sein. Dabei achte man darauf, dass kein Wasser nach dem Gießen in der Unterschale stehen bleibt, die Töpfe der Palmen dürfen nicht im Wasser stehen bleiben. Ballentrockenheit wird ebenso wie Staunässe nicht vertragen. Als Gießwasser verwendet man für die Microcoelum weddelianum nur weiches, abgestandenes und zimmerwarmes Wasser.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Microcoelum überwintern / Ruheperiode

Ab Oktober schränkt man das Gießen langsam ein, während der Ruheperiode im Winter werden die Microcoelum nur sehr sparsam gegossen. Ab Februar steigert man die Wassergaben allmählich, bei Eintritt in die Vegetationsphase werden die Microcoelum dann wieder reichlich gegossen.

Während der Überwinterung werden die Microcoelum nur ein- bis zweimal schwach gedüngt. Beginnt die Palme nun auszutreiben, so fängt man wieder mit dem regelmäßigen Düngen der Microcoelum an.

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Lesetipp: Ruhe- und Vegetationsperiode der Pflanzen

Aufenthalt im Sommer

Die Microcoelum kann während der warmen Jahreszeit an einem geschützten, hellen bis halbschattigem Standort im Freien gepflegt werden. Die Microcoelum sollte nicht direkt von der Sonne beschienen werden. Die Temperaturen dürfen auch nachts nicht unter 18 °Celsius fallen.

Temperatur

Die Palmen gedeihen gut bei Temperaturen zwischen 20 und 28 °C. Die Temperatur darf niemals unter 18 ° C fallen.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
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Microcoelum vermehren

Microcoelum werden ausschließlich durch Aussaat vermehrt. Eine vegetative Vermehrung, z.B. durch Abmoosen oder Stecklinge ist nicht möglich. Ableger, kleine Adventivpflanzen, Kindel, etc. werden von den Microcoelum nicht ausgebildet, diese Art der Vermehrung entfällt ebenfalls.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

Zur Pflege von Microcoelum verwendet man ein Erdgemisch auf Kompostbasis mit einem Zusatz von etwas saurem Torf, scharfem Sand und etwas Kies, Blähtonbruch oder Lavagranulat. Torf- oder Humuserde ohne Zusätze eignen sich nicht, da ein solches Substrat zusammensackt und eine Drainage und Belüftung der Wurzeln nicht mehr gewährleistet ist. Als Alternative zur eigenen Mischung greift man auf ein fertiges Substrat für Palmen zurück. Dabei ist auf den ph-Wert zu achten, dieser sollte bei etwa 5 liegen.

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Microcoelum umtopfen

Microcoelum werden etwa alle 3 bis 4 Jahre zu Beginn des Frühjahres umgetopft. Man verwendet je nach Wachstum ein Gefäß mit einigen Zentimetern größerem Durchmesser. Ein sicheres Zeichen dafür dass die Microcoelum umgetopft werden sollte, ist das Austreten feiner Wurzeln der Palme an der Oberfläche der Erde. Beim Einsetzen der Palme in das neue Pflanzgefäß sollte man die frische Erde gut andrücken und darauf achten die mittleren und größeren Wurzeln nicht zu beschädigen. Siehe auch Palmen Teil 3

Generell sollte man für Palmen möglichst hohe Pflanzgefäße, Töpfe oder Kübel verwenden. Die Pfahlwurzeln der Palmen wachsen senkrecht nach unten, dafür benötigen sie ausreichend Platz. Wenn sich die oberen Wurzeln der Palmen aus dem Pflanzgefäß herausdrücken, wird es für die Wurzelstruktur zu eng. Spätesten zu diesem Zeitpunkt sollte man seine Palme in ein größeres, höheres Gefäß umtopfen.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Gut wachsende und gesunde Microcoelum erhalten während der Hauptwachstumsphase alle 4 Wochen eine Düngergabe mit üblichem Flüssigdünger.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
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Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Falls die Blätter der Palme gelb werden und an ihrer Unterseite seidige Gespinste auftreten, kann die Rote Spinne die Ursache für dieses Krankheitsbild sein. Bei einem Befall mit der roten Spinne sind die befallenen Blätter der Pflanze mit einem feinen Gespinst überzogen. Bei einer  genaueren Untersuchung sieht man kleine helle bis gelblich weiße Flecken. Bei stärkerem Befall mit der roten Spinne ändert sich die Farbe der Blätter von grün zu gelb und graugün bis kupferbraun. Bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit ist ein solcher Schädlingsbefall fast ausgeschlossen.

Der Befall mit Schmierläusen / Wollläusen wird öfter beobachtet. Das kleine, weiße, an Wattebäusche erinnernde Gespinst der Schmierläuse ist gut auf den Blättern der befallenen Palme zu erkennen.

Palmen sind anfällig für den Befall mit Schildläusen. Schildläuse erkennt man bei genauem Hinsehen leicht an den hoch gewölbten, festen Rückenschildern. Da die Schildläuse aufgrund ihrer Färbung jedoch gut getarnt sind, werden sie schnell übersehen. Man sollte seine Microcoelum deshalb regelmäßig und sorgfältig untersuchen.

Eine Microcoelum ist vermutlich nicht giftig, da in der Literatur keine Hinweise auf eine potentielle Toxizität gefunden wurden.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

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