Phyllitis

Phyllitis scolopendrium wurde neu zugeordnet und ist nun das Synonym für Asplenium scolopendrium L. Ein weiteres wissenschaftliches Synonym ist Scolopendrium vulgare. Das mag für ein wenig Verwirrung sorgen, doch die eigentliche deutsche Bezeichnung Hirschzungenfarn oder einfach Hirschzunge ist weiterhin gültig und allgemein verbreitet.

Phyllitis scolopendrium

Phyllitis scolopendrium

Foto: Jerzy Opioła
Lizenz: GFDL

Name: Hirschzungenfarn, Hirschzunge
Wissenschaftl. Name: Phyllitis scolopendrium, Asplenium scolopendrium, syn. Scolopendrium vulgare
Familie: Streifenfarngewächse (Aspleniaceae)
Wuchshöhe: 50 bis 60 cm
Verwendung: Blattschmuckpflanze
Hilfreiche Seiten: Farnpflanzen pflegen
Lexikon / Übersicht: Farnpflanzen
Schwierigkeit: pflegeleicht

Beschreibung & Pflege der Phyllitis

Die Phyllitis Pflege ist einfach, der Farn verzeiht auch den einen oder anderen Pflegefehler.

Phyllitis scolopendrium

In Wohnungskultur findet man aus dieser Gattung von Farnen nur den Phyllitis vulgare, den Hirschzungenfarn. Die Farnwedel wachsen aus einem aufrecht wachsenden, reichlich verzweigten Rhizom, das in der Regel zur Hälfte aus der Erde hervortritt. Das Rhizom ist hellbraun gefärbt und schuppig.

Je nach Kulturbedingungen und Alter der Phyllitis können die Stiele 2 bis 30 cm lang sein. Ihre Farbe verläuft von Schwarz an der Basis der Stiele bis zu Grün am Übergang des Stiels in die Mittelrippe des Farnblattes. Die spitz zulaufenden, zungenförmigen an der Basis gelappten, glänzend hellgrünen Blätter können in der freien Natur 60 cm lang und 15 cm breit werden, erreichen aber in der Wohnungskultur meist nur die halbe Große. Die Wedel des Phyllitis vulgare wachsen zunächst aufrecht und biegen sich nach unten, wenn sie länger werden. Die Ränder der Farnblätter sind gekräuselt oder gewellt.

Phyllitis scolopendrium "Capitatum"

Phyllitis scolopendrium "Capitatum" sind die Wedel in dunklerem grün gefärbt, am Rande gewellt und haben an der Spitze eine rispige Kammbildung. Unter idealen Bedingungen wachst Phyllitis scolopendrium ganzjährig ohne eine Ruhperiode einzulegen. Aufgrund der schwächeren Lichtverhältnisse ist das Wachstum während des Winters aber verlangsamt. Hirschzungenfarne werden auch in der Naturheilkunde verwendet.

Standort / Licht

Man pflegt den Phyllitis scolopendrium an einem warmem, luftfeuchten, hellen bis halbschattigen Platz. Direkte Sonnenbestrahlung wird von dem Phyllitis nicht gut vertragen.

Ein Phyllitis scolopendrium gedeiht auch mit wenig Licht an Standorten, die für die meisten Zimmerpflanzen zu dunkel oder schattig sind. Besser ist es jedoch, dunkle Zimmerecken mit einer Pflanzlampe aufzuwerten. Beleuchtet werden Farne zu einem attraktiven Blickfang. Die Pflanzen danken es auch mit kräftigerem Wachstum, wenn wir Ihnen statt des fehlenden Tageslichts eine künstliche Beleuchtung geben.

An Tagen mit niedriger Luftfeuchtigkeit sollten die Phyllitis scolopendrium öfter besprüht werden.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses zur Standartaurüstung eines Pflanzenliebhabers nützliche Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Phyllitis Gießen / Wässern

Bei normalen Temperaturen wässert man die Farne reichlich und so oft, dass die Pflanze immer gleichmäßig feucht ist. Falls die Temperatur einige Tage unter 14 °C sinkt schränkt man das Wässern etwas ein. Zwischen den Wassergaben lässt man die Erde nun etwas eintrocknen. Bei Temperaturen über 18 °C sollte man für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit sorgen. Hierfür kann man den Farn täglich mit weichem, kalkfreiem Wasser einnebeln und das Pflanzgefäß in einen mit Steinen und Wasser gefüllten Untersetzter stellen.

Als Gießwasser und zum täglichen Besprühen nimmt man für die Phyllitis weiches, abgestandenes und zimmerwarmes Wasser. Idealerweise verwendet man sauberes, bei Bedarf gefiltertes Regenwasser.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Phyllitis überwintern / Ruheperiode

Phyllitis scolopendrium sollten zwischen November und März etwas kühler gepflegt werden. 12 bis 15 °Celsius sind nun ideal. Bei den niedrigeren Temperaturen müssen die Farne seltener gewässert werden. Auch der Bedarf an Nährstoffen sinkt. Während der Überwinterung werden die Phyllitis deshalb nur ein- bis zweimal schwach gedüngt.

Zu Beginn der Vegetationsperiode werden die Phyllitis wieder wärmer gestellt und kräftiger gegossen. Beginnt der Farn nun kräftig auszutreiben, so fängt man auch wieder mit dem regelmäßigen Düngen an.

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Lesetipp: Ruhe- und Vegetationsperiode der Pflanzen

Aufenthalt im Sommer

Phyllitis scolopendrium kann während der warmen Jahreszeit an einem geschützten, hellen bis halbschattigem Standort im Freien gepflegt werden. Ein Phyllitis sollte nicht direkt von der Sonne beschienen werden.

Temperatur

Ein Phyllitis scolopendrium gedeiht gut bei normalen Wohnungstemperaturen und verträgt durchaus auch kühlere Temperaturen bis etwa 10 °C. In trockenen und warmen Räumen fühlen sich die Farne auf Dauer nicht wohl. Ein zu warmer Standort kann schnell zu einem Befall mit Thripsen führen.

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Phyllitis vermehren

Alte Farne werden im zeitigen Frühjahr zur Vermehrung verwendet. Man trennt etwa 7 cm lange Seitentriebe vom Hauptrhizom ab. Jedes abgetrennte Teilstück muss bereits einige Blätter besitzen. Die Teilstücke werden dann einzeln in die für diese Farne empfohlene Erdmischung gepflanzt. Dann stellt man die Pflanzgefäße bei normaler Wohnungstemperatur an einen hellen, nicht sonnigen Platz und hält die Erde bis zum Neuaustrieb gleichmäßig, aber nur mäßig feucht. Nach den ersten Neuaustrieben wird die Jungpflanze wie ein ausgewachsener Phyllitis scolopendrium weitergepflegt.

Wer genügend Geduld besitzt, kann diese Farne auch zu jeder Jahreszeit aus den meist zahlreich vorhandenen Sporen heranziehen. 

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

Man verwendet für die Pflege dieser Farne eine Erde auf Torfbasis oder ein Gemisch aus gleichen Teilen Kompost- und Lauberde.  Der ideale pH-Wert liegt bei 5,5 bis 6.

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Phyllitis umtopfen

Umgetopft werden die Phyllitis nur, wenn der Topfballen gut durchwurzelt ist. Beim Umtopfen setzt man die Rhizome stets senkrecht ein, und zwar so, dass sie sich zur Hälfte in der Erde befinden und zur Hälfte herausragen.

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Düngen / Nährstoffbedarf

Alle 14 Tage bis 3 Wochen sollte der Phyllitis scolopendrium mäßig gedüngt werden. Während der wachstumsschwächeren Wintertage reicht es aus, den Farn einmal pro Monat schwach zu düngen.

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Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Hin und wieder kann der Farn von Thripsen heimgesucht werden. Ein von Thripsen befallener Phyllitis scolopendrium verliert seine Vitalität und zeigt Wachstumsstörungen.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

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Phyllitis Bilder

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Hirschzungefarn

Hirschzungenfarn
Phyllitis scolopendrium

Foto: Kurt Stüber
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Asplenium scolopendrium, Hirschzunge

Hirschzungenfarn
Phyllitis scolopendrium

Sporen
Foto: H. Zell
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Hirschzunge

Hirschzungenfarne
Phyllitis scolopendrium

Foto: Bernd Haynold
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