Hirschzungenfarn – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Asplenium scolopendrium L.

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🌿 Hirschzungenfarn – Auf einen Blick

  • Familie: Streifenfarngewächse (Aspleniaceae)
  • Wedellänge: 10 bis 60 (selten bis 100) cm
  • Verwendete Pflanzenteile: Blätter
  • Verwendung: innerlich und äußerlich
  • Wichtig: besonders geschützt; wild wachsende Pflanzen nicht sammeln

Volksmund: Hirschzungenfarn

Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium): büschelig wachsende, ungeteilte, zungenförmige, glänzend grüne Wedel

Hirschzunge von H. Zell, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Hirschzungenfarn

Steckbrief des Hirschzungenfarns
Wissenschaftlicher Name Asplenium scolopendrium L.; Synonym Phyllitis scolopendrium (L.) Newm.
Familie Streifenfarngewächse (Aspleniaceae)
Wedellänge 10 bis 60 (selten bis 100) cm
Verwendung innerlich und äußerlich

Der Name Hirschzungenfarn steht im Zusammenhang mit der Form der Blätter. Im Altertum wurde diese Farnpflanze bei Milz- und Leberleiden angewandt. Im Mittelalter wurde der Farn als Mittel gegen offene Wunden sehr geschätzt. In der Volksmedizin wird der Hirschzungenfarn auch heute noch für diese Zwecke verwendet. Hirschzungenfarn ist, zusammen mit einer Reihe von anderen Wundkräutern, im sogenannten Schweizertee enthalten.

Je nach Standort und Alter werden die Blätter des ausdauernden Hirschzungenfarns 10 bis 60 cm (selten bis 100 cm) lang. Die in Büschelform wachsenden, ungeteilten Blätter sind bogig überhängend, lanzettlich und am Grund herzförmig. Der dicke Wurzelstock ist rötlich gefärbt. Der Geruch des getrockneten Hirschzungenfarns ist aromatisch.

Standort von Hirschzungenfarn

Der Hirschzungenfarn wächst fast im gesamten europäischen Raum. Der Farn bevorzugt kühle, feuchte Schluchten, Kalkschutthalden, Felsspalten und altes Gemäuer. Man findet Hirschzungenfarne bis in Höhenlagen von etwa 1800 m.

Der Hirschzungenfarn ist in Deutschland besonders geschützt (BfN, FloraWeb); wild wachsende Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden.

Heilkraft von Hirschzungenfarn

In der Volksmedizin werden dem Hirschzungenfarn folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • auswurffördernd

    Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.

  • entzündungshemmend

    Entzündungshemmend heißt, dass eine Entzündung abgeschwächt wird, ohne dass ihre Ursache beseitigt ist.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • schleimlösend

    Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.

  • wundheilend

    Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.

Außerdem gilt er als reizlindernd und soll die Milchsekretion hemmen.

Verwendete Pflanzenteile von Hirschzungenfarn

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Hirschzungenfarn die frischen und getrockneten Blätter. Zur frischen Verwendung können die Blätter ganzjährig gesammelt werden. Blätter, die man zur Konservierung trocknen möchte, sammelt man im September. Beachten Sie aber, dass der Hirschzungenfarn in Deutschland besonders geschützt ist. Hirschzungenfarne sind jedoch auch in Blumengeschäften erhältlich. Die Farne sind beliebte Zimmerpflanzen.

Inhaltsstoffe von Hirschzungenfarn

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Schleimstoffe, Tannin, Vitamin C, Cholin und Kohlenhydrate.

Anwendung von Hirschzungenfarn

Der Hirschzungenfarn wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Hirschzungenfarn in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Leber

    Leberfreundliche Heilpflanzen und Bitterstoffe, die die Leberfunktion unterstützen können.

  • Mund

    Mundspülungen und Kräuter für eine gesunde Mundhöhle.

  • Stillen & Ernährung

    Ernährungstipps und Kräuter für die Stillzeit.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Hirschzungenfarn - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Hirschzungenfarn

Woher hat der Hirschzungenfarn seinen Namen?

Der Name Hirschzungenfarn steht im Zusammenhang mit der Form der Blätter.

Wofür wurde der Hirschzungenfarn früher verwendet?

Im Altertum wurde diese Farnpflanze bei Milz- und Leberleiden angewandt. Im Mittelalter wurde der Farn als Mittel gegen offene Wunden sehr geschätzt.

Wo wächst der Hirschzungenfarn?

Der Hirschzungenfarn wächst fast im gesamten europäischen Raum. Der Farn bevorzugt kühle, feuchte Schluchten, Kalkschutthalden, Felsspalten und altes Gemäuer.

Ist der Hirschzungenfarn geschützt?

Der Hirschzungenfarn ist in Deutschland besonders geschützt (BfN, FloraWeb); wild wachsende Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden.

Welche Teile des Hirschzungenfarns werden verwendet?

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Hirschzungenfarn die frischen und getrockneten Blätter.