Palmen als Zimmerpflanzen – trendy oder total out?

Palmen als Kübelpflanze im Wohnzimmer waren neben dem Gummibaum insbesondere in den 60er und 70er Jahren der Inbegriff exotischer Zimmerpflanzen. Wie sieht es heutzutage aus - lassen sich die Südsee-Gewächse optisch und ihren Ansprüchen nach noch in unsere moderne Wohnkultur integrieren?

Bronzefigur / Kunst

Die Hanfpalme hat gerade mit ihrer schönen Blüte für Zimmerpflanzen-Liebhaber wirklich etwas zu bieten. Doch sollte man beachten, dass sie recht groß werden kann. (Bildquelle pixabay.com © Hans (CC0-Lizenz))

Welche Zimmerpalmen eignen sich besonders gut?

Zimmerpalmen sorgen dafür, dass es sich auch vom heimischen Sofa aus vortrefflich von Sommer, Strand und Südsee träumen lässt. Welche Arten leben gut in deutschen Haushalten und welche sollten lieber daheim in den Tropen bleiben?

  • Die chinesische Hanfpalme: Trachycarpus fortunei stammt aus der Himalaya-Region und kann als Zimmerpflanze eine Höhe von bis zu 2,5 Metern erreichen. Charakteristisch sind ihre Blätter, die in runden Fächern angeordnet sind. Aufgrund des Klimas in ihrer Ursprungsregion kann die chinesische Hanfpalme sogar im Garten gehalten werden und somit auch als Kübelpflanze den Balkon oder die Terrasse bereichern.
  • Die Honigpalme: Die chilenische Honigpalme (jubaea chilensis) wird in ihrer südamerikanischen Heimat in freier Wildbahn bis zu 30 Meter hoch und dient zur Gewinnung von Palmzucker. Als Zimmerpflanze besticht sie durch ihre typischen langen und weit ausgreifenden Palmwedel. Die Pflanze wächst sehr langsam und entwickelt sich über mehrere Jahrzehnte. Nach der Blüte bildet sie etwa 3 Zentimeter große Früchte, die Kokosnüssen im Mini-Format ähneln und essbar sind. Die Honigpalme braucht einen hellen Standort und ab einem gewissen Alter viel Platz, ist aber ansonsten recht pflegeleicht.
  • Die Kokospalme: Cocos nucifera ist wohl der Inbegriff aller Palmen, jedoch als Zimmerpflanze hoch anspruchsvoll. Für sie darf die Temperatur auch im Winter nie unter 18 Grad fallen und sie benötigt 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Darüber hinaus muss die Palme 12 Stunden am Tag künstlich beleuchtet werden, da das hiesige Sonnenlicht in seiner Stärke der tropischen Pflanze zum Gedeihen nicht ausreicht.
  • Palmenähnliche Gewächse: Viele Pflanzen, die wir gemeinhin als Palmen bezeichnen, ähneln den Palmengewächsen zwar optisch, werden jedoch botanisch anderen Gattungen zugeordnet. Das tut ihrem Potential als dekorative Zimmerpflanze keinen Abbruch: Yucca, Drachenbaum, Schusterpalme, Elefantenfuß und Palmfarn haben meist nicht so hohe Pflegeansprüche wie die echten Palmen und wirken trotzdem genauso exotisch.

 

Was ist im Hinblick auf den Standort zu beachten?

Was den perfekten Standort anbelangt, sind die Bedürfnisse einer jeden Palmenart graduell leicht unterschiedlich. Im Allgemeinen lassen sich jedoch folgende Richtlinien festlegen:

  • Licht: Die meisten Palmengewächse haben ein Bedürfnis nach viel Licht – besonders in ihren Wachstumsphasen. Als Standort eignet sich demnach der Platz vor einem Süd-, Ost-, oder Westfenster. Die Pflanzen benötigen mindestens eine Lichtstärke von 1000 Lux und die doppelte Dosis, wenn sie gerade wachsen. Falls der natürliche Lichteinfall diese Werte nicht erreicht, sollten Palmenbesitzer mit einer Zusatzbeleuchtung nachhelfen – entweder in Form von speziellen Pflanzenleuchten oder einfachen Neonröhren. Die große Ausnahme beim Lichtbedarf bilden Bergpalmen, die keine direkte Sonneneinstrahlung vertragen.
  • Wärme: Palmen lieben die Wärme und sollten daher in Räumen stehen, in denen sich die Temperatur stets zwischen 15 und 22 Grad bewegt. Laut Zimmerpalmen.net sollte die Raumtemperatur auch im Winter nicht einmal temporär unter 14 Grad fallen. Auch bei dieser Regel bestehen einige Ausnahmen: Die chinesische Hanfpalme, die im Himalaya beheimatet ist, sowie die Europäische Zwergpalme vertragen beide kühlere Standorte und sind als winterharte Pflanzen sogar für einen Außenstandort auf dem Balkon geeignet.
  • Klima: Die Luftfeuchtigkeit des Palmenzimmers sollte 40 Prozent nicht unterschreiten, einige Varianten wie die Fischschwanzpalme brauchen sogar noch höhere Werte um die 50 Prozent. Für ein gut geregeltes Feuchteklima im Haushalt ist allerdings mehr als die bloße Luftfeuchtigkeit entscheidend. Weitere zentrale Faktoren sind Materialfeuchte und das Verhalten von Flächen hinsichtlich Wasserdampf. Wer die eigene Wohnung regelmäßig und angemessen lüftet, trägt nicht nur zum eigenen Wohlempfinden bei, sondern verlängert auch das Leben der Zimmerpflanzen.

 

Falls Zimmerpalmen in einem Raum mit Fußbodenheizung stehen, stellt man die Palmentöpfe idealerweise auf Ziegelsteine, die wiederum im größeren Übergefäßen liegen. So sammelt sich das Wasser in Bodennähe, ohne die Wurzeln verfaulen zu lassen, verdunstet und steigt um die Palme herum in die Höhe, was das Mikroklima verbessert.

Was macht Palmen zu guten Zimmerpflanzen?

Ein Vorteil von Palmen als Zimmerpflanzen ist ihr großer Variantenreichtum. Das gesamte Spektrum der Palmen und palmenähnlichen Gewächse bietet für jede Wohnung die passende Pflanze:

  • Für dunkle Ecken: Falls die gesamte Wohnung über sehr wenig natürliches Licht verfügt oder einfach eine düstere Ecke etwas grünes Leben bekommen soll - die Schusterpalme ist die perfekte Zimmerpflanzen zu diesem Zweck. Sie ist palmenähnlich, gehört allerdings botanisch zu den Spargelgewächsen und gedeiht laut zuhause.de an halbschattigen Standorten gut.
  • Für kleine Wohnungen: Obgleich Palmen eine beeindruckende Größe erreichen können und so in den weitläufigsten Wohnräumen noch Gewicht haben, gibt es zahlreiche kleine Vertreter ihrer Art: die Bergpalme aus Mexiko aber auch viele Zwergpalmenarten lassen auch in kleinen Räumen südliches Flair entstehen.
  • Für eine exotische Atmosphäre: Zimmerpflanzen sind in jedem Fall ein Gewinn. Sie reinigen die Atmosphäre, reichern die Luft mit Sauerstoff an und entspannen die menschlichen Sinne. Palmen bringen zusätzlich Sommers wie Winters den Hauch von Süden in die eigenen vier Wände und inspirieren dazu, den nächsten Urlaub zu planen.
Yucca-Palme

Yucca ist zwar nur ein palmenähnliches Gewächs, war aber hierzulande als Zimmerpalme sehr beliebt. Der exotische Look hat viel zu bieten und der Pflegebedarf ist als moderat zu bezeichnen. (Abbildung pixabay.com © kaboompics (CC0-Lizenz))

Fazit

Zugegeben, die Yucca-Palme wirkt wie ein verstaubtes 70er-Jahre-Relikt – nett ausgedrückt besitzt das Gewächs eine große Dosis Retro-Charme. Doch Yucca ist noch nicht einmal eine echte Palme, sondern ein Spargelgewächs.

Honigpalme, Hanfpalme oder Bergpalme, die durch ihre schönen Blattfächer den Hauch von Sommer und Süden verbreiten, passen auch aktuell wunderbar in eine stimmungsvolle Wohnatmosphäre und werten diese weiter auf. Was ihre Pflegebedürfnisse anbelangt, findet sich wohl für jeden Standort unter den zahlreichen Arten die passende Palmenvariante.