Fetthenne - Sukkulenten richtig pflegen
(Sedum)

Sedum palmeri

Sedum palmeri
von Wolfgang Sauber, CC BY-SA 3.0

Fetthennen, auch Mauerpfeffer genannt, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Der botanische Gattungsname Sedum leitet sich von einem lateinischen Trivialnamen für mehrere Arten der Dickblattgewächse ab. Mit ca. 420 Arten ist Sedum die umfangreichste Gattung in der Familie der Dickblattgewächse.

Die Fetthennen Pflege ist einfach, die Pflanze verzeiht auch den einen oder anderen kleineren Pflegefehler.

Handelsname: Sedum, Fetthenne, Mauerpfeffer, Affenschaukel, Oktoberli, Schlangen-Fetthenne, Schnapsnäschen
Wissenschaftl. Name: Sedum L.
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Wuchshöhe: 10 cm und mehr, auch hängend
Verwendung: Blattschmuckpflanze, Ampelpflanze
Hilfreiche Seiten: Sukkulenten pflegen
Lexikon / Übersicht: Sukkulenten
Schwierigkeit: pflegeleicht
minimale Beleuchtung: mind. 1300 Lux u. mehr, je nach Art

Arten / Sorten - Steckbrief

Einige Fetthennen Arten wachsen in Form große Sträucher, andere wiederum sind flach wachsende, rasenbildende oder hängende Pflanzen. Fetthennen sind sehr vielgestaltig, die meisten Arten haben fleischige, stiellose Blättern die sich dicht an die kräftigen Triebe schmiegen.

Die Blüten einer Fetthenne wachsen meist in hübschen Trugdolden an den Triebspitzen. Die sternförmigen Einzelblüten sind bei den meisten Arten weiß, es gibt aber auch verschiedene rosarote und gelbe Färbungen. Bei vielen Arten fällt die Blütezeit in das Frühjahr oder den Sommer, einige Sedum sind jedoch winterblühend.

Sedum allantoides

Sedum allantoides

Sedum allantoides
von Salicyna, CC BY-SA 4.0

Sedum allantoides ist ein buschig wachsender, sich reichlich verzweigender, bis zu 30 cm hoher Halbstrauch. Die dickfleischigen, wurstförmigen Blätter wachsen wechselständig an den Trieben. Die Blätter sind blaugrau gefärbt und haben eine mehlartige, grauweiße Bereifung. Die grünlichweißen Blüten treten im Sommer auf.


Sedum bellum

Sedum bellum gilt mit 15 cm Höhe als flachwüchsig, die Pflanze kann einen Durchmesser von etwa 30 cm erreichen. Die flachen Blätter wachsen an den sich nur am Grund verzweigenden Trieben. Die Blätter sind sehr dicht mit feinen, weißlich gefärbten Papillen bereift, so dass die eigentlich grüne Blattfarbe kaum zu erkennen ist. Sedum bellum bildet im ersten Jahr einen Blütenschaft aus, die weißen Blüten treten aber erst im Winter des zweiten Jahres auf.


Sedum lineare

Sedum lineare

Sedum lineare
von HQ, CC BY-SA 2.0

Sedum lineare ist in Wohnungen hauptsächlich mit der buntblättrigen Sorte Sedum lineare "Variegatum" vertreten. Die Triebe wachsen anfänglich aufrecht und später locker überhängend mit graziler Verzweigung. Sedum lineare ist mit 20 bis 50 cm relativ großwüchsig.

Die fleischigen, abgeflachten, spitz zulaufenden Blätter sind ca. 1 bis 2 cm lang. Die Blätter sind hellgraugrün mit cremeweißen oder weißen Rändern.

Die hellgelb gefärbten Blüten bilden sich im späten Frühjahr oder Sommer. Sedum lineare ist anfällig für Blattläuse.

Im Handel wird Sedum lineare meist unter den vereinfachten Namen Sedum oder Fetthenne angeboten.


Sedum morganianum

Sedum morganianum

Sedum morganianum
von Hungda, CC0

Sedum morganianum ist mit ihren bis zu 100 cm langen, herabhängenden, vollständig mit kleinen sich überlappenden, runden Blättern bewachsenen Trieben, sehr gut als Ampelpflanze geeignet.

Die etwa 2 cm langen und 1 cm dicken Blätter sind hellgraugrün gefärbt und haben eine weißliche Bereifung. Leider fallen die Blätter leicht ab, man sollte deshalb äußerst vorsichtig mit der Pflanze umgehen.

Im Frühjahr bildet die Sedum morganianum rosarot gefärbte Blüten.  Im Handel wird diese Pflanze meist unter den Namen Affenschaukel, Fetthenne oder Schlangen Fetthenne angeboten.


Sedum nussbaumerianum

Sedum nussbaumerianum

Sedum nussbaumerianum
The_Titou, CC BY-SA 3.0

Sedum nussbaumerianum, Synonym Sedum adolphi, ist mit einer Höhe und Breite von etwa 20 cm kleinwüchsig. An den aufrecht stehenden Sprossen bilden sich fleischige, breit-lanzettliche Blätter mit einer stumpfer Spitze. Die Blätter sind gelblichgrün gefärbt und haben einen roten Rand. Die weißen Blüten wachsen im Frühjahr in kleinen Trugdolden.


Sedum pachyphyllum

Sedum pachyphyllum hat aufrecht wachsende, sich reichlich verzweigende, bis zu 30 cm hohe Triebe. Diese sind dicht mit stielrunden, graugrün gefärbten, etwa 4 cm langen Blättern bewachsen.

Die stumpf auslaufenden Blattspitzen sind oft rötlich angehaucht.

Die hellgelben Blüten dieser Art bilden sich im Frühjahr. Wegen der blassgrünen Blättchen mit dem geröteten Blattende nennt man diese Art auch Schnapsnäschen.


Sedum praealtum

Sedum praealtum

Sedum praealtum
Raffi Kojian, CC BY-SA 3.0

Sedum praealtum ist mit 60 cm Höhe recht großwüchsig, die Triebe stehen aufrecht, sind reich verzweigt und mit glänzend grünen, 5 bis 7 cm langen, etwa 2 cm breiten und 6 mm dicken Blättern bewachsen. Sie sitzen zu mehreren an den Spitzen der Triebe und Zweige. Die hellgelb gefärbten Blüten dieser Sedum bilden sich ebenfalls im Frühjahr.


Sedum rubrotinctum

Sedum rubrotinctum

Sedum rubrotinctum
JJ_Harrison, CC BY-SA 2.5

Sedum rubrotinctum wird nur etwa 20 cm hoch und bildet dünne, am Grund verzweigte Triebe mit Büscheln dickfleischiger, stielrunder Blätter an den Zweigspitzen. Die Blätter sind bei kühl und feucht gepflegten Pflanzen hellgrün. Kultiviert man diese Sedum jedoch bei wärmeren Temperaturen und mit einer niedrigen Luftfeuchtigkeit, so färben sich die Blätter rot. Die Triebe bilden Wurzeln an den Blattachseln aus, sobald sie mit der Erde in Berührung kommen. Die rot gefärbten Blüten bilden sich im späten Winter.


Sedum sieboldii

Sedum sieboldii

Sedum sieboldii
von Pelerin, CC BY-SA 4.0

Sedum sieboldii wächst als ca.10 cm Staude mit gedrungenem Wurzelstock und zahlreichen Basistrieben die zur Ablegervermehrung verwendet werden können.

Die Triebe und Nebentriebe wachsen anfänglich aufrecht und später überhängend, Sedum sieboldii ist deshalb gut als Ampelpflanze geeignet.

Die rundlichen, dickfleischigen, etwa 2 cm langen, blaugrün gefärbten und mit feinem Reif überhauchten Blätter stehen zu dritt quirlig angeordnet.

Im Herbst, September, Oktober, bildet sich rosafarbene, doldenrispige Blütenstände. Im Handel ist auch eine panaschierte Form erhältlich. Sedum sieboldii ist winterhart und kann auch als Freilandpflanze verwendet werden. Bei zu feuchter Luft kommt es gelegentlich zu Blattfäule. Im Handel wird Sedum sieboldii meist unter den Namen Oktoberli oder Fetthenne angeboten.


Sedum treleasei

Sedum treleasei

Sedum treleasei
von Harlock81, CC BY-SA 3.0

Sedum treleasei ist mit ca. 10 bis 20 cm Höhe ebenfalls flachwüchsig. Die einfachen, gelb-grün gefärbten, ganzrandigen, lanzettlich geformten Blätter sind rosettenförmig angeordnet. Im zeitigen Frühling trägt die Pflanze an Rispen gelbe, fünfzählige Blüten.


Sedum palmeri

Sedum palmeri

Sedum palmeri
von Björn S, CC BY-SA 2.0

Sedum palmeri wird im Handel ebenfalls als Zimmerpflanze angeboten. Die 15 bis 25 cm hohe Pflanze bildet Blattrosetten und leuchtend gelbe Blüten.

Standort / Licht

Fetthennen pflegt man ganzjährig an einem hellen Standort. Etwas Sonneneinstrahlung während der Morgen- oder Nachmittagsstunden sind notwendig. Der beste Standort liegt in vollem Licht mit einer Hitzeschattierung während der Mittagsstunden.

Südostfenster oder Südwestfenster eignen sich besonders gut. Die minimale Beleuchtungsstärke liegt bei etwa 1300 Lux und mehr, je nach Art.

Info: Wie misst man die Beleuchtung am Standort ?
Standort finden

Licht ist für Pflanzen wie Nahrung. Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke in Lux zeigen, ob der Standort hell genug ist. Schattenliebende Pflanzen brauchen mindestens 500 bis 600 Lux, während sonnenliebende Geranien oder Sukkulenten 2000 Lux und mehr benötigen.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Art der Verglasung und umgebende Bäume und Büsche beeinflussen die Lichtmenge schnell um 30 bis 70 %.

Ein Nordfenster lässt deutlich weniger Licht herein als ein Südfenster.

Auch der Abstand zu einem Fenster ist wichtig. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es zu dunkel sein.

Zu viel Licht ist auch schädlich und erfordert eine Abschattung oder einen Standortwechsel.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe

Luxmessung: Mit einem Luxmeter können Sie die Lichtstärke an verschiedenen Standorten messen. Dieses wichtige Hilfsmittel finden Sie hier:

Luxmeter - Jetzt auf Amazon ansehen* »

Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
Einkaufstipp: Pflanzlampen u. Beleuchtungssysteme für dunkle Standorte, denn lichtarme Ecken in der Wohnung kann man mit einer modernen Beleuchtung und attraktiven Zimmerpflanzen zu einem Blickfang aufwerten.

Gießen / Wässern

Fetthennen werden während der Wachstumsphase mäßig gegossen, die Erde wird nur angefeuchtet und nicht durchnässt. Vor der jeweils nächsten Wassergabe prüft man ob die oberste Schicht der Erde gut angetrocknet ist. Die kurze Trockenperiode zwischen den einzelnen Wassergaben fördert die typische Wuchsform und eine kräftige Blattfärbung der Sukkulenten. Das Substrat sollte aber nicht austrocknen.

Mäßiges Gießen von März bis November

  1. Vor dem Gießen lässt man die oberste Schicht des Substrats, bis in eine Tiefe von ca. 2 cm antrocknen. Die Fingerprobe funktioniert gut. Wenn sich die oberste Schicht des Substrats gut trocken anfühlt, wird gegossen. Im Inneren des Topfballens bleibt eine leichte, gleichmäßige Feuchtigkeit bestehen, das Substrat darf nicht durchtrocknen.
  2. Beim Gießen gibt man soviel Wasser, dass der Ballen gleichmäßig feucht aber nicht mit Wasser gesättigt ist.
  3. Sobald die ersten Tropfen Wasser aus dem Abzugsloch laufen gießt man nicht mehr weiter. Überschüssiges Wasser wird nach ca. 20 Minuten abgeschüttet.

Wer die Pflanze von unten bewässern möchte, gibt ein wenig Wasser in den Untersetzer und wartet bis alles aufgesogen wurde. Dies widerholt man je nach Topfgröße mehrmals. Es sollte kein Wasser in dem Untertopf stehenbleiben.

Fetthennen werden während der Ruheperiode zwischen Oktober und Februar nur sehr sparsam gegossen. Man gibt den Pflanzen gerade so viel Wasser, dass die Erde nicht vollständig austrocknet und keine Ballentrockenheit entsteht.

Sparsames Gießen von Oktober bis Februar

  1. Vor dem Gießen lässt man das Substrat zu ca. 2/3 abtrocknen und feuchtet es danach nur leicht an.
  2. Für die Wassergabe schüttet man etwas Wasser auf die Oberfläche des Topfballens und wartet bis dieses aufgesogen wurde.
  3. Mit einem Feuchtigkeitsmesser oder einem Holzstab prüft man wie weit das Wasser eingedrungen ist. Findet man noch trockene Stellen in der Erde, so widerholt man den Vorgang nochmals. Beim sparsamen Gießen darf das Substrat nicht zu feucht werden. Wenn Wasser aus dem Abzugsloch fließt, so hat man bereits zu viel gegossen.

Die Fingerprobe funktioniert hier nicht mehr. Mit genügend Erfahrung kann man beim Hochheben des Pflanzgefäßes den Feuchtigkeitsgehalt des Substrats relativ gut einschätzen. Bei großen Pflanzgefäßen oder Pflanzkübeln benötigt man jedoch ein Feuchtigkeitsmessgerät, ansonsten kommt es schnell zu Fehleinschätzungen, die zur Ballentrockenheit oder zur Vernässung des Substrats führen können.

Werden Fetthennen zu kräftig gegossen, so führt das zu verweichlichtem, schlaffem Wachstum der Blätter. Die Triebe beginnen schlaff herabzuhängen und die Wurzeln faulen.

Regenwasser ist für die Bewässerung aller Fetthennen Arten optimal, die Pflanzen nehmen aber auch mit gewöhnlichem, nicht zu kalkhaltigem Leitungswasser vorlieb.

+ Weitere Info über den Wasserbedarf anzeigen

Die richtige Bewässerung ist für das Gedeihen von Zimmerpflanzen essentiell. Doch wann, wie viel und wie oft gießt man richtig? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da der Wasserbedarf von Pflanze zu Pflanze stark variiert. Gerade Anfänger tun sich oft schwer damit, die Bedürfnisse ihrer grünen Freunde zu erkennen.

Grundsatz beim Gießen

Weniger ist mehr! Dies ist die goldene Regel beim Gießen von Zimmerpflanzen. Die meisten Pflanzen vertragen Trockenheit besser als Staunässe, die zu Wurzelfäule und Schimmelbildung führen kann. Ist man sich also unsicher, lieber etwas weniger gießen als zu viel.

Anzeichen für Überwässerung:

  • Schlaffe Blätter: Oftmals wird bei schlappen Blättern reflexartig zur Gießkanne gegriffen. Doch bevor Sie gießen, sollten Sie die Erde kontrollieren. Handelt es sich nicht um Wassermangel, kann Überwässerung die Ursache sein.
  • Gelbe Blätter: Vergilbte Blätter können ebenfalls ein Hinweis auf zu viel Wasser sein.
  • Faulige Wurzeln: Im schlimmsten Fall führt Staunässe zu faulen Wurzeln, die die Pflanze nicht mehr versorgen können.

Richtig gießen:

  • Fühlen Sie die Erde: Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger ca. zwei Zentimeter tief ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Fühlt sie sich feucht an, warten Sie mit dem Gießen, bis die Erde etwas angetrocknet ist. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.
  • Gießen Sie gründlich: Wenn gegossen wird, sollte das Wasser bis aus den Drainagelöchern fließen. So wird sichergestellt, dass der gesamte Wurzelballen durchfeuchtet wird.
  • Vermeiden Sie Gießwasser im Untersetzer: Gießwasser im Untersetzer kann zur Wurzelfäule führen. Gießen Sie daher lieber direkt in den Topf und kippen Sie überschüssiges Wasser nach einigen Minuten weg.
  • Die richtige Wassermenge: Die Menge des benötigten Wassers hängt von Pflanzenart, Topfgröße und Jahreszeit ab. Als Faustregel gilt: Je größer der Topf und je wärmer die Umgebung, desto mehr Wasser wird benötigt.
  • Das richtige Wasser: Verwenden Sie zum Gießen am besten Zimmerwarmes, abgestandenes Leitungswasser. Kaltes Wasser kann die Pflanzen schocken, während chlorhaltiges Leitungswasser den Pflanzen schaden kann.

Zusatztipps:

  • Gießen Sie nach Bedarf: Achten Sie auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Pflanzen und gießen Sie diese nach Bedarf, anstatt nach einem festen Zeitplan.
  • Verschiedene Pflanzenarten: Informieren Sie sich über die speziellen Bedürfnisse Ihrer Pflanzen, da der Wasserbedarf von Sukkulenten beispielsweise deutlich geringer ist als der von Blattpflanzen.
  • Investieren Sie in einen Feuchtigkeitsmesser: Dieses praktische Tool hilft Ihnen, den Feuchtigkeitsgehalt der Erde zu ermitteln. Mit einem Feuchtigkeitsmesser kann man auch in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und es gehört zur Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

Feuchtigkeitsmesser für Zimmerpflanzen

Bodentester & Feuchtigkeitsmesser, hier über Amazon erhältlich*

Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Sukkulenten richtig Gießen
Einkaufstipp: Automatische (Urlaubs) - Bewässerung für Pflanzen & Feuchtigkeitsmesser

Luftfeuchtigkeit

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Zimmerpflanzen, vertragen Sedum ohne Probleme auch eine niedrige Luftfeuchte.

Überwintern / Ruheperiode

Zwischen Oktober und Februar sollten Fetthennen eine etwa 3 monatige Ruhepause einlegen. In dieser Zeit reduziert man das Gießen stark und achtet nur darauf, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Die Temperatur während der Überwinterung sollte zwischen 5 und 12 ° Celsius liegen. Der Standort sollte sehr hell (mind. 1300 Lux) sein, eventuell muss man für eine künstliche Zusatzbeleuchtung sorgen.

Um das für die Überwinterung notwendige Licht bereitzustellen, eignen sich 20 cm über den Pflanzen angebrachte Leuchtstoffröhren bzw. noch energiesparendere Pflanzlampen mit LED. Bei einem Standort im Wintergarten oder vor ausreichend großen Süd-, Südwest-, oder Südostfenstern mit ungehindertem Lichteinfall ist in der Regel keine Zusatzbeleuchtung erforderlich.

Während der Überwinterung werden Fetthennen nicht gedüngt. Zu Beginn der Vegetationsperiode beginnt man wieder etwas mehr zu gießen.

Zubehör auf Amazon:
Luxmeter - Lichtmessung an Zimmerpflanzen* »
Energiesparende Beleuchtung für Pflanzen* »

Lesetipp: Ruhe- und Vegetationsperiode der Pflanzen

Standort im Sommer

Fetthennen  kann man während der warmen Jahreszeit an einem geschützten, hellen bis sonnigen Standort im Freien pflegen. Etwas Morgen- oder Nachmittagssonne ist für ein gesundes Wachstum dieser Pflanze notwendig. Fetthennen dürfen aber nicht direkt von der prallen Mittagssonne beschienen werden, man sorgt für eine Hitzeabschattung.

Pflanzen die in geschlossenen Räumen überwintert werden, dürfen zu Beginn der warmen Jahreszeit nicht sofort dem vollen Sonnenlicht unter freiem Himmel ausgesetzt werden. Die harte UV Strahlung kann die Blätter verbrennen. Eine solche Verbrennung ist an braunen, unregelmäßigen Flecken auf den Blättern zu erkennen. Um eine Sedum an das Sonnenlicht zu gewöhnen, stellt man sie 1 bis 2 Wochen an einen schattigen bis halbschattigen Platz. Etwas Sonne in den Morgen- oder Abendstunden ist in dieser Zeit ausreichend. Nach dieser Eingewöhnungsphase kann man die Pflanze an ihren endgültigen, sonnigeren Standort stellen.

Temperatur

Fetthennen wachsen gut bei Wohnungstemperaturen zwischen 18 und 22 °C. Für einige Arten liegt die optimale Temperatur mit 15 bis 18 °Celsius etwas niedriger.

Im Winter, während der Ruheperiode, sollten die Temperaturen zwischen 5 und 12 °C liegen. Die kühlen Temperaturen sind eine Voraussetzung dafür, dass die Fetthennen Blüten ansetzen.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
Einkaufstipp: Hygrometer, Thermometer, Feuchtigkeitsmesser & Wetterstationen

Sedum vermehren

Ableger

Einige Fetthennen bilden Seitensprosse, auch Kindel oder Ableger genannt. Die Ableger kann man ab einer Größe von 2 bis 4 cm zur Vermehrung verwenden.

Die Ableger setzt man in ein angefeuchtetes Sukkulentensubstrat. Bis sich die Wurzeln fest im Substrat verankert haben, pflegt man die Zöglinge in gleicher Weise wie die ausgewachsenen Pflanzen. Nur die Wassergaben müssen sparsamer sein, es ist ausreichend wenn das Substrat gerade noch feucht ist.

Stecklinge

Fetthennen vermehrt man problemlos durch Stecklinge. Es eignen sich Kopfstecklinge, Triebteilstecklinge und Blattstecklinge. Alle bilden leicht Wurzeln, wenn man sie im Frühjahr schneidet und die Schnittstelle vor dem Einsetzten 2 bis 3 Tage antrocknen lässt. Nach der Antrocknungsphase werden die Stecklinge direkt in das für die Sedum empfohlene Sukkulentensubstrat gesetzt. Die Stecklinge bekommen einen hellen, warmen Platz ohne direkte Sonnenbestrahlung. Nach einigen Wochen sollten sich die ersten Wurzeln gebildet haben. Wenn der Nachwuchs die ersten frischen Triebe zeigt, kann man die jungen Pflanzen an den endgültigen, sonnigen bis vollsonnigen Standort stellen und die Pflanzen dann wie ausgewachsene Exemplare weiterpflegen.

Blattstecklinge

Wie bei vielen anderen Dickblattgewächsen kann man auch bei einigen Fetthennen Arten die fleischigen Blätter zur Vermehrung verwenden. Man bricht oder schneidet ein Blatt an der Basis ab und lässt es zwei oder drei Tage lang antrocknen. Das so vorbehandelte Blatt legt man flach auf leicht angefeuchtetes Substrat. Alternativ steckt man das Blatt mit der Schnittfläche in die Erde. An einen warmen, hellen Platz bilden sich bereitwillig Wurzeln.

Lesetipp: Sukkulenten erfolgreich vermehren
Einkaufstipp: Aufzucht-, Anzucht u. Gewächshäuser zur Vermehrung

Erde / Substrat

Ideal für die Pflege der Fetthennen st ein Boden ph-Wert von 6,5 bis 7,3. Fetthennen gedeihen auch in einfacher, handelsüblicher Blumenerde auf Kompostbasis. Der ph-Wert ist auf der Verpackung angegeben und sollte innerhalb der tolerierten Werte von 6,5 bis 7,3 liegen.

Normale Erdmischungen in einer guten Qualität aus dem Baumarkt, Gartencenter oder der Gärtnerei sind jedoch nur bedingt empfehlenswert, da einige Anforderungen an Pufferkraft, Wasser- und Nährstoffregulierung, etc. nicht dauerhaft gewährleistet sind.

+ Info über ein gutes Substrat anzeigen

Ein gutes Substrat

Das richtige Substrat-Gemisch gewährleistet einen guten Halt der Pflanze und eine gute Belüftung des Wurzelbereiches. Ein Zusatz von Landerde stellt den pH-Wert ein und verbessert die Aufnahme- und Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe.

Die Zusatzstoffe Quarzsand, Bims-Kies, Lavalit, Lavagranulat, Kleine Kiesel, Styromull, Splitt und ähnliches verbessern den Wasserabzug nach dem Gießen. Dies hilft Staunässe und damit Wurzelfäulnis vorzubeugen. Ein gutes Substrat verfügt über eine gute Puffereigenschaft und darf über einen längeren Zeitraum seine vorteilhaften Eigenschaften nicht verlieren.

Andere wichtige Eigenschaften für eine gute Topfpflanzenerde sind die Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe, die Luftführung innerhalb des Substrats und die Standfestigkeit um ein zusammensacken und verdichten der Erde zu verhindern.

Pufferkraft des Substrats

Die Pufferkraft eines Substrats ist sehr wichtig, sie verhindert:

  • schnelles Austrocknen der Blumenerde
  • Versalzungen an den Wurzeln
  • größere Schwankungen im Nährstoffvorrat
  • schnelle Veränderungen des pH-Werts

Ausführliche Informationen, Substratrezepte und Bezugsquellen finden Sie hier: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Wenn man die Fetthenne in gut abgestimmtes Substrat pflanzen möchte, mischt man sich dieses selber. Die Herstellung ist nicht schwierig.

Substratmischung

Fetthennen pflanzt man mit einem Zusatz von Landerde in ein Torfsubstrat mit Zumischung verschiedener Fremdstoffe.

  • 3 Anteile Torfsubstrat
  • etwa 1,5 Anteile Ackererde mit Tonanteil (je nach ph-Wert)
  • 1,5 Anteile Quarzsand
  • 1 Anteil Bims-Kies, Lavalit, oder Lavagranulat

Der Boden ph-Wert wird mit der Zugabe von mehr oder weniger Landerde eingestellt. Wichtig dafür ist das Mischungsverhältnis von Landerde zu saurem Torfsubstrat (Verpackungsaufdruck pH-Wert beachten). Alles muss gut miteinander vermischt werden.

Einkaufstipp: pH-Meter über Amazon bestellen*, pH-Bodentester und Messstreifen
Lesetipp: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Hinweise

Oft werden Sukkulenten in normaler Torf- oder Blumenerde, vermischt mit einigen Styroporperlen zum Verkauf angeboten. Diese Blumenerde sollte man sollte man beim ersten Umtopfen gegen ein besser geeignetes Substrat austauschen.

Umtopfen

Fetthennen wachsen am besten in breiten, flachen Pflanzschalen oder halbhohen Töpfen oder Ampeln. Im zeitigen Frühjahr topft man die Sukkulenten in etwas größere Gefäße. Da die jungen Exemplare meist besser aussehen als ältere Pflanzen, sollte man rechtzeitig neue Stecklinge nachziehen.

Sobald das Pflanzgefäß vollständig durchwurzelt ist und die Wurzeln an der Erdoberfläche herauszutreten beginnen, topft man die Pflanzen um. Dabei lässt man zwischen der frisch eingesetzten Pflanze und dem Gefäßrand mindestens 4 cm Platz frei. Ältere Exemplare werden karg und sparrig. In der Regel ersetzt man sie deshalb durch die Nachzucht aus Stecklingen und ein Umtopfen erübrigt sich. Wer eine Fetthenne jedoch zum Blühen bringen möchte, sollte die Pflanze über mehrere Jahre hinweg kultivieren.

Lesetipp: Einpflanzen & Umtopfen von Sukkulenten
Einkaufstipp: Dekorative Pflanzgefäße und Übertöpfe vor dem Umtopfen - auf Amazon bestellen* »

Düngen / Nährstoffbedarf

In der Zeit des Hauptwachstums sollte man eine Fetthenne alle 8 Wochen mit einem flüssigen Kakteendünger düngen.

Während der Ruheperiode wird nicht gedüngt.

Lesetipp: Sukkulenten richtig düngen

Blumendünger

Bezugsquellen für richtige Düngemittel finden Sie hier:
Dünger für Topfpflanzen, Zierpflanzen und Zimmerpflanzen

Sedum schneiden

Fetthennen vertragen problemlos einen Rückschnitt, besonders Jungpflanzen wachsen buschig, wenn man sie mindestens einmal mal pro Jahr leicht stutzt. Der Rückschnitt sollte im zeitigen Frühjahr vorgenommen werden. Zu lange Triebe kürzt man maximal um 2/3 ihrer Länge. Zum Schneiden nicht verholzter Triebe einer Pflanze verwendet man ein scharfes Messer.Verholzte Triebe beschneidet man immer mit einer Gartenschere.

Lesetipp: Der richtige Rückschnitt von Pflanzen
Einkaufstipp: Gartenscheren und Astscheren für den Zimmergärtner

Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Forum

Wer eine Lösung zu einem aktuellen Pflege- oder Schädlingsproblem sucht kann hier im Pflanzenforum mitmachen und Hilfe erhalten.

Sie haben noch kein Benutzerkonto?
Registrieren Sie sich kostenlos.

Wir freuen uns auch über Erfolgsberichte und tolle Fotos.

Jetzt mitmachen und an unserer Community teilnehmen!

Forum Benutzerkonto erstellen Im Forum Anmelden


Der Befall mit Schmier- und Wollläusen kann bei diesen Pflanzen auftreten. Das kleine, weiße, an Wattebäusche erinnernde Gespinst der Schmierläuse ist gut auf den Blättern zu erkennen.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Bilder der Fetthennen

Klicken Sie zum Vergrößern auf die Vorschaubilder

Fetthenne Sedum atratum

Sedum atratum

Foto: Tigerente
Lizenz: GFDL

Fetthenne Sedum album

Sedum pulchellum

Foto: Thomas R. Koll
Lizenz: Public Domain

Fetthenne Sedum album

Sedum floriferum

Foto: Mussklprozz
Lizenz: GFDL

Teile diesen Beitrag:

Facebook

Twitter

Nach Hause mailen

Quellen

Das Grosse Buch der Zimmerpflanzen. VEMAG Verlags- und Medien Aktiengesellschaft, Köln 1995, ISBN 3-625-10680-9, 1001 Zimmerpflanzen von A - Z. ISBN-10: 1405492090, RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298, Wikipedia - Sukkulente, Sedum - Wikipedia, Zimmerpflanzen von Editha Thomas, ISBN-10: 3730401033, Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5

Zuletzt aktualisiert:

Teile diesen Beitrag: