Käfer

Der Körper von Käfern hat entweder eine rundliche oder eine längliche Form und besitzt meistens einen harten Chitinpanzer. Einige Arten sind eher unscheinbar und andere fallen durch ihre Form oder ihre Farbe auf.

Marienkäfer Coccinella septempunctata

Marienkäfer Siebenpunkt (Coccinella septempunctata)

Die vorderen Flügel sind feste Flügeldecken. Sie bieten den Hinterflügeln einen guten Schutz. Diese Flügeldecken liegen auf dem Rumpf und der Hinterbrust. Sie stoßen aneinander, sodass eine Art Naht entsteht. Die Naht bildet am Ende ein kleines Schild in dreieckiger Form. Es gibt  aber auch Käferarten mit reduzierten Flügeln oder Flügeldecken.

Am Kopf befinden sich gegliederte Fühler und Mundwerkzeuge, mit denen die Käfer kauen und beißen können. An der Vorderbrust ist meistens ein kräftiges Halsschild zu sehen.

Neben räuberisch lebenden Käfern gibt es auch Arten, die sich von Aas, Holz, Pflanzen oder Pilzen ernähren.

Viele Käfer stellen sich bei Gefahr tot, indem sie sich fallen lassen und dabei ihre Beine anziehen.

Käfer bestimmen

Folgend sind verschiedene Käferarten aufgeführt, die in Mitteleuropa vorkommen. Unter dem Namen werden zunächst die deutlich sichtbaren Kennzeichen in Form eines Kurz-Checks aufgelistet. Anhand dieses Kurz-Checks fällt die Bestimmung der Art leichter.

Anschließend folgt eine Beschreibung des Aussehens, der Lebensweise und der Lebensräume der einzelnen Art.

Hirschkäfer (Lucanus cervus)

Kurzcheck

  • Dunkelbrauner, sehr großer Käfer
  • Die männlichen Tiere besitzen Geweihzangen
  • Die Zangen der bis zu 40mm großen Weibchen sind kurz

Aussehen

Hirschkäfer (Lucanus cervus) Männchen und Weibchen

Hirschkäfer (Lucanus cervus)
Männchen und Weibchen CC BY-SA 2.5

Hirschkäfer sind die größten, in Europa vorkommenden Käfer. Sie haben eine dunkelbraune bis schwarzbraune Färbung. Das Halsschild sowie der Kopf der Männchen haben häufig eine schwarze Farbe, wobei die Zangen die Körperfarbe tragen.

Die dunklen Fühler stehen weit ab. Die Beine des Käfers sind schwarz.

Die Weibchen haben lediglich kurze, starke Zangen und einen gerundeten Kopf sowie ein gerundetes Halsschild.

Die Zangen der Männchen erinnern an ein Hirschgeweih und wirken am rechteckigen, breiten Kopf riesig.

Lebensweise

Die Laven sehen wie Engerlinge aus und leben in den Wurzelstöcken sowie in toten Bereichen des Stamms von alten Eichen. Bis zur Verpuppung dauert es zwischen fünf und acht Jahre.

Die Puppenwiege hat ungefähr die Größe einer Faust. Die Merkmale der Käfer sind bereits an den Puppen erkennbar. Auch das Geweih der männlichen Tiere ist schon vorhanden.

Ab Mai schlüpfen die Käfer, die sich tagsüber an blutenden Baumstämmen aufhalten. Den Saft lecken die Käfer auf. In der Abenddämmerung begeben sich die Käfer auf den Flug.

Lebensräume

Hirschkäfer kommen in Mischwäldern und Laubwäldern vor, wo sie sehr alte Eichen vorfinden können. Es handelt sich um eine seltene, jedoch verbreitete Art.

Nashornkäfer (Oryctes nasicornis)

Kurzcheck

  • Brauner, sehr großer Käfer
  • Die Männchen haben ein gebogenes, großes Kopfhorn
  • Die Weibchen haben ein stumpfes, kleines Kopfhorn

Aussehen

Nashornkäfer (Oryctes nasicornis)

Nashornkäfer (Oryctes nasicornis)
CC BY-SA 3.0, Siga

Nashornkäfer werden zwischen 25 und 40mm lang. Die männlichen Tiere tragen ein gebogenes Kopfhorn, das eine Länge von 10mm erreichen kann. Das Halsschild ist im hinteren Bereich hochgezogen und im vorderen Bereich eingewölbt.

Bei den Weibchen sieht das wesentlich kürzere Kopfhorn wie ein kleiner Zahn oder ein Höcker aus. Das Halsschild sowie der Kopf sind nur leicht eingedrückt.

Der Körper beider Geschlechter hat eine mittelbraune bis dunkelbraune und glänzende Erscheinung. Dabei sind die Flügeldecken meistens heller als das Halsschild und der Kopf.

Lebensweise

Die Larven benötigen für ihre Entwicklung verrottendes, warmes Pflanzenmaterial. Somit halten sie sich oftmals während ihrer ein- bis dreijährigen Entwicklungszeit in Sägemehlhaufen, Komposthaufen, Holzabfällen oder in Eichenrinde von Gerbereien auf.

Die Puppen überwintern. Während dieser Zeit befinden sie sich tief in der Erde.

Die Käfer schlüpfen in der Regel im Juni. Am Tage sitzen sie an Baumstämmen und abends fliegen sie herum. Dann sind sie häufig an Lichtquellen zu beobachten.

Die Männchen tragen Rivalenkämpfe aus, wobei sie ihre Hörner nutzen.

Lebensräume

Nashornkäfer lebten ursprünglich in Laubwäldern. Als Kulturfolger sind sie aber auch in anderen Lebensräumen anzutreffen. Diese Käferart ist sehr wärmeliebend und kommt eher selten vor.

Feld-Maikäfer (Melolantha melolantha)

Kurzcheck

  • Braune Flügeldecken und Halsschild sowie Kopf sind schwarz
  • An den Bauchseiten sind weißliche Dreiecke sichtbar
  • Spitz ausgezogener Hinterleib

Aussehen

Feld-Maikäfer (Melolantha melolantha)

Feld-Maikäfer (Melolantha melolantha)
CC BY 2.0, gailhampshire

Feld-Maikäfer haben rotbraune Flügeldecken, Fühler und Beine. Halsschild und Kopf sind in der Regel schwarz, aber bei manchen Käfern sind diese auch rotbraun gefärbt. Der schwarze Hinterleib verläuft am hinteren Ende zu einer ausgezogenen Spitze. Am Bauchbereich befinden sich seitlich weiße Flecken in dreieckiger Form. Auf den Flügeldecken sind jeweils vier Längsstreifen zu sehen. Die männlichen Tiere besitzen sieben lange Fühlerblätter. Die Weibchen haben sechs Fühlerblätter, die kürzer sind als die der Männchen.

Lebensweise

Die Weibchen graben sich tief in die Erde auf Wiesen mit Löwenzahn ein. Dort legen sie ihre Eier ab. Die Larven (Engerlinge) leben im Boden und ernähren sich dort von feinen Wurzeln. Im dritten Lebensjahr legen sie eine Puppenwiege an und das in einer Bodentiefe zwischen 1 und 1,5 Meter. Die Käfer schlüpfen nach einer Puppenruhe, die sechs bis acht Wochen andauert. Die Puppen überwintern im Boden und ab April erscheinen die Käfer.

Die Käfer fliegen abends bei Temperaturen ab zwanzig Grad umher. Sie fressen die zarten Blätter von Laubbäumen und es kann sogar zum Kahlfraß kommen. Treten die Feld-Maikäfer in Massen auf, können sie große Schäden anrichten.

Lebensräume

Feld-Maikäfer sind weit verbreitet und kommen vor allem in Wäldern sowie in Obstbaumplantagen vor.

Junikäfer, Gerippter Brachkäfer (Amphimallon solstitiale)

Kurzcheck

  • Mittelgroßer Käfer mit einer gedrungenen Gestalt
  • Starke Behaarung
  • Hellbraune, transparente Flügeldecken

Aussehen

Junikäfer, Gerippter Brachkäfer (Amphimallon solstitiale)

Junikäfer, Gerippter Brachkäfer
(Amphimallon solstitiale) ©entomart

Junikäfer erreichen eine Größe zwischen 14 und 18mm. Sie wirken gedrungen und sind am Bauch, am Halsschild, am Kopf und am Ansatz der Flügeldecken dicht behaart. Die Haare habeneine helle braune bis weißliche Färbung. Die relativ langen Beine sind braun.

Auf den Flügeldecken sind jeweils drei Längsrippen erkennbar. Da die Flügeldecken transparent sind, kann man darunter die Hinterflügel sehen.

Lebensweise

Die Weibchen legen ihre Eier in den Boden ab. Dort ernähren sich die Engerlinge in ihrer ein- bis dreijährigen Entwicklungszeit hauptsächlich von Graswurzeln.

Die Käfer erscheinen im Juni und fliegen abends um Häuser und Baumwipfel herum. Bei einem Massenauftreten können die Junikäfer starke Schäden an Laubbäumen anrichten.

Lebensräume

Junikäfer kommen in oft in großer Anzahl auf Brachflächen und Wiesen vor. Es handelt sich um eine weit verbreitete Käferart.

Julikäfer (Anomala dubia)

Kurzcheck

  • Mittelgroßer Käfer mit gedrungener Gestalt
  • Unbehaartes Schildchen und Halsschild
  • Die Oberseite glänzt metallisch

Aussehen

Julikäfer (Anomala dubia)

Julikäfer (Anomala dubia)
CC BY 3.0, Wim Rubers

Julikäfer werden zwischen 12 und 15mm groß. Sie ähneln einem Maikäfer, haben eine gedrungene Gestalt und sind nicht behaart.

Die Färbung der Käfer ist unterschiedlich. Meistens sind sie braun, grünschwarz oder blauschwarz gefärbt und haben immer einen metallischen Glanz.

Die Flügeldecken haben eine mittelbraune bis dunkelbraune Färbung. Das Halsschild ist im vorderen Bereich schmal und in der Mitte breit. Die vorderen und mittleren Schenkel sind deutlich dünner als die Hinterschenkel.

Lebensweise

Die Larven leben im Boden und benötigen zwei Jahre für ihre Entwicklungszeit. Sie ernähren sich von den Wurzeln der Laubbäume. Im Juni schlüpfen die Käfer und fliegen abends umher. Ihre Ernährung umfasst frische Blüten und Triebe von unterschiedlichen Bäumen.

Lebensräume

Julikäfer kommen fast überall vor, sind aber oftmals in sandigen Gegenden anzutreffen. Man kann sie auf jungen Kiefern, Birken, Ulmen, Robinien, Weidengebüsch und Brombeeren beobachten.

Frühlings-Mistkäfer (Geotrupes vernalis)

Kurzcheck

  • Mittelgroßer, blauschwarzer Käfer, mit stark gewölbter Oberseite und einem Metallglanz
  • Deutlich gerandetes Brustschild
  • Breite Schienen mit einem sägeblattartigen Rand

Aussehen

Frühlings-Mistkäfer (Geotrupes vernalis)

Frühlings-Mistkäfer (Geotrupes vernalis)
CC0, Bj.schoenmakers

Frühlings-Mistkäfer werden zwischen 12 und 20mm groß. Die eher rundlichen Käfer haben eine gedrungene Gestalt, wobei ihre Oberseite hoch gewölbt ist.  Die sehr glatten Flügeldecken und Brustschild sind nadelstichartig punktiert und außen gerandet. Sie schillern in einem grünlichen bis schwarzblauen Metallglanz.

Die Schienen der kräftigen Beine sind verbreitert. Die Vorderbeinenschienen besitzen sägeblattartige Zähne. Frühlings-Mistkäfer haben kurze Fühler.

Lebensweise

Die weiblichen Frühlings-Mistkäfer betreiben Brutpflege. Sie legen unter Menschenkot, Pferdeäpfeln, Wildtierlosung oder Kuhfladen Erdstollen an. Dort werden Brutkammern eingerichtet, in denen sie ihre Eier ablegen. Danach schließt das Weibchen die Brutkammer mit Mist und Erde. Die Larven benötigen ein Jahr für ihre Entwicklungszeit. Die Käfer kann man in den Abendstunden beobachten, wenn sie umherfliegen.

Die Körper der Frühlings-Mistkäfer sind oftmals mit Milben übersät, die schmarotzend auf den Käfern leben.

Lebensräume

Frühlings-Mistkäfer kommen häufig und fast überall vor. Sie sind besonders auf Weiden und Wiesen anzutreffen, wo sie Miststoffe vorfinden.

Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Kurzcheck

  • Großer Käfer mit einem grünen bis bronzenen Metallschimmer
  • Auf den Flügeldecken sind weiße Querstriche zu sehen
  • Die Körperseite und die Oberseite sind kastenförmig abgeflacht

Aussehen

Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Rosenkäfer (Cetonia aurata)
CC BY 3.0, Chrumps

Rosenkäfer erreichen eine Größe zwischen 14 und 20mm. Sie haben eine gedrungene Gestalt. Die Flügeldecken fallen seitlich steil ab und sind abgeflacht.

Die Oberseite hat einen grünen bis bronzenen Metallglanz. Die Unterseite schimmert in einer metallisch kupferroten Farbe.

Die Flügeldecken sind nadelstichartig punktiert, mit flachen Längsrippen und weißen Querstrichen versehen.

Lebensweise

Die Weibchen legen ihre Eier in Laubbaummulm, Sägemehlhaufen oder in morsches Holz ab. Die Engerlinge benötigen etwa ein Jahr für ihre Entwicklungszeit.

Die Käfer erkennt man schon an ihrem Brummen beim Fliegen. Sie halten die Flügeldecken im Flug geschlossen und die Hinterflügel werden weit ausgebreitet.

Mittags kann man sie häufig bei warmen Temperaturen auf Rosenblüten beobachten. Sie lassen sich aber auch auf den Blüten von Weißdorn, Flieder und Holunder nieder. Dort ernähren sie sich von den Stempeln, Staubgefäßen und Blütenblättern.

Lebensräume

Rosenkäfer sind zwar weit verbreitet, kommen aber lediglich lokal häufig vor. Sie leben in Hecken, Gebüschen und an Waldrändern.

Gebänderter Pinselkäfer (Trichius fasciatus)

Kurzcheck

  • Mittelgroßer Käfer mit gelb-schwarzer Zeichnung
  • Lange weiße Behaarung am Hinterleib und am Schildchen
  • Beine sind sehr lang

Aussehen

Gebänderter Pinselkäfer (Trichius fasciatus)

Gebänderter Pinselkäfer (Trichius fasciatus)
CC BY-SA 4.0, Ivar Leidus

Pinselkäfer werden zwischen 9 und 13mm groß. Sie sind von gedrungener Gestalt und fallen durch ihre gelb-schwarze Zeichnung auf.

Die langen Beine, der Körper, das Halsschild und der Kopf sind schwarz und bräunlich bis weiß dicht behaart.

Die glatten Flügeldecken haben gerundete Ecken und eine gradlinige Begrenzung. Das behaarte hintere Körperende bleibt von den Flügeldecken unbedeckt.

Schultern, Körperseiten und der hintere Rand sind gelb bis gelbbraun gefärbt und mit jeweils einem schwarzen Fleck versehen.

Lebensweise

Die Weibchen legen die Eier in Bodenmulm von Laubbäumen oder in morsches Holz ab. Die Larven fressen das zersetzende Laub, worin sie sich auch verpuppen.

Im Folgejahr kann man die Käfer auf Blüten beobachten, wo sie sich überwiegen von den Pollen ernähren. Vorzugsweise lassen sie sich auf Bärenklau, Engelwurz, Wiesen-Kerbel oder anderen Doldenblütlern nieder.

Lebensräume

Pinselkäfer kommen häufig vor und sind weit verbreitet. Man trifft sie vor allem an Wegrändern und auf Wiesen, wo sich in nächster Nähe Obstbäume oder Wälder befinden.