Nützliche Säugetiere im Garten

Sumpfspitzmaus (Neomys anomalus)

Sumpfspitzmaus (Neomys anomalus)
von CC BY-SA 3.0, Mnolf

Einige Säugetiere können wertvolle Hilfe im Garten leisten. Wir stellen folgend Spitzmäuse, Igel und Fledermäuse vor, die als Gartennützlinge bezeichnet werden können.

Spitzmäuse

Spitzmäuse gehören zur Familie Soricidae und zählen nicht zu den Mäusen. Sie sind den Insektenfressern zugeordnet und damit wird schon deutlich, wie wichtig diese Tiere für den Gärtner sein können.

Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens)

Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens)
von Sebastian Ritter, CC BY-SA 2.0 de

Das Fell hat eine samtartige Struktur. Der Rücken der Spitzmaus kann graubraun bis schwarz gefärbt sein. Der Bauch hat meistens eine grauweiße Färbung.

Spitzmäuse haben eine spitze und lange Schnauze, an der sich zahlreiche Tasthaare befinden. Gemessen von der Schwanzspitze bis zur Schnauze können sie eine Körperlänge von vierzehn Zentimeter erreichen.

Von April bis Oktober findet die Fortpflanzung statt. Ein Weibchen kann bis zu vier Würfe im Jahr zur Welt bringen. Ein Wurf kann aus bis zu zehn Tieren bestehen, wobei die Jungtiere zunächst nur 0,6 Gramm wiegen und blind geboren werden. Sind die neun Tage alt, öffnen sich ihre Augen. Die Jungtiere werden drei Wochen lang gesäugt.

Mutter und Jungtiere zeigen ein besonderes Verhalten, wenn sie gemeinsam unterwegs sind. Dann bilden sie eine Art Kette und gehen hintereinander, wobei jedes Tier sich in die Schwanzwurzel ihres Vordermannes festbeißt.

Spitzmäuse sind ansonsten Einzelgänger und dämmerungsaktive Tiere. Um ihre Körpertemperatur konstant halten zu können, müssen sie ständig Nahrung aufnehmen. Das Gewicht der Tagesration überragt das Körpergewicht der Spitzmaus.

Die Nahrung besteht aus kleinen Tieren, die im oder am Boden leben. Somit fressen Spitzmäuse unter anderem Regenwürmer, Weberknechte, Schnecken, Webspinnen und Insekten. Im Herbst erweitern sie ihre Ernährung durch Früchte und Beeren.

Spitzmäuse befreien somit Gemüsebeete von einigen Schädlingen. Es ist also ratsam, diesen Tieren im Garten Nistmöglichkeiten und Zuflucht anzubieten, die sich in direkter Umgebung der Beete befinden sollten. Sollte eine Hecke ans Gemüsebeet angrenzen, sollte auf ein Abmähen der Kraut- und Grasschicht verzichtet werden. Zudem können Reisig, Steine oder Holz zu Haufen aufgeschichtet werden.

Igel

Weltweit gibt es ungefähr 25 Arten von Igeln. Davon kommen zwei Igelarten in Europa vor:

Junger Braunbrustigel (Erinaceus europaeus)

Junger Braunbrustigel (Erinaceus europaeus)
von
Michael Gäbler CC BY-SA 3.0

  • Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) kommt in Mitteleuropa, Westeuropa, Skandinavien und im Baltikum vor
  • Das Verbreitungsgebiet der Nördlichen Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus) verläuft von Mitteleuropa bis Westsibirien

Igel sind den Insektenfressern zugeordnet. Diese Einzelgänger bevorzugen Laubwälder, Weiden, Wiesen, Streuobstwiesen, Gärten und Parks.

Der Körper des Igels hat eine rundliche Form. Die Schnauze ist spitz zulaufend. Igel können eine Körperlänge von 25 Zentimeter und ein Gewicht von 1 Kilogramm erreichen.

Nördlicher Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus)

Nördlicher Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus)
von Michael Gäbler CC BY-SA 3.0

Auf dem Rücken und dem Kopf befinden sich zwischen 6000 und 8000 spitze, bis zu 1,5 Zentimeter lange Stachel.

Droht Gefahr, rollte der Igel sich kugelförmig zusammen und stellt seine Stacheln auf.

Die nachtaktiven Tiere verstecken sich tagsüber und gehen nachts auf die Nahrungssuche. Während der Paarungszeit von Mai bis Juni suchen sie nachts auch nach Partnern.

Das Nest wird einen ruhigen Platz versteckt gebaut. Als Baumaterial dienen trockenes Laub, Moos und Gras. Daraus wird eine kugelförmige Nisthöhle gefertigt.

Die Tragezeit dauert fünf Wochen. Dann bringt das Weibchen bis zu sieben Jungtiere zur Welt, die zu Beginn ihres Lebens noch blind sind. Im Alter von rund sechzehn Tagen öffnen sie ihre Augen. Die jungen Igel werden etwa sechs Wochen lang gesäugt. Haben sie ein Gewicht von 300 Gramm erreicht, sind die Jungtiere selbstständig.

Nahrung der Igel

Igel ernähren sich von Insekten, Würmern, Larven, Schnecken, Asseln und Eiern. Manchmal fressen sie auch Jungvögel, junge Mäuse und kleine Frösche. Zudem nehmen sie auch Sämereien und Obst zu sich.

Igel haben einen sehr guten Appetit und können somit die Anzahl einiger Schädlinge im Garten drastisch reduzieren. Die mögen zum Beispiel Gehäuseschnecken, Nacktschnecken, Engerlinge und Raupen.

Zufütterung

Diesen nützlichen Gartenhelfern sollte ebenso geholfen werden, wenn Igel ab Oktober durch ein zu geringes Gewicht auffallen. Dann kann zugefüttert werden, wozu sich Futter für Welpen oder Katzen anbietet. Milch darf auf keinen Fall gegeben werden, da Igel davon Durchfall bekommen.

Das Futter muss regengeschützt stehen und zudem sollten Haustiere keinen Zugang zu diesem Futter haben. Das Igelfutter kann unter eine flache Obstkiste gelegt werden, die an einer Seite nur wenig angehoben wird, indem man Hölzer oder Steine unterlegt. Diese Seite wird aber nur so hoch angehoben, dass ein Igel darunter kriechen kann. Katzen oder Hunde sollten nicht darunter kriechen können. Die andere Seite der Kiste bleibt ebenerdig.

Bevor die Kiste an ihren Platz gestellt wird, sollte die Unterseite wasserdicht gemacht werden. Damit die Kiste weder vom Haustier noch vom Wind angehoben werden kann, wird sie mit einem Stein beschwert.

Igel im Winterschlaf

Ab Ende Oktober/ Mitte November ziehen Igel sich in frostfreie Verstecke für ihren Winterschlaf zurück. Den Winterschlaf überleben aber nur die Tiere, die mindestens 500 Gramm schwer sind.

Im Garten kann man den Tieren Verstecke anbieten. Igel verstecken sich gerne unter losen Holzstapeln oder Laubhaufen.

Man kann aber auch ein Igelhaus bauen:

  • Unter eine Konifere oder einen bodennahen Strauch werden zwei Steine aufgestellt und mit einer Steinplatte abgedeckt
  • Dazu gibt man noch etwas Laub und schon ist das Überwinterungshaus für Igel fertig

Dieses Igelhaus wird auch außerhalb des Winters gerne als Rückzugsort genutzt, damit der Igel sich tagsüber zurückziehen kann.

Fledermäuse

In Europa kommen rund vierzig Arten von Fledermäusen vor. Eine häufig auftretende Art ist die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus), die nur rund sieben Gramm schwer und fünf Zentimeter groß wird. Faltet sie ihre Flügel zusammen, ist sie nicht größer als eine Schachtel Streichhölzer. Die Flügelspannweite beträgt ungefähr 25 Zentimeter.

Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)

Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
von Barracuda1983, CC BY-SA 3.0

Das Rückenfell der Zwergfledermaus hat eine rötliche bis dunkelbraune Färbung. Das Bauchfell ist gelblich bis graubraun gefärbt.

Obwohl die Zwergfledermaus häufig auftritt, ist ihre Existenz bedroht, da sie immer weniger Quartiere vorfindet.

Diese Fledermausart lebt vorzugsweise in Gärten, Parks und offenen Flächen mit Wiesen, Äckern oder lichten Gehölzen.

Die Weibchen schlafen oft dicht aneinandergedrängt mit ihrem Nachwuchs in großen Gruppen zusammen. Dazu nutzen sie hohle Bäume oder verkriechen sich unter Hausverkleidungen, in Kirchtürme oder in Scheunen. Die Männchen schlafen meistens nicht in Gruppen sondern einzeln.

Die Nahrung der Zwergfledermaus besteht aus kleinen Insekten, beispielsweise Köcherfliegen, Mücken und Nachtfalter.

Die standorttreue Zwergfledermaus zieht sich ab Oktober in ein Überwinterungsquartier zurück, das sich in der Nähe ihres Jagdreviers befindet. Solche Quartiere können Höhlen, Spalten oder Keller sein. Man kann ihnen auch Kästen zur Verfügung stellen.