Regenwürmer: Nützliche Helfer für guten Gartenboden

Amsel

Regenwurm im humosen Oberboden, Bild von Dodo-Bird, CC BY 2.0

Weil der Regenwurm immerzu arbeitet, wurde er übrigens im sechzehnten Jahrhundert als „reger Wurm“ bezeichnet. Der Name wandelte sich dann im Laufe der Zeit zu Regenwurm um.

Der Regenwurm im Garten

Regenwürmer sind ausgesprochen nützlich Helfer, denn sie  sorgen für einen guten Gartenboden. Je nach Bodenschicht kommen verschiedene Regenwürmer vor, die sich jeweils den Bodenbeschaffenheiten anpassen:

  • In der oberen Erdschicht befindet sich der Epigäische Wurm, der organische Materie zerkleinert und zudem von tierischen Ausscheidungen lebt. Diese Würmer haben meistens eine dunkle Färbung.
  • Der Anektische Wurm zieht organische Materie (Mulch, Streu, abgestorbene Pflanzenteile u.ä.) in den Boden, wo sie von ihm zerkleinert wird. Er gräbt sich also vertikal in den Boden und sorgt dafür, dass Humus mit Mineralerde durchmischt wird.
  • Wieder eine Erdschicht tiefer befindet sich der Endogäische Wurm, die eine bleiche, transparente Färbung aufweisen. Sie kommen nur selten an die Erdoberfläche.

Diese stummen, tauben und blinden Tierchen leisten für den Boden und für die Pflanzen unglaublich viel:

  • Regenwürmer bauen Pflanzenreste ab
  • Sie belüften den Boden und sorgen dafür, dass der Boden mehr Wasser aufnehmen kann
  • Sie versorgen die Pflanzen mit Nährstoffen: Beim Graben nehmen sie Erde auf, wobei ein Teil unverdaut wieder ausgeschieden wird und somit den Pflanzen als Nährstoffe zur Verfügung gestellt wird.
  • Regenwürmer stimulieren das Wurzelwachstum
  • Sie pflegen und reinigen den Boden und erhöhen dessen Stabilität

Die Bezeichnung Regenwurm ist somit auf sein aktives Leben und nicht auf einen Zusammenhang mit Regen zurückzuführen. Regen kann für den Regenwurm sogar tödlich enden: Er wird aufgrund der Vibration der Tropfen an die Erdoberfläche gelockt, wo er durch UV-Licht sterben kann oder womöglich als Nahrung für Vögel endet.

Weltweit gibt es mehr als 3000 Arten von Regenwürmern. In Deutschland sind über vierzig Arten vertreten. Die bekannteste Art ist der Gemeine Regenwurm (Lumbricus terrestris), der auch als Tauwurm oder Aalwurm bezeichnet wird.

Dieser Wurm kann eine Länge von zwanzig Zentimetern erreichen. Sein Vorderteil hat eine rötliche Färbung und sein Hinterteil ist blass gefärbt.

Mit rund einem Jahr sind Gemeine Regenwürmer geschlechtsreif. Dann ist ein sogenannter Gürtel (Clitellum) zu erkennen: In dieser Verdickung trägt der Wurm Eier und Samen, denn Regenwürmer sind Zwitter. In Kokons werden bis zu neunzig Eier abgelegt. Die jungen Würmer schlüpfen nach einem halben Monat bis vier Monaten – abhängig von der Bodentemperatur.

Hinweis: Um diese wichtigen Gartenhelfer zu schonen, sollte beim Umgraben kein Spaten, sondern eine Grabegabel verwendet werden.