Gartenhelfer Kröten und Frösche

ca. 8 Min. Lesezeit Aktualisiert: 

Kröten & Frösche im Garten – Auf einen Blick

  • Nützlich: Fressen Schnecken, Raupen, Insekten – natürlicher Pflanzenschutz
  • Schutz: Alle heimischen Amphibien gesetzlich geschützt (BNatSchG §44)
  • Arten hier: Erdkröte, Kreuzkröte, Wechselkröte, Knoblauchkröte, Grün- und Grasfrösche
  • Anlocken: Teich mit Flachwasserzone, Verstecke (Steine, Holz), keine Pestizide
  • Besonders gefährdet: Knoblauchkröte und Kreuzkröte (Rote Liste / FFH)
Teichfrosch (Pelophylax esculentus) auf einem Stein am Gartenteich

Teichfrosch (Pelophylax „esculentus"). Foto: Manfred Heyde, CC BY-SA 3.0

ⓘ Artenschutz: Alle heimischen Amphibien sind geschützt

Alle in Deutschland vorkommenden Kröten und Frösche stehen unter strengem gesetzlichem Schutz nach §44 BNatSchG und der Bundesartenschutzverordnung. Das Fangen, Töten, Verletzen, Stören oder Verfolgen ist verboten und kann als Straftat geahndet werden. Kreuzkröte und Knoblauchkröte sind zusätzlich in der FFH-Richtlinie der EU gelistet. Gefundene Tiere immer am Fundort belassen.

Kröten und Frösche erweisen sich als nützliche Gartenhelfer: Während Frösche gute Insektenvertilger sind, ernähren Kröten sich von Raupen, Schnecken und anderen sogenannten Schädlingen. Wer in seinem Gemüsegarten mit Nacktschnecken zu kämpfen hat, kann Kröten in den Garten locken, die für eine Reduzierung dieser Schädlinge sorgen werden. In Deutschland kommen unter anderem Erdkröten, Wechselkröten, Knoblauchkröten und Kreuzkröten vor.

Erdkröten (Bufo bufo)

Erdkröte (Bufo bufo) auf feuchtem Waldboden

Erdkröte (Bufo bufo). Foto: Iric, CC BY-SA 2.5

Erdkröten (Bufo bufo) kommen in fast ganz Europa vor. In Irland, Island sowie im Norden Skandinaviens und auf vielen Inseln im Mittelmeer sind sie nicht vertreten. Sie leben auf Wiesen und Obstwiesen, in Wäldern, in Weinbergen und in Gärten. Auch in Steinbrüchen, Kiesgruben und auf Friedhöfen sind Erdkröten anzutreffen.

Die Weibchen erreichen eine Größe bis zu 13 Zentimetern. Die Männchen sind kleiner und werden maximal 9 Zentimeter groß. Die warzige Haut ist gelbbraun bis rotbraun gefärbt. Die gelbe bis grauweiße Unterseite ist dunkel gefleckt.

Erdkröten sind in der Dämmerung und nachts aktiv. Sie weichen von diesem Verhalten lediglich während der Paarungszeit oder nach starkem Regen ab. In der Regel sieht man sie tagsüber nicht, denn dann verstecken sie sich an feuchten Plätzen wie Sträucher, Erdhöhlen, Hochstauden oder unter Holzstapel und Steinen.

Erdkröten sind standorttreu und verlassen ihr Winterquartier im März. Dann beginnt auch die Paarungszeit und man sieht die Kröten auf ihrer Frühjahrswanderung zu den Laichgewässern. Dabei wandert das Weibchen oft lange Strecken mit dem auserwählten Männchen auf ihrem Rücken.

Die Eier befinden sich in transparenten Schnüren, die im Wasser abgelegt werden. Nach wenigen Wochen schlüpfen die Kaulquappen, die sich innerhalb von drei Monaten zu Kröten entwickeln. Erdkröten ernähren sich von kleinen Tieren, die in Bodennähe oder am Boden leben. Dazu gehören unter anderem Wanzen, Raupen, Käfer, Spinnen, Asseln, Schnecken und Rüsselkäferlarven. Sie fangen ihre Beute mit ihrer langen Zunge.

Um Erdkröten in den Gemüsegarten zu locken, muss man ihnen in der Nähe des Beets Unterschlupfmöglichkeiten anbieten: Steine, Holzstücke oder Dachziegel locker schichten, sodass die Kröten in die Hohlräume schlüpfen können. Kleine Schalen oder Becken mit Wasser dienen in Trockenzeiten als Wasserstellen.

💡

Expertentipp: Krötenschutz an Straßen

Erdkröten sind in ihrer Frühjahrswanderung besonders gefährdet. Wer weiß, dass in seiner Nähe Kröten wandern, kann die lokale NABU- oder BUND-Gruppe informieren, die oft Krötenzäune aufstellen und Tiere einsammeln. Autos langsamer fahren, ausweichen, oder mithelfen – jede gerettete Kröte frisst den ganzen Sommer Schnecken im Garten.

Kreuzkröten (Epidalea calamita)

Kreuzkröten (Epidalea calamita, Syn.: Bufo calamita) bevorzugen lockeren, sandigen Boden und trockenwarme Lebensräume. Sie erreichen eine Länge von bis zu sieben Zentimetern, wobei Weibchen und Männchen fast gleich groß sind.

Kreuzkröte (Epidalea calamita) mit gelbem Rückenstreifen

Kreuzkröte (Epidalea calamita) – erkennbar am gelben Rückenstreifen. Foto: Christian Fischer, CC BY-SA 3.0

Kreuzkröten sind kurzbeinig und hüpfen nur sehr selten. Sie können jedoch ähnlich wie Mäuse rennen. Der braun bis olivgrüne Rücken ist warzig und gefleckt. Die weiße Unterseite weist dunkle Flecken auf. Der Kopf ist breit und von dort aus verläuft meistens eine dünne gelbe Linie über den Rücken.

Während der Laichzeit sind die Rufe der Männchen sehr laut und manchmal noch in einer Entfernung von mehr als zwei Kilometern zu hören. Nach der Paarung werden Laichschnüre in kleinen Kiesgruben, Tümpeln oder tiefen Pfützen abgelegt. Diese Laichschnüre können eine Länge von zwei Metern aufweisen und bis zu 3000 Eier enthalten. Abhängig von der Wassertemperatur schlüpfen die Kaulquappen etwa sechs Tage später.

Als nützliche Gartenhelfer muss man Kreuzkröten einen Teich mit einem Flachwasserbereich bieten. Tagsüber suchen sie Unterschlupf unter Holz, Steinen oder in Erdlöchern. Kreuzkröten ernähren sich von Würmern, Käfern, Ameisen, Fliegen und Schnecken. Zwecks Überwinterung graben sie sich in die Erde ein oder nutzen Mäusebauten.

Wechselkröte (Bufotes viridis)

Wechselkröte (Bufotes viridis) mit grüner Fleckenmusterung

Wechselkröte (Bufotes viridis) – auch als Grüne Kröte bekannt. Gemeinfrei, Ivengo

Wechselkröten (Bufotes viridis) kommen in den Steppen im Südosten Europas, an der Ostseeküste und in Griechenland vor. Im Westen bildet der Rhein die Verbreitungsgrenze. Da Wechselkröten sehr anpassungsfähig und wärmetolerant sind, können sie in kargen Gebieten leben, die vom Menschen erschaffen wurden (Steinbrüche, Industriebrachen, Ruderalflächen, Kiesgruben). Sie besiedeln aber auch Gärten und Wiesen, die an solchen Lebensräumen angrenzen.

Der Rücken der Wechselkröte ist cremig-bräunlich gefärbt und deutlich grün gefleckt. Die Unterseite hat eine gelbliche, hellgraue Färbung, die mit dunkelgrauen Flecken versehen ist. Aufgrund der grünen Flecken auf der Oberseite wird die Wechselkröte auch als Grüne Kröte bezeichnet. Die weiblichen Kröten werden bis zu zehn Zentimeter groß. Die Männchen sind deutlich kleiner. Die Wechselkröte ist in der Lage, ihre Grundfärbung an die Umgebung anzupassen und entsprechend dunkler oder heller zu werden.

Wechselkröten sind nachaktiv, lassen aber ihre lauten Rufe auch bei feuchtwarmer Witterung oder an einem bewölkten Tag ebenso tagsüber hören. Rufen die Kröten im Chor, sind sie über weite Distanzen hörbar.

Im April findet die Paarungszeit statt. Die Laichzeit verläuft von Ende April bis Juli. Die Laichschnüre werden abgelegt, sobald eine Wassertemperatur von mindestens 12 Grad Celsius erreicht ist. Die mehrreihigen Schnüre können eine Länge von vier Meter aufweisen und werden in flache Gewässer abgelegt. Dabei können die Laichschnüre bis zu 12000 Eier enthalten. Aus diesen schlüpfen nach rund einer Woche die Kaulquappen, die sich innerhalb von zwölf Wochen zu Jungkröten entwickeln. Dann verlassen sie das Gewässer und suchen sich neue Gebiete.

Wechselkröten ernähren sich von Gliederfüßern wie Spinnen, Ameisen und Käfern. Auch fressen sie kleine Schnecken und Regenwürmer. Die Nahrung der jungen Kröten besteht aus Milben, Springschwänzen und Pflanzenläusen. Tagsüber verstecken die Kröten sich unter Steinen, Brettern oder sie verkriechen sich in Mauselöcher.

Knoblauchkröten (Pelobates fuscus)

Knoblauchkröten (Pelobates fuscus) erhielten ihren Namen, da sie bei Stress ein Sekret absondern, das nach Knoblauch riecht. Das Sekret dient der Abwehr von Feinden.

Die Knoblauchkröte hat eine gedrungene Gestalt, die für Kröten üblich ist. Ihre Haut ist aber so glatt wie die von Fröschen. Sie hat meistens eine hellbraune Färbung und olivbraune Flecken, wobei die Färbung unterschiedlich ist. Es gibt ebenso cremefarbene, braune, graue und sehr dunkle Kröten. An den Flanken sind rötliche Flecken sichtbar. Ein besonderes Merkmal sind ihre bei Helligkeit senkrecht geschlitzten Pupillen.

Knoblauchkröten werden zwischen 4,5 und 8 Zentimeter groß. Die Weibchen sind deutlich größer als die Männchen. Ihr hauptsächliches Verbreitungsgebiet liegt im Tiefland von Mittel- und Osteuropa. Knoblauchkröten bevorzugen lockeren und trockenen Boden, den sie im Ackerland, in Sandgruben und in Heidelandschaften vorfinden. Die Hinterfüße sind an den Fußsohlen mit verhärteten Schwielen ausgestattet, sodass sie sich leicht in Sandböden vergraben können.

Die Rufe während der Laichzeit finden unter Wasser statt und sind sehr leise. Die Laichschnüre werden in der Regel um aufrecht stehende Pflanzenstängel gewickelt oder in dichte Vegetation abgelegt. Die Schnüre können bis zu einem Meter lang und zwei Zentimeter dick sein und enthalten bis zu 3500 Eier. Die Laichschnüre sind somit wesentlich breiter als die der anderen Krötenarten.

Knoblauchkröten sind nachtaktiv. Tagsüber sieht man sie lediglich zur Paarungszeit. Ansonsten graben sie sich Erdhöhlen, in denen sie sich am Tag aufhalten. Sie ernähren sich von Regenwürmern, Spinnen, Schnecken, Käfern und Schmetterlingsraupen. Die Jungkröten fressen zudem pflanzliche Bestandteile und ebenso Aas.

Grünfrösche (Wasserfrösche)

Grünfrösche – auch Wasserfrösche genannt – gehören zur Gattung Pelophylax. Ihre Haut ist grün gefärbt und sie leben halbaquatisch. Die häufigsten in Deutschland vorkommenden Arten sind der Seefrosch, der Kleine Wasserfrosch und der Teichfrosch.

Seefrosch (Pelophylax ridibundus)

Seefrösche werden bis zu 15 Zentimeter groß und bewohnen Weiher, Teiche und Seen. Ebenso sind sie an Flussufern anzutreffen. Der Seefrosch lebt fast das ganze Jahr über im oder am Gewässer. Er hat eine olivgrüne Oberseite, die mit dunklen, großen Flecken versehen ist und eine grüne Mittellinie aufweist. Auf der Unterseite befinden sich dunkle bis schwarze Flecken.

Zur Laichzeit begeben die Seefrösche sich in pflanzenreiche Stillgewässer. Dort legen die Weibchen bis zu 12.000 Eier ab. Die Eier werden an Wasserpflanzen abgelegt. Für die Überwinterung benötigen Seefrösche tiefe Gewässer, bei denen der Grund nicht gefriert. Dort verbringen sie die kalte Jahreszeit im Schlamm. Seefrösche ernähren sich von Insekten und zudem von Molchen, Fischen und Fröschen.

Kleiner Wasserfrosch (Pelophylax lessonae)

Kleine Wasserfrösche erreichen eine Größe bis zu 6 Zentimetern. Ihre grasgrüne Oberseite weist meistens einen hellgrünen Rückstreifen auf. Zudem befinden sich wenige dunkle Flecken auf dem Rücken. Die weißliche Unterseite ist entweder gar nicht oder nur spärlich gefleckt. Kleine Wasserfrösche bevorzugen Gärten, Parks, Auenbereiche, Wiesen und Weiden, in denen sich eine kleine Wasserstelle befindet. Die Weibchen legen bis zu 4500 Eier ab. Die Nahrung besteht aus Fliegen, Mücken, Libellen, Spinnen, Zikaden, Käfern, Würmern, kleinen Wirbeltieren und Schnecken. Diese Frösche überwintern an Land in frostfreien Quartieren.

Teichfrosch (Pelophylax esculentus)

Teichfrösche sind eine natürliche Kreuzung aus Seefrosch und Kleinem Wasserfrosch. Sie erreichen eine Größe bis zu 9 Zentimetern. Die Oberseite hat eine hellgrüne bis grasgrüne Färbung und ist mit schwarzen Flecken versehen, die klein und rundlich sind. Zudem verläuft ein hellgrüner Streifen über den Rücken. Teichfrösche leben in Stillgewässern wie Teichen und Weihern, die immer Wasser führen. Die Eier werden in Ballen im Wasser abgelegt. Dabei legt ein Weibchen bis zu 8000 Eier ab, die es an Wasserpflanzen befestigt. Die Nahrung gleicht der des Kleinen Wasserfrosches. Teichfrösche überwintern sowohl an Land als auch im Wasser.

Grasfrösche (Rana temporaria)

Grasfrösche (Rana temporaria) können eine Körperlänge bis zu elf Zentimetern erreichen. Ihr Körper ist gedrungen und sie haben eine abgerundete Schnauze. Die rotbraune Haut glänzt und ist dunkel bis schwarz gefleckt. Ihre Hinterbeine sind sehr gut entwickelt, sodass sie damit bestens springen, schwimmen und tauchen können.

Grasfrösche bevorzugen schattige und feuchte Lebensräume und überwintern in der Schlammschicht eines Teichs. Sie leben in Wiesen, Gärten, Parks und lichten Wäldern sowie in anderen feuchten Gebieten.

Die Eier werden in Klumpen im Wasser abgelegt und an Wasserpflanzen befestigt. Ein Weibchen legt bis zu 4000 Eier ab, woraus nach rund vier Wochen die Kaulquappen schlüpfen. Innerhalb von acht Wochen entwickeln die Kaulquappen sich zu 1,5 Zentimeter großen Fröschen. Der Grasfrosch ist ein dämmerungsaktiver Einzelgänger. Er jagt nur dann auch tagsüber, wenn mäßige Temperaturen oder Regenwetter vorherrschen. Die Nahrung besteht aus Käfern, Spinnen, Heuschrecken, Würmern, Asseln, Gehäuseschnecken und Nacktschnecken.

Häufige Fragen zu Kröten und Fröschen

Sind Kröten und Frösche im Garten nützlich?

Ja, sehr. Frösche vertilgen täglich Mücken und Fliegen. Kröten fressen Schnecken, Raupen und Käfer – natürlicher Pflanzenschutz ohne Chemie. Eine Erdkröte kann pro Nacht bis zu 400 Insekten fressen.

Sind Kröten und Frösche geschützt?

Ja, alle heimischen Amphibien stehen unter Schutz nach §44 BNatSchG. Fangen, Töten oder Stören ist verboten. Kreuzkröte und Knoblauchkröte sind zusätzlich FFH-geschützt (EU). Gefundene Tiere immer am Fundort belassen.

Wie kann ich Kröten in den Garten locken?

Versteckmöglichkeiten aus locker geschichteten Steinen oder Holz anbieten, eine flache Wasserschale oder einen Teich mit Flachwasserzone anlegen. Keine Pestizide – sie vernichten die Nahrungsgrundlage.

Was fressen Kröten und Frösche?

Erdkröten: Schnecken, Raupen, Käfer, Spinnen. Grasfrösche: Käfer, Schnecken, Würmer, Heuschrecken. Grünfrösche auch Insekten, Molche und kleine Fische. Alle fangen ihre Beute mit der langen Zunge.

Warum wandern Kröten im Frühjahr über Straßen?

Erdkröten kehren jedes Jahr standorttreu zum selben Laichgewässer zurück. Ihre Wanderwege führen oft über heutige Straßen. Krötenzäune, Freiwillige und Tempolimits helfen, die jährlichen Verluste zu reduzieren.