Libellen haben einen sehr schlanken Körper und vier netzartige, große und transparente Flügel, die mit vielen Adern durchzogen sind. Die Flügel sind ungefähr gleich groß und weisen häufig ein dunkles sogenanntes Flügelmal an der Vorderkante auf.

Libellen

Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum), Männchen

Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum), Männchen, André Karwath - CC BY-SA 2.5, wikimedia

Am Kopf befinden sich vier Augen, die  im Verhältnis zum Kopf relativ groß wirken. Die Augen stehen bei Großlibellen nah beieinander. Bei Kleinlibellen sitzen die Augen an den Kopfseiten und stehen somit weit auseinander.

In Ruhestellung werden die Flügel der Großlibellen zur Seite ausgestreckt. Bei den Kleinlibellen liegen die Flügel hochgeklappt über dem Rücken.

Viele Libellen haben einen farbigen Körper. Bei einigen Arten lässt sich anhand der Farbe das Geschlecht und bei anderen das Alter erkennen.

Libellen bestimmen

Folgend sind verschiedene Libellenarten aufgeführt, die in Mitteleuropa vorkommen. Unter dem Namen werden zunächst die deutlich sichtbaren Kennzeichen in Form eines Kurz-Checks aufgelistet. Anhand dieses Kurz-Checks fällt die Bestimmung der Art leichter.

Anschließend folgt eine Beschreibung des Aussehens, der Lebensweise und der Lebensräume der einzelnen Art.

Große Königslibelle (Anax imperator)

Kurz-Check

  • Männchen: Blauer Hinterleib mit dunklen und gezackten Längsstreifen
  • Weibchen: Blaugrüner bis gelblicher Hinterleib
  • Kopf: schwarze Zeichnung in 5-eckiger Form und hellblauer Querstrich

Aussehen

Königslibelle (Anax imperator)

Große Königslibelle (Anax imperator) im Flug, von Pjt56, CC BY-SA 3.0

Große Königslibellen weisen eine Körperlänge von 70 bis 80 mm vor. Die Flügelspannweite beträgt 95 bis 110 mm.

Die Männchen tragen farblose Flügel. Bei den Weibchen sind die Flügel häufig gelblich gefärbt und mit einem braunen Flügelmal versehen. Die Vorderflügel sind etwas schmaler als die am Ansatz gerundeten Hinterflügel.

Am Hinterkopf ist eine 5-eckige, schwarze Zeichnung erkennbar und auf der Stirn befindet sich ein Querstrich in hellblauer Färbung. Königslibellen haben grünblaue bis gelbgrüne Augen.

Am Rücken und an den Seiten des weiblichen blaugrünen und männlichen blauen Körpers sieht man  eine rotbraune bis schwarze, gezackte und längsgestreifte Zeichnung. Die Brust hat eine hell olivgrüne Färbung.

Lebensweise

Unter den Libellen gehört die Große Königslibelle zu den besten Fliegern. Sie ist in der Lage über viele Stunden in der Luft zu bleiben, um ohne Pause ihre Beute zu erjagen.

Für die Eiablage wird auf dem Wasser treibendes Pflanzenmaterial genutzt. Die Entwicklungszeit der Larven dauert ein Jahr. Ab Mitte Juni verlassen sie in der Nacht das Wasser und steigen an Baumstämmen hoch. Die fertige Libelle hat eine Lebenszeit von lediglich wenigen Wochen.

Lebensräume

Königslibellen sind weit verbreitet und sie lieben die Wärme. Sie sind in Gärten, Wiesen, an Gewässern und an Waldwegen anzutreffen.

Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

Kurzcheck

  • Dunkelbrauner bis schwarzer und grün gefleckter Körper
  • An der braunen Brust befinden sich 2 grüne, breite Streifen
  • An der Stirn ist ein T-förmiger, schwarzer Fleck erkennbar

Aussehen

Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

Mosaikjungfer (Aeshna cyanea), von Aeshna cyanea, CC BY 2.0

Der Körper der Mosaikjungfer ist zwischen 56 und 80 mm lang. Die Flügelspannweite beträgt 95 bis 110 mm.

Die meist farblosen Flügel weisen Flügelmale in weißlicher Färbung auf. Manchmal sind die Flügel der Weibchen leicht graubraun getönt.

Die Männchen besitzen blaugrüne Augen. Ihr schwarzer Hinterleib ist seitlich blau gefärbt und auf der Oberseite  ist ein grüner Mittelfleck sichtbar. Die Flecken der letzten drei Segmente haben eine blaue Färbung.

Der Hinterteil der Weibchen hat eine dunkle rotbraune Färbung und ist grün gefleckt.

Lebensweise

Die männlichen Mosaikjungfern sind meistens an Gewässern anzutreffen. Dabei wechseln sie ständig den Ort und sind viel unterwegs. Die Weibchen findet man ebenfalls an Gewässern vor, aber sie fliegen abends oft in Städte oder Dörfer.

Für die Eiablage wird faules Pflanzenmaterial verwendet, das sich in Ufernähe befindet. Dort überwintern die Eier. Die Larven halten sich zwischen Wasserpflanzen in lehmigen Tümpeln auf. Auch sie überwintern. Die fertigen Libellen erscheinen somit im dritten Sommer.

Lebensräume

Mosaikjungfern sind die häufigsten Großlibellen, die weit verbreitet sind. Sie leben an Seen, Teichen, Tümpeln und Gräben.

Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus)

Kurzcheck

  • Diese große Libelle ist gelb und schwarz gezeichnet
  • Die Distanz zwischen den blaugrauen Augen beträgt etwa eine halbe Augenbreite
  • Brust und Beine sind gelb oder grün gefärbt und schwarz gestreift

Aussehen

Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus)

Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus), Weibchen, von gailhampshire, CC BY 2.0

Die zu den Flussjungfern gehörende Keiljungfer ist zwischen 45 und 50 mm lang. Die Flügelspannweite beträgt 60 bis 70 mm.

Die Hinterflügel sind beim Weibchen hinten gerundet und beim Männchen eckig. Beide Geschlechter tragen farblose Flügel.

Bei Großlibellen stoßen die Augen normalerweise in der Mitte des Kopfes zusammen. Bei der Keiljungfer sind die Augen jedoch getrennt.

Die Beine und die Brust haben eine gelbgrüne Färbung und sind mit schwarzen, schmalen Streifen versehen.

Oben auf dem Hinterleib ist ein schwarzes Band sichtbar, das von einem gelben Längsstreifen durchzogen ist. Die Seiten des Hinterleibs haben eine gelbe Färbung.

Lebensweise

Die Eiablage findet in fließenden Gewässern statt. Die Weibchen legen die Eier ins Wasser ab. Die dicht behaarten Larven graben sich dann mit ihren Grabbeinen in den Schlamm oder Sand ein. Der Hinterleib der Larven ist abgeplattet, breit und lang oval.

Die Entwicklungsdauer beläuft sich auf drei bis vier Jahre – wie bei allen Flussjungfern.

Die fertigen Libellen sind meistens auf Lichtungen oder Waldwegen vorzufinden.

Lebensräume

Keiljungfern halten sich überwiegend an großen Seen, Kanälen oder Flüssen auf, die einen sandigen Grund vorweisen.

Großer Blaupfeil (Orthetrum concellatum)

Kurzcheck

  • Große Libelle mit brauner Brust
  • Hinterleib der Männchen ist blau mit einem schwarzen Hinterleibsende
  • Hinterleib der Weibchen ist gelb-schwarz

Aussehen

Großer Blaupfeil (Orthetrum concellatum)

Großer Blaupfeil, Männchen, (Orthetrum concellatum), von Andreas Eichler, CC BY-SA 3.0

Der große Blaupfeil hat eine Körperlänge zwischen 45 und 50 mm und eine Flügelspannweite zwischen 75 und 90 mm. Die Ansatzstellen der Flügel haben oftmals eine gelbe Färbung. Die behaarte Brust hat eine grünliche, gelbliche bis olivbraune Färbung. Die Beine dieser Libelle sind schwarz.

Lebensweise

Die Larven wird man nur schwer erkennen können, denn sie leben bevorzugt in den schlammigen Stellen in stehenden oder nur leicht bewegten Gewässern. Dort graben sich die mit Schlamm verkrusteten Tierchen in Vertiefungen und Mulden zwischen Wasserpflanzen ein.

Die fertigen Libellen kann man oftmals am Röhrichtrand oder in Strandbereichen beobachten, wenn sie dort auf dem sandig, kiesigen Boden sitzen. Wenn sie auf die Jagd gehen, entfernen sie sich vom Gewässer und jagen auf Sträuchern oder an sonnigen Waldwegen und Feldwegen.

Lebensräume

Der große Blaupfeil ist eine weit verbreitete Libellenart, die häufig vorkommt. Sie lebt an Fischteichen, großen Seen oder Teichen sowie an Kiesgruben, die einen offenen Uferstreifen vorweisen.

Plattbauch (Libellula depressa)

Kurzcheck

  • Der breite Hinterleib ist stark abgeplattet
  • Am Hinterleib befinden sich halbmondförmige, gelbe Flecken
  • Die Flügel weisen an der Basis einen dunklen Fleck auf

Aussehen

Plattbauch , Weibchen, (Libellula depressa)

Plattbauch , Weibchen, (Libellula depressa), von Andreas Eichler, CC BY-SA 3.0

Die Körperlänge des Plattbauchs beläuft sich zwischen 40 und 45 mm. Die Flügelspannweite beträgt 70 bis 80 mm.

An den Flügelansätzen befindet sich ein schwarzbrauner Fleck, der von gelben Adern durchzogen ist.

Die olivbraune und dicht behaarte Brust besitzt im oberen Bereich zwei helle grünliche bis gelbliche Flecken, die dunkel umrahmt sind.

Der Name „Plattbauch“ leitet sich von dem stark abgeplatteten Hinterleib ab. An den Seiten des Hinterleibs sind halbmondförmige Flecken sichtbar, die eine leuchtend gelbe Färbung aufweisen.

Der Hinterleib ist olivbraun gefärbt und bei älteren Männchen ist er blau bereift.

Lebensweise

Die recht kurzen Larven dieser Libelle haben ein plumpes Aussehen. Sie sind immer mit Schlamm verkrustet und graben sich in weichen Untergrund ein. Dort lauern sie auf Beute.

Die Larven können Wochen oder auch Monate im Bodenschlamm überleben, wenn das Gewässer austrocknet. Bevor sie schlüpfen überwintern die Larven zwei Mal.

Die  fertigen Libellen streifen gerne über große Entfernungen umher. Sie sind oft auf einem erhöhten Platz an einem Gewässer anzutreffen.

Lebensräume

Der Plattbauch ist eine sehr weit verbreitete Libellenart. Sie kommt vor allem an stehenden Gewässern vor, in denen wenige Pflanzen wachsen. Somit kann man diese Libelle unter anderem an Kiesgruben, Sandgruben oder lehmigen Tümpeln vorfinden.

Vierfleck (Libellula quadrimaculata)

Kurzcheck

  • Große Libelle
  • An den Seiten des breiten Hinterleibs sind gelbe Streifen sichtbar
  • Auf den Flügeln befinden sich jeweils zwei dunkle Flecken

Aussehen

Vierfleck ,Weibchen, (Libellula quadrimaculata),

Vierfleck ,Weibchen, (Libellula quadrimaculata), von Andreas Eichler, CC BY-SA 3.0

Der Vierfleck ist zwischen 40 und 50 mm lang und weist eine Flügelspannweite von 70 bis 85 mm vor.

Die zwei dunklen Flecken auf den vorderen und hinteren Flügeln machen diese Libelle unverwechselbar.

Die Ansätze der Hinterflügel sind schwarz und mit gelben Adern durchzogen.

Die Augen sind zweifarbig: Der untere Bereich ist olivgrün und der obere Bereich braun gefärbt.

An den Seiten der olivbraunen, behaarten Brust befinden sich breite Seitennähte in schwarzer Farbe.

Der Hinterleib ist hinten schwarz und vorne olivbraun. In der Mitte ist er seitlich schwarz gefleckt.

Lebensweise

Die breiten und kurzen Larven halten sich am Grund von stehenden Gewässern auf. Sie sind sehr gut getarnt, da sie ihr Aussehen nach jeder Häutung dem Bodenmaterial anpassen. Die Entwicklungsdauer der Larven liegt zwischen einem und die Jahren und hängt von der Temperatur des Wassers ab.

Die fertigen Libellen sind an stehenden Gewässern mit vielen Pflanzen anzutreffen. Sie jagen von einer Sitzwarte aus und fangen vorbeifliegende Insekten.

Es gibt Jahre, in denen eine Massenentwicklung dieser Libellenart stattfindet und dann Wanderschwärme gebildet werden. Diesen schließen sich  andere Libellenarten an.

Lebensräume

Der Vierfleck kommt sehr häufig vor und ist weit verbreitet. Sie kommen sowohl an stehenden Gewässern vor als auch in großer Distanz zu diesen.

Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum)

Kurzcheck

  • Der Hinterleib dieser großen Libellen haben eine gelbbraune bis karminrote Färbung
  • Die schwarzen Beine sind gelb gestreift
  • Die Weibchen sind graubraun gefärbt und mit Rottönen versehen

Aussehen

Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum)

Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum), von Andreas Eichler, CC BY-SA 4.0

Die Gewöhnliche Heidelibelle ist zwischen 35 und 40 mm lang und weist eine Flügelspannweite von 55 bis 65 mm vor.

Die Wurzel und die vorderen Flügeladern der ungefleckten Flügel haben eine rote Färbung.

Die Brust ist im oberen Bereich dunkelrot gefärbt. Die Seiten und die Mitte sind gelblich oder hellrot getönt.

An den Außenseiten der schwarzen Beine sind gelbe Streifen sichtbar.

Die Männchen haben einen hellen karminroten Hinterleib. Die Weibchen haben einen braunen bis rötlichen Hinterleib, der an den Seitenkanten schwarz ist. Zudem ist auf dem Rücken der Weibchen eine schwarze Linie erkennbar.

Lebensweise

Die Eiablage findet bis Ende Oktober statt. Die Eier werden entweder auf dem feuchten Boden in der Nähe eines Gewässers oder in flache Gewässer abgelegt. Sie müssen bis zum ersten Frost den Weg ins Wasser schaffen und dies geschieht durch Überschwemmungen oder Regen.

Die Larven entwickeln sich im Frühling innerhalb von zwei bis drei Monaten. Die fertigen Libellen fliegen ab Mitte Juli und sind häufig in direkter Gewässernähe anzutreffen.

Lebensräume

Gewöhnliche Heidelibellen sind eine der am häufigsten vorkommenden Libellen im Hochsommer. Sie halten sich langsam fließenden oder stehenden Gewässern auf, wo viele Pflanzen wachsen. Ganz besonders gerne lassen sie sich an torfigen Gewässern nieder.

Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum)

Kurzcheck

  • Große Libelle mit schwarzen Beinen
  • Das Männchen hat einen blutroten Hinterleib, dessen Seitenkanten schwarz gefärbt sind
  • Das Weibchen hat einen ockerbraunen bis rotbraunen Hinterleib, der blaugrau bestäubt ist

Aussehen

Blutrote Heidelibelle (Sympetrum flaveolum), Weibchen

Blutrote Heidelibelle (Sympetrum vulgatum), Weibchen, von Andreas Eichler, CC BY-SA 4.0

Die Blutrote Heidelibelle ist zwischen 35 und 40 mm lang und weist eine Flügelspannweite von 50 bis 60 mm vor.

An der Wurzel der transparenten Flügel befindet sich ein oranger Fleck.

Die dunkle, braunrote Brust hat eine goldene Tönung und ist schwarz gezeichnet. Die Männchen haben einen spindelförmig verbreiterten Hinterleib und auf den letzten Segmenten ist eine feine, schwarze Linie auf dem Rücken sichtbar.

Die Brust der Weibchen ist auf der Oberseite braun bis rötlich gefärbt und an den Seiten ist eine schwarz-gelbe Zeichnung zu sehen.

Lebensweise

Die Eier werden außerhalb von Gewässern abgelegt und zwar im feuchten und festen Boden von Überschwemmungsgebieten. Die Eier oder die Larven überwintern. Die Larven halten sich zwischen den Wasserpflanzen auf.

Die scheue und lebhafte Libelle ist sehr wärmeliebend und hält sich oft auf den Spitzen von Schilfrohr, Halmen und Zweigen auf. Dort senkt sie ihre Flügel weit nach unten neben dem Körper ab.

Lebensräume

Die Blutrote Heidelibelle kommt an langsam fließenden und stehenden Gewässern mit vielen Pflanzen vor. Sie ist eine weit verbreitete und im Sommer häufige Libellenart.

Smaragdlibelle oder Falkenlibelle (Cordulia aenea)

Aussehen

Smaragdlibelle oder Falkenlibelle (Cordulia aenea), Männchen

Smaragdlibelle oder Falkenlibelle (Cordulia aenea), Männchen, von Christian Fischer, CC BY-SA 3.0,

Die Blutrote Heidelibelle ist

  • Hinterleib, Brust und Kopf haben eine metallisch grüne Farbe
  • Die Brust hat eine gelbe Behaarung
  • Die Augen haben eine smaragdgrüne Färbung

Aussehen

Die Smaragdlibelle ist zwischen 50 und 55 mm lang und weist eine Flügelspannweite von 65 bis 75 mm vor.

Die Flügelbasis ist häufig gelblich gefärbt. Auf den Flügeln sind dunkle Flügelmale sichtbar. Bei den Männchen sind die hinteren Flügel nach hinten ausgeschnitten.

Hinterleib und Brust können bei älteren Libellen kupferfarben oder schwarz sein.

Die Weibchen haben einen zylindrischen Hinterleib. Die Männchen weisen im vorderen Bereich des Hinterleibs zwei Öhrchen auf. Der hintere Bereich des Hinterleibs ist keulenförmig verdickt.

Lebensweise

Die Eiablage findet in Teichen oder Tümpeln statt. Dort werden die Eier ins flache und freie Wasser abgelegt.

Die Larven halten sich am Grund des Gewässers auf und überwintern bis zu drei Mal. Die kurzen Larven haben einen flachen und breiten Hinterleib und lange Beine.

Die fertigen Libellen wirken elegant und sind schnelle Flieger. In der Dämmerung oder bei bedecktem Himmel jagen sie gerne auf Waldschneisen, an Waldrändern und Gebüschen.

Lebensräume

Smaragdlibellen sind bis zur Baumgrenze anzutreffen. Sie halten sich meistens an stehenden Gewässern auf.

Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula)

Kurzcheck

  • Der blutrote Körper ist mit schwarzen, feinen Ringen versehen
  • Auf der Oberseite befindet sich auf den letzten drei Segmenten eine schwarze Zeichnung
  • Die Flügel sind mit dunklen Adern durchzogen

Aussehen

Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula)

Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula), von Judy Gallagher CC BY 2.0

Adonislibellen sind rund 35 mm lang und haben eine Flügelspannweite von etwa 45 mm.

Die dunkel geaderten Flügel verfügen über ein dunkles Flügelmal.

Der Kopf ist schwarz und die Augen sind oben gelb und braunrot gefärbt.

An den Seiten der schwarzen Brust befinden sich rote Längsbinden.

Die schwarze Zeichnung der letzten drei Segmente ist bei den Männchen weniger ausgedehnt als bei den Weibchen.

Lebensweise

Das Weibchen steigt nach der Paarung oftmals an einem Pflanzenstängel ins Wasser. Dort legt es in einer Tiefe von rund 15 cm die Eier schlangenlinienförmig in Wasserpflanzen ab.

Die Larven halten sich zwischen den Wasserpflanzen im Schlamm auf und überwintern im ausgewachsenen Zustand. Dadurch erscheinen die fertigen Libellen bereits früh im Jahr.

Lebensräume

Die Adonislibelle ist eine häufige und weit verbreitete Libellenart. Sie ist in Mittelgebirgen in Höhen bis 800 Meter anzutreffen. Sie halten sich in Randbereichen von Moorgebieten und an langsam fließenden oder stehenden Gewässern auf, wo reichhaltig Pflanzen wachsen.

Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes)

Kurzcheck

  • Der Körper des Männchen ist hellblau gefärbt und der des Weibchens ockerfarben
  • An den verbreiterten Hinterbeinen und Mittelbeinen befinden sich lange Dornen
  • Der Hinterleib ist paarig schwarz gezeichnet

Aussehen

Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes)

Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes), von Loz, CC BY-SA 3.0

Federjungfern sind rund 35 mm lang und habeneine Flügelspannweite von zirka 45 mm.

Die Flügelfelder der transparenten Flügel sind quadratisch und groß. Zudem befindet sich in Flügelmal auf den Flügeln.

Der Kopf ist dunkel und die Augen haben eine blaue Farbe. Am hinteren und vorderen Augenrand sind Querlinien in einer blassblauen Färbung erkennbar.

Die Beine sind ebenfalls blassblau gefärbt und an den Außenseiten der Schenkel befindet sich ein schwarzer Längsstreif.

Lebensweise

Die Larven halten sich entweder im Schlamm am Grund auf oder leben in fließendem Gewässer zwischen den Wasserpflanzen. Sie überwintern am Boden des Gewässers. Im späten Frühling steigen sie an den Wasserpflanzen empor, um zu schlüpfen.

Lebensräume

Federjungfern kommen vor allem im Tiefland und dort an Seen oder langsam fließenden Gewässern vor.

Große Pechlibelle (Ischnura elegans)

Kurzcheck

  • Die Oberseite des Hinterleibs hat eine pechschwarze Färbung und am hinteren Ende ist ein blaues Segment sichtbar
  • Am schwarzen Kopf befindet sich eben den Augen ein heller, kreisrunder Fleck
  • Die Brust ist mit einem schwarzen Mittelstreif versehen

Aussehen

Große Pechlibelle (Ischnura elegans)

Große Pechlibelle (Ischnura elegans), von Loz, CC BY-SA 3.0

Die Große Pechlibelle ist ungefähr 30mm lang und hat eine Flügelspannweite zwischen 35 und 40mm.

Bei den etwa gleich großen Flügelmalen ist beim Männchen die Innenseite schwarz und die Außenseite weiß. Am schwarzen Kopf befinden sich neben den Augen  jeweils helle, kreisrunde Flecken. Diese haben die Farbe des Körpers, die je nach Alter und Geschlecht unterschiedlich sein kann: hellviolett; orange, grau oder braun bei einigen weiblichen Tieren sowie grünblau bei älteren Libellen. Die Brust ist mit zwei Seitenstreifen und einem Mittelstreifen versehen.

Lebensweise

Die Weibchen legen die Eier an den Pflanzen ab, die im Wasser treiben. Die Larven halten sich an der Uferzone zwischen den Wasserpflanzen auf, wobei die auch im Brackwasser vorzufinden sind. Nach der Überwinterung findet im Folgejahr die Verwandlung statt. Die Larven haben einen schlanken Körperbau und am Ende des Körpers befinden sich drei Ruderblättchen.

Die fertigen Libellen können oft auf Uferpflanzen oder im Schilf beobachtet werden, wo sie flach in die Unterlage gedrückt rasten.

Lebensräume

Große Pechlibellen kommen recht häufig vor und leben an langsam fließenden oder stehenden Gewässern mit sonnigen Uferbereichen.

Binsenjungfer (Lestes sponsa)

Kurzcheck

  • Die Körperfarbe ist beim Männchen metallisch dunkelgrün und beim Weibchen kupferfarben
  • Die Männchen haben schwarze Beine
  • Auf den transparenten, schmalen Flügeln sind quadratische Felder erkennbar

Aussehen

Binsenjungfer (Lestes sponsa), Männchen

Männliche Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa), von Loz, CC BY-SA 3.0

Die Binsenjungfer ist rund 35mm lang und weist eine Flügelspannweite zwischen 35 und 45mm vor. Am vorderen Ende der Flügel befindet sich dunkles Flügelmal. Der stabförmige Körper ist dünn und entweder kupferfarben oder metallisch grün gefärbt.

Bei älteren Tieren ist eine blaue Bereifung an den Seiten, an der Vorderbrust sowie an den hinteren und vorderen Segmenten des Hinterleibs zu sehen.

Lebensweise

Während der Paarung legt das Weibchen die Eier in die Stängel von Uferpflanzen und Wasserpflanzen ab. Dazu taucht es ins Wasser ein. Das Männchen berührt lediglich die Oberfläche des Wassers.

Die Eier überwintern und die Larven entwickeln sich innerhalb weniger Wochen im Frühling.

Die fertigen Libellen können oft sitzend an Stängeln von Binsen oder Simsen beobachtet werden.

Lebensräume

Binsenjungfern kommen in ganz Europa vor. Sie halten sich an stehenden und ruhigen Gewässern auf und sind auch an Pfützen oder Gartenteichen anzutreffen. Man findet sie aber ebenso weit entfernt von Gewässern vor.

Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella)

Kurzcheck

  • Die Männchen sind hellblau und die Weibchen gelblichgrün gefärbt
  • Auf dem zweiten Segment des Hinterleibs ist eine hufeisenförmige Zeichnung erkennbar
  • Die weiteren Segmente sind mit schwarzen, langen Hufeisenzeichnungen versehen

Aussehen

Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella), Männchen

Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella), Männchen, von Loz, CC BY-SA 3.0

Die Körperlänge der Hufeisen-Azurjungfer beträgt ungefähr 30mm. Die Flügelspannweite beläuft sich auf rund 45mm.

Es gibt zwei Farbformen der Hufeisen-Azurjungfer: Der Hinterleib ist bei der einen Form hellblau gefärbt und bei der anderen Form hat er eine gelblichgrüne Färbung.

Der Name dieser Libelle leitet sich von den hufeisenförmigen Zeichnungen auf dem Hinterleib ab. Die Form der Zeichnungen findet sich auch in den Namen anderer Azurjungfern wie Gabel-Azurjungfer, Mond-Azurjungfer, Speer-Azurjungfer oder Becher-Azurjungfer.

Lebensweise

Das Weibchen legt die Eier an Schwimmpflanzen oder an Pflanzenteile ab. Die Larven halten sich in langsam fließenden oder stehenden, flachen Gewässern sowie in Sümpfen auf. Die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei zur Libelle beläuft sich auf ein Jahr. Die fertigen Libellen zählen nicht zu den ausdauernden Fliegern. Sie sitzen häufig an Blättern oder Stängeln in sonnigen Uferbereichen.

Lebensräume

Azurjungfern kommen häufig vor und sind eine verbreitete Libellenart. Ihr bevorzugter Lebensraum ist ein nicht zu kleines, stehendes Gewässer mit vielen Pflanzen.

Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)

Kurzcheck

  • Bei den Männchen ist am Flügel ein glänzender Fleck in blaugrüner Farbe sichtbar
  • Die Flügel der Weibchen sind hellgrün und durchscheinend

Aussehen

Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen

Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen,von Friedrich Böhringer , CC BY-SA 2.5,

Die Gebänderte Prachtlibelle ist ungefähr 50mm lang und hat eine Flügelspannweite bis 70mm.

Auf beiden Flügeln der Männchen ist ein glänzender, blaugrüner Fleck zu sehen. Die Flügel besitzen kein Flügelmal. Der schlanke Körper der männlichen Tiere ist metallisch blaugrün gefärbt.

Die Weibchen besitzen einfarbig hellgrüne Flügel. Diese sind von Adern durchzogen. Der Körper der weiblichen Tiere hat eine metallisch grüne Färbung.

Lebensweise

Das Weibchen legt die Eier an den Stängeln von Wasserpflanzen ab. Dazu steigt es rückwärts  an den Pflanzen ins Wasser. Die Larven halten sich meistens im Schlamm unter überhängendes Ufergras in langsam fließenden Gewässern auf. Nach zweimaliger Überwinterung erscheinen die fertigen Libellen. Außerhalb der Paarungszeit erkennt man diese Libellenart an ihrem taumelnden, unsteten Flug.

Lebensräume

Gebänderte Prachtlibellen kommen in ganz Europa vor und sind auch im Gebirge in Höhen bis 1200m verbreitet. Der bevorzugte Lebensraum ist ein nicht zu kleines, fließendes Gewässer mit sonnigen Uferzonen.

Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo)

Kurzcheck

  • Die Männchen haben dunkel blaugraue bis blaugrüne Flügel
  • Die Weibchen haben durchscheinend braune Flügel

Aussehen

Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo), Männchen und Weibchen

Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo), Weibchen links und Männchen rechts, von CC BY-SA 2.5, Richard Bartz

Die Blauflügel-Prachtlibelle ist zirka 50mm lang und hat eine Flügelspannweite bis 70mm.

Die Flügel der männlichen Tiere haben zunächst eine dunkel graublaue und später eine schillernde dunkel blaugrüne Färbung. Der Körper der männlichen Tiere ist grünblau gefärbt und schillert metallisch. Die Beine der Männchen sind schwarz.

Die Flügel der weiblichen Tiere sind durchscheinend braun. Sie besitzen ein von Adern durchzogenes „falsches Flügelmal“ in weißer Farbe. Der stabförmige und sehr schlanke Körper der Weibchen hat eine glänzende blaugrüne Färbung.

Lebensweise

Die Larven benötigen für ihre Entwicklung zwei Jahre. Sie halten sich bevorzugt in Ufernähe unter überhängenden Gräsern und Pflanzen auf.

Ab Ende Mai schlüpfen die Libellen, die eine Lebenszeit von lediglich zwei Wochen haben. Die Männchen können meistens in Ufernähe beobachtet  werden, wo sie übernachten oder tagsüber im Taumelflug fliegen. Die Weibchen halten sich gerne an sonnigen Plätzen auf Uferpflanzen auf. Sie übernachten landeinwärts an Waldrändern oder auf Wiesen.

Lebensräume

Die Prachtlibelle kommt in ganz Europa vor. Sie sind fast immer an den besonnten Uferbereichen von fließenden Gewässern vorzufinden.