Lebensräume für Nützlinge im Garten schaffen

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Nützlinge im Garten – Auf einen Blick

  • Einfache Maßnahmen: Holzstapel, Trockenmauer, Ohrwurmglocken, Insektenhotel, kleiner Teich
  • Wichtig: Keine Pestizide – sie töten Nützlinge und Schädlinge gleichermaßen
  • Pflanzen: Heimische Wildblumen und Kräuter ziehen mehr Nützlinge an als Exoten
  • Biotop: Jede Art spielt eine Rolle – Nützlinge halten Schädlinge natürlich in Schach
  • Plus: Ein naturnaher Garten übersteht Hitze, Trockenheit und Starkregen besser
Bauerngarten in England – Lebensraum für zahlreiche Nützlinge

Bauerngarten in England – Lebensraum für zahlreiche Tiere. Foto: Guido Gerding, CC BY-SA 3.0

Vielen Tieren fehlen mittlerweile natürliche Lebensräume, sodass der Bestand einiger Tierarten drastisch zurückgeht. Als Gartenbesitzer hat man die schöne Möglichkeit, Lebensräume für viele Tiere zu schaffen. Von solch einer Art Biotop, den ein naturbelassener Garten darstellt, profitieren die Tiere sowie auch die Menschen. Zudem wird zwischen Nützlingen und Schädlingen unterschieden und gegen letztere mit chemischen Mitteln vorgegangen. Auch dies ist ein Grund für den Rückgang der Bestände, denn der natürliche Kreislauf wird durch menschliche Eingriffe gestört. Ein naturnaher Garten gilt auch als ein wetterfester Garten, denn in ihm haben Flora und Fauna die Möglichkeit, Hitze, Trockenheit und Starkregen besser zu überstehen.

Die Zerstörung des Biotops – ein Rückblick in die Geschichte

Der Begriff Biotop bezeichnet alle Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen, die in einem Lebensraum vorkommen und dabei jedes Lebewesen und jede Pflanze eine bedeutende Rolle für den natürlichen Kreislauf einnimmt. Alle Lebewesen und Pflanzen stehen in Beziehung zueinander, sodass jede Art von der anderen profitiert. Sogenannte Nützlinge halten dabei auch die „Schädlinge" in Schach – wobei erst durch den Menschen einige Tiere den Stempel „Schädling" erhielten.

Vor vielen tausend Jahren begann sich der Mensch anzusiedeln. Um für die eigene Ernährung zu sorgen, wurden große Flächen gerodet und trocken gelegt, sodass Gemüse angebaut werden konnte. Damit fing der Eingriff in den natürlichen Kreislauf durch den Menschen an. Nun gab es für manche Tierarten ein übermäßiges Angebot an Nahrung, sodass eine intensive Vermehrung dieser Tiere erfolgte. Die Tiere wurden zur Plage, denn sie vernichteten die angebaute Nahrung des Menschen. Fortan wurden diese Tiere als Schädlinge bezeichnet.

Der natürliche Kreislauf wurde seitdem immer mehr zerstört. Viele Tiere finden keine geeigneten Brutplätze oder nur unzureichend Nahrung. Zudem wurden und werden Pflanzen sowie Tiere umgesiedelt. Zum Beispiel wurde der Asiatische Marienkäfer zwecks Blattlausbekämpfung eingeführt und in Gewächshäusern eingesetzt. Diese Käfer haben sich immens ausgebreitet, sodass sie in Deutschland bereits sehr flächendeckend vertreten sind – und den heimischen Marienkäfer verdrängen und töten. Für die Natur ist es mehr als wichtig, Tieren wieder natürliche Lebensräume anzubieten, damit die Artenvielfalt erhalten bleibt.

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Expertentipp: Heimische Pflanzen als Grundlage

Heimische Pflanzen wie Schlehe, Weißdorn, Holunder und Wildrose sind die beste Grundlage für einen Nützlings-Garten. Sie haben sich über Jahrtausende mit den einheimischen Tieren entwickelt und bieten spezifische Nahrung für bestimmte Insekten, die exotische Zierpflanzen nicht ersetzen können. Schon ein einzelner Holunderstrauch zieht Dutzende von Vogelarten, Schmetterlingen und Insekten an.

Zurück zur Natur – den Garten in ein wohltuendes Biotop umwandeln

Die ersten Gärten wurden vor rund 3000 Jahren vor Christus angelegt. In ehemaligen Königshäusern, die heute besichtigt werden können, ist noch die symmetrische Gestaltung der Parks und Gärten zu sehen. Oft wurden diese Anlagen in Lust- und Nutzgarten unterteilt. Anders sah es in Bauerngärten aus, in denen der natürliche Kreislauf Beachtung fand. Tiere und Pflanzen bilden dort sozusagen eine Einheit, die für eine gesunde Balance aller Arten sorgt.

Für die Umwelt ist ein artenreicher Anbau im Garten zu empfehlen, um Nützlinge anzuziehen und ihnen einen tierfreundlichen Lebensraum zu bieten. So verfügt ein naturnaher Garten über verschiedene Beete mit Kräutern, Gemüse, Blumen, Beeren und zudem Sträucher, Obstbäume sowie einen Wiesenbereich. Empfehlenswert wäre außerdem ein Wasserelement.

Mit kleinen Hilfsmitteln lassen sich ideale Bedingungen für viele tierische Helfer schaffen:

  • In Hecken oder Blumenrabatte können Elemente integriert werden: Ohrwurmglocken, mit Löchern versehene Holzsäulen, Nisttaschen, Nistquirle und ähnliches.
  • Holzstapel, die locker aufgeschichtet werden, dienen einigen Säugetieren, Kröten, Spinnen und Insekten als Unterschlupf und als Nahrungsquelle.
  • Trockenmauern sind für Insekten, Blindschleichen und Eidechsen willkommene Schattenspender, Sonnenplätze und Rückzugsorte. Das Gleiche gilt für locker geschichtete Feldsteine oder eine stufenförmige Kräuterpyramide.
  • Mit Laub und Steinen lassen sich Unterschlupfmöglichkeiten für Igel kreieren.
  • Ein Komposthaufen bietet zahlreichen Kleintieren einen Lebensraum. Außerdem sind diese Kleintiere Nahrungsquelle vieler Vogelarten.
  • Ein kleiner Teich dient als Tränke, Vogelbad und Lebensraum einiger Tierarten.
  • Insektenhotels und Wildbienen-Nisthilfen sind für unser Ökosystem wichtig.

Bei der tierfreundlichen Gestaltung des Gartens sollte in die Planung das Umfeld miteinbezogen werden. Für welche Vögel ist die Umgebung der ideale Brutplatz? Dementsprechend können Nisthilfen angebracht werden. Für die Schaffung natürlicher Lebensräume ist es von Vorteil, sich mit anderen Gartenbesitzern zusammenzuschließen, sodass beste Bedingungen für eine möglichst große Artenvielfalt geboten werden können.

Ein besonderer Blickfang und Lebensraum ist eine Bienenweide auf dem Dach des Hauses, der Garage oder eines Schuppens. Wählt man besonders bienenfreundliche Pflanzen, hilft man den wichtigen Insekten, die fast 80 % aller Nutz- und Wildpflanzen bestäuben.

Häufige Fragen zu Nützlings-Lebensräumen im Garten

Wie schaffe ich Lebensräume für Nützlinge im Garten?

Holzstapel, Insektenhotels, Trockenmauern und ein kleiner Teich bieten Nützlingen Unterschlupf und Nahrung. Auf Pestizide verzichten – sie töten Nützlinge ebenso wie Schädlinge. Heimische Pflanzen ziehen mehr Nützlinge an als Exoten.

Was versteht man unter einem Biotop im Garten?

Ein Gartenbiotop umfasst alle Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen in einem Lebensraum. Jede Art spielt eine Rolle: Nützlinge halten Schädlinge in Schach, Pflanzen bieten Nahrung und Schutz, Totholz ist Lebensraum für Käfer und Pilze.

Wie locke ich Ohrwürmer in den Garten?

Eine Ohrwurmglocke aus einem mit Stroh gefüllten, umgedrehten Tontopf, an einem Ast aufgehängt, bietet den perfekten Unterschlupf. Ohrwürmer sind wertvolle Blattlausjäger – ein einzelner Ohrwurm frisst bis zu 80 Blattläuse pro Nacht.

Welche Pflanzen ziehen Nützlinge an?

Heimische Wildblumen wie Schafgarbe, Kornblume und Dill ziehen Schwebfliegen und Schlupfwespen an. Kräuter wie Thymian, Dill und Fenchel sind wichtige Nützlingspflanzen. Efeu und Holunder bieten Nahrung für Vögel und Insekten.

Was hilft gegen den Rückgang der Artenvielfalt?

Naturnahe Gartengestaltung: heimische Pflanzen, Hecken, Wildblumenwiesen, Totholz, Wasserstellen, kein Torf, keine Pestizide. Auch ein kleiner Stadtgarten kann durch gezielte Maßnahmen zur wichtigen Insel für bedrohte Tierarten werden.