Eidechsen und Schleichen - sonnenliebende Nützlinge

Mauereidechse  im Garten

Eidechsen und Schleichen sind sonnenliebende Nützlinge. Möchte man diese Arten in den Garten locken, so ist ein naturnaher Garten hilfreich. Eidechsen ernähren sich in der Regel von kleinen Wirbellosen, gelegentlich auch von Samen und Früchten. Die kleinen, agilen Tiere bevorzugen sonnenwarme, vorwiegend trockene Lebensräume.

Blindschleichen können auch kühlere und feuchtere Lebensräume besiedeln. Sie erbeuten Nacktschnecken, Regenwürmer und unbehaarte Raupen. Blindschleichen jagen und erbeuten auch Grillen, Asseln, Saftkugler, Heuschrecken, Käfer und deren Larven sowie Blattläuse, Zikaden, Ameisen und kleinere Spinnen.

Zauneidechse (Lacerta agilis)

Zauneidechsen gehören zu den Smaragdeidechsen. Ihre bevorzugten Lebensräume sind Magerbiotope, in denen sie offene Abschnitte mit lockerem Boden sowie Bereiche mit dichtem Bewuchs vorfinden.

Zauneidechse im Garten

Zauneidechsen erreichen eine Körperlänge bis zu 24 Zentimetern. Der Schwanz ist etwas länger als der Körper. Zeichnung sowie Färbung variieren je nach Alter, Umgebungstemperatur, Geschlecht und Individuum. Zudem sind Zeichnung und Färbung bei den männlichen Tieren intensiver.

Meistens ist auf Rücken und Schwanz ein Zeichnungsmuster zu sehen, das leiterartig verläuft: Helle Seitenlinien und dunkelbraune Dorsalflecken sowie braune Zwischenräume. Die Mitte und die Seiten der Dorsalflecken sind meistens mit unterbrochenen weißlichen Längsstrichen versehen.

Gliedmaßen, Schwanz und Oberkopf haben eine bräunliche Grundfärbung. Die Flecken an den Flanken sind in der Mitte weiß.

Während der Paarungszeit von April bis Mai sind die Bauchseiten, Rumpfseiten und der Kopf der Männchen grün gefärbt. Ebenso gibt es Exemplare mit einem roten Rücken.

Bei den Weibchen ist die Unterseite gelblich gefärbt und weist keine Flecken auf. Die Männchen haben eine grüne Unterseite, die schwarz gefleckt ist.

Die Weibchen verbringen nach der Paarung mehr Zeit an sonnigen Plätzen. Dadurch fördern sie die Entwicklung der Eier. Für die Eiablage graben sie Höhlen an sonnigen, offenen Plätzen. Dort werden bis zu fünfzehn Eier abgelegt.

Zauneidechse im Garten

Die Jungtiere schlüpfen nach rund acht Wochen und sind zirka fünf Zentimeter lang. Die männlichen, erwachsenen Tiere suchen sich bereits Winterquartiere, während die Jungtiere sich entwickeln. Die weiblichen Zauneidechsen gehen ab Ende September auf die Suche nach einem Überwinterungsplatz. Die Jungtiere bleiben bis Ende Oktober aktiv.

Für die Überwinterung verkriechen die Zauneidechsen sich in Zwischenräume von Steinhaufen oder in Erdlöcher.

Zauneidechsen ernähren sich von Heuschrecken, Fliegen, Käfern, Spinnen, Schmetterlingen, Asseln, kleinen Schnecken und Raupen.

Möchte man Zauneidechsen in den Garten locken, sollte man am Zaun Altgras oder mehrjährige Stauden wachsen lassen. In der Nähe des Zaunes sollten Steine aufgeschichtet werden.

Mauereidechsen (Podarcis muralis)

Mauereidechsen sind von Zentralspanien bis zur Schwarzmeerküste sowie in Nordfrankreich und im Südwesten Deutschlands verbreitet. Diese kleinen Sonnenanbeter bevorzugen Hanglagen an Flüssen oder in Weinbaugebieten, die klimatisch günstig liegen. Dort sind sie an Felsen, Trockenmauern, Bahndämmen, Industriebrachen und Burgruinen anzutreffen.

Mauereidechse  im Garten

Mauereidechsen brauchen sonnige und offene Steinflächen mit Unterschlupfmöglichkeiten.

Diese Echsen erreichen eine Länge bis zu zwanzig Zentimetern. Schwanz und Körper sind etwa gleich lang. Mauereidechsen haben eine graue bis braune Färbung und sind unterschiedlich gefleckt. Die Flecken fließen zu einem netzartigen Muster zusammen. Die Flanken sind bei den meisten Tieren mit einem dunklen Band versehen, auf dem sich helle Flecken befinden.

Für die Eiablage graben die Weibchen Gruben. Dort hinein werden bis zu zehn Eier abgelegt. Die Paarungszeit verläuft von Ende April bis Anfang Juni. Sind die Witterungsverhältnisse günstig, legt das Weibchen pro Jahr bis zu drei Gelege ab.

Von November bis März halten die Echsen Winterruhe. Dazu verkriechen sie sich in tiefe Mauerritzen, zwischen Steinhaufen oder in Erdlöcher. Sollte im Winter eine  längere Periode mit schönem Wetter vorherrschen, kann man Mauereidechsen auch zur kalten Jahreszeit an sonnigen Plätzen auf Steinen oder Mauern beobachten.

Die Nahrung umfasst Asseln, Spinnen, Würmer, Schmetterlinge, Fliegen und Heuschrecken.

Im Garten werden Mauereidechsen dann bleiben, wenn sie Sonnenplätze auf beispielsweise Trockenmauern oder Steinhaufen vorfinden. Zudem benötigen sie freie Erdflächen, damit sie ihre Eier ablegen können. Wichtig ist es, ihnen eine Trinkstelle zur Verfügung zu stellen. Dies kann eine flache Schale sein, die stets Wasser enthalten muss.

Blindschleichen (Anguis fragilis)

Blindschleichen sind die Reptilien, die im mitteleuropäischen Raum am häufigsten vorkommen. Blindschleichen sehen zwar aus wie Schlangen, gehören aber zur Familie der Schleichen und sind eine Echsenart. Früher wurden sie als Hartwurm oder Haselwurm bezeichnet.

Blindschleiche im Garten

Es handelt sich auch nicht um blinde Tiere, sondern die deutsche Bezeichnung leitet sich vom altdeutschen Begriff „plintslîcho“ ab: blinkender oder blendender Schleicher. Dieser Name ist auf ihre Fortbewegungsart sowie auf die glänzende Schuppenhaut zurückzuführen.

Die Blindschleiche ist somit eine beinlose Echse, die eine Länge von bis zu fünfzig Zentimeter erreichen kann. Ihre Haut hat eine braune bis graue Färbung und glänzt mitunter bei Jungtieren oder Weibchen golden oder silbrig. Bei Jungtieren verläuft vom Kopf bis zur Schwanzspitze ein schwarzer Strich.

Blindschleichen werden manchmal als Glasschlangen bezeichnet, da sie wie alle Echsen ein Stück des Schwanzes abstoßen können, wenn Gefahr droht.

Der bevorzugte Lebensraum weist eine gute Bodenfeuchte sowie dichte Vegetation auf. So sind Blindschleichen an lichten Laubwäldern, Brachen, Hecken, Gärten, Parks, kühlen Bachniederungen, Bahndämmen und Weinbergen anzutreffen.

Blindschleiche im Garten

Diese Echsen sind nicht ganz so sonnenhungrig wie andere Echsenarten. Dennoch sonnen sie sich gerne in den Abendstunden und Morgenstunden. Ansonsten erwärmen sie sich unter Holzbrettern oder Steinen.

Die Eier werden vom Weibchen bis zur Schlupfreife ausgetragen. Direkt nach dem Schlüpfen leben die jungen Schleichen eigenständig. Je nachdem wie groß und wie alt das Weibchen ist, kann es bis zu zwölf Jungtiere gebären.

Blindschleichen ernähren sich unter anderem von Gliedertieren wie Regenwürmer, Nacktschnecken, Käfer, Spinnen, Larven und Raupen.

Wer Blindschleichen in den Garten locken möchte, sollte ihnen einige flache, große Steine anbieten sowie einen Komposthaufen und einen Holzstapel zur Verfügung stellen. Zudem benötigen sie eine Trinkstelle. Dazu reicht eine flache Schale aus, die jedoch stets mit Wasser befüllt werden muss.

Teile diesen Beitrag:

Facebook

Twitter

Nach Hause mailen