Tipps für den naturnahen Garten

der naturnahe Garten

Bei der Gestaltung eines naturnahen Gartens orientiert sich der Gärtner an der Natur. Feuchte Zonen, trockene Bereiche, schattige und sonnige Plätze sowie grüne Dächer und Wände sorgen für ein Klima, das auch in der Natur vorzufinden ist. Pflanzen und Tiere finden einen natürlichen Lebensraum vor, der ihren Bedürfnissen entspricht.

Wege, Mauern, und Sitzplätze im naturnahen Garten

Im naturnahen Garten sollen sich nicht nur Tiere und Pflanzen wohlfühlen, sondern auch die Gartenbesitzer haben verschiedene Bedürfnisse. So sollen vielleicht Wege und Sitzplätze angelegt werden. Solche baulichen Elemente können jedoch im Einklang mit der Natur errichtet werden:

Wege und Sitzplätze

Wege und Sitzplätze sollten im naturnahen Garten nicht versiegelt sein. Zum Beispiel können Pfade mit Rindenmulch gestaltet werden. Auch aus Knüppelholz lassen sich Wege bauen: Man schneidet die Holzknüppel (Durchmesser sieben bis zehn Zentimeter) auf Wegbreite auf und legt sie nebeneinander auf den Boden. Die Bodenfläche wird zuvor geglättet. An beiden Seiten verbindet man die Knüppelhölzer mit Saumhölzern.

Eine Variante ist der Weg aus Natursteinplatten, wobei man die Fugen möglichst groß lässt. Für die Fugen werden Oberboden, Unterboden und Sand gemischt. In dieses Erdgemisch können beispielsweise Gräser ausgesät werden. Eine rustikale Alternative ist das Verlegen von Pflastersteinen.

Preiswert und leicht zu gestalten sind Kieswege. Um zu vermeiden, dass sich der Kies im Laufe der Zeit auf die Umgebung des Weges ausbreitet, sollte der Wegrand befestigt werden. Hierfür eignen sich Natursteine, Ziegelsteine oder auch Rasenkantensteine.

Wie werden Rasenkantensteine richtig verlegt und worauf muss man achten? Anleitungen und praktische Tipps bieten professionelle Baum- und Heimwerkermärkte wie Toom. Hier findet man auch kreative Anregungen, passendes Zubehör, sowie Werkzeug und die notwendigen Gartenbaustoffe. Siehe: Rasenkantensteine auf toom.de"

Trockenmauern

Das Aufschichten von Steinen ohne Mörtel ist eine sehr alte Vorgehensweise. Zum Beispiel sieht man in Südspanien viele Trockenmauern an alten Fincas oder als Feldabgrenzung, die noch aus den Zeiten stammen, als Südspanien von den Mauren besetzt waren. Diese Trockenmauern im naturnahen Garten dienen als Windschutz, Wärmespeicher und bieten Echsen und Schlangen Lebensräume.

Wer keinen Platz für Trockenmauern hat, kann trotzdem Echsen und anderen Tieren einen ähnlichen Lebensraum anbieten, indem auf kleiner Fläche ein Steinhaufen aufgeschichtet wird.

Verschiedene Zonen im naturnahen Garten

Schaut man sich in der Natur um wird man feststellen, dass unterschiedliche Zonen fließend ineinander übergehen und jeder Bereich verschiedenen Pflanzen und Tieren einen eigenen Lebensraum bietet. Im naturnahen Garten werden solche Zonen in kleinerer Variante geschaffen:

Bäume und Sträucher als Mini-Wald

Bäume und Sträucher bilden einen kleinen Wald, in dem Vögel nisten und in deren Schatten sich Pilze, Moos und Gräser entwickeln können. An den Stellen, wo Pflanzen im Sommer Schatten und im Frühling genügend Licht bekommen, können Lungenkraut, Schlüsselblumen oder Buschwindröschen ihren Platz finden.

Ein pflegeleichtes Gartenparadies

Gräser und Kräuter für den Waldrand

In Lichtungen sowie am Rand des Waldes ist der ideale Standort für verschiedene Kräuter und Gräser. An sonnigen Plätzen können beispielsweise Fingerhut, Thymian, Sonnenröschen und Johanniskraut gut gedeihen.

Wiesen als kleine Lichtungen

Blumenwiesen können als Lichtungen oder am Waldrand entstehen. Welcher Wiesentyp für den Garten geeignet ist, hängt von der Bodenbeschaffenheit ab.

Feuchtgebiete und steinige Zonen

Wasser gehört unbedingt in einen naturnahen Garten, wobei ganz unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten genutzt werden können. Zum Beispiel könnte ein Biotop mit kleinem Bachlauf angelegt werden.

Als Kontrast wird eine Trockenzone mit Steinen errichtet, sodass in dieser Zone andere passende Pflanzen ihren Lebensraum bekommen und Tiere wie Eidechsen einziehen können.

Für gute Klimaverhältnisse sorgen

Im naturnahen Garten lassen sich durch Pflanzen, aber auch durch bauliche Elemente gute Klimaverhältnisse schaffen. So wird die in Steinen tagsüber gespeicherte Wärme nachts wieder in die Umgebung ausgestrahlt. Der Schatten der Bäume verändert die Temperatur seines Umfeldes und starker Wind lässt sich durch eine Hecke ausbremsen.

Mit einem Erdwall lässt sich auf der einen Seite Wind bremsen und auf der anderen Seite die Wärme der Sonne einfangen. Dazu ist bereits ein Wall einer Höhe von einem Meter ausreichend. Ein noch besserer Windschutz ist eine Hecke. Diese kann auch auf den Erdwall gepflanzt werden. Kann der Wind nicht mehr ungebremst in den Garten wehen, wirkt sich dies positiv auf das Klima im Garten aus. Wind trocknet die Erde schneller aus, zumal auch die Pflanzen unter zu starkem Windeinfluss leiden. Sorgt man für einen Windschutz, kann sich im Garten die Feuchtigkeit besser halten.

Falls der Garten für einen Wall oder eine dichte Hecke zu klein sein sollte, kann ein Windschutz aus Maschendrahtzaun geschaffen werden, den man mit einer Kletterpflanze bewachsen lässt.

Mit Steinen lässt sich Wärme speichern. Dazu bietet sich unter anderem der Bau einer Trockenmauer an, mit der sich beispielsweise der Wall abfangen lässt.

Kühle Plätze entstehen unter hohen Sträuchern und Bäumen. Da Nadelbäume dem Boden viele Nährstoffe entziehen und zudem ganzjährig für Schatten sorgen, sind Laubbäume den Nadelbäumen vorzuziehen.

Naturnahen Garten pflegen

Auch ein naturnaher Garten braucht Pflege, damit die Vielfalt erhalten bleiben kann. Andernfalls würden manche (Un-)Kräuter aufgrund ihres starken Wuchses andere Pflanzen verdrängen. Bleiben Gehölze ungeschnitten, ist deren Lebensdauer oftmals nicht so lang wie bei geschnittenen Gehölzen. Außerdem lassen sich Fruchtbehang und Blüten mit einem Schnitt positiv beeinflussen.

Blumenbeet

Richtig jäten im naturnahen Garten

Die von uns als Unkräuter bezeichneten Wildkräuter zeichnen sich durch einen solch starken Wuchs aus, dass andere schwächer wachsenden Wildkräuter im Laufe der Zeit verdrängt werden. Deshalb sollten Kräuter wie Schachtelhalm, Ackerwinde oder Quecke regelmäßig reduziert werden. Diese Kräuter verbreiten sich durch Samenflug, während sich andere (Un-)Kräuter über die Wurzeln ausbreiten.

Bei den Samenkräutern schneidet man immer mal wieder die Blüten kurz vor der Bildung der Samenkapseln oder Samenstände ab. Möchte man einige Kräuter an anderer Stelle aussäen, können die Samen getrocknet und im folgenden Frühling ausgesät werden.

Haben sich Samenkräuter bereits ausgebreitet, werden sie reduziert, indem sie mit der Ziehhacke abgehackt werden.

Wurzelunkräuter lassen sich besser entfernen, wenn man sie direkt nach dem Keimen jätet. Die noch jungen Pflanzen lassen sich noch mit der Hand aus der Erde ziehen. Später ist der Jätvorgang mit mehr Aufwand verbunden.

Gehölze im naturnahen Garten schneiden

Obstbäume oder –sträucher benötigen einen Schnitt, damit mehr Licht ins Innere eindringen kann. Dadurch fallen die Blüte und somit auch der Fruchtbehang üppiger aus. Auch Wildgehölze oder Ziergehölze müssen geschnitten werden, allerdings können hier die zeitlichen Abstände zwischen den Schnitten größer ausfallen.

Hecken aus Laubgehölzen sollten alle zwei bis drei Jahre einen Verjüngungsschnitt erhalten, damit sie von unten nicht zu sehr verkahlen. Dabei wird die Hecke bis etwa zwanzig Zentimeter über dem Boden abgeschnitten. Da Vögel im Frühling und Sommer in Hecken nisten, werden die Schnittarbeiten in den Herbst oder in den frühen Winter verlegt.

Feuchtbiotop im naturnahen Garten

Mit einem Feuchtbiotop wird das Klima im naturnahen Garten verbessert und gleichzeitig werden einigen Tieren Lebensraum geboten. Frösche, Kröten oder Molche werden mit der Zeit von selbst in den Garten wandern. Zudem werden sich Kleinsttiere wie Käfer, Wasserläufer oder Libellen am und im Feuchtbiotop ansiedeln.

Wassergarten 2018

Japanese Tea Garden, snty-tact, CC BY-SA 3.0

Solch ein Biotop muss nur eine Tiefe von fünfzig Zentimeter besitzen. Dabei sorgt man für ein sachte abfallendes Ufer. Mit einem leichten Gefälle verhindert man die Bildung von Faulschlamm. Dies entsteht, wenn verwelkte Seerosenblätter oder in den Teich fallendes Laub sich mittig des Biotops ansammeln. Bei einem Teich mit leichtem Gefälle verteilt sich dieser Pflanzenabfall gleichmäßiger, sodass Laub und Blätter besser mineralisiert werden können.

Für die Bepflanzung des Feuchtbiotops sollten ausschließlich heimische Pflanzen verwendet werden. Zudem wird eher sparsam bepflanzt und die Teichumgebung wird möglichst vielseitig gestaltet, sodass verschiedene Tiere diese Zone besiedeln und nutzen können.

Grüne Dächer und Wände

Gartengeräte für Frühlingsarbeiten

Zur zusätzlichen Begrünung bieten sich Hausmauern und Dächer an. Begrünte Dächer saugen Regenwasser auf und dadurch kann das Wasser wieder in den natürlichen Kreislauf gelangen. Bei unbegrünten Dächern läuft das Regenwasser komplett in die Dachrinne und von dort in die Kanalisation.