Nützling, Schädling oder Parasit?

Kohlweißling (Pieris rapae)

Kleine Kohlweißlinge im südlichen Wendland auf wechselnassem, sandigem Lehmboden. CC BY-SA 3.0, Christian Fischer

Welche Tiere sind Nützlinge und welche eher Schädlinge? Und was bedeutet Parasit? Diese Fragen stellen sich viele Gartenbesitzer, wobei im Grunde jedes Tier für einen naturnahen Garten eine bedeutende Rolle spielt. Grundsätzlich lassen sich Tiere lediglich im Hinblick auf den Garten in Nützling oder Schädling unterteilen, denn in der Natur hat jedes Lebewesen eine nützliche Funktion.

Was gilt als Schädling?

Als Schädlinge werden die Organismen bezeichnet, die auf verschiede Weise Nachteile für den Garten mit sich bringen. Dabei kann es sich beispielsweise um Fraßschäden oder um die Verbreitung von Krankheiten handeln.

Unter anderem zählen Maulwürfe oder Wühlmäuse zu den Schädlingen, die sowohl überirdisch als auch unterirdisch enorme Fraßschäden verursachen.

Was sind Nützlinge?

Als Nützlinge werden all die Tiere bezeichnet, die dem Gärtner in irgendeiner Weise dienlich sind.

Regenwurm im humosen Oberboden

Regenwurm im humosen Oberboden
CC BY 2.0, von Dodo-Bird

Einige Nützlinge sorgen für die Reduzierung verschiedener Schädlinge, andere verbessern den Boden und wieder andere werden für die Pflanzenbestäubung benötigt. Ebenso gehören die „Humusbilder“ zu den Nützlingen: im Boden lebende Mikroorganismen sowie Kleintiere, die sich von organischem Material wie abgestorbenen Pflanzen ernähren und somit zur Humusbildung beitragen.

Kein Schädling, kein Nützling und dennoch wichtig

Ungefähr fünfzig Prozent der im Garten lebenden Arten lassen sich weder den Schädlingen noch den Nützlingen zuordnen.

Heupferd, Tettigonia viridissima

Heupferd, Tettigonia viridissima
CC BY-SA 2.5, Fritz Geller-Grimm

Dazu gehören unter anderem Grillen und Heuschrecken, wobei die Maulwurfsgrille lange Zeit als Schädling galt. Da sie sich jedoch überwiegend von Insekten und Insektenlarven ernährt, wird sie mittlerweile nicht mehr als Schädling angesehen.

Ähnlich ist es beim Grünen Heupferd. Diese Art gehört zu den Langfühlerschrecken und frisst hauptsächlich Insekten. Zudem stellt das Heupferd eine wichtige Nahrungsquelle für Jungvögel dar.

Schmetterling (Cethosia cyane)

Schmetterling, (Cethosia cyane)
CC BY-SA 3.0, AirBete

Auch Schmetterlinge lassen sich weder als Schädling noch als Nützling bezeichnen. Sie treten in der Regel in einer Anzahl im Garten auf, die wenige Schäden verursacht. Schmetterlinge sind aber sehr wichtig für die Bestäubung vieler Blütenpflanzen. Außerdem werden deren Raupen von vielen Vogelarten für die Aufzucht der Jungvögel verwendet.

Was wird als Parasit bezeichnet?

Ein Parasit benötigt für den Aufenthalt, die Nahrungsaufnahme oder für die Fortpflanzung einen Wirt. Der Parasit beschädigt dabei seinen Wirt und zwar je nach Art entweder permanent, periodisch oder nur kurzzeitig. Eine permanente Beschädigung führt oftmals zum Tod des Wirtes.

Beispiele für Parasiten sind:

  • Steckmücken brauchen einen Wirt zur Nahrungsaufnahme, wobei sie diesen kurzzeitig beschädigen
  • Weißlinge treten periodisch in hoher Anzahl auf und beschädigen unter anderem Bäume oder Kohl
  • Schlupfwespen legen ihre Eier in die Larven anderer Arten ab, sodass ihr Nachwuchs ausreichend mit Nahrung versorgt ist.

Auch Bakterien sowie Pilze gehören in die Kategorie der Parasiten. Sie sind zwar nicht von einem Wirt abhängig, aber sie befallen oftmals einen Wirt, wobei durch Fäulnis der Tod des Wirtes herbeigeführt werden kann.

Andererseits gibt es Bakterien, die eher als Nützling bezeichnet werden können. Dazu gehören beispielsweise die Knöllchenbakterien. Sie kommen vorwiegend an Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen oder Erbsen vor und sorgen für die Produktion von Stickstoff. Dadurch wird das Pflanzenwachstum gefördert und der Boden verbessert.