Larven an Land bestimmen
Larven an Land – Auf einen Blick
- Nützliche Larven: Marienkäfer, Schwebfliege, Florfliege, Ameisenlöwe (fressen Blattläuse/Insekten)
- Schädliche Larven: Engerling, Drahtwurm, Dickmaulrüssler, Kohlschnake (fressen Wurzeln)
- Erkennungsmerkmal: Kopfform, Körperbau, Lebensraum und Nahrung sind entscheidend
- Auf dieser Seite: 12 häufige Larvenarten im Überblick
- Tipp: Nützliche Larven schonen – sie sind wichtige Verbündete im Garten
Bockkäfer-Larve (Rhagium inquisitor). Foto: Kurt Kulac, CC BY-SA 3.0
Expertentipp: Nützlich oder schädlich?
Beim Umgraben des Beetes lieber zweimal hinschauen: Weiße, eingekrümmte Larven mit braunem Kopf (Engerling) sind Schädlinge. Dunkle, gemusterte Larven mit langen Beinen (Marienkäfer-Larve) sind wertvolle Nützlinge. Im Zweifel die Larve fotografieren und danach bestimmen – viele werden fälschlicherweise vernichtet, obwohl sie Blattläuse fressen.
Engerling
Als Engerlinge werden die Larven von Mai-, Juni- und Julikäfer bezeichnet. Sie leben im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln und Humus. Der Körper des Engerlings ist deutlich gegliedert und walzenförmig. Der Kopf ist braun und augenlos. An ihm befindet sich ein starker Kiefer. An den drei weichen und weißen Brustgliedern sitzen drei Beinpaare von krallenartigem Aussehen. Der weiße, eingekrümmte Hinterleib ist weichhäutig. Das Hinterleibsende hat eine glasige Haut und ist aufgebläht und dunkel gefärbt.
Bockkäfer-Larve
Bockkäfer-Larven haben einen langgestreckten Körper. Sie halten sich im Holz oder unter der Rinde von toten Bäumen auf. Der schwarzbraune, kurze Kopf ist stark verhärtet. Er ist mit starken Mundwerkzeugen ausgestattet. Auch das braune, breite Halsschild ist verhärtet. Die Beine sind zu Kriechwülsten zurückgebildet. Damit bewegt die Larve sich fort. Bockkäfer-Larven ernähren sich von der Holzsubstanz, wobei sie während ihrer Entwicklungszeit große Mengen fressen.
Dickmaulrüssler-Larve
Die walzenförmige Larve kann eine Größe von bis zu 15 mm erreichen. Der Körper ist faltig gegliedert und eingekrümmt. Der harte, braune Kopf ist mit einem kräftigen Kiefer ausgestattet. Der weißliche bis braune Körper trägt zahlreiche Haare und Warzen. Die Larve der Dickmaulrüssler hält sich im Boden oder an Pflanzengewebe auf. Sie ernährt sich von Knollen und Wurzeln.
Drahtwurm
ⓘ Gartenschädling: Drahtwurm und Kohlschnaken-Larve
Drahtwurm und Kohlschnaken-Larven können erhebliche Schäden in Gemüsebeeten anrichten. Vor chemischen Mitteln besser natürliche Gegenspieler fördern: Maulwürfe, Igel, Krähen und Stare fressen diese Larven. Gezieltes Umgraben im Herbst setzt die Larven dem Frost und Vögeln aus. Nematoden-Präparate sind eine biologische Alternative.
Als Drahtwurm werden die Larven der Schnellkäfer bezeichnet. Sie leben im Boden und ernähren sich von den Wurzeln unterirdischer Pflanzen wie Kartoffeln oder andere Knollengewächse. Sie haben einen wurmähnlichen langen Körper, der drahtartig steif ist (daher der Name Drahtwurm). Am harten, breiten Kopf befinden sich kräftige Kiefer. An dem gegliederten Körper sitzen drei Beinpaare.
Kartoffelkäfer-Larve
Die Larven der Kartoffelkäfer sieht man in Gruppen auf den Blättern von Kartoffelpflanzen sitzen. Sie ernähren sich von diesen Blättern, die bis auf die Rippen abgefressen werden. Der rosarot gefärbte und glasige Rücken der Larven ist prall aufgebläht. Das rötliche Halsschild ist oft schwarz gezeichnet und ist größer als der schwarze Kopf. Sie haben sechs kurze, kräftige, schwarz gefärbte Beine. An den Seiten des Hinterleibs befinden sich jeweils zwei Reihen mit schwarzen Flecken.
Marienkäfer-Larve
Die bis zu 15 mm großen Marienkäfer-Larven ernähren sich von Blattläusen. An dem leicht abgeflachten, langgestreckten Körper sitzen unter der Brust die kräftigen Beine. Die feste, schwarze und kleine Kopfkapsel ist mit beißenden Mundwerkzeugen ausgestattet. Auf den Hinterleibsringen befinden sich Warzen mit Borstenbüscheln. Marienkäfer-Larven haben meistens eine dunkle Färbung. Hinterleib und Vorderbrust sind mit einem schwarzen, gelben oder roten Punktmuster gezeichnet.
Schwebfliegen-Larve
Schwebfliegen-Larven ernähren sich von Blattläusen. Die Körperform dieser Larven erinnert ein wenig an Egel: Die Oberseite ist gefiedert und leicht gewölbt; die Unterseite ist flach. Der Kopf ist klein und hinter dem Kopf verbreitert sich der Körper, der leicht glasig erscheint und meistens grün oder braun gefärbt ist. Auf dem Körper befindet sich auf der Mittellinie eine bunte Zeichnung.
Florfliegen-Larve
Auch die Larven der Florfliegen fressen Blattläuse, aber ebenso andere kleine Insekten. Die Larven werden bis zu 6 mm lang und halten sich auf Bäumen und Büschen auf. Der langgestreckte Körper trägt eine kräftige Behaarung. An ihm sitzen sechs Beine und zwei lange Saugzangen. Mit den Saugzangen können die Larven ihre Beute ergreifen und fressen. Der Enddarm ist ausstülpbar, sodass sie sich damit an den Untergrund heften können. Die Larven spinnen sich zur Verpuppung in einen Kokon ein. Dieser wird zwischen Zweige, Stängel oder in Rindenritzen gesponnen.
Ameisenlöwe
Als Ameisenlöwen werden die Larven der Ameisenjungfern bezeichnet. Sie ernähren sich von Ameisen und anderen kleinen Insekten. Die Larven werden bis zu 10 mm lang und der walzenförmige Körper trägt eine starke Behaarung. Am Körper befinden sich lange und kräftige Zangen, mit denen die Larven ihre Beute ergreifen können. Ameisenlöwen legen einen Fangtrichter im Boden an. Am Grund dieses Trichters legen sie sich auf die Lauer und ergreifen die Insekten, die in diesen Trichter abrutschen. Sie spritzen ein lähmendes Gift in ihre Beute, die anschließend ausgesaugt wird.
Blattwespen-Larve
Blattwespen-Larven ernähren sich von Blättern. Ihr walzenförmiger, langgestreckter Körper hat meistens eine grüne, manchmal aber auch eine bunte Färbung. An diesem weichhäutigen Körper sitzt eine harte Kopfkapsel. An den drei Brustgliedern befinden sich drei Beinpaare. An den folgenden zehn Körpergliedern sitzen sechs bis acht Fußpaare.
Fliegenmade
Fliegenlarven ernähren sich von Fäkalien, Aas und Fleisch. Sie können ein enzymartiges Sekret aussondern, mit dem feste Nahrung vor dem Mund verflüssigt wird. Die Maden werden etwa 12 mm lang. Ihre Körper haben keine Beine. Ein Körperende ist zugespitzt und das andere abgerundet. Sie können sich fortbewegen, indem sie ihren Körper ausstrecken und zusammenziehen. Fliegenlarven entwickeln sich innerhalb weniger Tage. Sie verpuppen sich im Boden.
Kohlschnaken-Larve
Kohlschnaken-Larven ernähren sich von Pflanzenwurzeln und können enorme Schäden im Garten anrichten. Sie haben ein wurstförmiges Aussehen und können eine Länge bis zu 50 mm erreichen. Ihr beinloser, schwach gegliederter, langgestreckter Körper besitzt eine zähe Haut, die an Pergament erinnert. Sie können ihren Kopf weit in den Körper einziehen. Am Hinterende befinden sich Atemöffnungen.
Die Larven der Kohlschnake (auch Erdschnake genannt) fressen nachts Wurzeln sowie oberirdische Pflanzenteile und können enorme Schäden in Gemüsebeeten anrichten. Jährlich entwickeln sich zwei Generationen.
Häufige Fragen zu Larven an Land
Was ist ein Engerling?
Engerlinge sind Larven von Mai-, Juni- und Julikäfer. Sie leben im Boden, sind weiß und eingekrümmt, und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Erkennbar am braunen, augenlosen Kopf mit starkem Kiefer.
Welche Larven sind nützlich im Garten?
Marienkäfer-Larven, Schwebfliegen-Larven und Florfliegen-Larven fressen Blattläuse. Der Ameisenlöwe fängt Insekten in seinem Fangtrichter. Diese Larven sollten im Garten unbedingt geschont werden.
Was ist ein Drahtwurm?
Der Drahtwurm ist die Larve des Schnellkäfers. Er hat einen drahtartig steifen, wurmförmigen Körper mit drei Beinpaaren und lebt im Boden, wo er Wurzeln von Kartoffeln und Knollengewächsen frisst.
Wie erkenne ich eine Marienkäfer-Larve?
Dunkel gefärbt, bis 15 mm lang, flacher Körper mit kräftigen Beinen und charakteristischen schwarzen, gelben oder roten Punktmustern. Sie halten sich auf Pflanzen mit Blattlausbefall auf.
Was frisst eine Kohlschnaken-Larve?
Pflanzenwurzeln, besonders nachts. Bis 50 mm lang, beinlos, wurstförmig, mit zäher pergamentartiger Haut. Kann große Schäden in Gemüsebeeten anrichten. Natürliche Gegenspieler: Maulwurf, Igel, Stare.