Larven im Wasser bestimmen

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Wasserlarven – Auf einen Blick

  • Arten hier: Groß-/Kleinlibellen, Gelbbrandkäfer, Steinfliegen, Köcherfliegen, Eintagsfliegen, Schlammfliegen, Waffenfliegen, Stechmücken, Zuckmücken
  • Besonderheit: Köcherfliegenlarven bauen Schutzgehäuse aus Sand, Blättern oder Schneckenhäusern
  • Bioindikator: Steinfliegen-Larven zeigen sauberes Wasser an
  • Larvenzeit Libellen: 1–5 Jahre im Wasser
  • Gartenrelevanz: Stechmücken-Larven in Regentonnen – Abdecken verhindert Massenbrüten
Larve der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) – räuberische Wasserlarve

Larve der Blaugrünen Mosaikjungfer. Foto: Kurt Kulac, CC BY-SA 3.0

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Expertentipp: Wasserlarven als Bioindikatoren

Der Artenreichtum an Wasserlarven zeigt die Gewässerqualität an. Steinfliegen-Larven kommen nur in sauberem, sauerstoffreichem Wasser vor. Zuckmücken-Larven hingegen tolerieren auch belastetes Wasser. Libellenlarven, Köcherfliegenlarven und Eintagsfliegen zeigen mittlere bis gute Wasserqualität an.

Larven der Großlibellen

Großlibellen-Larven fressen kleine Wassertiere bis zur Größe eines jungen Fisches oder einer Kaulquappe. Am langgestreckten Körper sitzt der Kopf mit großen Augen. An der Brust befinden sich drei Beinpaare. Mit der zu einer dreigliedrigen Fangmaske umgebildeten Unterlippe ergreifen die Larven ihre Beute. Das Hinterleibsende ist mit fünf spitzen Dornen ausgestattet. Mit diesen Dornen können die Larven stechen und sich zudem verteidigen. Weitere Informationen zu den fertigen Tieren auf der Libellen-Seite.

Larven der Kleinlibellen

Kleinlibellen-Larven halten sich meistens am Gewässergrund oder an Wasserpflanzen auf. Mit horizontalen Schlängelbewegungen können sie auch gut schwimmen. Sie haben einen schlanken Körper und am Hinterleibsende befinden sich drei Ruderplättchen, die fächerartig ausgebreitet sind. Mit diesen Plättchen können sie beim Schwimmen steuern und rudern. Ihre Atmung erfolgt über einen Kiemendarm und über die Haut. Zum Schlüpfen klettern sie an Land.

Larven der Gelbbrandkäfer

Gelbbrandkäfer-Larven ernähren sich von kleinen Wassertieren – von Insektenlarven bis zu kleinen Fischen. Sie haben einen langgestreckten Körper und hohle, große Greifzangen, mit denen sie ihre Beute ergreifen können. In die Beute wird ein lähmendes Gift eingespritzt. Anschließend wird sie vorverdaut und ausgesaugt. Zum Schwimmen nutzen die Larven ihre Schwimmbeine. Außerdem können sie sich im Wasser fortbewegen, indem sie horizontal mit dem Körper schlagen. Die Verpuppung findet in einer Erdhöhle an Land statt.

Larven der Steinfliegen

Steinfliegen-Larven ernähren sich von Wasserinsekten und Larven der Wasserinsekten. Am großen Kopf sitzen die kleinen Augen. An den drei schildförmigen und breiten Brustabschnitten befinden sich feine Kiemenanhänge. Die kräftigen Beine sind mit einer Behaarung überzogen. Am Ende des kurzen Hinterleibs sitzen zwei lange, gegliederte Anhänge, die ebenfalls behaart sind. Die Larven leben in fließenden Gewässern auf dem Grund und durchlaufen eine dreijährige Entwicklungszeit. Ihr Vorkommen gilt als Zeichen für sauberes Wasser.

Larven der Köcherfliegen

Köcherfliegen-Larven ernähren sich meistens von toten tierischen oder pflanzlichen Stoffen. Einige Arten leben aber auch räuberisch und fressen Insektenlarven. Die Larven sehen Schmetterlingsraupen ähnlich. An der Brust oder am Hinterleib befinden sich lange Kiemenbüschel.

Die meisten Arten bauen sich einen Köcher, der aus unterschiedlichen Materialien bestehen kann. Je nach Art werden für den Köcherbau beispielsweise Blattstücke, Sandkörner, Schneckenhäuser oder Pflanzenstängel verwendet. Mit ihrem dritten Beinpaar wird dieses Material bewegt, zu einer Röhre geformt und mit Spinnfäden verkittet. Die Larven bewegen sich mit ihrer Röhre am Boden des Gewässers. Droht Gefahr, verschließen sie das vordere Ende der Röhre mit ihrem Kopf. Während ihres Wachstums wird die Röhre immer wieder verbreitert und verlängert. Letztlich wird dieser Köcher für die Verpuppung am Untergrund befestigt.

Larven der Eintagsfliegen

Eintagsfliegen-Larven ernähren sich von Tier- oder Pflanzenresten. Ihre Nahrung nehmen sie aus dem Bodenschlamm oder von Steinen auf. Die Larven halten sich größtenteils am Grund von fließendem Gewässer auf. Ihr Erkennungsmerkmal sind drei lange Schwanzborsten, die behaart und gegliedert sind. Auch die Beine und die Fühler sind behaart. Zudem haben sie eine kräftige Brust und einen kräftigen Kopf. Auf dem Rücken befinden sich Kiemenbüschel, die fein gefiedert sind.

Larven der Schlammfliegen

Schlammfliegen-Larven leben räuberisch. Sie halten sich im tieferen Wasser auf und dort leben sie im Schlamm, wo sie auch zweimal überwintern. Die Larven werden bis 20 mm lang und haben eine braune Färbung. Der Kopf ist groß und schildförmig. Die Brust besteht aus drei Segmenten. Die kräftigen Kiefer sind bezahnt. Seitlich der ersten Segmente des Hinterleibs sitzt jeweils ein Kiemenbüschel, der aus langen Haaren besteht. Am Hinterleibsende befindet sich ein Schwanzfaden, der ebenfalls behaart ist.

Larven der Waffenfliegen

Waffenfliegen-Larven (Stratiomyidae) leben im Wasser oder in feuchtem Moos und verrottendem Holz. Sie ernähren sich von organischen Partikeln im Wasser. Ihr Körper ist abgeflacht und oval. An jedem Körpersegment befinden sich Reihen feiner Haare. Am Hinterleibsende sitzt ein kurzer, mit Haaren besetzter Atemfortsatz, mit dem die Larven Luft von der Wasseroberfläche aufnehmen. Die Verpuppung findet ebenfalls im Wasser oder in feuchter Erde statt. Waffenfliegen sind harmlos und haben keine stechenden Mundwerkzeuge.

Larven der Stechmücken

ⓘ Gartenhinweis: Stechmücken-Larven in Regentonnen

Regentonnen und offene Wasserbehälter sind bevorzugte Brutplätze für Stechmücken. Regentonnen abdecken oder mit engmaschigem Gitter sichern. Als biologische Lösung eignen sich BtI-Granulat (Bacillus thuringiensis israelensis) oder Gambusia-Fische für größere Teiche. Keine chemischen Mückenbekämpfungsmittel – diese schaden allen Wasserinsekten und Fröschen.

Stechmücken-Larven filtern mit ihrem Mundwerkzeug organische Nahrungsteile aus dem Wasser. Sie leben in kleinsten Gewässern wie beispielsweise im Garten in der Regentonne. Kopfunter hängen sie dort unter der Wasseroberfläche. Bei Störungen schlängeln sie sich schnell in die Tiefe des Wassers. An dem gegliederten, schlanken Hinterleib sitzt ein Atemrohr. Die Brust hat eine kugelige Form. An der Kopfkapsel sitzen lange Fühler, Mundwerkzeuge und Augen. Stechmücken-Larven haben keine Beine. Die Puppen hängen ebenfalls unter der Wasseroberfläche und häufig neben den Larven.

Larven der Zuckmücken

Zuckmücken-Larven fressen Algen und organische Partikel. Oftmals leben sie in Massen im Bodenschlamm in unterschiedlichen Gewässern. Die Larven kommen somit in tiefen Seen, im kleinen Teich oder auch in heißen Quellen oder kalten Gletscherflüssen vor. Die Larven werden zwischen 2 und 20 mm lang und haben einen wurmartigen, langen Körper, der bei den meisten Arten eine rote Färbung hat. Am kleinen Kopf sitzen Fühler und Augen. Zuckmücken-Larven leben in Gespinströhren. Durch diese Röhren strudeln sie Wasser.

Häufige Fragen zu Larven im Wasser

Wie lange leben Libellenlarven im Wasser?

Je nach Art 1 bis 5 Jahre. Großlibellen-Larven verbringen meist 2–3 Jahre im Wasser. Die fertige Libelle lebt dagegen nur wenige Wochen bis Monate.

Was bauen Köcherfliegenlarven?

Schützende Gehäuse (Köcher) aus Sandkörnern, Blattstücken, Schneckenhäusern oder Pflanzenstängeln – je nach Art verschieden. Diese Röhren werden mit Spinnfäden verkittet und beim Laufen mitgetragen.

Sind Steinfliegenlarven ein Zeichen für sauberes Wasser?

Ja, sie gelten als Bioindikatoren. Steinfliegen-Larven kommen nur in sauberem, sauerstoffreichem Fließwasser vor und zeigen gute Wasserqualität an.

Wo leben Stechmücken-Larven?

In kleinsten stehenden Gewässern – Regentonnen, Pfützen, Gartenteiche. Kopfunter unter der Wasseroberfläche hängend. Regentonnen abdecken verhindert Massenbrüten.

Was fressen Eintagsfliegen-Larven?

Tier- und Pflanzenreste aus dem Bodenschlamm und von Steinen. Sie leben am Grund fließender Gewässer und verbringen dort bis zu drei Jahre ihrer Entwicklung.