Bauanleitung für einen Meisenkasten
Meisenkasten – Auf einen Blick
- Material: Unbehandeltes Nadelholz, mind. 18 mm stark
- Einflugloch Blaumeise: 26–28 mm Durchmesser
- Einflugloch Kohlmeise: 32–34 mm Durchmesser
- Montage: Südlich oder östlich ausgerichtet, für Katzen unerreichbar
- Tipp: Im Herbst aufhängen – Vögel lernen ihn als Winterschlafplatz kennen
Ein bewohnter Meisenkasten im Einsatz.
Höhlenbrüter nutzen in der Natur Baumhöhlen zum Nisten. Da sie kaum noch solche natürliche Brutplätze vorfinden, nehmen sie gerne entsprechende Nistkästen an. Meisen gehören zu den Höhlenbrütern und für sie lässt sich mit wenig handwerklichem Geschick ein Nistkasten bauen. Wird das Einflugloch vergrößert, eignet der Nistkasten sich auch für andere Vögel.
Baumaterial für einen Meisenkasten
Nistkasten aus unbehandeltem Holz. Foto: Trish Steel, CC BY-SA 2.0
Für den Bau des Meisenkastens folgende Bretter zuschneiden:
- Bodenplatte: 120 × 140 mm
- Vorderfront: 120 × 250 mm
- Rückwand: 120 × 270 mm
- Seitenwände (2 Stück): 270 × 180 mm (die Seitenwände werden mit einer leichten Neigung nach vorne zugeschnitten)
- Dach: 180 × 220 mm
Weiterhin werden Scharniere, Schrauben (oder Nägel), Leim und Haken benötigt.
Bauanleitung
- Die Sägekanten der zugeschnittenen Einzelteile werden mit Schleifpapier geglättet.
- In die Bodenplatten müssen vier bis fünf Löcher gebohrt werden. Diese dienen als Abzugslöcher für Feuchtigkeit.
- In die Vorderfront wird ein Flugloch gesägt. Dazu verwendet man eine Lochsäge (Über die Fluglochgröße gibt es weiter unten Informationen).
- Sollten die Bretter gehobelt sein, muss die Innenseite der Vorderfront mit Hilfe einer Raspel angeraut werden.
- Die obere Vorderkante der Vorderfront wird abgerundet, sodass sie sich später hochklappen lässt.
- Die Vorderfront wird mit einem Scharnier mit der Bodenplatte verbunden.
- Nun werden alle Elemente mit Leim verbunden und vernagelt oder verschraubt.
- Zum Schluss wird die bewegliche Front mit einem Haken und entsprechenden Ösen fixiert. Die Vorderfront lässt sich also nach vorne klappen.
Expertentipp: Klappbare Vorderfront erleichtert Reinigung
Die aufklappbare Vorderfront ist ein praktisches Detail, das die jährliche Reinigung erheblich erleichtert. Nach der Brutsaison (September/Oktober) altes Nistmaterial entfernen, Innenraum mit heißem Wasser ausspülen und vollständig trocknen lassen – dann ist der Kasten bereit für Winterschlafgäste und die nächste Brutsaison.
Größe des Einfluglochs
Ein Flugloch mit einem Durchmesser von 26 bis 28 mm ist für Blaumeisen, Haubenmeisen, Tannenmeisen, Sumpfmeisen sowie für Sperlinge geeignet.
Ein Flugloch mit einem Durchmesser von 32 bis 34 mm ist für Kohlmeisen geeignet. Ebenso bieten sich Nistkästen mit dieser Fluglochgröße für den Wendehals sowie für Hausperling, Kleiber, Gartenrotschwanz, Halsbandschnäpper und Trauerschnäpper an.
Tipps zur Montage
Das Einflugloch sollte nach Süden oder Osten ausgerichtet sein. Der Nistkasten sollte so platziert sein, dass er für Katzen und andere Tiere unerreichbar ist. Dafür gibt es auch spezielle Ringe, die unter den Kasten montiert werden.
ⓘ Hinweis zum Vogelschutz
Nistkästen während der Brutzeit (März–August) nicht stören, nicht umhängen und nicht öffnen. Das Stören brütender Vögel ist nach §44 BNatSchG verboten. Reinigung erst im Herbst, nachdem die Jungen ausgezogen sind.
Häufige Fragen zum Meisenkasten
Welche Maße hat ein Meisenkasten?
Bodenplatte: 120 × 140 mm · Vorderfront: 120 × 250 mm · Rückwand: 120 × 270 mm · Seitenwände: 270 × 180 mm · Dach: 180 × 220 mm. Holzstärke mindestens 18–20 mm, unbehandelt.
Wie groß muss das Einflugloch für Blaumeisen sein?
26–28 mm Durchmesser. Für Kohlmeisen 32–34 mm. Die Größe des Einfluglochs bestimmt, welche Vogelart den Kasten annimmt.
Wo sollte ein Meisenkasten aufgehängt werden?
Einflugloch nach Süden oder Osten, für Katzen unerreichbar, mindestens 2 Meter hoch. Ruhige Lage. Im Herbst aufhängen, damit Vögel ihn als Winterschlafplatz kennenlernen.
Wann sollte ein Nistkasten gereinigt werden?
Im September oder Oktober nach der Brutsaison. Altes Nistmaterial entfernen, mit heißem Wasser ausspülen, trocknen lassen. Keine Insektizide oder Desinfektionsmittel verwenden.
Welches Holz eignet sich für einen Meisenkasten?
Unbehandeltes Nadelholz oder Eichenholz, mindestens 18–20 mm stark. Keine Lacke oder Imprägnierung – diese können für Vögel giftig sein.