Gartenrotschwanz

Amsel

Phoenicurus phoenicurus lautet der wissenschaftliche Name des Gartenrotschwanzes. Er gehört zur Familie der Fliegenschnäpper und zur Unterfamilie der Schmätzer. Dieser Sperlingsvogel wurde 2011 in Österreich und Deutschland zum Vogel des Jahres ernannt. Die Bestände gingen seit 1980 stark zurück. In den letzten Jahren konnten sich die Bestände stabilisieren, allerdings auf einem niedrigen Niveau. In Deutschland steht der Gartenrotschwanz auf der Vorwarnliste gefährdeter Brutvögel und auf der roten Liste wurde er von der Schweiz, von Österreich und Tschechien gesetzt.

Aussehen der Gartenrotschwanz

Gartenrotschwänze werden etwa vierzehn Zentimeter groß und zwischen 12 und 20 Gramm schwer. Die Färbung der Männchen ist wesentlich kontrastreicher (siehe Merkmale Männchen und Weibchen).

Ihren Namen erhielten diese Vögel, da der Schwanz beider Geschlechter rötlich gefärbt ist.

Besonderheit

Meistens sieht man den Gartenrotschwanz auf niedrigen Büschen oder Ästen sitzen, wobei der Schwanz auffällig zittert.

Aussehen Jungvögel

Bestäubung

Merkmale Männchen und Weibchen

Die Männchen haben eine schiefergraue Oberseite, ein schwarzes Gesicht und eine kräftige rostrote Färbung an Brust, Schwanz und Bürzel.

Die Weibchen haben eine unscheinbare braune Färbung und eine rötliche Tönung an Schwanz und Bürzel.

Stimme

Der Gesang des Gartenrotschwanzes besteht aus kurzen Strophen, die in ihrer Länge variieren. Dieser Gesang ist während und vor der Morgendämmerung zu hören. Er beginnt mit einem gezogenen, pfeifenden Ton und es folgen schnelle, melodische und abfallende Töne, die sich etwas rau anhören.

In diesen Gesang bindet der Gartenrotschwanz oftmals Gesangsmuster anderer Vogelarten ein, wie beispielsweise von der Dorngrasmücke.

Ist der Gartenrotschwanz beunruhigt, lässt er einen hart klingenden Ruf ertönen („huid teck teck“).

Vorkommen

In Europa kommt der Gartenrotschwanz in fast allen Gebieten vor. Der Verbreitungsbereich verläuft vom hohen Norden in Norwegen bis nach Portugal und vom Baikalsee bis zur Türkei.

Im mitteleuropäischen Raum befinden sich meisten Gartenrotschwänze als Brutvögel in Frankreich und Deutschland.

Im gesamten europäischen Raum sind die Bestände extrem zurückgegangen. Ursachen dafür sind im Verlust der Bestände von Altholz zu finden, denn in diesen Altholzbeständen standen den Gartenrotschwänzen genügend Angebote für Baumhöhlen zur Verfügung, die sie als Brutplatz benötigen. Außerdem gab es in Afrika Dürreperioden, die sich ebenfalls negativ auf die Gartenrotschwänze auswirkten. Ein weiterer Grund für den Bestandsrückgang ist der hohe Einsatz von Insektiziden im afrikanischen Raum.

Lebensraum

Aufgrund des Namens könnte man annehmen, dass der bevorzugte Lebensraum der Gartenrotschwänze Gärten sind. In vergangenen Zeiten fand man diesen Vogel tatsächlich öfter in Gärten vor und zwar in strukturreichen Bauerngärten mit alten Bäumen. Sind diese Bedingungen gegeben, ist er auch heute dort noch anzutreffen.

Der Gartenrotschwanz bevorzugt lichte Wälder und halboffene Landschaften mit Altholzbeständen, in denen er Baumhöhlen als Brutplatz nutzen kann. Dabei lebt er sowohl im Tiefland als auch in Höhen bis zur Baumgrenze.

Weil der Gartenrotschwanz in Baumhöhlen brütet, hat er eine starke Bindung an alte Baumbestände. Er lässt sich dabei in erster Linie in Gebiete mit aufgelockerter Kraut- und Strauchschicht nieder.

Zugverhalten

Gartenrotschwänze ziehen zum Überwintern nach Afrika. Ab Mitte Juli beginnt der Zug und die letzten Gartenrotschwänze sind in der Regel spätestens im Oktober aufgebrochen. Ab Ende März kehren die ersten Vögel wieder zurück in ihre Brutgebiete.

Nahrung

Gartenrotschwänze fangen im kurzen Flug Insekten in der Luft oder fliegen für die Nahrungssuche kurz auf den Boden. Die Hauptnahrungsquelle besteht aus Insekten, Insektenlarven, Spinnentieren und Schmetterlingsraupen. Manchmal wird die Ernährung mit Würmern, Schnecken, Asseln und Beeren erweitert.

Balzverhalten und Paarbildung

In der Regel führen Gartenrotschwänze eine monogame Saisonehe. Die männlichen Vögel treffen früher am Brutplatz ein. Dort gründen sie ein Revier und halten Ausschau nach einer passenden Nisthöhle. Die vom Männchen ausgesuchten Höhlen werden vom Weibchen genau untersucht und sie entscheidet dann, welche Nisthöhle gewählt wird.

Nestbau und Gelege

Die Nester werden vorzugsweise in Baumhöhlen errichtet. Es werden aber auch Fels- oder Mauernischen genutzt und ebenso werden halbhöhlenartige Nistkästen angenommen.

Der Nestbau wird vom Weibchen getätigt und dazu braucht sie zwischen zwei bis acht Tage. Zunächst wird ein loser Unterbau gefertigt, für den trockene Pflanzenmaterialien verwendet werden. Für die Nistmulde wird feineres Material genutzt und meistens mit Tierhaaren, Federn und Moos gepolstert.

Ein Gelege umfasst zwischen drei bis neun ovale Eier, die eine grün-blaue Färbung aufweisen.

Eier der xxx

xxxeier

Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Sobald das letzte Ei abgelegt wurde beginnt die Brutzeit, die zwischen zwölf und vierzehn Tage andauert.

Die Nestlinge bleiben etwa vierzehn Tage im Nest, bevor sie flügge werden. Die Fütterung der Nestlinge wird von beiden Elternteilen übernommen.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung liegt bei fünf Jahren.