Zaunkönig

Amsel

Der Zaunkönig trägt die wissenschaftliche Bezeichnung Troglodytes trodlodytes. Dieser Singvogel gehört zur Familie der Zaunkönige und zur Ordnung der Sperlingsvögel. Das Männchen ist zwar recht klein, aber dafür ist sein Gesang umso lauter. Mit seiner auffälligen Stimme grenzt der Zaunkönig sein Nahrungs- und Brutrevier ab. Weil sein Gesang ganzjährig und somit auch während der Winterzeit zu vernehmen ist, nannte man ihn auch Schneekönig.

Zaunkönige sind tagaktiv und auch noch in der Dämmerung aktiv. Nachtaktiv sind sie dann, wenn sie in ihre Winterquartiere ziehen, denn es kann sein, dass sie tagsüber und auch noch nachts fliegen.

Sobald es am Morgen anfängt hell zu werden, wird der Zaunkönig aktiv. Bricht abends die Dunkelheit ein, begibt er sich wieder in seinen Schlafplatz. Für Ruhephasen zieht der Zaunkönig sich alleine in dichte Vegetation auf den Boden zurück. Nur selten schläft er in einem der Nester. Während der Brutzeit nutzen Weibchen das Wahlnest auch als Schlafplatz. Ist es aber im Winter sehr kalt, bilden sich Schlafgesellschaften, die manchmal aus zwanzig Vögeln bestehen. Diese liegen dann dicht aneinander geschmiegt im Kreis in einem Nest. Die Köpfe stecken sie dabei nach innen und ihre Schwänze sind nach außen gerichtet.

Männchen sind in der Regel nicht mit anderen Männchen verträglich. Sie sind territoriale Einzelgänger und das ganzjährig. Weibchen neigen weniger zu Konflikten und können auch nah beieinander brüten.

Nähert sich dem Zaunkönig ein Tier, geht er in der Regel in einem Gebüsch in Deckung und verhält sich möglichst unauffällig. Bei Gefahr rufen die Männchen jedoch einen heftigen Warnruf aus und sind dabei sehr erregt. Männchen können Zischlaute ertönen lassen, mit denen Katzen und Eichhörnchen erfolgreich vertrieben werden.

Aussehen der Zaunkönig

Der etwa zehn Zentimeter große und 7,5 bis 11 Gramm schwere Zaunkönig hat einen rundlich wirkenden Körper und ein braunes Gefieder mit einer feinen Bänderung. Der Schwanz ist kurz und meistens steil aufgestellt. Der Schnabel ist spitz, leicht gekrümmt und zweifarbig: Der obere Teil hat eine schwarzbraune und der untere Teil eine gelbe Färbung.

Der Zaunkönig hat einen cremefarbigen Überaugenstreifen, der jedoch nur undeutlich zu sehen ist. Flanken, Schwanz und Flügel verfügen über Wellenlinien von dunkelbrauner Farbe.

Besonderheit

Das Männchen baut gleich mehrere Nester. Das Weibchen sucht sich dann eins der kugelförmigen Nester aus. Das Nest dient nicht nur zum Brüten, sondern darin wird zeitweise auch übernachtet.

Zaunkönige führen keine monogame Ehe, denn ein Männchen kann bis zu vier Weibchen haben.

Dieser Vogel klettert an Baumstämmen senkrecht empor.

Aussehen Jungvögel

Bestäubung

Merkmale Männchen und Weibchen

Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht vom Aussehen. Lediglich die Flügel sind beim Männchen etwas länger als beim Weibchen.

Stimme

Der Gesang des Zaunkönigs ist über eine größere Distanz zu hören. Er singt schmetternd mit Passagen, die trillernd oder leiernd klingen. Sein Ruf hört sich wie ein hartes „Zrrrt“ an. Ist der Zaunkönig erregt, lässt er ein schnurrendes „Zerrr“ ertönen oder ruft ein hart klingendes „Teck Teck Teck“.

Männchen und Weibchen singen in der Brutzeit oftmals im Duett.

Jungvögel singen einen Jugendgesang, der leise und noch nicht vollständig klingt. Mit dem Vollgesang fangen sie an, sobald sie geschlechtsreif sind.

Vorkommen

Zaunkönige kommen in Europa, im Norden Afrikas, in Nordamerika sowie in großen Teilen Asiens vor. Im Norden Russlands und Fennoskandiens ist der Zaunkönig nicht vertreten.

Lebensraum

Der Lebensraum des Zaunkönigs umfasst Wälder mit viel Unterholz sowie Gärten und Parks, in denen sich viele Gebüsche befinden. Dabei besiedelt er Ebenen und Höhen bis zu 4000 Metern. Er hält sich zudem gerne in Gebieten mit Bachauen auf, wo möglichst viele Kletterpflanzen, Schlingpflanzen und Wurzeln freigespült sind. Im naturnahen Garten, im Garten mit Teich und an der mit Rankpflanzen bewachsenen Hauswand findet man den Zaunkönig auch manchmal vor.

Zugverhalten

In Nordamerika und Nordafrika sind Zaunkönige Standvögel. In Asien, Südeuropa und Mitteleuropa sind sie Teilzieher und in Russland, im Baltikum und in Skandinavien sind sie Zugvögel.

Die Winterquartiere befinden sich meistens in Wäldern mit dichter Krautschicht oder in schilfreichen Gebieten.

Nahrung

Für die Nahrungssuche begibt der Zaunkönig sich in dichtes Unterholz, wo er nach Spinnen, kleinen Insekten, Insektenlarven und kleinen Würmern sucht. Er bewegt sich dort auf huschende Weise. Weibchen suchen ausschließlich in Bodennähe nach Nahrung. Männchen begeben sich auch ins Geäst von hohen Bäumen für die Nahrungssuche.

Befindet der Zaunkönig sich an Gewässern, frisst er auch Kaulquappen und Libellen sowie Kleintiere, die im Flachwasser leben. Da das Nahrungsangebot an Gewässern auch im Winter gegeben ist, befindet sich das Nahrungsrevier des Zaunkönigs meistens in der Umgebung eines Gewässers.

Seine Hauptnahrungsquelle ist tierischer Natur. Nur manchmal frisst er Sämereien, Holunderbeeren, Himbeeren und Brombeeren.

Balzverhalten und Paarbildung

Die erste Brutzeit findet im mitteleuropäischen Raum Ende April /Anfang Mai statt. Die zweite Brutzeit erfolgt im Juni oder Juli. Männchen führen nur selten eine monogame Ehe. Meistens haben Männchen mehrere Weibchen.

Das Männchen begibt sich im Frühling ins Brutrevier und fängt sofort mit dem Bau mehrerer Nester an. Diese Nester werden nicht fertiggestellt, sondern bleiben sozusagen im Rohbau. Diese Nester werden auf einer Höhe von bis zu zwei Metern gebaut und befinden sich meistens unter Baumwurzeln, Bruchholz, in dichtem Gebüsch oder unter Bachufern, die ausgespült wurden. Auch in alten Gemäuern, Ställen, Hecken und unter Stegen werden Nester angelegt. Ebenso werden Nistplätze in Wäsche die zum Trocknen aufgehängt wurde, in Nestern von anderen Vögeln, im Dachgebälk und manchmal in Nistkästen oder sogar in bereits vertrockneten Tierleichen gebaut.

Hat das Männchen seinen ersten Rohbau fertiggestellt, fängt der Gesang an, mit dem es Weibchen anlocken will. Der Gesang wird unvollständig und leise, wenn sich ein Weibchen nähert. Hat das Weibchen Interesse, zeigt es das indem die Balzhaltung eingenommen wird. Dann wird es vom Männchen angeflogen, wobei das Weibchen manchmal fortfliegt und vom Männchen verfolgt wird. Wieder singt das Männchen und gemeinsam fliegen beide zurück zum Rohbau. Dort schlüpft das Männchen in eines der Nester. Das Nest wird vom Weibchen genau inspiziert. Lässt es ein leises „Tzerr“ erklingen, gibt es dem Männchen zu verstehen, dass es interessiert und paarungsbereit ist.

In den Tagen nach der Kopulation fertigt das Weibchen die Polsterung des Nestes aus Moos, Federn und Wolle an. Das Männchen baut weitere Nester und versucht noch andere Weibchen anzulocken.

Nestbau und Gelege

Das Nest des Zaunkönigs ist kugelförmig und oval. Es handelt sich um ein geschlossenes Nest mit einem Eingang an der Seite. In der Regel werden Moos, Farnwedel, kleine Äste, Wurzeln, Stängel und trockene Blätter zum Nestbau verwendet.

Der Nestbau wird vom Männchen übernommen, wobei es bis zu acht Nester baut, wovon das Weibchen sich eins aussuchen kann. Zu Beginn stellt das Männchen aus feuchten Blättern den Boden und die hintere Wand des Nestes her. Dann nutzt es Wurzeln, Äste und Halme zur Verstärkung dieser Halbkugel. Anschließend nimmt es feuchtes Moos zur Fertigstellung der Kugel.

Nach der ersten Kopulation stellt das Männchen manchmal noch weitere zwei bis vier Rohbauten fertig.

Ein Gelege besteht aus fünf bis sieben weißen Eiern, die mit rötlichen Sprenkeln besetzt sind. Die Eiablage beginnt etwa sechs Tage nach der Kopulation. Jeden Morgen wird kurz bevor die Sonne aufgeht ein Ei gelegt, bis das Gelege vollständig ist.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Aufgabe des Brütens übernimmt ausschließlich das Weibchen. Nachdem das letzte Ei abgelegt wurde, fängt die Brutzeit an. Das Weibchen brütet zwischen vierzehn bis achtzehn Tage. Während der Bebrütung wird das Weibchen nicht gefüttert, sondern muss sich selbst Nahrung beschaffen. Dabei sind die Eier durch Mäuse, Ratten, Eichelhäher und Raben gefährdet.

Nach dem Schlüpfen trägt das Weibchen die Eierschalen weg. Das Weibchen übernimmt die Fütterung der Nestlinge. Sind die Jungvögel acht Tage alt, versuchen sie durch Bettelrufe das Männchen zu bewegen, sich ebenfalls an der Fütterung zu beteiligen. Das Männchen füttert aber nur unregelmäßig und eher sporadisch. Die Küken werden vom Weibchen zehn Tage lang gehudert.

Die Jungvögel verlassen nach zehn bis siebzehn Tagen das Nest. Das Männchen übernimmt dann die Aufgabe der Führung der Jungen, aber nicht die der Fütterung.

Die Nester, die nicht belegt werden, dienen jetzt als Schlafplätze. Nachdem die Jungvögel flügge wurden, bleiben sie noch eine längere Zeit zusammen. Gefährlich werden können ihnen Katzen, Ratten, Füchse, Eichhörnchen, Marder, Falken, Habichte und Sperber.

Lebenserwartung

Die maximale Lebenserwartung der Zaunkönige liegt bei sieben Jahren. Im Schnitt werden sie aber nur drei bis vier Jahre alt.