Wespen

Amsel

Wespen haben einen schlanken Körperbau und sind meistens nicht behaart. Diese Hautflügler haben eine sogenannte Wespentaille, die sich zwischen Hinterleib und Brust befindet. Das beißend-kauende Mundwerkzeug weist auf ihr räuberisches Leben hin. Sie fressen aber auch Nektar und Pflanzensaft.

Gewöhnliche Wespe (Vespula vulgaris)

Kurzcheck

  • Hinterleib schwarz-gelb gezeichnet
  • Auf der Stirn befindet sich ein schwarzer Fleck in Ankerform

Aussehen

Die Männchen erreichen eine Größe zwischen 13 und 16mm. Arbeiterinnen werden 10 bis 14mm und die Königin wird zwischen 16 und 19mm groß.

Auf der Stirn des schwarz-gelben Kopfes sieht man einen ankerförmigen, schwarzen Fleck. Die Brust ist schwarz und mit zwei gelben Streifen und vier gelben Flecken versehen.

Auf dem gelben Hinterleib befinden sich schwarze Binden und Flecken.

Das Hinterleibsende der Männchen ist abgestumpft und breiter, als das der Weibchen. Die Fühler der Weibchen sind kürzer als die der Männchen.

Lebensweise

Die Gewöhnliche Wespe legt ihr Nest in der Erde, im Gebälk von Gebäuden oder in Hohlräumen an. Es besteht aus mehreren Wabenschichten und hat eine langgestreckte bis kugelige Form.

Die Larven werden überwiegend mit fleischlicher Kost gefüttert. Ab dem Hochsommer empfinden viele Menschen Wespen als lästig, denn dann suchen sie nach Früchten und süßen Säften.

Lebensräume

Gewöhnliche Wespen kommen häufig vor und sind fast überall verbreitet.

Deutsche Wespe (Vespula germanica)

Kurzcheck

  • Auf dem Hinterleib befindet sich eine schwarz-gelbe Zeichnung
  • Die Stirn ist mit drei schwarzen Punkten gekennzeichnet
  • Die schwarze Zeichnung auf dem gelben Hinterleib hat gerade Ränder

Aussehen

Die Männchen werden zwischen 13 und 17mm groß. Arbeiterinnen erreichen eine Größe von 12 bis 16mm und die Königin wird zwischen 17 und 20mm groß.

Im Gesicht des schwarzen Kopfes befinden sich drei schwarze Flecken. Der obere Kieferrand ist leicht eingebuchtet.

Auf der schwarzen Brust befinden sich vorne zwei gelbe Streifen und hinten sind vier gelbe Flecken erkennbar.

Auf dem gelben Hinterleib ist eine schwarze Zeichnung, bestehend aus Punkten und Bändern.

Die Deutsche Wespe sieht der Gewöhnlichen Wespe zum Verwechseln ähnlich.

Lebensweise

Deutsche Wespen legen ihre Nester meistens in verlassene Mäusenester oder Mäusegänge an. Für die Herstellung des Nestes verwenden sie zerraspeltes Holz, woraus sie eine Masse fertigen, die an Papiermaché erinnert. Das Nest kann im Sommer einen Umfang von über zwei Meter erreichen und im Nest können mehrere tausend Tiere leben.

Wespen zeigen oftmals in der Nähe ihres Nestes ein aggressives Verhalten. Sind sie auf Futtersuche und weit vom Nest entfernt, sind sie nicht aggressiv.

Junge, begattete Königinnen überwintern.

Lebensräume

Deutsche Wespen kommen häufig und fast überall vor.

Hornisse (Vespa crabro)

Kurzcheck

  • Sehr große Wespe
  • Auf der Brust ist eine rot-schwarze Zeichnung in U-Form
  • Die Basis des schwarz-gelb geringelten Hinterleibs ist rotbraun gefärbt

Aussehen

Die männlichen Hornissen werden zwischen 21 und 28mm groß. Arbeiterinnen erreichen eine Größe von 18 bis 25mm und die Königin wird zwischen 25 und 35mm groß.

Der Kopf ist gelbbraun gefärbt. Die braune Brust ist U-förmig rot-schwarz gezeichnet. Die Schultern haben eine rote Färbung.

Das erste Segment des Hinterleibs hat einen rotbraunen Farbton. Die weiteren Segmente sind schwarz-gelb geringelt.

Die Flügel haben eine bräunliche bis rötliche Färbung.

Lebensweise

Im Frühling beginnt die überwinterte Königin mit dem Bau eines Papiernest zu bauen. Dazu verwendet sie zerraspeltes Holz und formt daraus eine Wabe in einem Hohlraum wie einer Baumhöhle, einem Rolladenkasten oder einem Vogelnistkasten.

Die Arbeiterinnen, die sich daraus entwickeln, vergrößern das Volk im Laufe des Sommers. Das Volk kann auch bis zu 700 Tieren bestehen.

Hornissen ernähren sich in erster Linie von Insekten wie Libellen, Falter, Wespen und Bienen. Hin und wieder fressen sie auch Süßes.

Hornissen sind friedfertige Tiere und werden nur bei Störungen aggressiv.

Lebensräume

Hornissen kommen nicht so häufig vor, sind aber verbreitet. Sie leben in offenem Gelände mit Bestand an alten Bäumen und ebenso in Siedlungen.

Feldwespe (Polistes dominulus)

Kurzcheck

  • Schlanke Wespe mit einer sehr deutlichen Wespentaille
  • Sehr lange Beine
  • Gelbe Streifen und Flecken auf der schwarzen Brust

Aussehen

Die Männchen erreichen eine Größe zwischen 12 und 16mm. Arbeiterinnen werden 12 bis 15mm groß und die Königin erreicht eine Größe von 13 bis 18mm.

Auf dem schwarzen Kopf und der schwarzen Brust sind viele längliche Flecken und Streifen erkennbar.

Der Körperbau ist schlank und zwischen Hinterleib und Brust befindet sich eine ausgeprägte Wespentaille.

Die Beine sind sehr lang und die Flügel schmal.

Lebensweise

Feldwespen bauen kleine Nester, die von mehreren Königinnen gemeinsam errichtet werden. Die Nester hängen frei an einem Stiel an geschützten Orten wie unter Dachziegeln, auf Dachböden oder an Balken. Der Durchmesser eines Nestes beträgt maximal zehn Zentimeter. Ein Nest kann aus bis zu 150 Zellen bestehen. Bis zu 30 Königinnen betreuen diese Zellen.

Lebensräume

Feldwespen sind an unterschiedlichen Standorten vorzufinden. Es handelt sich aber stets um warme Standorte. Meistens leben sie in hohlen Bauteilen und unter Dächern in Siedlungen.

Bienenwolf (Philanthus triangulum)

Kurzcheck

  • Breiter Hinterleib, der schwarz-gelb geringelt ist
  • Behaarte Brust
  • Im Gesicht eine weißgelbe Binde am ansonsten schwarzen Kopfes

Aussehen

Die Männchen werden zwischen 8 und 10mm und die Weibchen zwischen 13 und 17mm groß.

Am schwarzen Kopf befinden sich große Punktaugen, große Augen und kurze Fühler. Zwischen den Fühlerwurzeln und den Augen verläuft eine weißgelbe Binde.

Die schwarze Brust ist behaart und nadelstichartig punktiert. Zudem sind gelbe Flecken auf der Brust zu sehen.

Die Grundfarbe des breiten Hinterleibs ist gelb. Durch die schwarzen Binden wirkt der Hinterleib geringelt.

An den Vorderbeinen der Weibchen befinden sich kräftige Grabfüße.

Lebensweise

Die Nester werden etwa 1,5 Meter tief in den Boden und an trockenen Stellen gebaut. Dort liegen mehrere Nester dicht nebeneinander. Ein Nest besteht aus drei bis acht Zellen.

Diese Wespe jagt Honigbienen, die auf Blüten sitzen. Der Bienenwolf lähmt die Honigbiene, indem sie zwischen die vorderen Beine der Biene sticht. Die gelähmte Beute wird unter dem Bauch des Bienenwolfs fliegend zum Nest transportiert. In jede Brutzelle werden bis zu sieben Honigbienen gelagert, von denen sich die Larve ernährt.

Lebensräume

Der Bienenwolf kommt in wärmebegünstigten Gegenden vor. Diese Wespenart braucht lehmigen oder sandigen Boden und lebt in der Nähe von Siedlungen.

Kreiselwespe (Bembix rostrata)

Kurzcheck

  • Die Gestalt erinnert an eine Biene und die Zeichnung an eine Wespe
  • Grüne, große Augen
  • Gewellte, gelbe Bänder auf schwarzem Hinterleib

Aussehen

Die Kreiselwespe hat eine bienenähnliche Gestalt und wird zwischen 15 und 24mm groß.

Am breiten Kopf befinden sich die großen, grünen Augen und das weiße Gesicht.

Die Brust ist mit einer feinen, bräunlichen Behaarung überzogen. Am Rand der Brust sind einzelne gelbe Flecken sichtbar.

Der breite, schwarze Hinterleib ist relativ flach und mit gewellten, gelben Bändern bestückt.

Lebensweise

Die Weibchen graben in Kolonien Gänge in Sandboden. Die Gänge enden nach etwa 10 bis 15cm in eine Zelle. In jede Zelle werden ein Ei und eine Fliege abgelegt. Es werden von jedem Weibchen bis zu 6 Gänge angelegt. Anschließend betreiben die Weibchen Brutpflege: Sie kontrollieren intensiv die Entwicklung der Larven und versorgen die Brut mit frischen Fliegen, die paralysiert werden. Die Nester werden nach jedem Besuch mit kleinen Steinen wieder verschlossen.

Lebensräume

Kreiselwespen kommen in Sandgebieten vor.

Lehmwespe (Odynerus spinipes)

Kurzcheck

  • Kleine Wespe mit einer stark eingeknickten Taille
  • Schwarzer Hinterleib mit feinen, gelben Bändern
  • Gelbe Zeichnung auf schwarzer Brust und schwarzem Kopf

Aussehen

Lehmwespen werden zwischen 9,5 und 12,5mm groß. Die Grundfarbe dieser Wespe ist schwarz. Oberhalb des Kiefers befindet sich ein gelber Fleck und hinter den Augen ist ebenfalls jeweils ein gelber Fleck.

Auf der rundlichen, nadelstichartig-punktierten Brust sind ein paar gelbe Flecken sichtbar. Der schwarze, hochgebogene und glatte Hinterleib trägt feine, gelbe Bänder.

Die Taille ist stark eingeknickt. Die Beine sind gelb, jedoch die Gelenke sind rotorange und die Schenkel schwarz gefärbt.

Lebensweise

Lehmwespen graben in senkrechte Wände. Dazu nutzen sie ihre Kiefer und feuchten das lehmige, ausgeräumte Material an, sodass sie daraus eine Eingangsröhre formen können. Am Ende eines Ganges werden mehrere Brutzellen traubenförmig angelegt. In jede Zelle wird an die Decke ein Ei gehängt. Zudem wird in jede Zelle ein Vorrat an Larven von Rüsselkäfern deponiert. Anschließend wird das Nest verschlossen.

Lebensräume

Lehmwespen sind weit verbreitet und leben in Hohlwegen, an Gebäuden, an Trockenmauern und an Lehmwänden.

Pillenwespe (Eumenes pedunculatus)

Kurzcheck

  • Schwarze Wespe mit gelben Bändern und Flecken
  • Glockenförmiger Hinterleibsstiel
  • Bauen kleine Nester, die wie tonnenähnliche Urnen aussehen

Aussehen

Die Männchen werden 11 bis 15mm und die Weibchen 13 bis 17mm groß.

Pillenwespen haben einen sehr schlanken Körperbau. Die Grundfarbe ist schwarz. Das Gesicht hat einen weißen Fleck. An der Brust befindet sich ein gelber Kragen sowie kleine gelbe Flecken. Auf dem Hinterleib sind feinde gelbe Bänder und Flecken erkennbar.

Das erste Segment des Hinterleibs hat eine schmal-glockenförmige Gestalt. Es ist wesentlich schmaler als der Rest vom Hinterleib. Der Hinterleib ist birnförmig aufgebläht und zum Ende hin zugespitzt.

Lebensweise

Die Nester werden zwischen die Rinde, zwischen Steine oder anderen Gegenständen angelegt. Die Pillenwespe verwendet dafür Lehm und formt daraus urnenartige Nester, die wie Pillen aussehen.

An die Öffnung des Nestes wird ein kragenartiger Rand angebracht. Im Innern des Nestes wird vom Weibchen ein Ei an die Decke geheftet. Nachdem das Nest mit einem Vorrat an Schmetterlingsraupen befüllt wurde, wird das Nest mit Lehm verschlossen.

Lebensräume

Pillenwespen sind nicht selten und kommen in Kiesgruben, Steinbrüchen, Parks, Gärten sowie auf Heiden, an Trockenhängen und Waldrändern vor.

Tönnchenwespe (Auplopus carbonarius)

Kurzcheck

  • Kleine, schwarze Wespe mit schlankem Körperbau
  • Am Grund des Hinterleibs befindet sich ein weißer Punkt
  • Bräunliche Flügel

Aussehen

Die Männchen werden 6 bis 8mm und die Weibchen 7 bis 10mm groß.

Die gesamte Wespe ist schwarz gefärbt. Nur am Grund des Hinterleibs befindet sich ein Punkt in weißlicher Färbung und die Flügel sind bräunlich gefärbt.

Hinterleib und Brust sind schmaler als der Kopf. Die langen Fühler sind gebogen. Auf dem leicht glänzenden Körper befindet sich eine spärliche Behaarung.

Die Beine sind unbehaart und die mittleren und hinteren schienen sind mit kräftigen Spornen besetzt.

Lebensweise

Die Nester werden entweder in Hohlräume oder offen an Holz, Felsen oder Wänden errichtet.

Das Nest wird aus Sand und Lehm gebaut und sie wie eine kleine Tonne aus. Oft werden die Nester mit denen von Artgenossen zusammengekittet.

Für die Larven werden paralysierte Spinnen ins Nest getragen. Damit diese leichter zu transportieren sind, beißen die Wespen ihnen häufig die Beine ab.

Lebensräume

Tönnchenwespen kommen häufig vor und sind weit verbreitet.

Wegwespe (Crabro cribarius)

Kurzcheck

  • Schwarz-gelb gezeichnete, schlanke Wespe
  • Sehr große Augen am großen Kopf
  • Vorderschienen der Männchen sind schildartig verbreitert

Aussehen

Männchen werden 9 bis 16mm und Weibchen 11 bis 18mm groß.

Am schwarzen, breiten Kopf befinden sich große Augen. Der vordere Brustteil ist sichtbar gefurcht. Brust und Kopf sind mit einer feinen Behaarung überzogen.

Der lange, schlanke Hinterleib ist oberseits kahl und unterseits flach. Er hat eine schwarze, glänzende Färbung und auf jedem Segment befindet sich ein gelber Halbring.

Die Oberschenkel der schwarzen Beine sind gelb gefärbt.

Bei den Männchen sind die Vorderschienen schildartig verbreitert.

Lebensweise

Für die unterirdischen Nester graben die Wegwespen Gangsysteme. In einer Tiefe von etwa zwanzig Zentimeter werden am Ende des Ganges 3 bis 5 Zellen angelegt. Dort wird ein Nahrungsvorrat für die Larven hinein getragen, der aus paralysierten Beutetieren wie Bremsen oder Fliegen besteht.

Im Sommer sieht man Wegwespen häufig Nektar saugend auf Doldenblüten sitzen.

Lebensräume

Wegwespen kommen häufig vor und sind weit verbreitet. Sie leben in verschiedenen Lebensräumen und sind auch in Siedlungen anzutreffen.

Heuschrecken-Grabwespe (Sphex rufocinctus)

Kurzcheck

  • Schlanker Körperbau und lange Fühler
  • Orangeroter Hinterleib mit schwarzem Ende
  • Die Beine der Weibchen sind teilweise rot gefärbt

Aussehen

Männchen erreichen eine Größe zwischen 15 und 19mm und die Weibchen werden 16 bis 25mm groß.

Der Körper ist schlank und langgestreckt. Am schwarzen Kopf sitzen die großen Augen und die langen Fühler. Die schwarze Brust ist tropfenförmig. Brust und Kopf sind mit einer feinen, weißen Behaarung überzogen.

Der Hinterleib sitzt an einem Stiel und ist zweifarbig: der hintere Bereich ist schwarz und der vordere orangerot.

Die langen Beine sind schwarz und bei den Weibchen teilweise rot.

Die bräunlich-rauchfarbenen Fühler sind lang und schmal.

 

 

Lebensweise

Die Nester werden bis zu zehn Zentimeter tief in den Boden angelegt und meistens in enger Nachbarschaft zu Nestern von Artgenossen. Jedes Nest besteht aus zwei bis vier Brutkammern. In jede Brutkammer werden vier bis fünf paralysierte Heuschrecken deponiert, die als Nahrung für die Larven dienen.

Die Wespen jagen auch größere Laubheuschrecken. Die Heuschrecken werden betäubt und die Wespe transportiert ihre Beute fliegend zum Nest.

 

Lebensräume

Heuschrecken-Grabwespen kommen selten und vereinzelt vor. Ihre Lebensräume sind offene Sandflächen, die locker bewachsen sind sowie Trockenrasen.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Sand-Grabwespe (Ammophila pubescens)

Kurzcheck

  • Langgestreckter Körper und kurze Flügel
  • Hinterleib an sehr langem Stiel
  • Schwarzer Hinterleib mit einem orangeroten Band

Aussehen

Die Männchen werden 14 bis 19mm und die Weibchen 16 bis 24mm groß.

An den Seiten des schwarzen, breiten Kopfes befinden sich große, rundliche Augen. Beine und Fühler sind schwarz und lang.

Zwischen den Flügelansätzen ist die schwarze, breite Brust unbehaart und glänzend.

Der sehr lang gestielte Hinterleib ist spindelförmig. Der vordere Bereich hat eine orangerote Färbung und die hinteren Segmente sind schwarz gefärbt.

 

Lebensweise

Die Weibchen graben etwa zehn Zentimeter tiefe Gänge in Sandboden. Der Aushub wird fortgetragen und die Eingänge mit einem Steinchen verschlossen.

Als Nahrung für die Larven werden Raupen von Spannern ins Nest getragen. Ein Weibchen versorgt häufig mehrere Nester und betreibt Brutpflege, indem es immer wieder neue Raupen ins Nest trägt.

Die Larven überwintern in den Nestern, die vom Weibchen mit Sand zugedeckt und mit Steinchen abgedeckt werden.

Lebensräume

Sand-Grabwespen kommen stellenweise häufig vor und sind weit verbreitet. Sie leben auf sandigen Wegen und trockenen Böden mit kargem Bewuchs.

Große Birkenblattwespe (Cimbex femorata)

Kurzcheck

  • Große, schwarze Wespe mit plumpen Körperbau
  • Weibchen haben einen braunroten Hinterleib mit einem gelben Fleck
  • Die keulig verdickten Fühlerenden sind orange bis weißlich gefärbt

Aussehen

Große Birkenblattwespen werden zwischen 15 und 28mm groß.

Am breiten Kopf sitzen die großen Augen.

Die vorderen Flügel sind dunkel umsäumt und haben eine Spannweite zwischen 40 und 55mm. Die Hinterflügel sind deutlich kleiner.

Die Fühlerenden sind keulig verdickt und deren Spitzen haben eine orange bis weißliche Färbung.

Der kräftige Hinterleib ist beim Weibchen braunrot bis gelblich und beim Männchen schwarz-violett gefärbt.

Lebensweise

Die Eier werden einzeln in Birkenblätter abgelegt. Die grünen Larven ruhen über Tag eingerollt auf den Blättern. Nachts und abends bewegen sie sich S-förmig gekrümmt an den Blatträndern. Zur Gefahren- und Feindabwehr sondern sie Blut aus kleinen Poren aus.

Zum Überwintern kitten sie einen länglich-ovalen Kokon an die Zweige. Die Larven überwintern zwei Mal. Im Frühjahr erfolgt die Verpuppung und das fertige Insekt schlüpft kurz darauf.

Mit ihrem Kiefer ringelt die Wespe die Rinde von jungen Zweigen. Auf diese Weise gelangt sie an den Saft.

Lebensräume

Große Birkenblattwespen kommen nicht so häufig vor. Sie leben bis in eine Höhenlage von tausend Metern.

Goldwespe (Chrysis ignita)

Kurzcheck

  • Kleine Wespe mit leuchtend blauer und roter Färbung
  • Glänzender Körper mit starker grübchenartiger Punktierung
  • Abgeknickte Fühler

Aussehen

Goldwespen werden zwischen 5 und 13mm lang.

Der Körper hat eine leuchtend blaue und rote, metallisch glänzende Färbung. Am gerundeten Kopf befinden sich große Augen und drei Punktaugen in halbkugeliger Form. Die Fühler sind abgeknickt.

Die Brust ist breit und kräftig. An ihr sitzen zwei kleinere und zwei große, schwarze Beine sowie die transparenten bis bräunlichen Flügel.

Der Hinterleib ist ein Stückchen länger als die Brust.

Der komplette Körper ist grübchenartig punktiert und mit einer feinen Behaarung überzogen.

Lebensweise

Die Goldwespe ist ein Brutschmarotzer. Sie legt ihre Eier in die Nester unterschiedlicher Bienen- und Wespenarten.

Die Larven haben eine relativ kurze Entwicklungszeit. Sie überwintern als Puppe oder als fertige Wespe.

Lebensräume

Goldwespen kommen häufig und in verschiedenen Lebensräumen vor. Sie leben auch in Städten oder Dörfern.

Riesenholzwespe (Urocerus gigas)

Kurzcheck

  • Sehr große Wespe mit schwarz-gelber Färbung
  • Hinter den Augen gelbe Flecken
  • Auffälliger Legestachel bei den Weibchen

Aussehen

Männchen werden 12 bis 30mm und Weibchen 15 bis 40mm lang. Diese Art ist die größte heimische Holzwespe.

Am schwarzen Kopf fallen vor allem die gelben Flecken hinter den Augen auf. Hinterleibsgrund und die Brust sind schwarz gefärbt. Der restliche Hinterleib ist bei den Weibchen hellgelb und trägt schwarzviolette Ringe. Bei den Männchen ist der übrige Hinterleib rot gefärbt und hat eine schwarze Spitze.

Auf der Unterseite des Hinterleibs tragen die Weibchen einen auffälligen Legestachel.

Lebensweise

Die Eier werden in das Holz von geschlagenen oder kranken Nadelbäumen gelegt. Dazu nutzen die Weibchen ihren Legebohrer und legen mehrere Eier bis zehn Millimeter tief ins Holz. Gleichzeitig infizieren sie das Holz mit einem Pilz.

Die Larven bohren Gänge in das Holz, die bis zu vierzig Zentimeter lang sein können. Sie durchlaufen eine Entwicklungszeit zwischen zwei und sechs Jahren. Zum Schluss nagen sich die fertigen Wespen durch das Holz ins Freie.

Teilweise ist noch im verarbeiteten Holz die Larve oder Wespe enthalten.

Lebensräume

Riesenholzwespen sind verbreitet und kommen in Waldgebieten vor.

Holz-Schlupfwespe (Rhyssa persuasoria)

Kurzcheck

  • Große Wespe mit langgestrecktem Körper
  • Sehr langer Legestachel
  • Braun bis schwarz gefärbt und gelb bis weiß befleckt

Aussehen

Holz-Schlupfwespen werden 18 bis 35mm lang.

Der Körper ist sehr schlank und langgestreckt.

Am bräunlichen Kopf sitzen die sehr langen Fühler und die Augen, die gelb umrandet sind.

Der vordere Bereich der Brust ist schwarz und gerunzelt. An den Seitenkanten befindet sich jeweils eine Reihe mit gelben Flecken.

Der Hinterleib ist etwa doppelt so lang wie die Brust. Die im vorderen Bereich braune Färbung wird nach hinten immer dunkler bis schwarz. Auf jedem Segment befinden sich gelbe Flecken.

Der Legebohrer der Weibchen hat eine Länge von rund 35mm.

Lebensweise

Die Eier der Holz-Schlupfwespe werden in die Larven von Bockkäfern und Holzwespen gelegt. Die Larven der Holz-Schlupfwespe ernähren sich dann von diesen Larven.

Die Weibchen bohren mit ihrem sehr langen Legestachel in das Holz. Somit können sie ganz gezielt die Larven zur Eiablage anstechen.

Lebensräume

Holz-Schlupfwespen sind weit verbreitet und kommen in Nadelwäldern vor.

Weißling-Brackwespe (Apanteles glomeratus

Kurzcheck

  • Kleine, schwarze und unscheinbare Wespe
  • Schwarze Makel an den Flügeln

Aussehen

Die Weißling-Brackwespe wird lediglich 2 bis 3mm groß.

Am Kopf sitzen die langen Fühler und die kleinen Augen.

An der Brust befinden sich die langen, gelben Beine und die transparenten Flügel. Die Flügel haben schwarze Makel und sind gelb geadert.

Im vorderen Bereich des lang-ovalen Hinterleibs sitzen an jeder Seite zwei gelbe Flecken.

Diese kleine Schlupfwespe fällt kaum auf. Ihre Puppen sind jedoch häufig an toten Kohlweißling-Raupen zu sehen.

Lebensweise

Für die Eiablage überfallen die Weißling-Brackwespen die jungen Raupen vom Großen Kohlweißling. Mit ihrem Legestachel werden mehrere Eier in die Raupen abgelegt.

Die Larven dieser Brackwespen fressen sich langsam von innen aus den Raupen nach außen. Dann spinnen sich auf der toten Raupe in einen kleinen gelben Kokon ein.

Lebensräume

Weißling-Brackwespen sind überall im Kulturland verbreitet. Sie leben oftmals in Gärten und auf Feldern, wenn dort Kohl angepflanzt wird.