Zaunwinde – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Calystegia sepium (L.) R.Br.

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🌿 Zaunwinde – Auf einen Blick

  • Familie: Windengewächse (Convolvulaceae)
  • Wuchshöhe: 100 bis 300 cm
  • Blütezeit: Mai bis September
  • Verwendung: innerlich

Volksmund: Ackerranke, Feldwindling, Teufelsdarm, Uferzaunwinde

Zaunwinde (Calystegia sepium): große, weiße, trichterförmige Blüte zwischen herzförmigen Blättern

Zaunwinde, Calystegia sepium
von André Karwath, CC BY-SA 2.5

Steckbrief von Zaunwinde

Steckbrief der Zaunwinde
Wissenschaftlicher Name Calystegia sepium (L.) R.Br.
Familie Windengewächse (Convolvulaceae)
Wuchshöhe 100 bis 300 cm
Blütezeit Mai bis September
Verwendung innerlich

Die an Zäunen, Hecken, kleinen Bäumen und anderen Stützen emporkletternde Zaunwinde bildet keine Ranken, mit denen sie sich wie andere kletternde Pflanzen festhält. Die Zaunwinde ist eine typische Schlingpflanze, die ihre Stütze mit einem spiralförmigen Wachstum umwindet. Der deutsche Name dieser Pflanze weist auf einen typischen Standort der Zaunwinde hin, man findet sie oftmals in Gärten an den die Grundstücke umgebenden Zäunen und Hecken. Da sich die Pflanze schnell vermehrt und größere Sträucher im Wachstum behindern kann, ist sie nicht besonders gerne gesehen.

Die Zaunwinde wurde bereits im Mittelalter aufgrund der abführenden Wirkung ihrer Wurzeln und Blätter als Heilpflanze geschätzt. Die mit der Zaunwinde verwandte Ackerwinde, die sich durch deutlich kleinere, rosafarben gestreifte Blüten und einen niedrigeren Wuchs von der Zaunwinde unterscheidet, soll ebenfalls abführend wirken. Die medizinische Wirksamkeit der kleineren Ackerwinde ist jedoch geringer als die der Zaunwinde.

Die sich bis in eine Höhe von 3 m windende Zaunwinde ist eine ausdauernde, kahle Pflanze mit rundlichen, stumpfkantigen Stängeln. Die großen, langstieligen Blätter sind spitz herzförmig. Von Mai bis September bildet die Zaunwinde große, weiße, einzeln stehende Blüten aus den Achseln der Blätter.

Standort von Zaunwinde

Die Zaunwinde ist, mit Ausnahme der nördlichen Gebiete, fast überall in Europa bis in Höhenlagen von etwa 1400 m zu finden. Bevorzugte Standorte der Zaunwinden sind Wegränder, Zäune, Uferböschungen und Auenlandschaften mit nährstoffreichen Böden.

Heilkraft von Zaunwinde

In der Volksmedizin werden der Zaunwinde folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • abführend

    Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.

Außerdem gilt sie als gallenflussanregend.

Verwendete Pflanzenteile von Zaunwinde

In der Naturheilkunde benutzt man von der Zaunwinde die Wurzeln und die vom Juni bis in den September gesammelten Blätter. Die Pflanzenteile werden kleingeschnitten und schonend im Schatten getrocknet.

Inhaltsstoffe von Zaunwinde

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Gerbstoffe, Harz (mit Glykosiden) und Mineralsalze.

Anwendung von Zaunwinde

Die Zaunwinde wird nur innerlich angewendet. Anwendungen mit Zaunwinde in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Leber

    Leberfreundliche Heilpflanzen und Bitterstoffe, die die Leberfunktion unterstützen können.

  • Verstopfung

    Ballaststoffreiche Hausmittel und Kräuter, die bei Verstopfung die Verdauung anregen können.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Echte Zaunwinde - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Zaunwinde

Wie klettert die Zaunwinde?

Die Zaunwinde ist eine typische Schlingpflanze, die ihre Stütze mit einem spiralförmigen Wachstum umwindet.

Seit wann wird die Zaunwinde als Heilpflanze genutzt?

Die Zaunwinde wurde bereits im Mittelalter aufgrund der abführenden Wirkung ihrer Wurzeln und Blätter als Heilpflanze geschätzt.

Wo wächst die Zaunwinde?

Bevorzugte Standorte der Zaunwinden sind Wegränder, Zäune, Uferböschungen und Auenlandschaften mit nährstoffreichen Böden.

Ist die Zaunwinde giftig?

Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft die Echte Zaunwinde für den Menschen als schwach giftig ein (ganze Pflanze).

Gibt es eine Bewertung der EMA zur Zaunwinde?

Für Calystegia sepium liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.