Aeschynanthus

Aeschynanthus, auch Schamblume genannt, ist der Name für eine Pflanzengattung mit etwa 140 bis 185 Arten innerhalb der Familie der Gesneriengewächse (Gesneriaceae). Manche Aeschynanthus Arten, wie zum Beispiel Aeschynanthus radicans, Aeschynanthus marmoratus oder Aeschynanthus x splendidus (Hybride aus: A. parasiticus x A. speciosus) werden als Zierpflanzen, vor allem als blühende Zimmerpflanzen gepflegt.

Schamblume

Name: Schamblume, Goldrebe, Sinnblume, Äschynanthus
Wissenschaftl. Name: Aeschynanthus Jack
Familie: Gesneriengewächse (Gesneriaceae)
Wuchshöhe: bis 150 cm als Hängepflanze
Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendung: Blatt- und Blütenschmuckpflanze
Hilfreiche Seiten: Gesnerien pflegen
Lexikon / Übersicht:  Gesnerien
Schwierigkeit: mittelschwer bis anspruchsvoll

Arten & Pflege der Aeschynanthus

Die Aeschynanthus Pflege ist mittelschwer, einige Ansprüche der Pflanze sollten möglichst gut erfüllt werden. Dies gilt besonders für die hohe Luftfeuchte und den Schutz vor praller Sonnenbestrahlung.

Aeschynanthus bracteatus (Bild ansehen)

Aeschynanthus bracteatus ist ein klimmender oder hängend wachsender Epiphyt mit bis zu 10 cm langen, elliptischen bis eiförmigen, stechend spitz zulaufenden, dunkelgrünen Blättern. Vom Sommer bis in den Winter bilden sich an der Aeschynanthus bracteatus endständige Büschel mit 4 bis 5 scharlachrot gefärbten, bis 5 cm langen Blüten in dunkel purpurnen Kelchen. Aeschynanthus bracteatus vertragen keine Temperatur unter 15 bis 18 °C.

Aeschynanthus hildebrandii, Synonym: A. hillbrandii. (Bild ansehen)

Aeschynanthus hildebrandii, unter den Handelsnamen Sinnblume oder Schamblume im Handel erhältlich, stammt aus Burma. Aeschynanthus hildebrandii wächst als Halbstrauch mit anfangs aufstrebenden, dann etwas überhängenden Trieben, die gegenständig mit ovalen fleischigen Blättern besetzt sind. Die Blüten von Aeschynanthus hildebrandii wachsen endständig mit länglichen, vorne weit geöffneten Röhren. Die Triebe erreichen eine Länge von 20 bis 30 cm.

Aeschynanthus longicaulis (Bild ansehen)

Aeschynanthus longicaulis wächst als halbkriechende Staude mit ca. 8 cm langen, lanzettlichen, dunkelgrünen Blättern an bis zu 90 cm langen Trieben. Vom Sommer bis in den Winter hinein bildet die Aeschynanthus hildebrandii achsel- oder endständige Büschel aus 1 bis 3 orange-rot gefärbten, 5 cm langen Blüten mit grünem Kelch.

Aeschynanthus marmoratus syn. A. zebrinus (Bild ansehen)

Aeschynanthus marmoratus wird gerne wegen seiner hübschen Blätter gepflegt. Die als kriechende Staude wachsende Pflanze bildet dicke, ovale bis lanzettliche, auf der Oberseite leuchtendgrüne und dunkel marmorierte, 8 bis 10 cm lange Blätter. Die Unterseiten der Blätter besitzt einen rötlichen Schimmer. Die Triebe können eine Länge von ca. 90 cm erreichen.

Aeschynanthus marmoratus können bei guter Pflege ganzjährig einzelne, achselständige, 3,5 cm lange, grünlichgelbe Blüten mit bräunlichem Schlund und tief eingeschnittenem, in fünf schmale Lappen geteilten, grün gefärbtem Kelch bilden. Dieser trägt eine etwa 3 bis 4 cm lange Blumenkrone. A. marmoratus wird manchmal mit A. longicaulis verwechselt.

Aeschynanthus pulcher (Bild ansehen)

Aeschynanthus pulcher wächst als epiphytische Kletterpflanze mit bis zu 80 cm langen, wurzelnden Trieben und ovalen, leicht gezähnten, dunkelgrünen, bis 4,5 cm langen Blättern. Vom Sommer bis in den Winter bildet die Aeschynanthus pulcher endständige Schirmrispen aus 6 bis 8 kräftig roten, 6 cm langen Blüten mit einem gelben Schlund einem und grünem Kelch.

Aeschynanthus radicans (Bild ansehen)

Aeschynanthus radicans wächst in der Jugend mit krautigen, aufstrebenden, später überhängenden, verholzenden Trieben und dunkelgrünen Blättern. Diese sind gegenständig angeordnet, breitoval geformt und lederig. Die Blattränder sind leicht gezähnt und purpurfarben. Die leuchtendroten, 5 cm langen Blüten treten paarweise auf und entspringen einem schwarzroten, 3 cm langen Kelch. Cremefarbene Streifen auf den roten Röhrenblüten führen vom Rand in die Trichtermündung. Der Kelch und die Blütenkrone sind beide behaart.

Aeschynanthus radicans var. lobbianus (Bild ansehen)

Aeschynanthus radicans var. lobbianus wächst als klimmende Staude mit aufsteigenden, im Alter überhängenden Trieben. Die elliptischen, dunkelgrün gefärbten, 4,5 cm langen Blätter sind an den Rändern purpurn überlaufen. Vom Sommer bis in den Winter hinein bildet Pflanze endständige Büschel aus 2 bis 3 roten, 5 cm langen Blüten mit purpurfarbenen Kelchen.

Aeschynanthus speciosus (Bild ansehen)

Aeschynanthus speciosus, syn. Trichosporum speciosum, wächst in der Jugend mit krautigen, aufstrebenden, später überhängenden, verholzenden, bis 60 cm langen Trieben. An diesen entspringen ihre dunkelgrünen Blätter paarweise oder in Büscheln zu dritt. An einer Triebspitze bilden sich immer vier bis acht Blätter, die ein Büschel von sechs bis zwanzig Blüten umgeben. Die Blätter sind bis zu 10 cm lang, zugespitzt und deutlich gezähnt. Der grüne Kelch umschließt nur einen Teil der bis zu 10 cm langen Blüte. Kelch und Blumenkrone sind leicht behaart. Die leuchtend orange- bis scharlachroten Blüten im Inneren des Trichters sind orangegelb und besitzen einen schwarzen, halbmondförmigen Fleck an den unteren Abschnitten.

Aeschynanthus marmoratus von Andy, Aeschynanthus pulcher von Montrealais, Aeschynanthus speciosus von C T Johansson, lizenziert unter CC BY 3.0, Aeschynanthus radicans von Emőke Dénes, unter CC BY-SA 2.5, Aeschynanthus radicans var. lobbianus von Cliff, Aeschynanthus radicans von Magnus Manske, lizenziert unter CC BY 2.0, alle über Wikimedia Commons.

Standort / Licht

Aeschynanthus wachsen am besten an einem hellen Standort ohne direktes Sonnenlicht. Leicht abgeschattete Sonne, zerstreute in den Morgen- oder Abendstunden schaden diesen Pflanzen nicht. Hartes Sonnenlicht, besonders im Sommer, ist aber auf jeden Fall zu vermeiden. Die minimale Beleuchtungsstärke für die Aeschynanthus Arten beträgt etwa 1000 Lux.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses zur Standartaurüstung eines Pflanzenliebhabers nützliche Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Aeschynanthus Gießen / Wässern

Die Aeschynanthus gießt man vom Frühling bis zum Herbst mäßig aber gleichmäßig. Der Wurzelballen sollte ständig leicht feucht gehalten werden und zwischen den einzelnen Wassergaben nicht abtrocknen. Zwischen Oktober und März gießt man eine Aeschynanthus sparsamer. Die Aeschynanthus dürfen nicht mit kaltem Wasser gegossen werden, man verwendet stets zimmerwarmes Wasser.

Während der Blüte muss die Aeschynanthus reichlich gegossen werden.

An Tagen mit niedriger Luftfeuchtigkeit sollten die Aeschynanthus öfter besprüht werden. Als Gießwasser und zum Besprühen nimmt man für eine Aeschynanthus weiches, abgestandenes und immer zimmerwarmes Wasser. Optimal ist sauberes, bei Bedarf gefiltertes Regenwasser.

Mäßiges, gleichmäßiges Gießen

Bei Pflanzen die mäßig gegossen werden sollten lässt man die Erde zwischen den einzelnen Wassergaben in der obersten Schicht leicht abtrocknen. Wenn die Pflanze dann gegossen wird, feuchtet man die Erde gut an. Sobald die ersten Tropfen Wasser aus dem Abzugsloch laufen gießt man nicht mehr weiter. Wer die Pflanze von unten bewässern möchte, gibt ein wenig Wasser in den Untersetzer und wartet bis alles aufgesogen wurde. Dies widerholt man je nach Topfgröße mehrmals. Es sollte kein Wasser in dem Untertopf stehenbleiben.

Reichlich gießen während der Blüte

Die Erde muss ständig feucht gehalten werden, sie darf auch an der Oberfläche nicht abtrocknen. Man verabreicht der Pflanze soviel Wasser, bis dieses aus dem Abzugsloch wieder herausläuft. Das sich in dem Untersetzter ansammelnde Wasser wird bis auf wenige Ausnahmen nach ca. 20 Minuten abgeschüttet. Auch Pflanzen mit einem hohen Wasserbedarf leiden wenn die Wurzeln längere Zeit im Wasser stehenbleiben. Werden die Pflanzen über den Untersetzer und nicht direkt über die Erde gegossen, so gibt man solange Wasser in den Untersetzer bis sich die Erdoberfläche leicht feucht anfühlt und die Erde kein Wasser mehr aufnimmt. Auch hier wird dann das restliche überschüssige Wasser aus dem Übertopf oder Untersetzer nach ca. 20 Minuten abgegossen.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Luftfeuchtigkeit

Da die Aeschynanthus eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, stellt man die Pflanzgefäße in mit Kieseln und Wasser gefüllte Untersetzer. Zusätzlich sollte eine Aeschynanthus täglich mit zimmerwarmem, weichem, kalkfreiem Wasser besprüht werden. Alternativ verwendet man Luftbefeuchter, diese gibt es mit unterschiedlichen Techniken. Ideal wäre ein Standort mit einem geregelten Mikroklima in einer Zimmervitrine oder einem geschlossenen Blumenfenster. Bei einer ausreichend hohen Luftfeuchtigkeit entwickeln sich die Pflanzen gesund und prächtig, sofern auch die anderen Pflegebedürfnisse ausreichend erfüllt werden.

Bei Bedarf sollte man die Luftfeuchte erhöhen, hierfür eignen sich in der Nähe der Pflanze aufgestellte Luftbefeuchter (Über Amazon ab ca. 15 Euro) oder Verdunster für Heizkörper (ab ca. 8 Euro, Amazon).

Zusätzlich ist es hilfreich, die Pflanze hin und wieder mit weichem, zimmerwarmem Wasser einzusprühen. Damit die Sprühdüse nicht verstopft verwendet man gefiltertes Regenwasser. Leitungswasser eignet sich nicht so gut, denn es hinterlässt im Laufe der Zeit oft Flecken auf den Blättern. Am besten funktioniert das Einsprühen mit einem kleinen Drucksprüher mit Schlauch und Lanze (ab ca. 10 Euro über Amazon).

Damit können die Blätter der Pflanze unproblematisch von allen Seiten, auch von unten besprüht werden, ohne den Topf drehen zu müssen. Dies ist bei empfindlichen Zimmerpflanzen wichtig, denn manche reagieren mit Knospen- oder Blattfall auf eine Änderung des Lichteinfalls. Einfache Handsprüher wie sie z.B bei Haushaltsreinigern verwendet werden, sind unpraktisch in der Verwendung und gehen meist schnell kaputt.

Aeschynanthus überwintern / Ruheperiode

Werden die Aeschynanthus unter feucht warmen Bedingungen gepflegt, so legen diese Pflanzen keine Ruheperiode ein und wachsen das ganze Jahr über. Aufgrund des geringeren Lichtangebotes während der Wintermonate und den kürzeren Tagen, verlangsamt sich das Wachstum der Pflanzen jedoch deutlich, während dieser Zeit gießt man sparsam. Aeschynanthus benötigen auch während des Winters Raumtemperaturen zwischen 18 und 22 °C.

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Lesetipp: Ruhe- und Vegetationsperiode der Pflanzen

Aufenthalt im Sommer

Die Aeschynanthus kann, sofern die Tages- oder Nachttemperaturen nicht unter 15 °Celsius sinken, an einem geschützten, hellen bis schattigem Standort im Freien gepflegt werden. Etwas zerstreute Morgen- oder Nachmittagssonne ist für ein gesundes Wachstum dieser Pflanze von Vorteil. Die Aeschynanthus darf nicht direkt von der prallen Mittagssonne beschienen werden.

Temperatur

Die Aeschynanthus pflegt man ganzjährig bei Temperaturen zwischen 18 und 22 °C.

Die angegebenen Temperaturen sollte man nicht zu weit über- oder unterschreiten. Extreme Temperaturen und Temperaturschwankungen führen zu Hitze- oder Kältestress. Sind die Temperaturen über das zuträgliche Maß hinausgestiegen, äußert sich dies durch gelbe und verwelkte Blätter. Bei zu kalter Pflege oder nach einem kräftigem Kälteschock, z. B. durch übermäßiges Lüften im Winter, werden die Blätter weicher, schlaff und manchmal durchsichtig.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
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Aeschynanthus vermehren

Die Aeschynanthus kann ganzjährig durch Kopfstecklinge oder Triebteilstecklinge vermehrt werden. Dafür schneidet man 10 cm lange Triebstücke ab und setzt diese in ein Gemisch aus gleichen Teilen Torf und Quarzsand. Die Stecklinge werden mit einem durchsichtigen Plastikbeutel abgedeckt und an einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung gestellt. Die zur Bewurzelung der Stecklinge notwendige Bodentemperatur liegt, je nach Art, zwischen 22 und 30 °Celsius.

Nach der Wurzelbildung entfernt man die Abdeckung und gießt die jungen Aeschynanthus nur soviel, das die Erde leicht feucht gehalten wird. Nach ein bis zwei weiteren Wochen kann man 10 bis 15 der jungen Pflanzen zusammen in eine Blumenampel setzten und wie ausgewachsene Exemplare pflegen.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

Aeschynanthus benötigen einen schwach sauren Boden. Ideal für die Pflege der Aeschynanthus ist ein Boden pH-Wert von 5,0 bis 6,0. Die Pflanzen gedeihen auch in einfacher, handelsüblicher Blumenerde auf Kompostbasis. Der pH-Wert ist auf der Verpackung angegeben und sollte innerhalb der tolerierten Werte von 5,0 bis 6,0 liegen. Bei falschem pH-Wert wird sich ein Aeschynanthus nicht gesund entwickeln können.

Ideal für die Pflege des Aeschynanthus ist ein durchlässiges humoses, grobfasriges Substrat mit einem Zusatz tonhaltiger Ackererde und Quarzsand.

Einfache Blumenerde aus dem Baumarkt, Gartencenter oder der Gärtnerei sind nur bedingt empfehlenswert, da Anforderungen an Pufferkraft, Wasser- und Nährstoffregulierung, etc. nicht gewährleistet sind.

Ein gutes Substrat

Das richtige Substrat-Gemisch gewährleistet einen guten Halt der Pflanze und eine gute Belüftung des Wurzelbereiches. Landerde stellt den pH-Wert ein und verbessert die Aufnahme- und Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe. Ein gutes Substrat verfügt über eine gute Puffereigenschaft und darf über einen längeren Zeitraum seine vorteilhaften Eigenschaften nicht verlieren.

Durch die Fremdstoffe Quarzsand, Bims-Kies, Lavalit, Lavagranulat und andere geeignete Zuschlagstoffe verändert man nicht nur die physikalischen sondern auch die chemischen Eigenschaften des Substrats. Kleine Kiesel, Styromull, Splitt und ähnliches verbessern den Wasserabzug nach dem Gießen. Dies hilft Staunässe und damit Wurzelfäulnis vorzubeugen.

Andere wichtige Eigenschaften für eine gute Topfpflanzenerde werden von den Herstellern aus finanziellen und Transportgründen unzureichend berücksichtigt. Dies betrifft die Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe, die Luftführung innerhalb des Substrats und die Standfestigkeit um ein zusammensacken und verdichten zu verhindern.

Pufferkraft des Substrats

Auch die Pufferkraft eines Substrats ist sehr wichtig, die Pufferkraft verhindert:

  • schnelles Austrocknen der Blumenerde
  • Versalzungen an den Wurzeln
  • Schwankungen im Nährstoffvorrat
  • schnelle Veränderungen des pH-Werts

Ausführliche Informationen, Substratrezepte und Bezugsquellen finden Sie hier: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Wenn man den Aeschynanthus in gut abgestimmtes Substrat pflanzen möchte, mischt man sich dieses selber. Die Herstellung ist nicht schwierig. Als Belohnung erhält man eine dauerhaft gesunde und wüchsige, gegenüber Krankheiten und Schädlingen gut resistente Pflanze, vorausgesetzt die restlichen Pflegeanforderungen an Licht, Wasser, Luftfeuchte, Temperatur und Nährstoffe werden ebenfalls erfüllt. Da das eigene Substrat, im Gegensatz zu einfacher Blumenerde, über einen langen Zeitraum nicht zusammensackt und verdichtet, kann man auf ein jährliches Umtopfen verzichten.

Substratmischung für eine Aeschynanthus

Einen Aeschynanthus pflanzt man in ein Torf- oder Humussubstrat mit einem Zusatz von Landerde und Quarzsand.

  • 3 bis 5 Anteile aus Torfsubstrat  + herkömmliche Blumenerde auf Kompostbasis
  • 0,5 bis 1 Anteil Ackererde mit Tonanteil
  • 2 Anteile Quarzsand

Der Boden pH-Wert von 5,0 bis 6,0 wird mit der Zugabe von mehr oder weniger Landerde eingestellt. Wichtig dafür ist das Mischungsverhältnis von Landerde zu saurem Torfsubstrat (Verpackungsaufdruck pH-Wert beachten). Alles muss gut miteinander vermischt werden. Mit einem pH-Meter oder mit Indikatorstreifen kann man den pH-Wert der fertigen Mischung ermitteln und gegebenenfalls korrigieren.

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Lesetipp: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Hinweise

Oft werden Aeschynanthus in normaler Torf- oder Blumenerde, vermischt mit einigen Styroporperlen zum Verkauf angeboten. Diese einfache Blumenerde sollte man gegen ein für die Aeschynanthus besser geeignetes Substrat austauschen.

Aeschynanthus umtopfen

Da die Aeschynanthus keine Ruheperiode einlegen, kann man sie ganzjährig, mit Ausnahme der Blütezeit, umtopfen. Ein Umtopfen wird jedoch erst dann notwendig, wenn die Pflanze das Gefäß mit ihren Wurzeln vollständig ausfüllt.

Zum Umtopfen wird die alte Erde aus den Wurzeln geschüttelt, und sämtliche abgestorbenen toten Wurzeln der Pflanze werden abgeschnitten. Auch lebende Wurzeln können bei Bedarf etwas gestutzt werden. Nach dem Umtopfen schützt man die Pflanzen 2 bis 3 Wochen vor jeglicher Sonnenbestrahlung. Eine gut umgetopfte Pflanze erholt sich schnell und wird bald weiterwachsen.

Wer kein größeres Pflanzgefäß verwenden möchte, sollte beim Umtopfen die Erde vorsichtig aus den Wurzeln schütteln und diese dann etwa um 1/3 zurückschneiden. Die Aeschynanthus wird danach wieder in das alte Gefäß mit neuem Substrat eingesetzt.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Man gibt den Aeschynanthus alle zwei Wochen eine schwache Lösung aus Volldünger.

Während der Hauptwachstumszeit bekommt die Aeschynanthus bei jedem dritten bis vierten Gießvorgang einen handelsüblichen Dünger für Zimmerpflanzen nach Herstellerangaben. Während des Winters düngt man seltener, zwischen November und März reichen meist ein bis zwei Düngergaben aus.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
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Aeschynanthus schneiden

Ein Aeschynanthus verträgt einen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr, notwendig ist dies aber nicht. Zu lange Triebe kürzt man maximal um 2/3 ihrer Länge. Das Schneiden der Triebe einer Pflanze die nicht verholzt sind macht man mit einem scharfen Messer. Verholzte Triebe beschneidet man immer mit einer Gartenschere.

Lesetipp: Der richtige Rückschnitt von Pflanzen
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Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Besonders während der Blütezeit sollte die Aeschynanthus nicht bewegt werden. Bereits kleine Standortveränderungen können die Pflanze zum Abwurf der Blüten und Knospen veranlassen.

Die Aeschynanthus wird manchmal von Blattläusen befallen. Hin und wieder sollte man die Pflanzen sorgfältig auf einen Befall mit diesen Pflanzenschädlingen kontrollieren.

Die gemeine Spinnmilbe kann an der Aeschynanthus auftreten. Die Spinnweben sind besonders gut an den Blattachseln und gebuchteten Blatträndern zu erkennen. Durch Einsprühen mit Wasser werden die Gespinste besonders deutlich sichtbar.

Hin und wieder kann die Pflanze von Thripsen heimgesucht werden. Die von Thripsen befallenen Aeschynanthus verlieren ihre Vitalität und zeigt Wachstumsstörungen. Stark befallenen Blätter sterben ab.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Eine Aeschynanthus ist eventuell leicht giftig. Aufgrund der unterschiedlichen Angaben in der Literatur sollte man einfach ein wenig vorsichtig im Umgang mit den Aeschynanthus sein. Tiere sollten nicht daran knabbern, stellen Sie die Pflanzen nicht in Reichweite kleiner Kinder.

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Aeschynanthus Bilder

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Aeschynanthus

Aeschynanthus

Foto: Karin

Aeschynanthus

Aeschynanthus

Foto: Karin

Aeschynanthus radicans

Aeschynanthus

Aeschynanthus radicans
Foto: Michael Wolf
Lizenz: GFDL