Geweihfarn

Geweihfarne (Platycerium) stammen aus einer Gattung von Farnen in der Familie der Tüpfelfarngewächse. Die Gattung umfasst etwa 18 bekannte Arten. Einige Farne dieser Gattung werden aufgrund der fiederteiligen oder einfach gefiederten Form ihrer fertilen Wedel als Geweihfarne bezeichnet.

Geweihfarne wachsen epiphytisch und sind in den tropischen Gebieten Südamerikas, Afrikas, Südostasiens, Australiens und Neuguineas beheimatet.

Geweihfarn Platycerium bifurcatum

Geweihfarn

Platycerium bifurcatum
Foto: Fir0002
Lizenz: GFDL

Name: Geweihfarn
Wissenschaftl. Name: Platycerium
Familie: Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae)
Wuchshöhe: 20 bis 50 cm
Verwendung: Blattschmuckpflanze, Ampelpflanze
Hilfreiche Seiten: Farnpflanzen pflegen
Lexikon / Übersicht:  Farnpflanzen
Schwierigkeit: pflegeleicht

Pflege der Geweihfarne

Die Geweihfarn Pflege ist einfach, die Pflanze verzeiht auch den einen oder anderen Pflegefehler. Die Geweihfarne sind epiphytische Pflanzen aus den tropischen Gebieten der Regenwälder. Geweihfarne lassen sich wegen ihrer Anpassungsfähigkeit gut in Wohnungen kultivieren.

Ein besonderes Kennzeichen dieser Farne sind ihre 2 unterschiedlichen Blattarten. An der Basis des Geweihfarns bilden sich die runden Schildblätter. Mit diesen klammert sich der Farn an seiner Unterlage fest. Die übrigen Wedel wachsen ausgebreitet und herabhängend, wegen ihrer Gabelung ähneln sie Hirschgeweihen.

Die Schildblätter des Geweihfarns sind steril und bilden keine Sporen aus. Ihre Aufgabe besteht darin, den Farn an dem Wirtsbaum festzuhalten und Sie haben in der Natur die Aufgabe, die Pflanze am Baum festzuhalten und die vom Baum herabfallenden Pflanzenpartikel und Blätter anzulagern und zu nährstoffreichem Humus zu verrotten.

Im Laufe der Zeit werden die Schildblätter braun und pergamentartig, der Geweihfarn bildet dann neu und frisch grüne Blätter an ihrer Stelle. Die sporenbildenden geweihartigen, fleischigen, dunkelgrün gefärbten  Farnblätter bilden sich in größerer Anzahl. Diese Blätter sind mit einem samtigen, feinen, weißen Flaum bedeckt. Im Reifestadium bilden sie an der Unterseite braune, in dichten Haufen sitzende Sporen.

Die Geweihfarne der Gattung Platycerium wachsen am besten an rauen Rindenstücken oder in mit einem Gemisch aus Sphagnum und Torf in Blumenampeln.

Platycerium bifurcatum

Platycerium bifurcatum lässt sich in Wohnungen sehr einfach pflegen. Das einzelne Schild- oder Schuppenblatt wird bei diesem Geweihfarn ständig ersetzt, wobei das neue Blatt als kleiner silbriger Punkt an der Oberseite des vorangehenden Blatts auftritt und sich dann allmählich über dessen trockene, braune, pergamentartige Oberfläche ausbreitet.

Die jungen Schuppenblätter sind frisch grün und werden im Alter braun. Anfangs klammert es sich flach an das darunterliegende braune Schildblatt, rollt sich dann aber beim Wachsen in den letzten Zentimetern auf. In der freien Natur fängt der Farn mit diesem nach oben gewölbten Teil die herabfallenden organischen Stoffe der Wirtspflanze auf.

Die dekorativen, fruchtbaren Blätter der Geweihfarne können sich bis zu 100 cm ausbreiten, und die geweihartigen Lappen werden über 25 cm lang. Platycerium bifurcatum gibt es in unterschiedlichen Formen, sie unterscheiden sich durch dunkleres oder helleres Grün der Wedel und durch kürzere oder längere Lappen.

Platycerium grande

Platycerium grande wird größer als Platycerium bifurcatum. Die sterilen Schildblätter dieser Geweihfarne wachsen in einem helleren grün, sind im oberen Bereich stärker aufgebogen, leicht gewellt und haben am Ende einen Einschnitt. Die dekorativen fruchtbaren Wedel wachsen herabhängend und können eine Länge von 140 cm erreichen. Die jungen Blätter sind auch bei dieser Sorte filzig, samtig behaart.

Standort / Licht

Die Geweihfarne sollten nicht zu dunkel gepflegt werden. Ideal ist ein heller, halbschattiger, warmer und luftfeuchter Platz ohne direkte Sonnenbestrahlung.

In der Natur wachsen sie in den oberen Bereichen der Bäume an hellen Standorten, dabei sind sie durch die Blätter im oberen Bereich der Wirtsbäume vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt. Direkte und kräftige Sonnenbestrahlung lässt die Wedel der Geweihfarne verblassen und die Blätter verbrennen, es gibt unansehnliche braune Stellen auf den Wedeln.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Gießen / Wässern

Während der Wachstumszeit vom Frühjahr bis zum Herbst wässert man die Geweihfarne gründlich und befeuchtet dabei das Substrat vollständig. Vor der darauffolgenden nächsten Wässerung lässt man das Substrat dann aber fast vollständig abtrocknen.

Da das Schildblatt die Erde oft vollständig bedeckt, kann man den Geweihfarn nur sehr schlecht oder gar nicht von oben gießen. Am einfachsten ist es, die Wurzeln der Farne in ein größeres Gefäß mit Wasser zu tauchen, unabhängig davon ob der Geweihfarn in einem Topf oder auf einem Rindenstück gepflegt wird. Während der Wachstumsperiode lässt man den Geweihfarn dann etwa 20 Minuten lang im Wasser, das Substrat sollte sich gut mit Flüssigkeit vollsaugen. Nachdem man den Farn so gewässert hat, lässt man das überschüssige Wasser gut abtropfen und bringt den Geweihfarn dann wieder an seinen ursprünglichen Standort zurück.

Da die Farne während der Ruheperiode sehr viel mäßiger gewässert werden müssen, sollte man in dieser Zeit den Geweihfarn nur kurz, maximal 1 bis 2 Minuten in das Wasser tauchen.

Wichtig bei der Wässerung dieser Farne ist, unabhängig von der Ruhe und Wachstumszeit, man darf diese Farne erst gießen wenn das Wasser eindeutig braucht. Stärker herabhängende Wedel und der deutliche Gewichtsverlust sind dann das Anzeichen für den erneuten Wasserbedarf.

Als Gießwasser nimmt man für die Geweihfarne weiches, abgestandenes und zimmerwarmes Wasser. Idealerweise verwendet man sauberes, bei Bedarf gefiltertes Regenwasser.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Geweihfarn überwintern / Ruheperiode

Während der lichtarmen Ruheperiode wässert man den Farn sparsamer und feuchtet das Substrat nur mäßig an. Zwischen November und März sind Temperaturen zwischen 12 und 15 °C zu empfehlen.

Temperatur

Die Geweihfarne mögen Temperaturen zwischen 20 und 24 °C, vorausgesetzt die Luftfeuchtigkeit ist ausreichend hoch. Bei Temperaturen ab etwa 22 °C sollte man die Farne einmal täglich mit weichem, kalkfreiem Wasser dünn einnebeln. Der Standort sollte gut belüftet sein, die untere noch verträgliche Temperaturgrenze liegt bei etwa 10 °C.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
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Geweihfarn vermehren

Die Geweihfarne bilden nur selten mehrere Vegetationspunkte. Falls ein solcher Ableger aber heranwächst kann man ihn abtrennen. Dabei ist darauf zu achten, die Mutterpflanze und den neuen Trieb nicht zu beschädigen. Das abgetrennte Stück wird direkt an einem Rindenstück befestigt oder in einen Korb mit einem Gemisch aus Sphagnum und Torf gesetzt.

Alternativ kann man den Geweihfarn durch Sporen vermehren. Dies ist aber langwierig und wahrscheinlich ist es besser einen kleinen Farn im Handel zu kaufen.

Erde / Substrat

Zur Pflege eines Geweihfarns gibt es mehrere Möglichkeiten: Die natürlichste Kultivierung ist, wenn man den Farn an der rauen und feuchten Oberfläche eines groben Rindenstücks oder einer ähnlichen Unterlage befestigt. Weiterhin kann man den Geweihfarn in eine Blumenampel oder in ein herkömmliches Pflanzgefäß setzen. Diese dritte Pflanzart ist für den Geweihfarn jedoch am schlechtesten geeignet.

Manchmal werden die Farne im Handel auf einem Stück Baumfarn oder Rinde angeboten. Wenn die Schildblätter die Unterlage fast vollständig bedecken, befestigt man die Geweihfarne an einem größeren Epiphytenstamm oder Borkenstück. Vor dem befestigen hüllt man den kleinen, schwammartigen Wurzelstock des Farns in ein grobfasriges Gemisch aus Torf und Sphagnum.  Dann bindet man dieses Bündel auf der Unterlage mit einem starken Baumwollfaden, einer Kordel oder einem Bindedraht fest. Perlon- oder Nylonfaden sind für die Befestigung der Geweihfarne nicht geeignet.

Alternativ kann man den Geweihfarn auch sehr gut in kleine Hängekörbe, wie unten auf dem Bild zu sehen ist, kultivieren. Als Substrat verwendet man auch hier die Mischung aus Torf und Sphagnum.

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Düngen / Nährstoffbedarf

Eine Düngung ist bei den Geweihfarnen nur sehr selten notwendig. Größere Farne braucht man nur 2 bis 3 mal pro Wachstumsperiode zu düngen. Eine für den Farn ausreichende Versorgung mit Nährstoffen ist gesichert, wenn man das Rindenstück, auf dem die Wurzeln befestigt sind, einige Minuten lang in die schwach konzentrierte Düngerlösung taucht.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
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Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Obwohl die Geweihfarne nicht anfällig für Schädlinge sind, befallen manchmal Schildläuse die Unterseite der Farnblätter. Am einfachsten kann man diese Parasiten bekämpfen, indem man mit einem dünnen Pinsel Spiritus auf die Schädlinge auftupft.

Zur Reinigung der Farnwedel stellt man die Platycerium bei milder Witterung in leichten Regen oder man sprüht die Pflanze in der Dusche mit Wasser ab. Ein Abwischen mit einem Tuch oder Schwamm ist nicht zu empfehlen, da der feine, silbrig glänzende Flaum auf den Blättern beschädigt wird. Nach der Dusche schüttelt man das Wasser vorsichtig von den Blättern, es sollten möglichst keine Wassertropfen auf den Blättern stehenbleiben.

Farne neigen zum Befall mit Blattälchen. Hin und wieder sollte man die Pflanzen sorgfältig auf einen Befall mit diesen Nematoden / Fadenwürmern kontrollieren.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

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Geweihfarn Bilder 

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Geweihfarn

Geweihfarn

Foto: Stan Shebs
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Platycerium bifurcatum
Foto: Karelj
Lizenz: Public Domain

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Foto: Karelj
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