Rebhuhn

Rebhühner (Perdix perdix) gehören zur Familie der Fasanenartigen, zur Gattung der Rebhühner und zur Ordnung der Hühnervögel.

Aussehen des Rebhuhns

Rebhühner werden ungefähr dreißig Zentimeter groß. Die Männchen erreichen ein Gewicht zwischen 290 und 415 Gramm und die Weibchen werden zwischen 300 und 475 Gramm schwer.

Aus der Distanz wirkt das Rebhuhn grau gefärbt. Die Flügel sind braun gefleckt und das Gesicht des Rebhuhns hat eine rote Färbung. Der kurze Schwanz ist rotbraun gefärbt. Auf der Brust befindet sich ein dunkler Fleck in Hufeisenform, der vor allem dann sichtbar wird, wenn das Rebhuhn eine aufgerichtete Körperhaltung einnimmt. Bei Weibchen fehlt manchmal dieser Brustfleck.

Besonderheit

Der Bestand in Europa ist stark rückgängig und somit gilt das Rebhuhn als gefährdet. Ursache für den Rückgang der Bestände ist die Zerstörung der Lebensräume durch Intensivierung der Landwirtschaft. Deshalb ernannte der Naturschutzbund das Rebhuhn im Jahre 1991 zum Vogel des Jahres.

Aussehen Jungvögel

Das Gefieder der jungen Rebhühner hat eine unscheinbare, gelbbraune Färbung, die dem Schlichtkleid der adulten Vögel ähnlich ist. Bei den jungen Männchen ist die Kehle weißlich gefärbt. Flanken und Brust haben einen gelblichbraunen Farbton. Die Unterseite ist in der Mitte weiß und die Unterschwanzdecken haben eine gelblichbraune Färbung. Auf den Arm- und Handschwingen ist eine auffällige Zeichnung zu sehen, die aus weißlichen Binden besteht.

Bei den jungen Weibchen ist die Kopfplatte schwarz und mit braunen, dünnen Schaftstreifen versehen. Die Färbung der Kopfseiten ist dunkelbraun und die Schäfte haben eine weiße Zeichnung.

Merkmale Männchen und Weibchen

Im Frühling und Sommer lassen sich Weibchen und Männchen gut unterscheiden.

Im Prachtkleid hat das Männchen an der Kehle, dem Kinn, den Kopfseiten und der Stirn ein rotbraunes bis oranges Gefieder. Die Ohrdeckel weisen seine dunkelbraune Färbung auf. Das Gefieder am Scheitel und im Nacken ist gelblichbraun. Vorderer Rücken und oberer Halsbereich sind hellgrau gefärbt und weisen eine schwarze Wellung auf. An den Flanken und der Brustseiten sind kastanienbraune Binden sichtbar.

Das Gesicht des Weibchens ist wesentlich blasser als das des Männchens und hat eher einen gelblich-rotbraunen Farbton. Ovale und breite Schaftflecken sind am Oberkopf zu erkennen, die von gräulichen oder weißlichen Federn eingefasst sind. Bei den Weibchen sind die Ohrdecken schwarzbraun gefärbt und mit einer feinen weißlichen Strichelung versehen. Oberseite und oberer Hals haben eine braune Färbung mit gelblichen Schaftflecken und Schaftstrichen. Die Färbung von Bauch und Brust haben einen gelblichen Anflug, ist aber ansonsten ähnlich wie bei den Männchen.

Im Schlichtkleid sind die Geschlechtsunterschiede geringer. Am Hals der Männchen zeigt sich eine hellbraune Färbung und helle Schaftstreifen. Der Hals der Weibchen ist schwarz gemustert und es sind tropfenförmige Flecken erkennbar, die schwarz oder weiß umrandet sind.

Beim Weibchen befinden sich auf den Schulterfedern Querstreifen. Die Kopfoberseite ist beim Weibchen mit Tupfen und beim Männchen mit Strichen versehen.

Stimme

Bei Erregung sind laute Rufe zu vernehmen („rep rep“ oder „pitt pitt“).

Der Revierruf der Männchen klingt knarrend („girräck“).

Vorkommen

Rebhühner kommen in vielen Teilen Europas und Asiens vor. Sie fehlen in großen Teilen von Skandinavien sowie in Spanien und auf vielen Inseln im Mittelmeer. Auf der iberischen Halbinsel sowie in Italien kommen jedoch endemische Unterarten vor.

Laut ITIS wird in acht Unterarten unterschieden:

  • Perdix perdix perdix kommt auf den Britischen Inseln, in Frankreich, in Skandinavien sowie in Griechenland vor. Das Verbreitungsgebiet der Nominatform verläuft zudem über Zentraleuropa und Südosteuropa.
  • Perdix perdix canescens ist im Kaukasus, in der Türkei, im Norden und Nordwesten Irans und in Transkaukasien verbreitet.
  • Perdix perdix armoricana kommt in Zentralfrankreich und im Nordwesten Frankreichs vor.
  • Perdix perdix hispaniensis besiedelt die Zentral-Pyrenäen, die nordöstliche Bergregion in Portugal sowie Kantabrien.
  • Perdix perdix lucida ist im Süden Finnlands und in Zentral-Finnland verbreitet. Das Verbreitungsgebiet verläuft von Finnland bis zum Schwarzen Meer, zum Ural, zum Norden des Kaukasus und zur Krim.
  • Perdix perdix italica kommt auf der italienischen Halbinsel vor.
  • Perdix perdix sphagnetorum ist in den Mooren im Nordwesten Deutschlands und im Nordosten der Niederlande verbreitet.
  • Perdix perdix robusta kommt vom Ural über Kasachstan bis Sibirien und bis in den Nordwesten Chinas vor.

Lebensraum

Rebhühner leben auf Ackerland, Heidelandschaften, Steppen und Brachflächen, in denen sich einzelne Hecken und Bäume befinden.

Zugverhalten

Das Rebhuhn ist ein Standvogel.

Nahrung

Rebhühner ernähren sich von Gräsern, Klee, Sämereien und Wildkräutern. Die Küken werden mit Insekten gefüttert.

Balzverhalten und Paarbildung

Rebhühner führen monogame Brutehen. Unmittelbar nach der Schneeschmelze fängt die Paarungszeit an. Meistens wirbt ein Männchen um ein Weibchen aus einer anderen Gruppe. Häufig schließen sich auch Paare zusammen, die schon im Vorjahr als Paar zusammengefunden hatten.

Wie ausgeprägt das Balzverhalten ist, hängt davon ab, ob sich das Paar bereits aus dem Vorjahr kannte oder ganz neu bindet.

Für die Balz nimmt das Männchen eine aufrechte Haltung ein, streckt den Kopf nach oben und lässt die Flügel leicht hängen. Mit dieser Körperhaltung wird dem Weibchen der hufeisenförmige Brustfleck präsentiert. Das Männchen schleicht in dieser Haltung um das Weibchen herum. Ist das Weibchen interessiert, verhält sie sich ähnlich.

Letztlich reiben Männchen und Weibchen die Schnäbel aneinander. Mit dem Kopf berühren sie die Flanken des Partners. Anschließend wird das eigene Gefieder geputzt und gemeinsam geht das Paar auf die Suche nach Nahrung.

Nestbau und Gelege

Rebhuhneier

Rebhuhnnest mit Eiern

Das Rebhuhn ist ein Bodenbrüter und legt sich eine Mulde versteckt unter dichter Vegetation an. Diese Nistmulde wird mit Blättern und Gras ausgekleidet. Der passende Nistplatz wird zuvor vom Weibchen ausgesucht.

Eier der Rebhühner

Ein Gelege besteht in der Regel aus zehn bis zwanzig Eiern. Es kommen aber auch Gelege mit 24 Eiern vor. Die Eier haben eine olivbraune Farbe.

Brutverhalten

Die Bebrütung wird alleine vom Weibchen durchgeführt. Mit der Bebrütung wird begonnen, wenn das letzte Ei gelegt wurde. Da es auch nicht vom Männchen mit Nahrung versorgt wird, muss es das Nest immer mal wieder verlassen. Um das Gelege zu schützen, deckt es dieses mit Vegetation ab.

Nach zirka 24 Tagen schlüpfen die Küken und verlassen das Nest, sobald sie trocken geworden sind. Dann werden die Nestflüchter von den Eltern geführt. Ab ihrem zweiten Lebenstag können sich die jungen Rebhühner schon eigenständig ernähren. In ihren ersten zwei Lebenswochen fressen sie Insekten, Insektenlarven und Spinnentiere. Danach ernähren sie sich zudem von Getreidekörnern und Pflanzensamen. Nach rund zwei Monaten besteht die Nahrung der Jungvögel zu etwa 85 Prozent aus Pflanzen.

Die jungen Rebhühner sind zwar aber der fünften Wochen komplett selbstständig, bleiben aber bis zum Winter im Familienverband. Danach siedeln sie sich in der nächsten Umgebung ihrer Eltern an.

Lebenserwartung

In freier Natur lebende Rebhühner haben eine Lebenserwartung von etwa zwei bis drei Jahren. In Gehegehaltung können Rebhühner sechs bis sieben Jahren Jahre alt werden.