Mit Pflanzenkraft gegen Zahnbeschwerden

Zahnschmerzen haben viele Gesichter. Mal pocht es, mal zieht es und bisweilen blutet es auch. Diese Probleme treten meist dann auf, wenn die Zahnarztpraxis gerade geschlossen ist.

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Um die Schmerzen zu lindern, bis der Profi sich darum kümmern kann, hält Mutter Natur in ihrer Pflanzenapotheke einige Helferlein parat. Sie mildern die Symptome. Um die Ursachen kümmert sich später der Arzt.

Gut bei Zahnschmerzen: Gewürznelken, Salbei & Co.

Nachts mit einer geschwollenen Wange aufzuwachen oder sich am Wochenende mit einem Loch im Zahn herumplagen zu müssen, ist unangenehm. Der Notdienst ist dann entweder zu weit weg oder man scheut die lange Wartezeit. Dann doch lieber zum Zahnarzt des Vertrauens. Doch wie überbrückt man die Zeit, ohne vor Schmerzen ständig an die Decke gehen zu wollen?

In vielen Fällen hilft der Griff ins Gewürzregal, ein Tee oder ein Blick auf das Kräuterbeet, statt die ganze Zeit mit Schmerztabletten und Chemie zu hantieren. Weithin bekannt ist zum Beispiel, dass Gewürznelken sehr gut bei Zahnproblemen helfen. Dazu kaut man auf der Gewürznelke oder positioniert sie an der betroffenen Stelle. Gut zu wissen: Verursacht ein Loch den Schmerz, kann die Gewürznelke bzw. deren Öl den Schmerz mitunter auch verschlimmern. Von daher gilt bei allen Tipps: Sie funktionieren leider nicht bei jedem gleichermaßen. Dann sollte man etwas anderes probieren.

Kräuter auf dem Balkon

Als Alternative bieten sich zum Beispiel Rosmarin-Blätter an. Sie können entweder frisch oder getrocknet sein. Die in den Blättern enthaltenen ätherischen Öle haben sich bei Kopfschmerzen längst bewährt, helfen aber auch im Mundraum. Einfach auf dem Rosmarin kauen. Wem der Geschmack zu intensiv ist, der kann auch einen Tee aus den Rosmarin-Blättern aufgießen, damit den Mund spülen oder den Tee trinken.

Wirsing auf die Wange

Eine weitere Option ist Kamille. Ihre entzündungshemmende Wirkung kommt bereits in vielen Bereichen zum Einsatz, etwas bei Halsschmerzen oder Bronchitis. Alles, was man benötigt, ist ein Beutel Kamillentee, den man rund zehn Minuten ziehen lässt. Der Tee dient anschließend als Mundspülung oder in verdünnter Form als Tinktur. Das funktioniert übrigens auch mit Salbei, der antibakteriell wirkt und somit hilft, Entzündungen einzudämmen.

Salbei, Salvia officinalis

Salbei, Salvia officinalis

Da man bei Zahnproblemen am liebsten gar nichts direkt am Zahn oder generell im Mund spüren möchte, vor allem, wenn man sehr empfindlich ist, kann man auch mit äußeren Anwendungen etwas gegen den Schmerz unternehmen. Hier hat sich Wirsing bewährt. Das frische Wirsingblatt wird vom Strunk befreit, gepresst oder von Hand geknetet. So erhält man den wertvollen und wirksamen Saft des Wirsings. Das Blatt wickelt man dann ganz einfach in ein Tuch und legt es sich auf die Wange. Genau dorthin, wo es schmerzt.

Es führt kein Weg am Zahnarzt vorbei

Sämtliche Maßnahmen, ob Tee, Tinktur oder Umschlag, haben nur eine Aufgabe: Sie sollen die Schmerzen erträglicher machen oder möglichst ganz unterbinden. Doch eines können weder Salbei noch Wirsing: Die Ursachen für den Zahnschmerz beseitigen. Das kann nur der Zahnarzt. Es ist daher nicht ratsam, den Gang zur Praxis allzu lange vor sich herzuschieben.

Hat der Zahn ein Loch, muss es gefüllt werden. Kann der Zahn trotz moderner medizinischer Verfahren nicht mehr gerettet werden, braucht man Zahnersatz. Darüber klärt der Zahnarzt auf. Über die Art und Weise der Behandlung – Keramik, Gold- oder Amalgam-Füllung – und die Qualität der Implantate oder der „Dritten“ entscheidet nach wie vor der Patient. Meist ist es dann eine Frage des Geldes, welche Lösung zum Einsatz kommt. Für einen solchen Fall kann man gezielt mit einer Zahnzusatzversicherung vorsorgen und dank umfassender Vergleiche von Anfang an Geld sparen.

Der Prophylaxe aus der Pflanzenwelt

Besser ist es natürlich, wenn man sich gar nicht erst mit Zahnschmerzen und den exorbitant hohen Kosten für Zahnersatz oder hochwertige Füllungen herumärgern muss. Das Zauberwort lautet Prophylaxe. Viele Zahnpflegeprodukte basieren auf pflanzlichen Inhaltsstoffen. Das zu wissen, reicht jedoch nicht aus. Man muss es auch in die Tat umsetzen. Zwei Mal täglich die Zähne zu putzen, ist unumgänglich. Auch Zahnseide hilft, Essensreste und damit potenzielle Bakterienherde zu entfernen.

Melisse, Melissa officinalis

Melisse, Melissa officinalis

Ergänzend kann man Kräuterspülungen ansetzen, um den Mund und den Rachen in regelmäßigen Abständen zu desinfizieren – idealerweise nach jedem Zähneputzen. Für eine solche Spülung bieten sich Salbei, Melisse, Kamille und auch Wiesenknopf an. Auch Süßholz ist ideal, um Parodontitis vorzubeugen. Die Zubereitung der Spülung ähnelt der eines Tees. Mit dem Unterschied, dass eine Kräuterspülung nicht heruntergeschluckt wird.

Weitere Heilpflanzen, die nachgewiesenermaßen die Zahngesundheit unterstützen:

  • Eukalyptus: wirkt antimikrobiell
  • Beinwell: fördert den Prozess der Remineralisierung
  • Pfefferminze: schmerzstillend und entzündungshemmend
  • Zimt: hilft bei Pilzbefall und ist antibakteriell
  • Fenchel: die Öle wirken gegen Bakterien
  • Anis: reduziert Bakterien im Mundraum
  • Melisse: lindert Zahnschmerzen
  • Majoran: ist entzündungshemmend
  • Echte Eibisch: Mundspülung hilft bei Entzündungen am Zahnfleisch

Gegen Karies ist indes noch kein Kraut gewachsen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man daher nicht nur bei Schmerzen zum Zahnarzt gehen, sondern auch zweimal jährlich zur Kontrolle.