Echte Pfefferminze – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Mentha × piperita L.
🌿 Pfefferminze – Auf einen Blick
- Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
- Herkunft: Kreuzung aus Wasserminze und Grüner Minze
- Verwendung: innerlich und äußerlich
- Wichtig: nicht bei Reflux; Vorsicht bei Gallensteinen; Pfefferminztee nicht unter 4 Jahren
Volksmund: Englische Minze, Katzenkraut, Mutterkraut, Prominze
Pfefferminze (Mentha × piperita), Foto: Simon, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Pfefferminze
| Wissenschaftlicher Name | Mentha × piperita L. |
|---|---|
| Familie | Lippenblütler (Lamiaceae) |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
| Gattung | Minzen (Mentha) |
Die Echte Pfefferminze ist eine Kreuzung zwischen der Wasserminze und der Grünen Minze. Offenbar wurde die Echte Pfefferminze im 17. Jahrhundert in England neben Kulturen der Grünen Minze entdeckt. Die Blüten der Echten Pfefferminze sind steril. Die Pflanzen vermehren sich vegetativ mit unterirdischen Ausläufern. Die größte Verbreitung der Echten Pfefferminze liegt wahrscheinlich in der Region von Mitcham, unweit von London. Wenn Wasser- und Grüne Minze nahe beieinander wachsen, kommt es häufig vor, dass sich die beiden Pflanzen kreuzen und die Echte Pfefferminze dann verwildert auftaucht.
Den starken Geruch und den scharfen Geschmack verdankt die Echte Pfefferminze einer öligen, als antiseptisch (keimtötend) geltenden Essenz. Die gesamte Pflanze enthält flavonhaltige Substanzen. Echte Pfefferminzen können Reizungen des peripheren Nervensystems verursachen. Echte Minze soll jedoch bei krankhafter Nervosität beruhigend wirken. Echte Pfefferminzen gelten also zugleich als stimulierend (anregend), sedativ (beruhigend) und krampflösend. Außerdem sollen die Pflanzen das Verdauungssystem anregen. Echte Pfefferminze wird bei der Herstellung von Likör und Süßigkeiten zur Aromatisierung verwendet.
Heilkraft von Pfefferminze
In der Volksmedizin werden der Echten Pfefferminze folgende Eigenschaften zugeschrieben:
- antiseptisch
Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.
- krampflösend
Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.
- sedativ
Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.
- stimulierend (anregend)
Stimulierend (anregend) heißt, dass die Tätigkeit der Nerven verstärkt, beschleunigt oder verbessert wird.
- magenwirksam
Magenwirksam nennt man Mittel, die am Magen ansetzen, etwa indem sie die Bildung von Magensaft anregen.
- verdauungsfördernd
Ein verdauungsförderndes Mittel (Digestivum) soll die Verdauung unterstützen.
Außerdem gilt die Echte Pfefferminze als schmerzstillend.
Anwendung von Pfefferminze
Die Pfefferminze wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit der Pfefferminze in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
- Atemnot
Überlieferte Hausmittel, die das Atmen bei leichter Atemnot erleichtern sollen.
- Atmung
Hausmittel und Kräuter, die die Atmung und die Atemwege unterstützen können.
- Blähungen
Kräutertees und sanfte Hausmittel, die den Magen-Darm-Trakt beruhigen können.
- Bandwurm
Überlieferte pflanzliche Hausmittel, die bei Bandwurmbefall genannt werden.
- Darmparasiten
Überlieferte Heilpflanzen, die traditionell bei Darmparasiten eingesetzt werden.
- Erbrechen
Sanfte Hausmittel und Tees, die bei Übelkeit und Erbrechen beruhigend wirken können.
- Herzklopfen
Beruhigende Kräuter, die bei nervösem Herzklopfen ausgleichend wirken können.
- Impotenz Behandlung
Überlieferte Heilpflanzen und Hausmittel rund um die männliche Potenz.
- Keuchhusten
Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung von Keuchhusten begleitend unterstützen können.
- Kopfschmerzen
Pflanzliche Hausmittel und Anwendungen, die Kopfschmerzen lindern können.
- Krämpfe
Mineralstoffe und entspannende Kräuter, die bei Muskelkrämpfen helfen können.
- Krätze
Überlieferte Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung von Krätze begleiten können.
- Luftschlucken
Tipps und Kräuter, die bei Luftschlucken und Völlegefühl helfen können.
- Lunge
Heilpflanzen und Hausmittel, die Lunge und Bronchien unterstützen können.
- Neuralgie
Wärme und Kräuter, die bei Nervenschmerzen begleitend eingesetzt werden.
- Schluckauf
Bewährte Hausmittel und Tricks, die einen hartnäckigen Schluckauf beenden können.
- Schwindel
Kreislaufanregende Kräuter und Hausmittel, die bei leichtem Schwindel helfen können.
- Übelkeit
Sanfte Hausmittel wie Ingwer- oder Pfefferminztee, die bei Übelkeit beruhigend wirken können.
- Verdauungsprobleme
Kräuter und Hausmittel, die eine träge oder gestörte Verdauung unterstützen können.
ℹ️ Hinweis: Bei Gallensteinen und anderen Erkrankungen der Gallenwege sollen Pfefferminzblätter laut EMA mit Vorsicht angewendet werden – siehe Sicherheitshinweise.
ℹ️ Hinweis: Pfefferminztee wird bei Kindern unter 4 Jahren mangels ausreichender Daten nicht empfohlen – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Pfefferminze - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Pfefferminze
Wie ist die Echte Pfefferminze entstanden?
Die Echte Pfefferminze ist eine Kreuzung zwischen der Wasserminze und der Grünen Minze. Offenbar wurde die Echte Pfefferminze im 17. Jahrhundert in England neben Kulturen der Grünen Minze entdeckt.
Wie vermehrt sich die Echte Pfefferminze?
Die Blüten der Echten Pfefferminze sind steril. Die Pflanzen vermehren sich vegetativ mit unterirdischen Ausläufern.
Wofür wird Pfefferminze außer als Heilpflanze verwendet?
Echte Pfefferminze wird bei der Herstellung von Likör und Süßigkeiten zur Aromatisierung verwendet.
Wer sollte keinen Pfefferminztee trinken?
Bei Überempfindlichkeit gegen Pfefferminzblätter oder Menthol dürfen Pfefferminzblätter nicht angewendet werden. Wer unter Sodbrennen durch Rückfluss von Magensaft (Reflux) leidet, soll Zubereitungen aus Pfefferminzblättern meiden, weil das Sodbrennen zunehmen kann. Pfefferminztee wird bei Kindern unter 4 Jahren mangels ausreichender Daten nicht empfohlen.