Pfaffenhütchen – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Euonymus europaeus L.

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🌿 Pfaffenhütchen – Auf einen Blick

  • Familie: Spindelbaumgewächse (Celastraceae)
  • Wuchshöhe: bis 3 m, als kleiner Baum bis 6 m
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Wichtig: alle Teile giftig, besonders die Samen; von einer Anwendung wird abgeraten

Volksmund: Pfaffenhütchen, Spindelbaum, europäisches Pfaffenhütchen, Pfaffenkäppchen, Pfaffenkapperl, Spillbaum, Spindelstrauch

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus): rosarote, vierlappige Fruchtkapseln mit orangefarbenen Samenmänteln an einem Zweig

Pfaffenhütchen von AnerevB, CC BY-SA 4.0

Steckbrief von Pfaffenhütchen

Steckbrief des Pfaffenhütchens
Wissenschaftlicher Name Euonymus europaeus L.
Familie Spindelbaumgewächse (Celastraceae)
Wuchshöhe bis 3 m, als kleiner Baum bis 6 m
Blütezeit Mai bis Juni
Anwendung nicht zu empfehlen

Die Zweige des Pfaffenhütchens sind als hübscher Zimmerschmuck sehr begehrt. Wer Kinder hat, sollte von diesem Zimmerschmuck absehen, alle Teile des Pfaffenhütchens sind giftig. Die kantigen, leuchtend karminrot gefärbten Früchte öffnen sich, sobald die Samen im Inneren herangereift sind. Dekorativ schauen nun die von orange-rot gefärbten Mänteln umschlossenen Samen aus der geplatzten Hülle.

Alle Teile des Pfaffenhütchens enthalten giftige Substanzen. Das Holz des bis zu 3 m hohen Strauches wurde früher gerne zum Schnitzen und für die Herstellung von Spindeln benutzt. Bereits aus diesen Zeiten wurde von Vergiftungen bei der Holzbearbeitung berichtet, die Holzspäne des Pfaffenhütchens verursachten Vergiftungen bei den Drechslern und Holzschnitzern. Die zu Holzkohle verarbeiteten holzigen Bestandteile der Pflanze werden gerne als Zeichenkohle benutzt. Die Tiermedizin verwendet Inhaltsstoffe dieser Pflanze.

Das Pfaffenhütchen ist ein bis zu 3 m, als kleiner Baum bis zu 6 m hoch wachsendes Gehölz, die grünliche Rinde ist glatt. Die jungen Zweige der Pflanze sind 4-kantig, die an kurzen Stielen wachsenden, lanzettförmigen Blätter sind gegenständig angeordnet. Die Blattränder weisen eine feine Zahnung auf, die untere Seite der Blätter ist bläulich-grün gefärbt. Ab Mai bis Mitte Juni bildet das Pfaffenhütchen in den Blattachseln hellgrün gefärbte, 3- bis 9-blütige Scheindolden mit je 4 bis 5 Kelch-, Staub- und Kronblättern. Die karminrot gefärbten, fleischigen Samenkapseln haben 4 bis 5 Fächer mit jeweils einem Samenkorn.

Standort von Pfaffenhütchen

Die Pflanze ist fast im gesamten mitteleuropäischen Raum bis in Höhenlagen von 1200 m zu finden. Der bevorzugte Standort des Pfaffenhütchens sind buschige, feuchte Landschaften und Bachläufe in lichten Wäldern.

Heilkraft von Pfaffenhütchen

In der Volksmedizin wurden dem Pfaffenhütchen früher folgende Eigenschaften zugeschrieben: stark abführend, brechreizerzeugend, gallentreibend, insektizid und wundreinigend.

Inhaltsstoffe von Pfaffenhütchen

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Pflanze sind Bitterstoffe, Gerbstoffe, Öl, Farbstoffe, organische Säuren, Vitamin C und Alkaloide.

Anwendung von Pfaffenhütchen

Das Pfaffenhütchen wurde früher äußerlich angewendet. Von einer Anwendung des Pfaffenhütchens wird abgeraten.

⚠️ Hinweis: Alle Teile des Pfaffenhütchens sind giftig, besonders die Samen – siehe Sicherheitshinweise.

Verhalten bei Vergiftungen
Verzeichnis der giftigen und stark giftigen Pflanzen

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Pfaffenhütchen

Woran erkennt man das Pfaffenhütchen?

Die kantigen, leuchtend karminrot gefärbten Früchte öffnen sich, sobald die Samen im Inneren herangereift sind.

Wo wächst das Pfaffenhütchen?

Die Pflanze ist fast im gesamten mitteleuropäischen Raum bis in Höhenlagen von 1200 m zu finden.

Wofür wurde das Holz des Pfaffenhütchens verwendet?

Das Holz des bis zu 3 m hohen Strauches wurde früher gerne zum Schnitzen und für die Herstellung von Spindeln benutzt.

Ist das Pfaffenhütchen giftig?

Die Giftzentrale Bonn (Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW) stuft das Pfaffenhütchen als giftig ein; giftig sind alle Pflanzenteile, besonders die Samen.

Kann man das Pfaffenhütchen als Heilpflanze verwenden?

Von einer Anwendung des Pfaffenhütchens wird abgeraten.