Pestwurz – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Petasites hybridus L.

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🌿 Pestwurz – Auf einen Blick

  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Wuchshöhe: zur Blütezeit 10 bis 40 cm, zur Fruchtzeit bis 120 cm
  • Blütezeit: ab März
  • Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten und Wurzelstock
  • Wichtig: enthält leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide; keine Tees, Pulver oder selbst hergestellten Auszüge

Volksmund: Bach-Pestwurz, Rote Pestwurz

Pestwurz (Petasites hybridus): dichte, rosaviolette Blütentrauben an kräftigen, beschuppten Schäften

Pestwurz (Petasites hybridus) CC BY-SA 3.0, TeunSpaan

Steckbrief von Pestwurz

Steckbrief der Pestwurz
Wissenschaftlicher NamePetasites hybridus L.
FamilieKorbblütler (Asteraceae)
Wuchshöhezur Blütezeit 10 bis 40 cm, zur Fruchtzeit bis 120 cm
Verwendunginnerlich und äußerlich

Die Gemeine Pestwurz findet man meist in großen Beständen an Böschungen von Bach- und Flussläufen. Die sich in dichten Trauben bildenden Blütenköpfe erscheinen bereits im zeitigen Frühjahr. Kurze Zeit später verwelken die Blüten und es beginnen sich die großen Blätter der Pestwurz zu bilden. Die Form der Blätter dieser Pflanze sieht den Rhabarberblättern sehr ähnlich. Bis zum Ende der Blüte erreicht die Pestwurz eine Höhe von 10 bis 40 cm, die ausgewachsene Pflanze kann eine Größe von bis zu 120 cm erreichen. Die Wurzeln der Pflanze sind kräftig und lang. Der kräftige, rötlich gefärbte Pflanzenschaft ist mit lanzettförmigen Schuppen übersät. Das Innere des Pflanzenschaftes ist hohl und locker mit einer spinnwebartigen Wolle angefüllt. Die grundständig angeordneten Blätter werden sehr groß, ihre Form ist rundlich, herzförmig oder nierenförmig. Der Blattrand einer Pestwurz ist gezahnt, die Unterseite der jungen Blätter besitzt eine feine, gräuliche Behaarung.

Die kräftigen Blattstiele einer Pestwurz sind gerippt, die nach oben gewandte Seite weist eine tiefe Furche auf. Die sich bereits ab März bildenden, violett-rosa gefärbten, röhrenförmigen Blüten der Pflanze zeigen sich anfangs in dichten, eng zusammenstehenden Trauben. Im weiteren Blühverlauf lockern sich die Blütentrauben auf. Der Wurzelstock einer Pestwurz hat einen leicht süßlichen Geruch, die Blattstiele riechen unangenehm bis stinkend. Der Geschmack einer frischen Pestwurz ist aufgrund des hohen Gerbstoffgehaltes der Pflanze bitter.

Standort von Pestwurz

Die Pflanze ist fast im gesamten europäischen Raum bis in Höhenlagen von 1300 m zu finden. Der bevorzugte Standort der Gemeinen Pestwurz sind feuchte Wiesen und Uferböschungen.

Heilkraft von Pestwurz

In der Volksmedizin werden der Pestwurz folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • auswurffördernd

    Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • schweißtreibend

    Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.

  • menstruationsregulierend

    Menstruationsregulierend bezieht sich auf Mittel (Emmenagoga), die den Eintritt der Monatsblutung anregen sollen.

  • wundheilend

    Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.

Verwendete Pflanzenteile von Pestwurz

In der Naturheilkunde benutzt man alle Teile der Gemeinen Pestwurz: Blätter, Blüten und auch der Wurzelstock finden Anwendung.

Inhaltsstoffe von Pestwurz

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind ätherische Öle, Harz, Schleimstoffe, Gerbstoffe und Inulin.

Anwendung von Pestwurz

Die Pestwurz wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit der Pestwurz in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Gallenblase

    Bitterkräuter und Hausmittel, die die Gallenfunktion unterstützen können.

  • Husten

    Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.

  • Magenbeschwerden

    Beruhigende Tees und Hausmittel für einen empfindlichen Magen.

  • Schönheitsmasken Rezepte

    Rezepte für Schönheitsmasken aus natürlichen Zutaten für verschiedene Hauttypen.

  • Sodbrennen

    Magenfreundliche Hausmittel, die bei Sodbrennen beruhigend wirken können.

⚠️ Hinweis: Pestwurz enthält Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen können; laut NCCIH kommen nur PA-frei verarbeitete Produkte in Betracht – siehe Sicherheitshinweise.

In der Naturheilkunde benutzt man unterschiedliche Teile der Gemeinen Pestwurz. Aus den getrockneten Blättern und Blüten der Pestwurz stellt man einen Aufguss her. Dieser soll dem Kranken bei entzündeten Bronchien Erleichterung verschaffen. Die zerquetschten, frisch gesammelten Blätter der Pflanze sollen die Wundheilung fördern und Linderung bei schmerzenden Gelenken bringen. Den Wurzeln der Gemeinen Pestwurz werden krampflösende Eigenschaften zugeschrieben. Für die Homöopathie werden aus der Gemeinen Pestwurz Mittel gegen Nervenschmerzen hergestellt. In der Medizin verwendet man die Pestwurz auch bei nervösen Beschwerden des Magens und bei gestörtem Gallenfluss.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Gewöhnliche Pestwurz - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Pestwurz

Wie sieht die Pestwurz aus?

Die Form der Blätter dieser Pflanze sieht den Rhabarberblättern sehr ähnlich. Bis zum Ende der Blüte erreicht die Pestwurz eine Höhe von 10 bis 40 cm, die ausgewachsene Pflanze kann eine Größe von bis zu 120 cm erreichen. Die grundständig angeordneten Blätter werden sehr groß, ihre Form ist rundlich, herzförmig oder nierenförmig.

Wo wächst die Pestwurz?

Die Pflanze ist fast im gesamten europäischen Raum bis in Höhenlagen von 1300 m zu finden. Der bevorzugte Standort der Gemeinen Pestwurz sind feuchte Wiesen und Uferböschungen.

Wann blüht die Pestwurz?

Die sich bereits ab März bildenden, violett-rosa gefärbten, röhrenförmigen Blüten der Pflanze zeigen sich anfangs in dichten, eng zusammenstehenden Trauben. Kurze Zeit später verwelken die Blüten und es beginnen sich die großen Blätter der Pestwurz zu bilden.

Ist die Pestwurz giftig?

Die Pestwurz enthält laut NCCIH Pyrrolizidinalkaloide (PA). Diese können Leber und Lunge schädigen und möglicherweise Krebs verursachen. Laut NCCIH kommen nur Pestwurzprodukte in Betracht, die zur Entfernung der PA verarbeitet und als PA-frei gekennzeichnet oder zertifiziert sind.

Kann man Pestwurz als Tee anwenden?

Laut AWL wird vor Zubereitungen als Tee aus Pestwurzblättern oder -wurzeln ausdrücklich gewarnt; Tees, Pulver aus getrockneten Blättern oder Wurzeln sowie selbst hergestellte Tinkturen oder Auszüge sind wegen möglicher Pyrrolizidinalkaloide nicht geeignet.