Grüne Minze, Anbau, Pflege, Ernte & Verwendung

Der botanische Name der Krauseminze lautet Mentha spicata. Diese Pflanze wird auch Grüne Minze genannt und fast jeder kennt den Geschmack, denn ihr Minzaroma ist Bestandteil von Zahnpasta oder Kaugummi.

Krause Minze

Krause Minze (Mentha spicata var. crispa)

Foto: H. Zell, CC BY 3.0

Systematik

Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Tribus: Lippenblütler (Lamiaceae)
Untertribus: Menthinae
Gattung: Minzen (Mentha)
Art: Grüne Minze
Wuchshöhe: 30 bis 130 cm
Wissenschaftl. Name: Mentha spicata L.
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut, Heilpflanze
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Mentha spicata ist ein Lippenblütler und gehört zur Gattung Mentha (Minzen). Sie wird zwischen dreißig und 130 Zentimeter hoch und blüht von Juli bis September. Ihre Blüten sind von weißer, blassrosa oder violetten Farbe.

Es wird davon ausgegangen, dass die Grüne Minze durch Kreuzung von Mentha suaveolens und Mentha longifolia entstand. Die Grüne Minze ist eine Stammart von Mentha x piperita (Pfefferminze).

Grüne Minze Arten / Sorten

Von der Grünen Minze sind viele Sorten zu bekommen, die durch Züchtung entstanden, beispielsweise:

  • Mentha spicata „Black Spearmint“ besitzt Blätter von dunkelroter Farbe. Der Duft dieser Sorte erinnert an Kaugummi.
  • Mentha spicata „Englische Grüne“ wird in England als Zutat für Getränke und Minz-Saucen verwendet. Sie blüht in lila Farbe.
  • Mentha spicata var. crispa „Marokko“ ist die Marokkanische Minze, die zu den Nanaminzen gehört. Sie blüht mit weißen Blüten und wird in Nordafrika hauptsächlich zur Teezubereitung verwendet.
  • Mentha spicata var. crispa „Nane“ ist eine weitere sogenannte Nanaminze aus Vorderasien, auch Türkische Minze genannt. Sie blüht mit blasslila Blüten und wird zum Würzen von Gerichten und zur Zubereitung von Tee genutzt.

Grüne Minze / Inhaltsstoffe

Grüne Minze enthält:

  • Menthol
  • Ätherische Öle
  • Flavonoide
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe

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Grüne Minze Anbau im Garten

Grüne Minze

Die Grüne Minze ist eine recht pflegeleichte Pflanze, die allerdings zum Wuchern neigt. Sie breitet sich über Rhizome aus und um eine zu starke Ausbreitung zu verhindern, ist eine Wurzelsperre zu empfehlen.

Junge Grüne Minze sollte erst ab Mai ins Beet gepflanzt werden. Vorher wird der Standort von Unkraut befreit und gut gelockert. Das Pflanzloch sollte etwa die 1,5 fache Größe vom Wurzelballen vorweisen. Die Erde wird mit Gartenkompost angereichert.

Standort

Die Grüne Minze gedeiht am besten an einem sonnigen Standort. Im Halbschatten würde sie ebenfalls gedeihen, doch je weniger Sonne sie erhält, desto geringer bildet sich das Aroma aus.

Substrat

Die Erde sollte durchlässig, humos, nährstoffreich und leicht feucht sein.

Gießen

Der Boden darf nicht ganz austrocknen. Grüne Minze verdunstet relativ viel Feuchtigkeit. Somit muss regelmäßig gegossen werden. Staunässe ist aber zu vermeiden, wobei die Grüne Minze mit einer kurzfristigen Staunässe zurechtkommt. Im Sommer wird die Grüne Minze an heißen Tagen morgens jeden Tag gegossen.

Düngen

Steht die Grüne Minze in humusreichen Boden, bekommt sie keinen Dünger. Ansonsten erhält sie ab und zu einen organischen Dünger in den Monaten April bis September. Beim Düngen muss sehr vorsichtig vorgegangen werden, denn der Geschmack verändert sich durch Dünger.

Überwintern

Grüne Minze ist winterhart und kann im Beet bleiben. Da die Pflanze vor Wintereinbruch zurückgeschnitten wird, kann der Bereich um die Wurzel mit Laub, Reisig oder Mulch abgedeckt werden. An frostfreien Tagen wird die Minze gegossen.

Grüne Minze vermehren

Mentha spicata

Mentha spicata lässt sich durch Aussaat, Stecklinge, Ausläufer und Teilung vermehren.

Aussaat

Eine Direktaussaat ins Beet ist nicht zu empfehlen, da Vögel und andere Tiere einen Großteil der Keimlinge fressen. Die Pflanzen sollten somit vorgezogen werden.

Damit kann im März begonnen werden. Man füllt eine Anzuchtschale mit Anzuchterde, die nährstoffarm sein sollte. Ebenso kann ein Gemisch aus Torf und Sand verwendet werden. Grüne Minze ist ein Lichtkeimer. Also werden die Samen auf die Erde gestreut und leicht angedrückt.

Nun wird die Erde feucht gehalten und die Anzuchtschale mit einem Glas oder einer Folie abgedeckt. Nach etwa vierzehn Tagen sind die ersten Keimlinge zu sehen.

Stecklinge

Für die Vermehrung mit Stecklingen schneidet man im Frühsommer etwa zehn Zentimeter lange Triebe ab. Der untere Bereich wird von Blättern befreit und in Anzuchterde gesteckt. Die Erde wird leicht feucht gehalten und sobald sich neue Blätter entwickeln ist das ein Zeichen dafür, dass sich auch neue Wurzeln gebildet haben.

Teilen der Pflanze

Für die Wurzelteilung muss die Mutterpflanze ausgegraben werden. Mit einem Messer schneidet man ein Stück des Rhizoms ab. Das abgeschnittene Wurzelstück schneidet man weiter in kleinere Stücke. Die Wurzelstücke werden direkt wieder an einen anderen Standort eingepflanzt. Die Erde wird feucht gehalten und nach einigen Wochen sind neue Austriebe zu sehen.

Ausläufer

Man schneidet einen Ausläufer ab, der bereits kleine Wurzeln gebildet hat. Als Anzuchterde kann ein Gemisch aus Torf und Sand oder eine Kräutererde genommen werden. Man steckt den Ausläufer in den Topf mit der Anzuchterde und hält folgend die Erde leicht feucht.

Grüne Minze im Topf / Kübel

Grüne Minze lässt sich sehr gut im Topf kultivieren, wobei das Pflanzgefäß groß genug sein sollte, damit sich die Wurzeln ausbreiten können.

Für die Kultivierung im Topf kann Gemüseerde oder Kräutererde verwendet werden. Diese Erde ist vorgedüngt, sodass erst ab dem zweiten Jahr ein organischer Dünger notwendig wird.

Die Grüne Minze kann über Winter draußen stehenbleiben. Der Topf sollte aber mit einer Luftpolsterfolie umwickelt werden und auf Styropor oder Holz gestellt werden.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Currykraut

Grüne Minze (Mentha spicata)

Foto: H. Zell, CC BY 3.0

Die Grüne Minze wird manchmal von Minzrost, der Blattfleckenkrankheit, Mehltau oder dem Minzblattkäfer befallen. Grundsätzlich ist die Pflanze aber robust und nicht besonders anfällig.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Grüner Minze

Aufgrund des starken Wuchses sollte die Grüne Minze im Frühling und im Herbst zurückgeschnitten werden. Man schneidet im zeitigen Frühling bodennah zurück und direkt nach der Blütezeit wird noch einmal kräftig zurückgeschnitten.

Da die Blätter den höchsten Aromagehalt vor der Blütezeit vorweisen, kann der erste Rückschnitt im Jahr auch kurz vor der Blüte passieren.

Ernte der Grünen Minze

Der Rückschnitt vor der Blütezeit kann gleichzeitig die Ernte sein, um einen Vorrat anzulegen und die Minze zu trocknen. Ansonsten können die Blätter bei Bedarf geerntet werden.

Konservieren der Grünen Minze

Die Grüne Minze kann getrocknet oder eingefroren werden.

Grüne Minze trocknen

Zum Trocknen werden die Triebe zu Sträußen zusammengebunden und kopfüber an einen luftigen, warmen und dunklen Ort aufgehängt. Sind die Triebe trocken, streift man die Blätter vorsichtig ab und lässt sie am besten direkt in ein verschließbares Gefäß fallen. Die Blätter zerkrümeln leicht, sobald sie trocken sind.

Grüne Minze einfrieren

Die Blätter der Grünen Minze können eingefroren werden. Dazu verteilt man die frischen Blätter zunächst auf ein Backblech und stellt dieses für kurze Zeit ins Gefrierfach. Sind die Blätter angefroren, können sie in Gefrierbeutel gelegt werden, die dann wiederum in die Tiefkühltruhe wandern.

Grüne Minze in der Küche

Die Grüne Minze wird vorwiegend zur Teezubereitung verwendet. Daneben wird sie zum Würzen von türkischen und nordafrikanischen Speisen und Saucen genutzt. Grüne Minze passt zu Lammbraten und Fisch. Außerdem lassen sich damit Desserts und Getränke verfeinern.

Grüne Minze Tee

Grüne Minze-Tee hilft bei Magen-Darmbeschwerden und ebenso gegen Mundgeruch. Für eine Tasse Tee wird ein Esslöffel Grüne Minze mit kochendem Wasser übergossen. Der Tee sollte zehn Minuten ziehen. Von Grüne Minze-Tee können drei Tassen täglich und kurweise getrunken werden. Nach drei Wochen sollte eine Pause eingelegt werden.

Grüne Minze - Verwendung als Heilkraut

In der Volksheilkunde wird die Grüne Minze genauso wie die Pfefferminze eingesetzt. Anwendungsgebiete sind unter anderem Magenkrämpfe, Verdauungsprobleme, Menstruationskrämpfe und Erkältung. Da die Grüne Minze weniger Menthol als die Pfefferminze enthält, wird sie oftmals besser vertragen.

Lesen Sie hier: Minze als Heilpflanze

Rezepte mit Minzen als Heilpflanze finden Sie hier:

Appetit, Asthma, Blähung, Bäder, Husten, Kolik, Lunge, Magen, Migräne, Mund, Schluckauf, Verdauung

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