Eberraute, Anbau, Pflege, Ernte & Verwendung

Die Eberraute mit dem botanischen Namen Artemisia abrotanum war früher eine geschätzte Gewürz- und Heilpflanze. Sie ist ein Korbblütler der Gattung Artemisia, zu der unter anderem auch Estragon, Wermut und Beifuß gehören.

Eberraute

Systematik

Eberraute (Artemisia abrotanum)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Untertribus: Artemisiinae
Gattung: Artemisia
Art: Eberraute
Wissenschaftl. Name: Artemisia abrotanum L.
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut, Heilpflanze
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Die mehrjährige Eberraute erreicht eine Wuchshöhe von sechzig bis 150 Zentimeter. In ihrer Heimat (Anatolien, Kroatien, Herzegowina und Bosnien) blüht die Eberraute im Sommer mit traubenförmig angelegten Blüten von weißer oder gelber Farbe. Die Blüte bleibt in Deutschland manchmal aus, wenn die Temperaturen im Sommer zu niedrig sind. Die Eberraute verströmt einen angenehmen, würzig-aromatischen Duft.

Eberraute Arten / Sorten

Im Handel sind einige Unterarten, bzw. Züchtungen von Artemisia abrotanum zu bekommen, beispielsweise:

  • Artemisia abrotanum „Courson“ – Die Blätter sind beim Austrieb zunächst bronzefarben und färben sich später Gelbgrün. Diese Sorte schmeckt herb-bitter und blüht im Sommer mit unscheinbaren, gelben Blüten. Die Wuchshöhe beläuft sich zwischen vierzig und hundert Zentimeter.
  • Artemisia abrotanum „Citrina“ – Diese Sorte wird auch Zitronen-Eberraute genannt, aufgrund des Zitronenaromas, welches leicht herb-bitter ist. Die Wuchshöhe dieser Sorte beträgt etwa siebzig Zentimeter.
  • Artemisia abrotanum var. Maritima – Diese Sorte wird auch Cola-Kraut genannt, da ihr Duft an das Getränk Cola erinnert.

Eberraute / Inhaltsstoffe

In der Eberraute sind folgende Stoffe enthalten:

  • Die ätherischen Öle Piperiton, Abrotanin, Pinen, Linalool, Cineol, Thujon und Sabinen
  • Bitterstoffe
  • Alkaloide
  •  Cumarine
  • Sesquiterpene
  • Flavonoide

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Eberraute Anbau im Garten

Die Eberraute ist im Grunde eine recht pflegeleichte Pflanze. Da sie bis zu 150 Zentimeter hoch werden kann und buschig wächst, sollte ihr ausreichend Platz geboten werden, damit sie sich ausbreiten kann. Die Eberraute verfügt über ätherische Öle, sodass Schädlinge abgehalten werden. Wird das Kraut nahe von Nutzpflanzen angebaut, schützt die Eberraute die Nutzpflanzen vor Schädlingen.

Standort

Artemisia abrotanum benötigt einen vollsonnigen, warmen Standort.

Substrat

Der Boden sollte kalkhaltig und durchlässig sein. Es hat sich bewährt, dem Boden Steine, Sand oder Kies unterzumischen, sodass die Durchlässigkeit erhöht wird.

Gießen

Im Beet muss die Eberraute lediglich während einer länger andauernden Trockenzeit gegossen werden. Staunässe kann die Pflanze gar nicht vertragen.

Düngen

Vor dem Aussäen oder Pflanzen sollte der Boden mit Zeolith oder Bims vorbereitet werden. Danach muss nur einmal jährlich im Frühling mit Kompost oder Hornspänen gedüngt werden.

Überwintern

Die Eberraute ist bedingt winterhart. Sie muss vor starkem Frost geschützt werden. Im Beet wird sie vor dem Winter bodennah zurückgeschnitten und mit einem Pflanzenvlies umwickelt. Um auch die Wurzeln vor Frost zu schützen, mulcht man die Erde mit Laub.

Eberraute vermehren

Die Eberraute lässt sich durch Aussaat und mittels Stecklingen vermehren.

Artemisia abrotanum

Aussaat

Für die Aussaat ist es zu empfehlen, die Pflanzen im Topf vorzuziehen. Man könnte zwar auch im Frühjahr direkt im Beet aussäen, doch die Samen werden unter anderem gerne von Ameisen weggetragen und als Nahrungsquelle angesehen.

Man füllt einen Topf mit Anzuchterde und als Lichtkeimer werden die Samen lediglich auf die Erde gestreut und leicht angedrückt. Die Erde wird nun feucht gehalten, sollte aber nicht zu nass werden.

Der Topf bekommt einen hellen Platz, beispielsweise auf einer Fensterbank mit Südseite. Wenn sich die ersten Keimlinge zeigen, kann pikiert werden. Umgepflanzt werden die jungen Pflanzen dann, wenn sie stark und groß genug sind.

Stecklinge

Man schneidet lange Triebe mit Blattspitzen ab und steckt diese in Anzuchterde. Findet die Vermehrung im Sommer oder Frühling statt, können die Triebe auch direkt ins Freiland in den Boden gesteckt werden.

Die Stecklinge entwickeln innerhalb kurzer Zeit Wurzeln. Man sollte lediglich auf genügend Platz achten, damit sich die schnell wachsenden Stecklinge entfalten können.

Eberraute im Topf / Kübel

Im Kübel benötigt die Eberraute mehr Wasser als im Beet, da die Erde schneller austrocknet. Die Pflanze sollte mäßig gegossen werden. Um Staunässe zu vermeiden, legt man auf den Topfboden eine Drainage aus Kies oder Tonscherben. Der Topf sollte zudem über Abflusslöcher im Boden verfügen, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Als Substrat kann Gartenerde verwendet werden, die mit Kalk angereichert wird.

Die Eberraute im Topf muss vor Frost geschützt werden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten. Man überwintert die Pflanze in der Garage, in einem Gartenhaus oder in einem Wintergarten, der nicht beheizt wird.

Der Topf mit der Eberraute kann im Freien bleiben, wenn ein winterfester Kübel genutzt wurde. Töpfe aus Ton brechen bei Frost auseinander. Der winterharte Topf wird mit einem Vlies umwickelt, auf Styropor oder Holz gesetzt und in eine Mauerecke geschoben, die der Eberraute Schutz bietet.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Probleme entstehen häufig, wenn die Eberraute zu viel Wasser erhält. Dann kann es zur Wurzelfäulnis kommen und die Pflanze stirbt ab.

Ebenso kann ein halbschattiger oder schattiger Standort dazu führen, dass die Pflanze verkümmert.

Ansonsten ist die Eberraute aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle nicht anfällig für Schädlinge und Krankheiten.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Eberraute

Empfehlenswert sind zwei Schnitte im Jahr. Im Frühling sollte die Eberraute zurückgeschnitten werden, da die Pflanze zur Wucherung neigt. Vor dem Winter wird die Eberraute bodennah zurückgeschnitten, um sie vor Frostschäden zu schützen. Im Frühling treibt die Eberraute wieder aus. Die Pflanze wird durch den radikalen Rückschnitt nicht ganz so hoch. Dies ist besonders für die Kultivierung im Topf ein Vorteil.

Ernte der Eberraute

Die Ernte der Eberraute kann im Sommer und Herbst stattfinden. Es kann dann immer so viel geerntet werden, wie man zum Kochen oder für Heilzwecke benötigt.

Der Rückschnitt kann aber auch genutzt werden, um sich einen Vorrat an Eberraute anzulegen. Eberraute lässt sich gut trocknen.

Konservieren der Eberraute

Die Eberraute kann getrocknet oder eingefroren werden, um die Triebe des Rückschnittes für einen Vorrat des Gewürz- und Heilkrautes anzulegen.

Eberraute trocknen

Zum Trocknen werden die Triebe gebündelt und kopfüber an einen schattigen, trockenen und luftigen Platz aufgehängt. Die trockenen Blätter werden in einem verschließbaren Behälter aufbewahrt.

Eberraute einfrieren

Die Blätter werden zerkleinert und auf die Fächer eines Eiswürfelbehälters verteilt. Die Fächer füllt man mit Wasser auf und stellt den Behälter in das Gefrierfach. Somit hat man stets einen Eberrauten-Eiswürfel zum Kochen parat.

Eberraute einlegen

Eberraute

Eberraute in der Küche

Mit der Eberraute lassen sich vor allem fettige Speisen würzen, denn durch dieses Kraut können solche Gerichte besser verdaut werden. So können die frischen oder getrockneten Blätter bei Schweinebraten, Lammbraten, Gänsebraten oder ähnliche Fleischspeisen mitgebraten werden.

Eberrauten

Artemisia abrotanum (Eberraute)

Bild: Stanislav Doronenko, CC BY 2.5

Zudem lassen sich mit den Blättern der Eberraute Marinaden für Grillfleisch würzen.

Eberraute Tee

Eberrauten-Tee hilft bei Verdauungsproblemen, gegen Beschwerden im Magen-Darmbereich und bei Erkältungen. Zudem stärkt die Eberraute das Immunsystem.

Für die Zubereitung des Tees können getrocknete oder frische Blätter verwendet werden. Für eine Tasse Tee wird ein Teelöffel Blätter mit kochendem Wasser übergossen. Nun sollte der Tee etwa acht Minuten ziehen, bevor er getrunken wird.

Von Eberrauten-Tee können drei Tassen pro Tag getrunken werden.

Hinweis: Schwangere sollten auf Eberraute verzichten, da die Pflanze vorzeitige Wehen auslösen kann!

Eberraute als Heilkraut

Die Eberraute wirkt antibakteriell, abwehrsteigernd, harntreibend, beruhigend, krampflösend, tonisierend und schweißtreibend. Das Kraut wird unter anderem bei Verdauungsproblemen, Appetitlosigkeit, Bronchitis, Husten, Fieber, Blasenschwäche, Nierenschwäche, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden und Schlafproblemen angewendet.

Lesen Sie hier: Eberraute als Heilpflanze

Rezepte mit Eberraute als Heilpflanze finden Sie hier:

Bandwürmer, Darmparasiten, Haarwuchs, Menstruationsbeschwerden, Schürfwunden, Verletzungen, Würmer, Wunde