Minzen - als Heilpflanze verwenden

Rundblättrige Minze

Name: Mentha L
Pflanzennamen im Volksmund: Ährige Minze, Speer-Minze, Krause Minze
Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Wuchshöhe: 10 bis 50 cm
Verwendung: Innerlich und Äußerlich
Die pharmazeutische Industrie verwendet Inhaltsstoffe dieser Pflanze
Heilkraut Anwendung - Rezepte finden Sie hier:
Appetit, Asthma, Blähung, Bäder, Husten, Kolik, Lunge, Magen, Migräne, Mund, Schluckauf, Verdauung

Steckbrief / Beschreibung

Der Name Minze bzw. der lateinische Gattungsname Mentha leitet sich vom griechischen minthe, dem Namen einer Nymphe ab. Diese wurde der Sage nach von der eifersüchtigen Proserpina in diese Pflanze verwandelt wurde. Minzen wurden bereits im Altertum als Heilpflanzen und als Gewürz sehr geschätzt. So rühmten die Chinesen die beruhigenden und krampflösenden Eigenschaften dieser Heilpflanzen. Hippokrates sah in der Minze ein Aphrodisiakum, und Plinius lobte ihre schmerzlindernde Wirkung. Die Gattung Mentha ist aufgrund der starken Neigung zur Bastardierung ihrer Arten eine der am schwierigsten zu katalogisierenden Pflanzen unserer Flora.

Von den Minzen existieren zahlreiche Zwischenformen. Die Arten der Gattung Mentha lassen sich aber grob in zwei große Gruppen einordnen. In der ersten Gruppe sind die Blüten in stockwerkartig übereinanderstehenden Scheinquirlen in den Achseln der Blätter vereinigt. In der zweiten Gruppe schließt der Stängel mit einem ährenartigen, blattlosen Blütenstand ab. Minzen werden in der Naturheilkunde innerlich bei Koliken, Magenkatarrh, Blähung, Unterleibskrämpfen und zur Einschränkung der Milchsekretion verwendet. Äußerliche Anwendungen sind der Zusatz für Bäder sowie der Einsatz von minzhaltigem Mundwasser. In großen Dosen sind die Minzen nicht ungefährlich. Zwar sind bei der kultivierten Pfefferminze (M. piperita L.), kaum Vergiftungen zu erwarten, dagegen ist die Poleiminze sehr gefährlich.

Merkmale aller Minzen
Die Minzen haben kreuzweise gegenständig angeordnete Laubblätter. Diese sind, je nach Art, breiteiförmig bis lanzettlich geformt. Die Blattränder sind gesägt bis gekerbt. Während der sommerlichen Blütezeit bilden die Minzen zahlreiche violett, rosa bis weißlich gefärbte Blüten in Scheinquirlen.

1. Minzen mit ährenförmigen Blütenständen

Rundblättrige Minze, Grüne Minze, Pfefferminze, Krause Minze, Roßminze
Die Minzen aus dieser Gruppe erreichen oft eine Wuchshöhe von bis zu 100 cm. Die Stängel wachsen aufrecht. Die Blätter sind sitzend, bei machen Arten sind die unteren Blätter kurz gestielt. Die sich während des Sommers bildenden Blüten wachsen in langen schlanken, endständigen, aus zahlreichen Blütenquirlen bestehenden Ähren.

Rundblättrige Minze (entha suaveolens Ehrh.)
Die Blätter der Mentha suaveolens bildet rundliche bis eiförmige, netzrunzelige Blätter. Die Blattränder sind kerbig gezähnt. Die Blattunterseiten sind mit krausen Haaren filzig bewachsen. Die weißlichen bis schmutzig rosafarbenen Blüten haben einen kugelig-glockigen Kelch mit kurzen, dreieckig-Ianzettlichen Zähnen. Die Stängel der rundblättrigen Minze sind weichhaarig-zottig. Der Geruch dieser Minzen ist stark.

Grüne Minze (Mentha spicata L. emend. Hadey)
Die Grüne Minze wird in Gärten kultiviert, gelegentlich findet man diese Minze auch verwildert. Die Pflanze ist fast oder ganz kahl. Die Blattober- und Blattunterseiten sind grün, die Blätter wachsen ungestielt sitzend. Auf den Blattunterseiten erkennt man stark vortretenden Nerven. Der Blütenkelch einer grünen Minze ist kahl und mit pfriemlichen Zähnen versehen. Der Geruch der Grünen Minze ist angenehm, stark.

Pfefferminze (Mentha piperata L.)
Die Pfefferminze wird wie auch die Grüne Minze in Gärten kultiviert, gelegentlich findet man die Pfefferminze auch verwildert. Pfefferminzen sind fast oder ganz unbehaart. Die Blattober- und Blattunterseiten sind grün, die Blätter wachsen gestielt. Auf den Blattunterseiten erkennt man kräftig konturierte Nerven. Der Blütenkelch einer Pfefferminze ist kahl und mit pfriemlichen Zähnen versehen. Der Geruch der Pfefferminze ist angenehm, kräftig. Der Pfefferminze sehr ähnlich ist die Grüne Minze (Mentha spicata L. emend. Hadey). Die Blätter der Grünen Minze wachsen aber ungestielt.

Krauseminze (Mentha spicata L. var. crispata Schrad.)
Die Krauseminze wird kultiviert und ist nur sehr selten verwildert zu finden. Die Art ist mit der Grünen Minze verwandt. Die krausen Blätter sind breit-eiförmig. Die Blattränder sind tief gesägt-eingeschnitten, mit gedrehten Zähnen. Die Blattunterseiten sind grau.

Roßminze (Mentha longifolia (L.) Huds. emend. Hadey)
Die Roßminze hat ähnlich wie die Rundblättrige Minze weichhaarig-zottig bewachsene Stängel. Die Blätter der Roßminzen sind länglich Ianzettlich geformt. Die Blattränder sind scharf gesägt. Der Kelch ist zur Fruchtzeit oben eingeschnürt.

2. Mit Blütenquirlen in den Blattachseln gestielter Blätter

Poleiminze, Ackerminze, Wasserminze
Die in diese Gruppe eingeordneten Minzen werden selten höher als 50 cm. Die Stängel wachsen niederliegend bis aufsteigend und enden mit Blattbüschel oder mit kopfig gehäuften Blütenquirlen. Die Kronen sind innen mit einem Haarring bewachsen, nur bei der Poleiminze ist dieser Haarring schwach entwickelt. Der Geruch der Minzen dieser Gruppe ist aromatisch und angenehm.

Poleiminze (Mentha pulegium L.)
Die Stängel der Poleiminze enden mit einem Blattbüsche. Die kleinen, kurz gestielten Blätter sind elliptisch und bis ca. 3 cm lang. Der Blattrand ist schwach gesägt bis ganzrandig. Die Blätter sind zerstreut und anliegend behaart. Der Kelch ist fast zweilippig und innen stark behaart. Die Krone ist innen nur schwach behaart.

Ackerminze (Mentha arvensis L.)
Diese robuste Minze kann man an feuchten wie auch an trockenen Standorten finden. Die liegenden bis aufsteigenden Stängel enden mit einem Blattbüschel. Die eiförmig bis lanzettlich geformten, anliegend behaarten Blätter erreichen eine Größe von bis zu 8 cm. Die Blattränder der Ackerminze sind schwach gesägt bis gekerbt. Der behaarte Kelch ist glockig mit 5 gleichen, kurzen, dreieckigen Zähnen.

Wasserminze (Mentha aquatica L.)
Die Stängel der Wasserminze wachsen aufrecht und enden mit einem Blattbüschel. Die eiförmig bis lanzettlich geformten, anliegend behaarten Blätter erreichen eine Größe von bis zu 7 cm. Die Blattränder der Wasserminze sind schwach gesägt bis gekerbt. Die Blütenquirle am Ende des Stängels sind kopfig gehäuft, darunter findet man meist noch noch 1-2 Quirle in den Blattachseln. Der behaarte Kelch bildet sich aus 5 gleichartigen, schmal dreieckigen Zähnen.

Standort / Hier findet man Minzen

Die Minzen wachsen im gesamten europäischen Raum. Die Pflanze bevorzugt feuchte bis nasse Standorte. Einige Minzenarten wachsen aber auch sehr gut auf trockenen Untergründen. Man findet die Minzen bis in Höhenlagen von etwa 1800 m.

Wirkung der Heilpflanze / Heilwirkung - Minzen

antiseptisch (keimtötend), betäubend, gallentreibend, krampflösend, schmerzlindernd, stimulierend (anregend), tonisch, magenwirksam (verdauungsfördernd), windtreibend

Verwendete Pflanzenteile

In der Naturheilkunde benutzt man von den Minzen die Blätter und die blühenden Triebe. Gesammelte Pflanzen werden zu Sträußen zusammengebunden und kopfüber rasch und schonend im Schatten getrocknet.

Inhaltsstoffe der Minzen

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind: Ätherische Öle mit Mentholverbindungen, Gerbstoffe

Anwendung mit der Heilkraft dieser Pflanze

Die Minze wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit den Minzen in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten: Appetit, Asthma, Blähung, Bäder, Husten, Kolik, Lunge, Magen, Migräne, Mund, Schluckauf, Verdauung

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Bilder der Minzen

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Pfefferminzblatt

Blätter der Pfefferminze

Foto: Aleksa Lukic
Public Domain

Poleiminze

Poleiminze

Foto: H. Zell
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