Mistel – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Viscum album L.
🌿 Mistel – Auf einen Blick
- Familie: Sandelholzgewächse (Santalaceae)
- Wuchshöhe: 20 bis 50 cm
- Blütezeit: März bis April
- Verwendete Pflanzenteile: junge Blätter
- Wichtig: in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen; Beeren nicht verzehren; von der EMA für Herz-Kreislauf-Anwendungen nicht anerkannt
Volksmund: Weißbeerige Mistel, Weiße Mistel
Steckbrief von Mistel
| Wissenschaftlicher Name | Viscum album L. |
|---|---|
| Familie | Sandelholzgewächse (Santalaceae) |
| Wuchshöhe | 20 bis 50 cm |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Die Mistel ist einer Pflanzenfamilie angehörig, deren etwa 1400 bekannte Arten auf Bäumen schmarotzen. Misteln sind in den tropischen Zonen weit verbreitet. Die in Europa wachsenden Misteln sind häufig auf Linden, Pappeln und Apfelbäumen anzutreffen. Selten findet man Misteln auf Eichen, auf Buchen kommt die Mistel überhaupt nicht vor. Auf Tannen und Kiefern gedeihen einige besondere Unterarten der Mistel. Die Verbreitung der Misteln erfolgt durch Vögel, vor allem durch Wacholderdrosseln und Amseln, die die unverdauten Mistelsamen der weißen Scheinfrüchte auf den Baumästen hinterlassen. Keimende Mistelsamen entwickeln zunächst eine Senkwurzel, die durch die Rinde des Astes dringt. Dieser Senkwurzel entwachsen im darauffolgenden Jahr parallel zur Achse des Astes Rindenwurzeln, die wiederum bis in das Holz vordringende Senkwurzeln bilden. In der Naturheilkunde wird die Mistel bei nervösen Herzstörungen eingesetzt, auch soll sie blutdrucksenkend und harntreibend wirken.
Die Misteln sind 20 bis 50 cm hohe Halbsträucher. Die gegliederten Äste bilden kugelförmige Büsche. Die ausdauernden, länglich geformten, fleischigen Blätter sind gegenständig angeordnet. Die Blütezeit der Misteln dauert von März bis April. Die gelbgrünen Blüten wachsen in sitzenden Scheindolden. Die weißen, beerenartigen Scheinfrüchte sind durchscheinend. Das Fruchtfleisch ist klebrig. Der Wurzelstock einer Mistel ist im lebenden Gewebe des Wirtes verwurzelt. Der Geruch getrockneter Misteln ist unangenehm. Der Geschmack einer Mistel ist bitter.
Standort von Mistel
Die Mistel wächst im gesamten europäischen Raum mit Ausnahme des hohen Nordens. Die Pflanze lebt schmarotzend auf Bäumen. Man findet die Misteln bis in Höhenlagen von etwa 1400 m.
Heilkraft von Mistel
In der Volksmedizin werden der Mistel folgende Eigenschaften zugeschrieben:
- abführend
Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.
- harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
- krampflösend
Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.
Außerdem gilt die Mistel als blutdrucksenkend.
Verwendete Pflanzenteile von Mistel
In der Naturheilkunde benutzt man von den Misteln die frischen oder getrockneten, jungen Blätter. Die Blätter müssen vor der Fruchtbildung gesammelt werden.
Inhaltsstoffe von Mistel
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Alkaloid, Cholin und Triterpene.
Anwendung von Mistel
Die Mistel wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit den Misteln in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
- Albuminurie
Traditionelle Hausmittel der Naturheilkunde rund um Eiweiß im Urin.
- Bluthochdruck
Pflanzliche Hausmittel und Ernährungstipps, die eine Behandlung von Bluthochdruck ergänzen können.
- Blutkreislauf
Kräuter und Anwendungen, die die Durchblutung und den Blutkreislauf anregen können.
- Husten
Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.
- Reizhusten
Überlieferte Tees und Absude mit Heilkräutern, die bei Reizhusten den Hustenreiz beruhigen sollen.
- Weißfluss
Sitzbäder und Kräuter, die bei Weißfluss begleitend eingesetzt werden.
ℹ️ Hinweis: Die EMA hat Mistelkraut für Herz-Kreislauf-Anwendungen nicht als pflanzliches Arzneimittel anerkannt – siehe Sicherheitshinweise.
⚠️ Hinweis: In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung von Mistelzubereitungen laut EMA-Bewertungsbericht nicht empfohlen – siehe Sicherheitshinweise.
ℹ️ Hinweis: Verwendet wird das Kraut; nach Verzehr der Beeren wurden in seltenen Fällen Magen-Darm-Beschwerden und Kreislaufreaktionen beschrieben – siehe Sicherheitshinweise.
⚠️ Hinweis: Eine Wirkung von Mistelextrakten gegen Krebs ist laut Krebsinformationsdienst wissenschaftlich nicht allgemein anerkannt; Mistelpräparate zur Krebstherapie werden gespritzt – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Weißbeerige Mistel - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Mistel
Wie lebt die Mistel?
Die Mistel ist einer Pflanzenfamilie angehörig, deren etwa 1400 bekannte Arten auf Bäumen schmarotzen. Keimende Mistelsamen entwickeln zunächst eine Senkwurzel, die durch die Rinde des Astes dringt.
Auf welchen Bäumen wächst die Mistel?
Die in Europa wachsenden Misteln sind häufig auf Linden, Pappeln und Apfelbäumen anzutreffen. Selten findet man Misteln auf Eichen, auf Buchen kommt die Mistel überhaupt nicht vor. Auf Tannen und Kiefern gedeihen einige besondere Unterarten der Mistel.
Wie verbreitet sich die Mistel?
Die Verbreitung der Misteln erfolgt durch Vögel, vor allem durch Wacholderdrosseln und Amseln, die die unverdauten Mistelsamen der weißen Scheinfrüchte auf den Baumästen hinterlassen.
Ist die Mistel giftig?
Im Bewertungsbericht der EMA wird die Mistel nach Einnahme über den Mund als nicht giftig eingestuft; eine chronische Giftigkeit ist nicht bekannt. In sehr wenigen Fällen wurden – vor allem nach dem Verzehr der Beeren – Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie Blutdruckanstieg mit anschließendem Schock beschrieben.